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Lehrer, Verbindlichkeit Unterrichtsgestaltung

Wichtig ist, dass ein Lehrer klare Arbeitsaufträge erteilt. Das ist klar.

Aber der Wunsch geht bei Euch verständlicherweise noch einen Schritt weiter. Jawohl, ich habe nicht verlangt, dass Ihr Euch den Duden besorgt. Und genau das ist der Punkt. Ich habe Euch eine Empfehlung gegeben.

Was meinst Du, wieviel Geld Du loswirst, wenn Du Dir alle Bücher besorgst, die Dir in einer einzigen Vorlesung an der Uni empfohlen werden? Du wirst den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen. Du wirst vergeblich darauf warten, dass der Dozent Dir sagt: genau das Buch musst Du kaufen. Ausnahmen bestätigen die Regel. Du kannst aber davon ausgehen, dass dann die Vorlesung überflüssig ist, denn wenn sie sowieso nur das Buch zum Inhalt hat, kannst Du es ja zu Hause lesen!

Wirklich weiter bringt Dich eine vom Dozenten selbst gestaltete Vorlesung!

Und jetzt wieder zurück zu Schröder: es gibt kein verbindliches Buch, was unseren Unterrichtsgang genau verfolgt. Absichtlich macht Schröder den Unterricht so (oder besser: ich versuche ihn so zu gestalten), dass das Ganze einen eigenen logischen Aufbau hat und Du erkennen können solltest, was ohne irgendwelche »Hilfen« im Prinzip möglich ist. Im Gegensatz zur Uni darfst Du aber auch selbst eingreifen! Diese Freiheit hast Du später nicht mehr. Wenn davon die Hälfte so hängenbleibt 3, dass Du es ebenfalls auswendig kannst, so ist das sehr sehr viel! Mit überlegter Absicht wird nichts Vorgefertigtes, Druckreifes an die Tafel geschrieben, sondern immer selbst Erstelltes. Dabei kann es natürlich vorkommen, dass man sich auch einmal verrennt (soviel ich weiss ist das bei uns noch nicht allzu häufig vorgekommen) oder irrt. Aber auch das gehört dazu. Das kann ich guten Gewissens nicht machen! Mathematik lernt man nur dann, wenn es als etwas Lebendiges begriffen wird. Rezepte sind gut, aber im Grunde genau das, was nicht sein darf (ausser die p-q-Formel und der Satz des Pythagoras).

Die Vorgaben, was überhaupt an Grundlagen vorhanden sein muss, macht der Lehrplan. Die Unterrichtsgestaltung ist individuell. Und das muss unbedingt so sein. Jedenfalls an einem Gymnasium (Du kennst die Zielvorgabe).

Je länger Dich der Lehrer bei der Hand nimmt, desto beschwerlicher ist es, später auf eigenen Füssen zu stehen.


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Heiko Schröder 2003-05-12