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Julius Kaminski (1859)
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Muster zu Steckbriefen aus dem Deutschen Reich

Fahndungseinträge, Vorladungen und Strafbefehle

Steckbriefe aus dem Beginn des 20.Jahrhunderts nach Verbrechern oder Personen, die Vergehen begangen hatten und damit in das Fahndungsraster der Ermittlungsbehörden gerieten, sind noch in einer sehr großen Zahl im Druck erhalten geblieben. Gerade weil die zugehörigen Akten in aller Regel vernichtet wurden, da sie als "archivunwürdig" galten - die Akten wurden seitens der Regierung regelmäßig an meistbeitende Altpapierhändler verkauft - kommt den gedruckt vorliegenden Steckbriefen, gerichtlichen Vorladungen und Strafbefehlen eine große historische Bedeutung zu.

Einen solchen Bestand an Steckbriefen möchten wir an dieser Stelle gern vorstellen. Wie bei allen Massendaten ist es eine Charakteristik dieser meist in Fraktur gedruckten Quellenart, daß Steckbriefe und die in ihnen enthaltenen oft sehr wertvollen biographischen Auskünfte für die familien-, kulturgeschichts- oder ortskundliche Forschung zwar von Bedeutung sind, aber allein aufgrund ihres unübersichtlichen und bibliographisch so gut wie nie erschlossenen Auftretens sehr schwer bis gar nicht zu finden sind. Mit dem folgenden Registerbeitrag nun soll diesem Mangel Abhilfe geschaffen werden.

Bei der Quellenart handelt es sich um originale gedruckte Steckbriefe aus dem Gebiet des gesamten Deutschen Reiches nach authentischen Personen, die flüchtig waren oder deren momentaner Aufenthaltsort polizeilich oder gerichtlich nicht zu ermitteln war, weil sie wegen verschiedener Verbrechen oder Vergehen zur Verantwortung gezogen werden sollten.

Der Wert der vorliegenden Edition liegt darin, daß die preußischen Behörden nicht nur Täter der Delikte wie Mord, Diebstahl, Unzucht, Unterschlagung, Fahnenflucht, Betrug oder Hehlerei per Steckbrief verfolgten, sondern auch Strafbefehle wegen geringerwertiger Vergehen, beispielsweise betreffend den Tatbestand "Feilbieten von Bonbons in öffentlichen Wirtschaften ohne Gewerbeschein", das "laute Singen auf der Chaussee", den "Mißbrauch von Kraftdroschkenkennzeichen", unerlaubtes Auswandern (meist nach Amerika) oder die Schuldklärung in Ehescheidungen erließen.

Die Quantität und Qualität der jeweiligen originalen Einträge schwankt stark. Teils sind nur zwei- bis dreizeilige Ausweisungsbekanntmachungen vorhanden, teils aber wurden auch Gesuche abgedruckt, die über eine ganze Seite gehende kriminelle Lebensläufe mit ausführlichen Personenbeschreibungen, Lebensdaten, Vorstrafenregistern et cetera beinhalten. Dafür stehen folgende Beispieleinträge.

A. Ausweisungsbekanntmachungen

B. Strafbefehle C. Vorbeugende Aufsichtsverfügung D. Steckbriefe E. Vorladungen
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