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Was sagen Zensuren aus?

Gute Frage. Zensuren müssen sein. Aber sie sagen Dir nicht immer, ob Du wirklich etwas gelernt hast. Das ist eine Illusion. Die Zensur unter einer Arbeit beurteilt Deinen Leistungsstand bei dieser Arbeit und diesen Aufgaben. Eine Zensur beurteilt, ob Du die Anforderungen erfüllen konntest. In wieweit die Angelegenheit »verinnerlicht« wurde, zeigt sich dadurch zunächst einmal nicht, sondern ist eine längerfristige Angelegenheit. Du weisst es selbst: man kann auch eine Arbeit gut bewältigen, wenn man vorher alles buchstäblich »absorbiert« hat, was für die Arbeit wohl notwendig war, um das Ganze getrost danach wieder zu vergessen. Deswegen sind unangekündigte Arbeiten sehr viel aufschlussreicher.

Sehr wohl geht in die mündliche Zensur die Arbeitshaltung mit ein, die aber sehr viel schwieriger messbar ist und zwar ergibt sich diese Zensur nicht als Mittelwert aus den richtigen Antworten!!

Es ist keineswegs seltsam, dass man einem Abiturienten, der in Mathematik leider nur eine befriedigende Leistung erreicht hat, obwohl er eigentlich das Fach studieren wollte, zu einem Studium rät, während einem Einserkandidaten eher abgeraten wird. Denn die Zensur in einem Fach drückt eben nur einen Teil aus.

Zensuren sind zunächst einmal nur ein Mittel zur Bewertung erbrachter Anforderungen. Zur Schule zu gehen, um möglichst nur gute Zensuren zu bekommen, ist ein ziemlich trauriges Ziel. In der Tat: numerus clausus gibt es für einige Studiengänge. Aber man sollte vorher erst einmal ausloten, wo die eigenen Grenzen sind, bevor man sich mit einem Zensurendruck verrückt macht. Einen Beruf, der einen überfordert, der einen unglücklich macht, kann durch keinen noch so grossen finanziellen Gewinn ausgeglichen werden!


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Heiko Schröder 2003-05-12