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Sommertour 2011 - Nach Girnitz in der Oberpfalz

Das Wochenende in Pyhra war wie immer schnell vergangen. Auch wenn es diesmal keine Grillparty gab. Mein älterer Bruder und seine Frau waren am Samstag mit ihrem Theaterverein zu deren Sommerfest in das Burgenland gefahren. Mein jüngerer Bruder kam nach Pyhra und zusammen mit meinem Freund und seiner Familie besuchten wir zwei hoch interessante Ausstellungen im Weinviertel. Am Abend gingen wir alle zusammen zum Feuerwehrheurigen im Dorf. Es regnete am Abend, aber im Festzelt wurden wir nicht nass. Bei Bombenstimmung verging die Zeit wie im Flug. Den Sonntag und Montag verbrachte ich auf dem Hof zu Hause und am Dienstag Morgen hieß es schon wieder Abschied nehmen von Allen in der alten Heimat.

Die Stimmung war etwas aufgeregt, die Hauskatze war nicht zum Frühstück erschienen. Nur der Pfau, der niemandem im Dorf gehört, saß wie immer im Hof vor der Tür und hörte gar nicht auf großartige Räder mit seinen bunten, langen Schwanzfedern zu schlagen. Es war Balzzeit, aber da er der einzigste Pfau weit und breit war konnte er mit seinen Rädern leider nur uns beeindrucken.

Ansonsten schien die Sonne und es sollten so knapp über 20°C werden. So kam es dann auch. Weiße und leicht graue Wolken verzierten den Himmel dieses ersten Sommertages nach dem Kalender. Zügig kam ich nach Westen im Wein- und Waldviertel voran. Einmal schickte mich das Navi auf einen steilen, recht engen und kurvigen Forstweg durch den Wald. Aber auch diese weniger zügigen paar Kilometer meisterte ich problemlos.

Einmal waren links neben der Landstraße im Waldviertel noch gelb blühende und stark duftende Rapsfelder. Rechts von mir war gleichzeitig ein großes blühendes Mohnfeld, das ebenfalls stark duftete. Diese hochinteressante, angenehm duftende Mischung sollten sich die Parfumhersteller mal näher ansehen.

Vor der Grenze ließ ich noch einmal die Luft aus meinem Tank. Die verhältnismäßig günstigen Spritpreise in Österreich wollte ich schon noch nutzen. Zu Mittag war ich schon wieder am Lipno-Stausee in Südböhmen. Längs des Stausees und im Böhmerwald fuhr ich die gleiche Strecke wie im letzten Jahr. In meinem Reisebericht vom letzten Jahr habe ich schon viel über die Region berichtet, deshalb möchte ich mich hier nicht wiederholen. Nur soviel: Auf einem langen Stück im Böhmerwald musste ich mich auf einer Rumpelpiste abkämpfen. Das hatte mit schwungvollem Scarven überhaupt nichts zu tun, das hatte ich auch so nicht in Erinnerung. Aufgefallen ist mir dieses Mal auch, dass es im Böhmerwald keine Felder gibt. Nur viel Wald und dazwischen einige Wiesen. Die Wildgräser sind kniehoch, Weidetiere sah ich keine.

In Bayrisch-Eisenstein überquerte ich die Grenze zu Bayern. Mein erstes Stück im Bayrischen Wald war die Fahrt über den über 1.400 Meter hohen Arber. Danach wurde der Verkehr auf meinem Weg nach Nordwesten immer dichter. In Cham war er besonders lästig. Aber nachdem ich kurz darauf die B85 verließ hatte ich wieder meine Ruhe und konnte nach Herzenslust auf den Landstraße scarven. So erreichte ich in bester Stimmung gegen 18:30 Uhr in Girnitz in der Oberpfalz meine Übernachtungspension. Empfangen wurde ich von einer kleinen Schafherde, die neben der Pension weidete, mit einer akustischen Laola-Welle. Sobald ein Schaf aufhörte zu blöken fing ein anderes an. Das ging so den ganzen Abend. Für meine Unterhaltung war also gesorgt.

Nur zu Essen bekam ich in Girnitz nichts. Meine Wirtin meinte, im nahen Schwarzhofen wäre ebenfalls keine Speisegaststätte empfehlenswert. Sie empfahl mir ein Gasthaus mit Metzgerei in Penting, einem Dorf 11 Kilometer entfernt von Girnitz. Sie hatte Recht, das Gasthaus ist eine Empfehlung wert. Ich hatte richtigen Hunger bekommen. So bestellte ich mir ein Alt-Pentinger Schnitzel ‚so grouß wie en alt'n Schmied vo Penting seine Bratz'n'. Wenn ich geahnt hätte was auf mich zukommen sollte hätte ich mir diese Bestellung überlegt. Der alte Schmied muss der große Bruder Rübezahl's gewesen sein. Lecker war es schon, das Schnitzel‚ 'mit graisste Erdepfl und an Solot', oberlecker, aber geschafft habe ich es nicht.

Bei einem Anruf in Pyhra erfuhr ich, dass die Katze wieder da war. So nahm auch dieser Tag wieder ein gutes Ende wie sich das für einen guten Film und einen unbezahlbaren Motorrad-Urlaubstag gehört.

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