Bauanleitung für Bausatz
TRACKDISPLAY 1541-II

Trackdisplay-Bestueckungsdruck

1. Beschreibung des Systems

Das Trackdisplay wurde entwickelt, um mit möglichst wenig Schaltungs-, Material- und Kostenaufwand eine Trackanzeige für die Commodore Diskettenlaufwerke 1541, 1571, 1581 und die interne 1571 im C128D zu realisieren.

Bei der Entwicklung wurde großer Wert auf die Kompatibilität mit Standardroutinen und Fastloaderroutinen gelegt. Bei den intensiven Tests mit den Prototypen funktionierte die Trackanzeige mit allen verfügbaren Fastloadern und Kopierprogrammen. Trotzdem läßt sich eine Falschanzeige bei sehr „exotischen“ Programmen nicht ganz ausschließen. Eine eventuelle Falschanzeige hat keinen Einfluß auf die sonst einwandfreie Funktion der Diskettenstation.

Die Trackanzeige funktioniert Speicherbasierend, d.h. es werden die für die jeweiligen Laufwerkstypen relevanten Speicherzellen in Echtzeit auf Veränderung überwacht. Beim Schreibzugriff auf die Speicherzellen wird der hexadezimale Datenwert der Speicherzellen dekodiert und über die an den Anzeige-Treibern CD4511 angeschlossenen 7-Segment-Displays ausgegeben.
Die Adressauswahl und die Dekodierung einer und/oder mehrerer Adressen übernimmt ein EPROM, das als Gate-Array programmiert wurde. Dies minimiert den gesamten Schaltungsaufwand drastisch. Theoretisch sind durch dieses Design beliebige Speicherzellen vom SRAM der Floppy darstellbar: Track, Sector, Buffer-Pointer, Status-Register - einfach alles, was im Floppy-RAM gespeichert wird. Auch eine Kaskadierung mehrerer Platinen durch übereinander stapeln ist möglich, um z.B. Track+Sector - Anzeigen zu realisieren. Es müsste für die Sector-Anzeige nur ein anders programmiertes EPROM verwendet werden.

Die Ausgabe erfolgt dezimal - die Darstellung 00-79 ist möglich. Diese Darstellung deckt alle Tracks bei der 1541 (01-45) und bei der 1571 (01-70 (35Tracks pro Seite)) ab.
Einziger Kompromiß ist die Darstellung bei der 1581. Die 1581 hat 80 Tracks (eigentlich sind es ja Cylinder). Die Anzeige zeigt die Cylinder 01-79 korrekt an und für Cylinder 80 wird eine 00 angezeigt. Wenn man das weiß, sollte es aber kein Problem darstellen, denn die Ausgabe ist dadurch trotzdem eindeutig. Ursache für diese Tatsache ist, daß die 10er-Stelle mit nur 3 Bits (dezimal 0-7) ausgelegt werden konnte, weil das 4.Bit der 2.Tetrade der Datenleitungen des EPROMS für die Adressauswahl verwendet wird.

Die Leiterplatte wurde als Single-Layer-Version entwickelt. Das erleichterte die Fertigung der Prototypen enorm und ist beim Bestücken oder Experimentieren für jedermann auch einfacher zu handeln.

Es werden folgende Bausätze/Komponenten inkl. passender Bauanleitung angeboten:

1. Trackdisplay 1541 (longboard) Komplettbausatz inkl. aller notwendigen Elektronik-Teile
2. Trackdisplay 1541 (shortboard 1541C) Komplettbausatz inkl. aller notwendigen Elektronik-Teile
3. Trackdisplay 1541-II Komplettbausatz inkl. aller notwendigen Elektronik-Teile
4. Trackdisplay 1571 Komplettbausatz inkl. aller notwendigen Elektronik-Teile
5. Trackdisplay 1581 Komplettbausatz inkl. aller notwendigen Elektronik-Teile
6. Trackdisplay C128D (Plastik) Komplettbausatz inkl. aller notwendigen Elektronik-Teile
7. Trackdisplay C128DCR (Blech) Komplettbausatz inkl. aller notwendigen Elektronik-Teile

8. Trackdisplay nur Platine, EPROM und Bauanleitung für 1581
9. Trackdisplay nur Platine, EPROM und Bauanleitung für 1541, 1541C, 1541-II, 1571, C128D(Plasik), C128DCR(Blech)

Industriell gefertigte Leerplatinen sind ab sofort verfügbar. Anfragen und Bestellungen bitte über GI-Joe@versanet.de


