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Sommertour 2011 - Nach Weding bei Flensburg

Es war Montag, der 27. Juni 2011. Den ganzen Tag über war Kaiserwetter und es wurde dabei immer heißer. So sollte der Siebenschläfertag immer sein. Das Wetter versprach mehrere Wochen schönstes Sommerwetter. Es war auch mein letzter Tourtag. Zugleich war es der einzigste Tag der mich mit komplett trockenem Wetter verwöhnte. Nirgendwo war die Straße nass und kein einzigrer Regentropfen wusch mir die Insekten vom Visier. Über mir war nur blauer Himmel, ich hatte zum ersten Mal alle Lüftungsreißverschlüsse meiner Kleidung offen.

Um 8:30 Uhr war ich on the road von Königslutter nach Norden. Vier Kilometer weiter hatte ich die erste Umleitung wegen einer Baustelle. Diese Baustelle zwang mich zu neun Kilometern Umweg. In der Statusleiste des Navis lasse ich mir immer die errechnete Ankunftszeit anzeigen. Ich hatte am Abend vorher noch schnell die Route für den letzten Tag geändert. Ich musste spätestens um 17:00 Uhr zu Hause sein. Unser Onkel feierte seinen 85. Geburtstag und ich hatte so rechtzeitig zu erscheinen, dass ich mit meiner Frau und meiner Schwiegermutter rechtzeitig zur Feier starten konnte. Seit drei Tagen erinnerte mich meine Frau bei den abendlichen Anrufen an diesen Termin.

Beim Aufbruch in Königslutter zeigte mein Navi als Ankunftszeit 16:38 Uhr an. Die Ankunftszeit wird aber ohne Pausen, Umleitungen und Staus usw. berechnet. Ich musste also etwas Gas geben um die Umleitung wieder aufzuholen. Der Verkehr in der Norddeutschen Tiefebene ließ es zu, dass ich öfters die erlaubten 100 Km/h voll ausnutzen konnte, so hatte ich die durch die Umleitung verlorene Zeit nach einiger Zeit wieder aufgeholt. Auch meine regelmäßigen Pausen und kleinen Fotostopps brachten meinen Zeitplan nicht durcheinander. Weitere Umleitungen oder Staus gab es nicht, ich hatte wieder einmal Glück gehabt.

Die Fahrt in der Altmark bis zur Elbe war wie immer langweilig. Ob man nun zwei Dörfer weiter links oder rechts fährt, man landet doch immer wieder streckenweise auf der Bähs244, 248 und 191. Die sind besonders schön für Autofahrer. Ab Dömitz an der Elbe wählte ich diesmal nicht die berühmten und kurvenfreudigen 50 Kilometer auf der B195 nach Boizenburg sondern fuhr mehr nach Nordwesten über viele kleine Dörfer über Zarrentin bis nach Ratzeburg. Die B195 kenne ich schon zur Genüge, ich wollte mal eine neue Route ausprobieren. Die neue Route könnte sich durchaus als alternativwürdig erweisen. Nur die Straßenbauer müssten noch mal kräftig in die Hände spucken und die schlimmsten Rodeo- und Holperstecken beseitigen. Im Zustand vom Juni 2011 kann ich sie nicht empfehlen. Von Ratzeburg an fuhr ich ein weites Stück auf der B208 in Richtung Bad Oldesloe. Die Fahrt auf dieser Bundesstraße machte Spaß und ich kam gut voran. Ein Stück vor Bad Oldesloe fuhr ich weiter auf der Landstraße nach Reinfeld in Holstein.

Bis hier war die Tagestour so wie ich sie ursprünglich geplant hatte. Alle weiteren Wegpunkte hatte ich aber gestrichen um rechtzeitig nach Hause zu kommen. Ich sparte dadurch zwar nur ca. 30 Kilometer aber nach Naviberechnung über eine Stunde Fahrzeit ein. Zunächst leitete mich mein Navi noch ein ganzes Stück auf einer wunderschönen Motorradstrecke bis nach Bad Segeberg, das ich schon um 14:00 Uhr erreichte. Ab hier war meine Tour eigentlich zu Ende. Alles was jetzt folgte hat mit einer Motorradtour nichts zu tun.

