Schreien und Tragen

Es soll ja tatsächlich Babys geben, deren ständig zufriedenes Lächeln direkt der Alete-Werbung entsprungen zu sein scheint, die den halben Tag verschlafen und, wenn sie mal wach sind, ihrer Mutter interessiert beim Staubsaugen zusehen. Es gibt Babys, die schlafen (meistens) allein in ihrem Bettchen, verbringen (oft) Stunden zufrieden auf der Krabbeldecke, schreien (fast) nie, und wenn, so läßt sich der Grund dafür (fast immer) leicht herausfinden. Ihre Bedürfnisse sind unkompliziert, werden sofort und eindeutig artikuliert und sind einfach zu befriedigen.
Es gibt aber auch andere Babys; solche, deren Bedürfnisse anscheinend über das "normale" Maß hinausgehen und nicht so leicht zu befriedigen sind. Sie scheinen übermäßig oft und lange zu schreien und gelten als anspruchsvoll und "schwierig". Folgerichtig hat sich für diese Kinder der Begriff "Schreibaby" eingebürgert. Inwieweit dieser Begriff tatsächlich greift, soll und kann hier nicht diskutiert werden. Falls Dein Baby extrem viel schreit und durch Stillen und Herumtragen nicht zu beruhigen ist, solltest Du es zur Sicherheit dem Kinderarzt vorstellen, um eine Erkrankung auszuschliessen. Ist es organisch gesund, leidet nicht am KISS-Syndrom oder an Koliken und Blähungen (bei denen das Tragen im Tuch übrigens auch sehr hilfreich sein kann, durch die sanfte Bauchmassage und die aufrechte Haltung), dannn ist Ihr Kind vielleicht ein "High Need Baby", wie der amerikanische Kinderarzt Dr. William Sears das nennt: ein Baby mit starken Bedürfnissen, oder prägnanter: ein "24-Stunden-Baby".