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Sommertour 2011 - Nach Pyhra im Weinviertel

Die Nacht war erholsam, das Frühstück war gut, das Wetter leider nicht so ganz. Die Straßen waren richtig nass und beim Aufsatteln merkte ich schon den ganz feinen Nieselregen. Eigentlich war es kaum der Rede Wert, aber durch die Geschwindigkeit beim Fahren prasselten die Tröpfchen kontinuierlich auf mich. Vor allem auf mein Visier. Ich ließ mich aber kaum stören davon, denn ich war in meinem Traumrevier unterwegs. Zunächst im Gesäuse nach Osten bis Hieflau, dann nach Norden, zumeist neben den wildschäumenden und schnell dahinrauschenden Gebirgsflüssen Enns und Ybbs zwischen vielen senkrechten Kalkfelswänden.

Nach knapp 3 Stunden erreichte ich die Donau am Westrand der Wachau. Im Alpenvorland nördlich der Ennstaler Alpen sind die Bergstraßen nicht ganz so steil wie in den hochalpinen Regionen, in denen ich in den zwei Tagen zuvor unterwegs war. Dadurch kann man die nicht zu zählenden Kurven flüssiger und schwungvoller genießen. Den 2. Gang braucht man ganz selten. Kurz vor der Wachau, im Dunkelsteiner Wald bäumen sich die Berge noch einmal auf und zwangen die Straßenbauer zu einem Dutzend steiler Serpentinen auf wenigen Kilometern Länge ehe man bei Melk im Westen der Wachau die Donau erreicht. Ich meisterte sie problemlos. Die Flusslandschaft der Wachau würde es ohne den Dunkelsteiner Wald nicht geben. Die Donau fräste sich in Urzeiten durch die Granitfelsen dieses südlichen Ausläufers des Böhmischen Massivs und schuf so dieses mittlerweile zum UNESCO Weltkultur- und -naturerbes erklärten Tales der Wachau.

Meine Hochstimmung wurde noch besser, denn es hatte aufgehört zu regnen und die Straßen waren wieder trocken. Ich folgte der Donau in der Wachau bis nach Krems. Obwohl ich auf der Bundesstraße am Ufer längs fuhr sah ich nicht viel von diesem großen Strom. Eine dichte Buschreihe passt immer noch zwischen die Straße und das Flussufer, sodass niemand abgelenkt wird vom Geschehen auf der Straße.

In Krems überquerte ich die Donau und fuhr gleich weiter nach Norden. Zunächst im Kamptal und dann im Straßertal war ich zwischen den Weinbergen und -feldern unterwegs. Die Strecke war prima, das Wetter war gut, meine kleine BMW schnurrte vor sich hin, ich hatte aber ein ganz anderes Problem. Meine Schwiegermutter hatte Geburtstag und ich wollte unbedingt anrufen um zu Gratulieren. Am Abend wurde gefeiert, natürlich ohne mich. Deshalb wollte ich schon am frühen Nachmittag anrufen um ihr alles Gute zu wünschen. Aber mein Handydisplay zeigte mir immer nur an: "Anruf nicht erlaubt". Egal wen oder wohin anrief! Ob In- oder Ausland, ob mit oder ohne Ländervorwahl. Nichts ging mehr. Geld wohlgemerkt, war genug auf der Karte.

Vom Straßertal scarvte ich weiter im sanften Hügelland des Weinviertels, der nordöstlichsten Region Österreichs. Die Straßenbauer haben nicht mit Kurven gespart. So konnte ich bis zu meinem Eintreffen um ca. 16:00 Uhr in Pyhra, in den Leiser Bergen inmitten des Weinviertels, érichtig schön Motorrad fahren'.

Meine beiden Brüder und meine Schwägerinnen saßen gerade gemütlich auf der Terrasse bei Kaffee und Kuchen als ich auf den elterlichen Bauernhof rollte. Zuallererst wollte ich schnell telefonieren. Später würde ich meine Schwiegermutter nicht mehr erreichen. Dazu machte ich mein Handy an und suchte die Nummer aus dem gespeicherten Kontakten. Ich wählte die Nummer um den Anderen das Verhalten meines Handys zu demonstrieren. Vielleicht hatte ja jemand eine Erklärung oder gar eine Lösung für mich. Brauchten sie aber nicht. Mein Handy funktionierte wieder! Warum weiß ich nicht. Vielleicht war es nur dankbar, dass ich es nicht gleich weggeschmissen hatte. So fand auch dieser Urlaubstag noch ein sehr gutes Ende.

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