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Steckbrief-Register
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Steckbriefe aus dem Deutschen Reich 1890-1900

Register zu 5.002 Fahndungseinträgen teils mit Photos und Personenbeschreibungen

Steckbriefe vom Ende des 19.Jahrhunderts nach auffälligen Personen, Fahnenflüchtigen, Gewerbsunzüchtigen, Dieben, Mördern oder Personen, die sich der Heerespflicht entzogen und damit in das Fahndungsraster der Ermittlungsbehörden gerieten, sind noch in einer sehr großen Zahl überliefert. Ihr Vorteil gegenüber früher im 18.Jahrhundert publizierten Steckbriefen ist die relative Ausführlichkeit und Einheitlichkeit der Einträge, die in aller Regel von den ermittelnden Gerichten herausgegeben und erstellt wurden.

Gegenüber früher beispielsweise werden hier viel häufiger auch Geburtsdaten genannt, so daß eine Identifizierung der Person über Geburtsdatum und Geburtsort leichter möglich ist, als dies bei Gesuchen nach Flüchtigen noch um 1860 möglich war. Einen solchen Bestand an rund fünftausend Steckbriefen möchten wir an dieser Stelle hier gern vorstellen und ihn der Vergessenheit entreißen.
Gesuchter Albert Langen

Denn wie bei allen Massendaten ist es auch eine Charakteristik dieser meist in Fraktur in öffentlichen Blättern gedruckten Quellenart, daß Steckbriefe und die in ihnen enthaltenen oft sehr wertvollen biographischen Auskünfte für die familien- oder ortskundliche Forschung zwar von Bedeutung sind, aber allein aufgrund ihres unübersichtlichen und bibliographisch so gut wie nie erschlossenen Auftretens der Forschung sehr schwer bis gar nicht zugänglich sind. Mit dem folgenden Registerbeitrag soll diesem Umstand Abhilfe geschaffen werden.
 

Abbildung links: Auch der Hornzwicker tragende Münchener Verleger des Blattes Simplicissimus wurde 1899 als flüchtig erkannt und steckbrieflich wegen Beleidigung Kaiser Wilhelm II. gesucht. (Bildquelle: Wikipedia)
 

Damit Sie sich ein Bild von dem Inhalt des Originals verschaffen können, folgen hier zwei Beispieleinträge aus dem wahhlos ausgesuchten Stichjahr 1899, wie sie ähnlich für jeden der unten genannten Namen aus dem Zeitraum von 1890 bis 1900 vorhanden ist. Beide Steckbriefe sind inhaltlich,wenn auch nicht von der Form her, bemerkenswerte Einzelfälle. Der erste Steckbrief beschreibt einen männlichen Menschen, der behauptete, er sei der Vater von Jesu Christi und der Erschaffer der Welt. Das zweite Gesuch betrifft den flüchtigen Verleger des Simplicissimus, Albert Langen (1869-1909) aus München (nicht, wie fälschlicherweise im Original angegeben wurde, aus Antwerpen):

  • "Am 7. diesen Monats ist hier vorstehend abgebildeter unbekannter, anscheinend geisteskranker Mann ohne Legitimationspapiere angehalten worden. Er giebt an Herr Gott zu heißen und er existire [sic!] so lange die Welt bestanden. Alter: ca. 45 Jahre, Größe: 1,65 m, Haare: blond, auf dem Vorderkopf dünn, Bart: großer blonder Schnurrbart, Augen: grau. Kleidung: Joppe, Hose und Weste aus schmutziggrau-melirtem Stoff, blauleinerer Arbeitskittel, rothgestreiftes Parchendhemd, schwarzer weicher Hut. Er führte ein Messingschild mit der Aufschrift 256 bei sich. Eine jetzt eingelieferte Quittungskarte No.1 lautet auf Jacob Sagermann, geboren 1.3.1859 in Eydtkuhnen. Journal No.1924. Tondern, 22.August 1899. Die Polizeiverwaltung."

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  • Gegen den Verlagsbuchhändler Albert Langen, geboren 3.7.1869 in Antwerpen, ist die Untersuchungshaft wegen Majestätsbeleidigung verhängt. Derselbe ist zu verhaften und in das nächste Gerichtsgefängnis abzuliefern. V.I. 40/98. Beschreibung = Statur: mittelgroß, Haare: kurz, licht, Bart: dunkelblonder spitzgeschnittener Vollbart, Kennzeichen: Trägt schwarze Hornzwicker. Leipzig, 23.Oktober 1899. Der Untersuchungsrichter beim Landgericht."Steckbreife (Beispielseite)
Abbildung links: Hier eine Beispielseite des Originalwerkes des Königlich Preußischen Polizeipräsidiums Berlin mit verschiedenen Steckbriefen, geordnet nach den Oberlandesgerichtsbezirken des Deutschen Reiches (Bildquelle: eigene Aufnahme Claus Heinrich Bill).

Im folgenden Register der Steckbriefe aus der oben erwähnten Zeit und dem genannten Raum werden Nachnamen (Ab-Br, Bu-Fi, Fi-Ha, Ha-Ka, Ka-La, La-Mo, Mo-Ra, Ra-Sc, Sc-Te, Te-Zw), die ersten beiden genannten Vornamen sowie in aller Regel der Geburtsort, der nicht identisch mit dem Aufenthaltsort zur Zeit der Fahnung sein muß, genannt. Gemeinsam ist allen hier genannten Personen außerdem, daß sie etwa im Zeitraum 1850 bis 1890 geboren worden sind (es wurden auch bereits Schüler oder Kinder steckbrieflich gesucht), was als Identifizierungshilfe beim Anschluß an eigene Forschungen möglicherweise ein wertvoller Hinweis zur Arbeit mit dem hier vorliegenden Register sein kann. Auf Wunsch senden wir Ihnen gern die genaue Bezeichnung des Fundortes zu und den Standort, damit Sie sich gegebenenfalls Reproduktionen der Quellen bestellen können.


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