In Bad Segeberg quälte ich mich mit vielen Autos von einer Ampel zur nächsten. Bei der Sommerhitze machte das überhaupt keinen Spaß. Danach konnte ich ein kurzes Stück frei fahren bis ich auf die Bäh205 nach Neumünster einschwenkte. Es gilt durchgehend Überholverbot und die Strecke wird stark von LKWs befahren. Eine knappe dreiviertel Stunde schwamm ich so in der Autoschlange mit bis ich Neumünster erreichte. Wieder musste ich durch den ätzenden Stadtverkehr. Wieder versuchte mich die Sonne dabei zu dünsten. Ich hätte aber auch vor Neumünster auf die A7 auffahren können und auf ihr bis fast vor das Garagentor zu Hause fahren können. Aber eine Autobahn wollte ich schon gar nicht benutzen. Das Stück Landstraße hingegen von Neumünster nach Rendsburg war recht flott zu fahren. Die parallele Autobahn saugte den ganzen Verkehr auf, ich war alleine auf der ehemaligen E3. Nach einer viertel Stunde schwenkte ich auf die Bäh77. Auf ihr kam ich auch flott voran. Nur leider sucht man Kurven vergebens. Dafür kam ich auf der Bundesstraße zügig durch Rendsburg, auch durch den Tunnel unter dem Nord-Ostseekanal. Selten ist ein Überholverbot ausgeschildert, sodass die Abwechslung darin bestand, die Autoschlangen mit LKW-Kopf vor mir auf zu schnupfen. Die Bäh77 geht bei Schleswig nahtlos über in die Bäh76. Die Autoschlangen wurden zusehends weniger, es wurde dadurch noch langweiliger. Endlich, um 16:10 Uhr tankte ich meine kleine BMW nochmals auf und machte 1,5 Kilometer weiter den Motor in unserer Garage aus. Ich hatte es locker rechtzeitig geschafft, der 85. Geburtstag konnte kommen. Die versäumten schönen Motorradstrecken in Ostholstein, der Holsteinischen Schweiz, in Schwansen und Angeln kenne ich schon alle. Es sind ja meine Hausstrecken. Ich werde sie noch oft unter meine Räder nehmen.

Die Sommertour 2011 mit dem Highlight des Forumstreffens hat mir riesigen Spaß gemacht. Obwohl das Wetter öfters nicht so gut war zum Motorradfahren. Erstaunlicherweise hat mich das überhaupt nicht gestört. ‚Die Straße ist nass, es regnet mal wieder, na und?' Ich fuhr einfach locker weiter. Das war früher anders. Nur bei zwei Gewittern und einem Wolkenbruch suchte ich Schutz unter einem Tankstellendach. Die verlorene Achsklemmschraube vermieste mir etwas die Stimmung an den Pfingstfeiertagen. Aber da es nicht zu ändern war versuchte ich auch da ganz easy und locker zu bleiben. Meine F 650 CS Scarver hat auf der Krabbelgruppentour die 80.000 Km überschritten. Das merkt man ihr überhaupt nicht an. Ich hoffe, das bleibt noch lange so.

Zum Schluss eine ganz kurze Bilanz: Ich war von den insgesamt 17 Tourtagen an 13 Tagen mit meiner CS auf der Straße. Dabei verbrauchte ich 168 Liter Benzin und schaffte damit 4975 Kilometer. Natürlich kam kein E10-Benzin in den Tank! Die CS ist ein sehr genügsames Motorrad. Im Schnitt war sie mit 3,38 Liter auf 100 Kilometer zufrieden. Dabei war ich wirklich nicht langsam unterwegs. Meine Durchschnittsgeschwindigkeit war 60 Km/h. Das weiß ich alles weil mein Navi und der angebaute Fahrradtacho mir die Daten liefern und ich sie mitgeschrieben habe. Schade, dass ich ein Jahr warten muss bis zur nächsten Tour. Ich freue mich schon darauf.

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