next up previous contents post.gif
Next: Dvorak: Rusalka Up: Dvorak und Suk Previous: Dvorak: Jakobin (Der Jakobiner)   Contents

Dvorak: Cert a Kaca (Kathinka und der Teufel)

Datum:
1898
Libretto:
Adolf Wenig
Gattung:
Märchenoper; 3 Akte
Empfehlung:
setzt eine gewisse Beherrschung der Sprache voraus; daher nicht erste Wahl
Musik:
Für die damaligen Hörer eine grosse Überraschung. Dvorak schreibt ein schwungvolles, tänzerisch betontes Werk, mit sehr reizvollen Vorspielen, aber die deklamatorische Arbeit dominiert. Inwieweit Janacek Dvorak auf diese Idee gebracht hat, ist schwer zu sagen. Bekannt ist, dass er von Janaceks Amarus beeindruckt war.Es gibt allerdings einige wenige Arien, von denen die Arie der Fürstin zu Beginn des letzten Aktes sicherlich, genauso wie das sehr bekannte Vorspiel zu diesem Akt, zum Schönsten gehört was Dvorak geschaffen hat. Auch der Aktschluss ist hinreissend, genauso wie die erste Szene des ersten Aktes. Sehr witzig ist auch die Höllenszene zu Beginn des zweiten Aktes, in der man die singenden Teufel eher in einem böhmischen Wirtshaus vermuten würde. Der krachende Höllentanz im selben Akt ist ein weiterer Höhepunkt. Eine Volksoper durch und durch. Aber trotz der volkstümlichen Figuren nicht leicht zugänglich. Mich stört bisweilen der etwas penetrante Einsatz von Leitmotiven, die in kaum veränderter Form die Handlung durchsichtig machen sollen. Wieder ein Vergleich zu Smetanas Hubicka: die Leitmotive, die sogar manchmal Leitthemen sind, werden fast gemächlich, oft durch Lieder, allmählich eingeführt und sind zu Beginn des zweiten Aktes verfügbar. Smetana nimmt diese Leitmotive dann als Wurzeln für neue Entwicklungen (z.B. das Vorspiel zum zweiten Akt besteht nur aus den Leitmotiven), während bei Dvorak oft eine solche Entwicklung auszubleiben scheint. Vielleicht liege ich auch hier falsch. Es hilft nur eines: selbst erleben!


next up previous contents post.gif
Next: Dvorak: Rusalka Up: Dvorak und Suk Previous: Dvorak: Jakobin (Der Jakobiner)   Contents
Heiko Schroeder 2004-11-27