2. Bestückung der Platine

Die Bestückung der Leiterplatte ist eigentlich selbsterklärend. Wer farbenblind ist oder sich die Mühe mit den Farbcodes der Widerstände sparen will, der nimmt einfach ein Multimeter mit Widerstandsmessung, das schließt obendrein alle evtl. Fehler aus. Für IC1 - IC3 , den Stecksockel IC4 und die beiden 7-Segment-Displays sollten vorher Präzisionsfassungen eingelötet werden. Das verhindert Beschädigungen der IC´s beim Einbau und erleichtert eine eventuelle Reparatur. Beim Elko C4 ist auf die richtige Polarität zu achten, bei den IC´s auf den richtigen Sitz der Pin1-Kerbe. Wichtig beim späteren Einbau ist, daß Pin1 von der IC4-Fassung auch mit Pin1 des SRAMs des Floppy-Mainboards verbunden wird.  
Trackdisplay-Bestueckungsdruck
Nr Name Wert Gehäuse / Bauform
1 R1 470 Ohm R4
2 R2 470 Ohm R4
3 R3 470 Ohm R4
4 R4 470 Ohm R4
5 R5 470 Ohm R4
6 R6 470 Ohm R4
7 R7 470 Ohm R4
8 R8 470 Ohm R4
9 R9 470 Ohm R4
10 R10 470 Ohm R4
11 R11 470 Ohm R4
12 R12 470 Ohm R4
13 R13 470 Ohm R4
14 R14 470 Ohm R4
15 R15 470 Ohm R3
16 R16 470 Ohm R3
17 R17 22 kOhm R5
18 R18 10 kOhm R5
19 R19 2,2 kOhm R5 (Einbau nur bei 1581 nötig)
20 C1 100 nF C2
21 C2 100 nF C2
22 C3 100 nF C2
23 C4 470 µF ELKO8.5X20
24 IC1 CD4511 DIL 16
25 IC2 CD4511 DIL 16
26 IC3 27C4001 DIL 32
27 IC4 6116 (IC-Sockel) DIL 24
28 SiebSeg1 SC39-11SRWA DIL 10
29 SiebSeg2 SC39-11SRWA DIL 10

3. Fertigung des Verbindungskabels Leiterplatte -> Mainboard

Amiga look Modul - Bild 1

Das Verbindungskabel zwischen Trackdisplay-Platine und 1541-II - Mainboard wird mit 24poligen IC-Verbindern und einem Flachband-Kabel in Schneid-klemmtechnik gefertigt. Zuerst wird das Kabel auf Länge zugeschnitten. Danach werden gemäß Bild1 die IC-Verbinder angepreßt und das Kabel an einer bestimmten Stelle vorsichtig auf gespleißt. Dabei sollte sehr sorgfältig vorgegangen werden, damit beim Einschneiden der Zwischenräume die Isolierung der Leiterdrähte oder die Leiterdrähte selbst nicht beschädigt werden. Ein Skalpell oder ein Cutter-Messer und zwei Spitzzangen sind hier sehr hilfreich. Dieses Aufspleißen steigert an der angegebenen Stelle später beim Einbau die Flexibilität des Kabels. Die entsprechenden Maße des Kabels können dem Bild1 entnommen werden.

4. Fertigung des Verbindungskabels Leiterplatte -> 7-Segment-Display

Das Verbindungskabel zwischen der Trackdisplay-Platine und den 7-Segment-Displays wird mit zwei 10poligen IC-Fassungen und vier Stück Flachband-Kabel(5polig) gefertigt. Die beiden Einzel-Displays wurden zuvor sorgfältig mit Sekundenkleber zusammen geklebt. Zuerst werden die vier 5poligen Flachband-Kabel auf Länge zugeschnitten (siehe Bild3). Danach werden die Pins der Displays 1:1 auf die Pins der 10poligen IC-Fassungen mittels der Kabel verbunden (bei Verwendung von SC39-11SRWA-Displays). Bei Verwendung anderer Displaytypen muß die Pinbelegung des jeweilig verwendeten Displays beachtet werden und die Verbindungskabel entsprechend abgepaßt werden. Die Display-Signalbelegung der Trackdisplayplatine ist auf Bild2 dargestellt. Pinbelegung 7Seg-Displays - Bild 2
Kabellaenge_zum_7Seg-Display - Bild 3

