Python ist nun in erster Linie ein Interpreter. Für das Starten von Programmen, muss in der Regel zunächst erst einmal der Interpreter gestartet werden. Doch halt! So ganz richtig ist das nicht. Wenn ein echtes Python-Programm, ein sogenanntes Modul, erstellt wurde, übersetzt Python dieses Programm in eine Art »Zwischencode« und umgeht dabei weitgehend den Geschwindigkeitsnachteil so mancher Interpretersprache. Dieser Zwischencode scheint wie eine reguläre Binärdatei eines Compilers lauffähig zu sein. In Wirklichkeit startet sie bei Eingabe des Namens sofort den Interpreter. Dazu gleich mehr.
Python arbeitet in punkto Zwischencode ähnlich wie Java bei der Erstellung von Applets (»nicht« Applikationen, wie eben beschrieben). Applets sind vorübersetzter Javacode, der in Webseiten eingebunden werden kann, und dann von einem Java-fähigen Browser interpretiert wird. Dieses Java Runtime Enviroment ist wie Python ein Interpreter, der aber an den verwendeten Browser gebunden ist.
Tatsächlich ist Java aber mehr eine Compilersprache und demzufolge für den Start nicht so sehr zu empfehlen (genausowenig wie C++, aber auch Pascal ist, obwohl eigentlich »Lehrsprache«, recht hölzern und für den Anfänger ungeeignet). Python ist das erste Beispiel einer Glue-Language, einer Klebesprache, mit der nicht nur eigener Code, sondern auch Code anderer Sprachen geschrieben und getestet werden kann. Für Python existieren Interfaces zu sehr vielen bekannten Sprachen wie C, C++ und sehr guten weltweit benutzten Bibliotheken wie Tk und Qt.
Da diese Schrift aber keine Rechtfertigung für den Einsatz von Python sein soll, nur noch eine Randbemerkung: Python hat nichts mit einer Schlange zu tun, sondern geht auf die geniale Komikertruppe »Monty Python« zurück, für die der Entwickler Guido van Rossum verständlicherweise eine gewisse Begeisterung hat. Python wird ständig weiterentwickelt und kann über www.python.org für alle Plattformen kostenlos im Rahmen der von Linux bekannten GPL bezogen werden.