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Sommertour 2011 - Nach Admont in den Ennstaler Alpen

Um 8:00 Uhr saß ich in der Küche mit der jungen Bäuerin beim gemeinsamen Frühstück. Um 8:30 Uhr brach ich bei Sonnenschein auf. Vor mir lagen die Hausstrecken meines Freundes aus Kärnten. Er hatte nicht übertrieben. Die erste Stunde des Tages war unbezahlbar. Dann schlug ich den Weg nach Norden auf meinen selbst ausgesuchten Strecken ein. Zwei Stunden fuhr ich fast immer im Wald auf ganz schmalen Straßen ohne Markierung und Seitenbegrenzung die Berge hoch und runter. Eine Kurve jagte die nächste, mein Tempo lag so bei 20 bis 45 km/h. Die erste halbe Stunde fand ich das ganz toll, aber dann wollte ich ganz einfach mal wieder auf einer breiteren Straße fahren. So mit 70 bis 90 km/h schwungvoll durch die Kurven ziehen. Kurven hatte ich genug auf meinem Weg, aber bei nur einer schmalen Fahrspur für beide Richtungen muss man in den Kurven vorsichtig ganz rechts bleiben. Und das schön langsam, man weiß ja nie ob einem jemand entgegenkommt auf diesen teils besseren Forststraßen.

Etwas breiter ist die Straße auf dem Packsattel vom Lavanttal in Kärnten in die Weststeiermark. Da geht es von ca. 600 m hoch auf ca. 1.200 m und auch wieder hinunter. Es folgten noch einige ähnliche Pässe mehr. Schön, trotzdem fehlte mir zur Abwechslung dazwischen ein Stück kurviger Straße ‚zum Laufen lassen'. Schmunzeln musste ich bei dem Ortsnamen ‚Edelschrott' im weststeirischen Bergland. Schnelle Straßen unter den Rädern hatte ich dann in der Ebene von Judenburg bis nach Trieben. Mit Ausnahme einer handvoll kühn angelegter Serpentinen kurz vor Trieben kamen hier auch mal der 4. und 5. Gang zu ihrem Recht. Ein Regenschauer auf dieser Strecke konnte mich nicht beeindrucken. Er war schnell vorbei und ich trocknete bei der Weiterfahrt im Fahrtwind.

In Trieben bog ich rechts ab. Ich wollte nach Osten fahren bis Troifaich und weiter nach Norden bis Hieflau im Gesäuse. Aber ich kam nur bis Kalwang. Vor mir hatte sich eine dicke, schwarze, breite Gewitterfront zwischen den Bergen verkeilt. Mit Blitz und Donner als Begleitung ließen die Wolken alles fallen was sie nicht halten konnten und wollten. Ich fand Unterschlupf an einer ÖMV-Tankstelle und wartete das Ärgste ab. Dabei stellte ich fest, das Gewitter zog nach Osten statt sich aufzulösen. Ich wollte auch nach Osten! Das erschien mir nicht sehr sinnvoll, also änderte ich meine Streckenplanung. Ich fuhr zurück bis Trieben, dann über die Hochebene der Kaiserau nach Norden bis Admont. Die gute Vorbereitung im Winter mit dem intensiven Kartenstudium hatte sich ausgezahlt. Diesen ‚Umweg' hatte ich im Groben im Kopf. Daher hatte ich mein Navi schnell angepasst und brauchte nicht lange suchen. So kam ich von Westen in das Gesäuse, eigentlich wollte ich diese überaus reizvolle Landschaft mit der tollen Motorradstrecke darin von Osten her durchqueren.

Nach 10 Kilometern, direkt bei der Abzweigung nach Johnsbach, ist der Gasthof, in dem ich ein Zimmer bestellt hatte. Wenn man die Gasthofsadresse als Ziel in das Navi eingibt landet man am Ortsrand von Admont, 10 Kilometer vom Gasthof entfernt. Auch diesen Navifehler hatte ich im Winter recherchiert. Die Navidaten sind nicht immer zuverlässig. Eine Gegenrecherche zur Absicherung lohnt sich manchmal.

Der Tag war gut, trotzdem ist es nicht der Lieblingstag der Tour geworden. Zwei Stunden klein-klein-Fahrerei immer nur im 2. Gang ist zuviel am Stück. Ich liebe die Abwechslung auf meinen Touren. Die Tagesstrecke hätte ich besser planen können. Ein Gewitter muss ich auch nicht haben wenn ich mit dem Motorrad auf Tour bin.

Am Abend rief ich noch bei meinem Freund in Kärnten an und bedankte mich nochmals für die schönen Streckenvorschläge in Südkärnten. Dann wünschte ich ihm ein schönes Wochenende. Er wollte sich mit einer kleinen Gruppe aus dem Forum zur alljährlichen Tour am Großglockner treffen. Es waren schon alle gut in der Pension am Fuß des Großglockners angekommen. So konnte ich auch noch schöne Grüße an das österreichische Forumsdreamteam loswerden und wünschte ihnen viel Spaß am Wochenende.

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