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Dvorak: Jakobin (Der Jakobiner)

Datum:
1889
Libretto:
Marie Cervinka-Rieger
Gattung:
komische Oper; 3 Akter
Empfehlung:
trotz grandioser Einfälle komme ich mit dem Werk weniger gut klar als mit Smetanas Werken gleicher Gattung; aber das muss nichts heissen
Musik:
Schon der Beginn (Wechselgesang eines Duettes mit einem (unsichtbaren) Chor in der Kirche) ist von magischer Anziehungskraft. Dvoraks »Verkaufte Braut«, eine Erinnerung an seine Jugend. Fantastische Einfälle, hinreissende Musik in Einzelszenen. Aber warum wirkt das Werk als Ganzes nicht? Das Libretto mag Schwächen haben. Aber ich glaube nicht, dass dies der einzige Grund ist. Nach mehrmaligem Hören ist mir die Struktur des Werkes bis heute nicht klar geworden. Mir will es erscheinen als ob Dvoraks geniale Szenenblöcke musikalisch aus irgendeinem Grund nicht zusammengehalten werden. Bei Smetana ist die enorme Einfallsfülle nicht selten auf nur ganz wenige motivische Wurzeln zurückzuführen, die bis aufs äusserste ausgeschlachtet werden. Welche Filigranarbeit sind Hubicka, Tajemstvi oder Dalibor? Beim Jakobiner erscheint es mir, als ob die Musik wirklich aus einer Unmenge an Einfällen besteht, die für sich betrachtet, einfach hinreissend sind, aber dennoch kein einheitliches Ganzes ergeben. Ich wünsche mir sehr, dass es unter meinen Lesern einige gibt, die mehr entdecken können als ich.


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Heiko Schroeder 2004-11-27