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Mundtot-Erklärungen in Schleswig-Holstein 1908

Volltexte zu den Bekanntmachungen sämtlicher Entmündigungen

In Preußen wurden um 1900 Personen wegen "Geisteskrankheit", Alkoholmißbrauch oder Verschwendung auf Antrag von Verwandten bei dem für den Wohnort des Betreffenden oder der Betreffenden zuständigen Amtsgericht zu einer Vormundschaft (heute: Betreuung) vorgeschlagen. Zur Mundtoterklärung, die eine Aberkennung der Geschäftsfähigkeit bedeutete, kam es, wenn das Amtsgericht nach Überprüfung der Sachlage die Entmündigung durch Beschluß aussprach. Dieser Beschluß konnte auch wieder aufgehoben werden (Beispiele siehe unten). 

Entmündigungen wurden regelmäßig in den öffentlichen amtlichen Blättern publiziert. Eine solche Quelle mit familiengeschichtlichen Auskünften von Mundtoterklärten aus Schleswig-Holstein aus dem Jahre 1908 (sie enthält alle Entmündigten des gesamten Jahres der ganzen Provinz vollständig) sei hier einmal im Volltext der genealogischen und biographischen Forschung zur Verfügung gestellt. 

Bei der Quelle handelt es sich um den Öffentlichen Anzeiger für den Regierungsbezirk Schleswig (dieser deckte die gesamte preußische Provinz Schleswig-Holstein ab), Jahrgang 1908, Seiten 1 bis 1346, im Original gedruckt einsehbar unter anderem in der Schleswig-Holsteinischen Landesbibliothek zu Kiel (http://www.shlb.de) unter der Signatur "SH f 19". Folgende Einträge über Mundtoterklärungen (Entmündigungen) sind dort verzeichnet:

  • Arbeiter Jürgen Schau junior aus Vollerwiek wegen Trunksucht (Beschluß des Amtsgerichtes Tönning vom 22. Februar 1908), Seite 225
  • Töpfer Julius Theodor Beilich aus Altona wegen Trunksucht (Beschluß des Amtsgerichtes Altona vom 22. Februar 1908), Seite 256
  • Hufner Hans Sedemund aus Kählstorf wegen Trunksucht (Beschluß des Amtsgerichtes Ratzeburg vom 29. Februar 1908), Seite 290
  • Arbeiter Fritz August Behrends aus Friedrichstadt wegen Trunksucht (Beschluß des Amtsgerichtes Flensburg vom 22. Februar 1908), Seite 319
  • Landmann Wilhelm Hamann wegen Verschwendung (Beschluß des Amtsgerichtes Nortorf vom 11. März 1908), Seite 319
  • Hufner Claus Friedrich Sieck aus Klein-Flintbek wegen Trunksucht (Beschluß des Amtsgerichtes Bordesholm vom 23. März 1908), Seite 379
  • Agent Johannes Boisen aus Flensburg wegen Trunksucht (Aufhebung der Entmündigung durch Beschluß des Amtsgerichtes Flensburg vom 29. April 1908), Seite 500
  • Arbeiter Julius Andreas Knutzen aus Flensburg wegen Trunksucht (Beschluß des Amtsgerichtes Flensburg vom 7. Mai 1908), Seite 584
  • Schneidergeselle Karl Emil Münster aus Flensburg wegen Trunksucht (Beschluß des Amtsgerichtes Flensburg vom 16. Mai 1908), Seite 584
  • Zigarrenarbeiter John Karl Hester aus Altona wegen Trunksucht und Verschwendung (Beschluß des Amtsgerichtes Altona vom 27. Mai 1908), Seite 610
  • Arbeiter Hans Hinrich Wulff aus Wandsbek wegen Trunksucht (Beschluß des Amtsgerichtes Wandsbek vom 23. Juni 1908), Seite 740
  • Bureauhilfsarbeiter Oscar Ferdinand von Veltheim aus Altona wegen Trunksucht (Beschluß des Amtsgerichtes Altona vom 4. Juli 1908), Seite 793
  • Schlossergeselle Wilhelm Dittmann aus Flensburg wegen Trunksucht (Beschluß des Amtsgerichtes Flensburg vom 27. Juni 1908), Seite 813
  • Maurer Hans Heinrich Matthiessen aus Klues wegen Trunksucht (Beschluß des Amtsgerichtes Flensburg vom 4. Juli 1908), Seite 813
  • Arbeiter Magnus Hansen aus Waldemarstoft wegen Trunksucht (Beschluß des Amtsgerichtes Flensburg vom 26. August 1908), Seite 947
  • Arbeiter Johann Jablonski aus Ascheffel wegen Trunksucht (Beschluß des Amtsgerichtes Eckernförde vom 31. August 1908), Seite 947
  • Arbeiter Johannes Adolf Stölting aus Neumühlen wegen Trunksucht (Beschluß des Amtsgerichtes Kiel vom 1. September 1908), Seite 972
  • Maler August Gustav Röhl aus Kiel wegen Trunksucht (Beschluß des Amtsgerichtes Kiel vom 6. September 1908), Seite 972
  • Witwe Anna Naeve geborene Seligmann aus Dietrichsdorf wegen Trunksucht (Beschluß des Amtsgerichtes Kiel vom 11. September 1908), Seite 998
  • Bohrer Christian Friedrich Frahm aus Gaarden wegen Trunksucht (Beschluß des Amtsgerichtes Kiel vom 11. September 1908), Seite 998
  • Privatier Eduard Wehde aus Husum wegen Trunksucht (Beschluß des Amtsgerichtes Husum vom 4. September 1908), Seite 1025
  • Bäckermeister Carl Heinrich Möller wegen Verschwendung (Aufhebung der Mundtoterklärung durch Beschluß des Amtsgerichtes Kiel vom 19. Oktober 1908), Seite 1101
  • Landmann Erich Johann Burmester aus Bälau wegen Verschwendung (Beschluß des Amtsgerichtes Mölln in Lauenburg vom 20. Oktober 1908), Seite 1128
  • Arbeiter Christian Puls aus Kiel wegen Trunksucht (Beschluß des Amtsgerichtes Kiel vom 5. Oktober 1908), Seite 1243
  • Arbeiter Detlev Rüß aus Hohenwestedt wegen Trunksucht (Beschluß des Amtsgerichtes Hohenwestedt vom 16. November 1908), Seite  1243
  • Arbeiter Gustav Gottschalck aus Kiel wegen Trunksucht (Aufhebung der Mundtoterklärung durch Beschluß des Amtsgerichtes Kiel vom 27. Oktober 1908), Seite 1243
  • Schiffszimmermann Willy Fix aus Gaarden wegen Trunksucht (Beschluß des Amtsgerichtes Kiel vom 21. Oktober 1908), Seite 1275
  • Gärtner Johann Ehlers aus Glückstadt wegen Trunksucht (Beschluß des Amtsgerichtes Glückstadt vom 12. November 1908), Seite 1275

  • Landmann Ferdinand Peter Christiansen aus Enge wegen Trunksucht (Aufhebung der Mundtoterklärung durch Beschluß des Amtsgerichtes Leck vom 13. Dezember 1908), Seite 1344

© Claus Heinrich Bill. Das Deutsche Steckbrief-Register ist ein wissenschaftliches Bestandserschließungsprojekt versteckter deutscher Archiv- und Bibliotheksbestände unter Federführung des Instituts Deutsche Adelsforschung zum Zwecke der devianten Familienforschung und Ahnenforschung im Bereich historischer sozialer Randgruppen.