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Dvorak: Kytice

Dvorak schrieb ebenfalls einen Zyklus sinfonischer Dichtungen. Die Vorlage war eine Sammlung tschechischer Märchen des Dichters Karl Jaromir Erben, mit dem Titel Kytice (Blumenstrauss). Die Werke sind voneinander unabhängig, ausserdem ziemlich blutrünstig und mehr oder weniger Vorstufen zu Dvoraks letzter Schaffenshöhe im Bereich der Oper (Dvorak sprach davon, dass er ein »paar Personen« in diesen Werken charakterisiert habe). Dieser Zyklus ist somit ganz anders geartet als Ma vlast, weshalb ein Vergleich auch wenig bringt. Allen dieser Dichtungen leben von »Handlungen«, wobei sich Dvorak nicht selten stark an die Textvorlage hielt, ja im Falle des »Goldenen Spinnrads« einige Textpassagen sogar wörtlich vertont zu haben scheint. Leos Janacek war von diesem Zyklus sehr angetan. Er entdeckte die starke Wesensverwandtheit mit seinen eigenen Vorstellungen, eine Kunst zu entwickeln, deren Grundlage die Melodie der Sprache bildet. Die ersten drei Dichtungen wurden sozusagen gleichzeitig als Tripel 1896 geschaffen. Ein Jahr später kam die Waldtaube noch nach. Dvorak schrieb noch eine weitere sinfonische Dichtung mit dem Titel Heldenlied, op. 111. Gustav MAHLER schätzte diese Dichtung sehr. Aber sie hat weder etwas mit dem Zyklus Kytice zu tun, noch ist sie für Dvorak besonders typisch. Von allen Dichtungen ist das Heldenlied den Vorstellungen eines Richard STRAUSS am nächsten.



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Heiko Schroeder 2004-11-27