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B.3 Woher kommt der Name Python?
»And now to something completeley different ...«
Python ist nicht nach der entsprechenden Schlange benannt,
sondern nach der genialen, britischen Komikertruppe Monty-Python,
für die der Erfinder der Programmiersprache Guido van ROSSUM
eine sehr nachvollziehbare Begeisterung hat und die an dieser Stelle
mit eine kleine Ehrung verdient.
Der einzige Nicht-Brite der Truppe war der inzwischen
verstorbene Australier Graham CHAPMAN, der »Brian« aus
dem Film »Das Leben des Brian« war wie Cleese und Gilliam ein
echter Theatermann, der Autor von zahlreichen Stücken ist.
John CLEESE ist für viele der Inbegriff des
britischen Komikers par excellence. Er ist noch heute tätig und taucht
dann und wann auch mal kopflos auf, wie z.B. bei Harry Potter ;-).
Die meisten der für Neulinge in Sachen britischem Humors
etwas gewöhnungsbedürftigen Zeichnungen des »Flying Circus« stammen
von Terry GILLIAM.
»Ooolwais look on the the braaaight side of life.«
Für mich die neben Cleese markanteste Figur der Truppe: der unermüdliche
Eric IDLE, vor dem auch heute noch die Fangemeinde nicht
sicher ist. Texter, Komponist, sprühende Einfälle. Eine der zentralen
Persönlichkeiten britischen Humors überhaupt.
Terry JONES studierte im Gegensatz zu den
meisten anderen Mitgliedern der Gruppe nicht in Cambridge, sondern
in Oxford und ist wie Idle einer der Hauptdrahtzieher der Pythons.
Er ist Texter, Schauspieler und Regisseur (u.a. »Das Leben des Brian«).
Und schliesslich der unverwechselbare Michael PALIN
(»I'm a lumberjack and I'm OK«, »And now to something completeley
different«), der neben John Cleese und Eric Idle vielleicht bekanntesten
Python. Texter, Komponist. Ist heute noch sehr erfolgreich tätig.
Eine sehr schöne Idee von Guido van ROSSUM,
seine geniale Programmiersprache nach dieser Truppe zu benennen. Und
hier nun ist der Meister selbst:
Die enorme Beliebtheit von Python hat sicherlich mehrere Gründe:
- Die Sprache ist extrem gut lesbar aufgrund konsequenten Designs:
- In Python gibt es nur Namen (Zeiger), während andere Sprachen
wie Java und C++ sowohl Zeiger als auch Variablennamen kennen. Java
unterscheidet sich von C++ nur darin, dass es die Zeigersyntax weitgehend
vermeidet, sehr wohl aber den Mischmasch von Zeigern und Variablen
zulässt. Python verzichtet konsequent auf Variablennamen. Damit ist
eine aufwändige, fehlerträchtige Typendeklaration unnötig.
- Anweisungsblöcke werden durch eingerückten Code deutlich. Damit ist
weder ein begin und end noch irgendein Klammerdesign
(C++) notwendig. Während dem Programmierer bei Pascal, C++ oder Java
frei gestellt ist, ob er einen Anweisungsblock einrückt oder nicht,
wird er bei Python dazu gezwungen, was sich als sehr vorteilhaft erweist.
- Erstellter Code kann sofort ausgeführt werden. Python ist zwar eine
Skriptsprache, also ein Interpreter, während die schnelleren Systemsprachen
wie Java und C++ Compilersprachen sind, aber die Testbarkeit einzelner
Module ist erheblich eingeschränkt, da immer der ganze Code übersetzt
werden muss. Wenn in Python ein Modul fertiggeschrieben ist, kann
es sehr wohl in C++ oder Java-Code verwandelt werden. Insofern ist
Python die erste »Klebesprache« (Glue Language), die es gibt.
- Python hat aus anderen Programmiersprachen so ziemlich das Beste übernommen.
Dies gilt vor allen Dingen für die unglaublich flexiblen Datentypen
Liste und Tupel. Um zwei beliebige Datensätze a
und b miteinander zu vertauschen, wie kompliziert sie auch
immer sein mögen, ist zum Beispiel lediglich die Anweisung
nötig. Und Ähnliches mehr. Die Liste ist ein Datentyp, der
während des Programmlaufes wachsen und schrumpfen kann. Mit diesem
Datentyp eine verkettete Liste herzustellen ist ein Kinderspiel.
- Während Java objektorientierte Programmierung erzwingt, ist in Python
sowohl das prozedurale als auch das objektorientierte Programmieren
möglich. Eine Mixtur ist zu vermeiden!
- Python besitzt Anbindungen an sehr viele grafische Bibliotheken (z.B.
Qt, GTK) und Datenbanken (MySQL und PostgreSQL). Der Shooting Star
unter allen grafischen Bibliotheken ist jedoch die sehr beliebte Tk,
die durch das Befehlspaket Tkinter angesteuert wird. Während
Entwicklungswerkzeuge wie Delphi den Programmierer von Anfang an mit
einer grafischen Oberfläche »belästigen«, ist dies bei Python
nicht der Fall. Der Programmierer entwickelt zuerst einen lauffähigen
Code, der nur den Algorithmus umsetzt, und das möglichst gut und effektiv.
Dann bedarf es einer Zeit von nur wenigen Minuten, die Grafik draufzusetzen.
Die Grafik ist also nahezu ein Selbstgänger! Tk wird immer wieder
genannt, wenn es darum geht, im Prinzip zu verstehen, wie grafische
Bibliotheken arbeiten. Warum Tk? Weil es so unglaublich einfach ist
und jeden Ballast vermeidet.
- Python sticht in Sachen Netzwerkprogrammierung sogar Perl aus.
Wer wirklich den Umgang mit Python erlernt, dürfte sich das Tor zu
allen Programmiersprachen öffnen, in denen so manches Detail, was
bei Python nur wenige Übungen beansprucht, sehr viel schwieriger zu
lernen ist.




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Heiko Schroeder
2003-03-19