Ein Paar
Tips vorab
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Beim "Werkzeug" (Pistole, Kompressor, Pinsel) und Material
(Karton, Farben) nicht sparen: Airbrush ist sicherlich kein billiges
Hobby. Und wenn man beim Werkzeug und Arbeitsmaterial spart, macht's
erfahrungsgemäß keinen Spaß. |
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Sich
nicht von Airbrush-Büchern entmutigen lassen. Da sieht alles
immer sehr einfach aus... Andererseits sollte man jedoch seine Motive
am Anfang - beeinflusst durch solche Bücher - auch nicht zu
komplex wählen. |
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Mit
Geduld arbeiten. Schnell geht's am Anfang (zum Teil auch später)
nicht. Und keine Sorge, wenn man ein Bild "versaut"...
meistens kann man doch noch eine ganze Menge "retten".
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Nicht
alles bei Airbrush-Bildern ist auch wirklich ge-airbrusht: da wir
auch heftig gemalt, gekratzt, radiert... |
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Und
das allerwichtigste zum Schluss: Pistole sauberhalten! |
"Werkzeug"
Der Kompressor
Um
vernünftig arbeiten zu können empfiehlt sich die Anschaffung
eines Kompressors. Die im Handel erhältlichen kleinen Treibmitteldosen
eignen sich bestenfalls mal zum Ausprobieren, Kohlensäure/Pressluft-Flaschen
sind relativ umständlich und auf Dauer teuer. Kompressoren speziell
für Airbrush gibt es zum Beispiel von der Firma Lukas. Es handelt
sich hierbei um sehr leise laufende Kolben-Kompressoren und Öldruck-Kolben-Kompressoren
mit 60 bis 340 W und 0,25 bis 6 l. Je nach Modell kann man z. B. 1 bis
9 Pistolen anschließen. Empfehlenswert sind Automatic-Modelle (schalten
sich nach Ereichen eines bestimmten Drucks automatisch aus bzw. bei zu
geringem Druck wieder ein). Auch Membran-Kompressoren sind in den Fachgeschäften
erhältlich. Die Kompressor-Preise bewegen sich, je nach Größe
und Ausstattung zwischen einigen hundert bis 1000,- Euro und mehr. Der
Arbeitsdruck hängt von der verwendeten Pistole (Düsenbohrung)
und Farbe ab.
Die
Pistole
Auch
Pistolen gibt es in allen Preisklassen. Für Anfänger gut geeignet
ist z. B. die Lukas Junior 02.
Außerdem...
...sollten
am Airbrush-Arbeitsplatz vorhanden sein:
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ein
großes Glas Wasser (zum Verdünnen der Farben und zum
Ausspritzen der Pistole) |
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ein
Lappen/Tuch (zum Ausspritzen der Pistole) |
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ein
Skalpell (ideal sind chirurgische Skalpelle mit austauschbaren Klingen,
gibt's auch in vielen Grafik-Fachgeschäften) |
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ein
Rundpinsel, Stärke ca. 10 (auch hier sollte man nicht sparen!)
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kleine
Schälchen o. ä. zum Mischen |
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weitere
Gerätschaften, z. B. Schere, Lineal, Radiergummi (oft sehr
nützlich: Radierstifte und Radier-Knetmasse ...eigentlich für
Typenreinigung gedacht), Buntstifte und feine Pinsel, evtl. grober
Pinsel, Schwamm oder Folie für Abklatschtechnik/Strukturen.
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Material
Untergrund
Airbrushen
kann man (je nach verwendeter Farbe) prinzipiell auf fast jedem Untergrund:
Karton, Auto- und Motorradteile, Surfbretter und Skateboards, Fahrrad-
und Motorradhelme, Metallschilder, Holz, Stoff (unbedingt mal ein T-Shirt
oder eine Seidenkrawatte probieren!). Für den Anfang ist Karton wohl
am besten geeignet (gewölbte Flächen können oft Probleme
beim Maskieren bereiten, Stoff "verzieht" sich oder bekommt
Falten etc.). Gut geeignet weil sehr robust (wenn auch nicht ganz billig)
ist z. B. Schoellershammer 4G-dick. Man sollte auf jeden Fall vorher immer
prüfen, wie der Karton (oder jedes andere Material) auf Maskierfilm
und Farbe reagiert.
Farbe
Auch
bei der Farbe gilt: Man kann fast alles spritzen - spezielle Airbrushfarben,
Seidenmalerei-/Stofffarben (neue Rechtschreibung!), Acrylfarbe, Aquarellfarbe,
Temperafarbe, Ölfarbe, Lack... Man sollte nur zwei Dinge beachten:
Wie verträgt sich die Farbe mit dem Untergrund und wie bekommt man
die Farbe anschließend wieder aus der Pistole. Für den Anfang
sind spezielle Airbrushfarben zu empfehlen, z. B. Illu-Color von Lukas
(lasierend, wasserlöslich, trocknen wasserfest), Aero-Color von Schmincke,
Airbrush-Color von Revell. Es genügen zunächst einige Grundfarben,
z. B.: schwarz, weiß, goldgelb, cyanblau, zinnoberrot hell, hellgrün
- so nach und nach ergänzt man dann je nach Bedarf.
Maskierfilm
Maskierfilm
gibt's in vielen Geschäften für Grafikbedarf. Es handelt sich
um durchsichtige, auf einer Seite selbstklebende Folie. Wieder gilt: Verträglichkeit
mit dem Untergrund prüfen. Lässt sich das ganze (evtl. auch
nach längerer Zeit) wieder abziehen? Oder klebt es zu wenig? Alternativ
kann man auch Schablonen aus Kunststoff oder Pappe verwenden, die man
dann mit kleinen Gewichten beschwert (z. B. auch für Stoff).
