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Dvorak: Rusalka

Datum:
1901
Libretto:
Jaroslav Kvapil; die Handlung ist der Meerjungfrau von Andersen und der Undinensage von LaMotte-Fouque sehr verwandt; spielt aber an einem Waldsee
Gattung:
Lyrische Märchenoper; 3 Akte
Empfehlung:
Nicht zögern, sich dieses herrliche Werk anzuschauen! Beste Empfehlung! Inbegriff des tschechischen Märchens. Ein Vermächtnis Dvoraks.
Musik:
Dvoraks Opus magnum. Unglaublich schön und durchsichtig ist die Instrumentation, die sich stark auf die Holzbläser stützt. Es ist schwer zu sagen, was man an diesem Werk alles bewundern kann. Der erste und letzte Akt sind hinreissende Naturbilder, den Gestalten der Wassergeister galt Dvoraks grosse Liebe und die Musik ist hier äusserst originell, mitunter impressionistisch. Es wäre interessant zu erfahren, ob Dvorak Rimsky-Korssakovs Sadko gekannt hat, der gut zwei Jahre früher entstand. Die Musik des zweiten Bildes von Sadko (Szene Sadko-Meeresprinzessin am Ilmensee) erinnert sehr stark an Rusalka. Die Musik des Prinzen ist etwas »konventioneller« ausgestattet, aber nicht weniger reizvoll. Der zweite Akt enthält eine grossartige Tanzszene und besonders beeindruckend ist die Parallelität der Handlung auf zwei Ebenen: der menschlichen Welt und der Welt des Wassermanns in der Mitte des Aktes. Die Aktschlüsse (zweiter und dritter Akt mit sehr dramatischen Szenen) sind fantastisch. Dvorak muss mit ganzem Herzen an dieser Partitur gehangen haben. Kurt Pahlen findet die richtigen Worte, wenn er sagt, dass es dieses Werk verdient, »auf die Höhe der besten Opern aller Nationen gestellt zu werden«.


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Heiko Schroeder 2004-11-27