Riechleistung

Welchen Einfluss haben Größe und Rasse auf die Riechleistung des Hundes?

Von allen Tiergattungen zeichnet sich der Hund durch die größte Vielfalt hinsichtlich der Größe aus. Vom Chihuahua (< 1 kg) bis zum Mastiff (manchmal > 90 kg) beträgt das Gewichtsverhältnis 1 bis 100, während es bei der Katze oder beim Menschen nicht höher als 2 bis 3 liegt. Aus dieser Größenvielfalt gehen anatomische Unterschiede hervor.

Einfluss der Größe und Rasse auf die Riechleistung

Der Geruchssinn eines Hundes unter vorgegebenen Bedingungen richtet sich nach mehreren Faktoren.
 Oberfläche der Riechschleimhaut, von der wiederum die Anzahl der Sinneszellen abhängt.
 Die Gesichtsform bestimmt die Richtung des Luftstroms in den Nasenhöhlen. Die Flachnasigkeit der
brachyzephalen* Rassen führt zu einer Verkürzung der oberen Atemwege, wodurch sich die Luftdurchströmzeit verringert.
 Die Riechleistung gehört zu den Kriterien, nach denen die Zuchtauswahl der Jagdhunde oder der Fährtensuchhunde erfolgt.

Die Anzahl der Riechzellen (in Millionen) variiert je nach Größe und Rasse
(nach Vadurel, 1997)

Die außergewöhnliche Riechleistung des Labrador Retrievers und des Deutschen Schäferhundes wird in verschiedenen Arbeitstätigkeiten und beim Sport genutzt: Fährtensuche, Suche nach Drogen oder Explosivstoffen,…

Die Gesichtsform bestimmt Durchstromzeit und -menge der Luft auf der Riechschleimhaut
(nach Vadurel, 1995)

Die Hautfalten um die Nase, das flache Gesicht und der kurze Fang bei der Bulldogge (Hund links) sorgen für einen geringeren Luftstrom in den oberen Atemwegen. Die Zirkulation der Riechmoleküle ist daher begrenzt.

* Brachyzephal: Bedeutet „rundköpfig“. Brachyzephale Hunde (Boxer, Shi Tzu, Pekinese, Bulldogge...) weisen ein eingedrücktes Profil mit sehr flachem Fang auf.

Plädoyer für ein Sinnesorgan