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Gute Arbeitshaltung = Ordnung?

Das wird vielfach so gesehen. Es stimmt aber nicht! Eine gewisse Ordnung ist eher die Voraussetzung dafür, dass sich eine gute Arbeitshaltung überhaupt entwickeln kann. Eine penible Ordnung ist dabei nicht notwendig, sondern auch ein gewisses Mass an »positiver Faulheit«. Manche kommen vor lauter Organisation nicht zum Arbeiten. Gerade im Mathematikunterricht wird der Begriff Ordnung häufig falsch verstanden. Zwar muss nicht erwähnt werden, dass die Existenz eines Zirkels, eines Bleistifts und eines Heftes ganz bestimmt zum unbedingten Mindestmass an notwendiger Ordnung gehört. Es gibt aber, jedenfalls was den Mathematikunterricht und den naturwissenschaftlichen Unterricht betrifft, gravierende Dinge, die scheinbar nach einer Ordnung aussehen, aber eher auf eine Arbeitshaltung hinweisen, die nicht anzustreben ist: das Anfertigen von Hausaufgaben auf »einem Zettel« oder mit »Bleistift«, um später die richtige Lösung in das Heft zu übertragen.

Es ist ein ganz grosser Unsinn und ein Zeichen von falsch verstandener Ordnung, zu glauben, dass ein Heft, in dem sehr viel sauber durchgestrichen ist, unordentlich sei. Das Gegenteil ist der Fall. Fehler, die durchgestrichen werden, sind sehr viel wertvoller als ein Heft ohne Fehler, das keine Hilfe gibt, später genau diese Fehler zu vermeiden. Das Durchstreichen von Fehlern und damit ein kritisches Auseinandersetzen mit der Materie ist enorm wichtig! Tintenkiller sind aus diesem Grunde das Überflüssigste, ja sogar schädlichste, was es gibt!

Andererseits ist es ein Zeichen von falsch verstandener »positiver Faulheit«, wenn


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Heiko Schröder 2003-05-12