Sonstiges
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Für
feine Masken: Flüssiger Maskierfilm (Latex-Emulsion, wird
nach dem Spritzen einfach mit den Fingern "weggerubbelt".
Achtung beim Auftragen mit Pinsel: Der ist danach so verklebt,
daß er fast nicht mehr zu verwenden ist. Besser Wattestäbchen
oder Ziehfeder benützen) |
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Textil-Medium
(für Lukas lllu-Color: 1-zu-1 mit der Farbe gemischt und auf
Stoff gespritzt wird diese nach heftigem Bügeln waschfest)
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Vorgehensweise
- ein paar Anregungen
Als Anfänger
sollte man sich erst einmal "einspritzen" und die Pistole kennenlernen.
Dazu einige Übungen:
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Ein
Quadrat maskieren und darin einen gleichmäßigen (!),
stetigen (!) Verlauf von 0 bis 100% Farbe spritzen (dazu Pistole
nicht zu nahe am Untergrund führen!)... man wird sehen, dass
das gar nicht so einfach ist! |
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Linien
in verschiedenen Stärken und Intensitäten spritzen.
Beim Absetzen immer erst noch etwas Luft ohne Farbe "spritzen",
dann gibt's beim nächsten Spritzen keine Tröpfchen.
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Um ein
Motiv auf Karton zu spritzen, geht man z. B. so vor:
Vorbereitung
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Geeignetes
Motiv aussuchen (für den Anfang möglichst nicht zu komplex
wählen!) |
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Falls
das Bild selbst entworfen oder s/w ist, sollte man es auf jeden
Fall zunächst in Farbe anlegen, z. B. mit Buntstiften, Aquarell
etc. (skizzenhaft, kleiner als Originalgröße genügt)
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Motiv
als Strichzeichnung mit Bleistift auf den Karton übertragen
(malen, pausen etc.). Striche eindeutig und fein - nach diesen
Linien wird später geschnitten! |
Maskieren
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Dazu
den Maskierfilm faltenfrei über das gesamte Bild aufziehen
und glattstreichen (kann oft schwierig sein, Tip: evtl. zu zweit
aufziehen) |

Schneiden
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Mit
dem Skalpell werden alle vorgezeichneten Teile, die später
zum Spritzen herausgenommen werden sollen, geschnitten. Vorsicht:
nicht zu leicht aber auch nicht zu tief (= bis in den Karton)
schneiden! |
Spritzen
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Jetzt
werden geschnittene Teile nacheinander herausgenommen und die
dadurch freigewordenen Teile des Kartons gespritzt. Dabei bereits
modellieren, Licht und Schatten beachten. Ob man zunächst
den Hintergrund oder die anderen Bildteile spritzt, ist abhängig
vom Motiv bzw. auch Geschmacksache. Die Reihenfolge der Farben
(Illu-Color Farben sind lasierend, Schatten können vorher
ausgearbeitet werden) sollte man sich bereits beim farbigen Anlegen
der Skizze (s. o.) überlegen, sinnvollerweise z. B. von hell
nach dunkel. Fertige Teile werden wieder eingesetzt und andere
zum Spritzen herausgenommen etc. |
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Zum
Spritzen: einige Tropfen Lukas Illu-Color in die Pistole,
mit dem Pinsel einige Tropfen Wasser dazu, mischen. Erst einen
kurzen Test auf dem Lappen oder einem Stück Papier spritzen!
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Zum
Farbwechsel: Pistole so lange mit klarem Wasser auf den Lappen
durchspritzen, bis keine Farbe mehr kommt (zur "Endreinigung"
evtl. auch Spezialreiniger verwenden). |
Nachbearbeiten
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Wenn
alles gespritzt ist, wird der gesamte Maskierfilm abgezogen. Der
schönste Moment (es kann allerdings auch sein, dass man feststellen
muss, man hat die Hälfte vergessen...). |
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Jetzt
kann man sich noch um viele "Feinheiten" kümmern:
Highlights spritzen, Schatten verstärken, durch die Maskierung
zu harte Übergänge "weicher" machen, mit Pinsel,
Radiergummi, Skalpell, Buntstiften... Details malen oder korrigieren
- alles ist "erlaubt". |
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Und
natürlich: Pistole sauber durchspritzen, am besten mit Spezialreiniger
putzen. |
Zum
Schluss
Übrigens:
So richtig professionell sieht ein (Airbrush-)Werk aus, wenn man's wirkungsvoll
mit einem Passepartout und Rahmen versieht. Wenn ein Bild gut gelungen
ist, sollte man hier ruhig mal ein paar Mark mehr ausgeben - es lohnt
sich! Natürlich kann man auch experimentieren. Zum Beispiel kann
man mit farbiger Wellpappe (aus dem Bastelgeschäft) interessante
und preiswerte Passepartouts selbst schneiden (ein Bogen 50 cm x 70 cm
kostet je nach Farbe zwischen 3 und 5 Euro). Weiterhin kann es ganz interessant
sein, mal den "Rahmen zu sprengen", indem man auf dem Passepartout
das Bild in Teilbereichen fortsetzt (Wellpappe eignet sich da allerdings
weniger). Preiswerte und trotzdem ganz brauchbare Rahmen gibt's natürlich
auch in Baumärkten, Möbelgeschäften und Kaufhäusern.

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