5. Einbau in die Diskettenstation


5.1 Anlöten einer Präzisionsfassung auf dem SRAM des Mainboards

Der 24polige IC-Sockel muß auf den SRAM des Floppy-Mainboards gelötet werden. Hierbei sollte sehr sorgfältig gearbeitet werden. Der IC-Sockel läßt sich einfacher auf das SRAM stecken, wenn vorher - wie in Bild6 ersichtlich - die Pins des Sockels etwas nach außen gebogen werden. Ist der Sockel korrekt positioniert, muß jeder Pin des Sockels an die jeweiligen Pins des SRAMs angelötet werden (Bild4+5). Bei der richtigen Lokalisierung des SRAMs hilft Bild7. Bitte bei der Positionierung auf den korrekten Sitz der Pin1-Kerbe achten.
Fassung Bild4 Fassung Bild5 Fassung Bild6
Einbau der Fassung in 1541-II Bild7



5.2 Einbau und Verlegung des Verbindungskabels Leiterplatte -> Mainboard

Das Verbindungskabel sollte wie auf Bild8 zu sehen ist verlegt werden. Es kann auch zusätzlich ein gut klebender Klebestreifen zum Niederhalten des Kabels benutzt werden um zu verhindern, daß sich das Kabel beim Transport der Diskettenstation evtl. nach oben ausbeult und gegen die rotierenden Teile der Laufwerksmechanik drückt.
Einbau des kabels in 1541-II Bild8



5.3 Herstellung einer Aussparung an der Laufwerksmechanik

Um die Displays später in die Frontblende zu bekommen, muß das Blech der Laufwerksmechanik wie in den Bildern 9+10 ausgeschnitten werden. Am einfachsten geht dies, indem man die Mechanik komplett ausbaut und am besten in ALU-Folie einwickelt, so daß nur noch die zu bearbeitende Stelle heraus schaut - das schützt vor Verschmutzung beim Bearbeiten der Mechanik . Nun müssen 2 oder 3 senkrechte Schnitte mit einer Eisensäge, einem Winkelschleifer oder einem Dremel gemacht werden (Bild9, gelbe Markierungen). Danach kann man mit einer Kombi-Zange durch mehrmaliges hin- und herbewegen das Blech herausbrechen.
Einbau des kabels in 1541-II Bild8
Einbau des kabels in 1541-II Bild8



5.4 Einbau und Befestigung der Trackdisplay-Leiterplatte

Unter die Leiterplatte sollten mindestens 3 Gummifüße untergeklebt werden (BILD10), damit die Lötstellen vor dem Aufliegen geschützt werden. Die Trackdisplay-Leiterplatte kann mittels einer M2,5 - Schraube und einem Kunststoff-Abstandshalter an dem freien Gewindeloch von der Laufwerksmechanik befestigt werden (siehe Bild 11). Sollten bei anderen Mechanik-Typen in der Mitte Bleche im Weg sein, sollten diese Bleche entfernt werden - z.B. mit einem Seitenschneider.
Einbau des kabels in 1541-II Bild8



5.5 Einbau der 7-Segment-Anzeigen in die Frontblende der Diskettenstation

Trackdisplay_Display-Test Bild 12 Die Frontblende muß nun - wie im Bild13 zu sehen ist - ausgespart werden. Hierzu sind ein Dremel und ein Schlüsselfeilensatz sehr hilfreich. Bevor die Displays nun eingeklebt werden, sollte vorher ein Funktionstest durchgeführt werden. Dazu steckt man die Displays einfach in die entsprechenden IC-Sockel und formatiert eine Diskette. Nun sollten Track 01-35 korrekt angezeigt werden. Nach erfolgreich absolviertem Test kann die Displayeinheit in die Aussparung eingeklebt werden. Hierzu eignet sich sehr gut ein 2 Komponenten-Epoxydharzkleber oder Heißkleber. Man sollte allerdings die Klebestellen vorher etwas anrauhen und fettfrei machen (Verdünnung, Nagellack-Entferner o.ä.). Wenn alles fertig ist, sollte es in etwa wie in Bild14 aussehen. Man kann sich auch einen Aufkleber fertigen, den man zum Schluß einfach über das Display kleben kann. Die Ziffern scheinen dann einfach durch das dünne Papier durch. So kann man geschickt Unregelmäßigkeiten bei der Aussparung kaschieren und hat die Möglichkeit einer Beschriftung. Der Aufkleber wird einfach auf selbstklebenden Papier gedruckt und oben drüber sollte dann noch durchsichtige Folie oder durchsichtiges Paketband geklebt werden, das macht das Ganze abriebfest (Bild15).
Trackdisplay_Display-Test Bild 13
Trackdisplay_Display-Test Bild 14
Trackdisplay_Display-C128D Bild 15
Trackdisplay_Draufsicht_Deckel_offen Bild 16
Trackdisplay_Display-Frontansicht Bild 17

 
Layouts, Fotos, Texte und die entwickelte Trackdisplay-Hardware sind  © by Gero Ihde  

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