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Sommertour 2011 - Nach Kochel am See in Oberbayern

Während des Frühstücks um kurz vor 8:00 Uhr rief ich bei BMW Schwizler in Dornstetten an und schilderte meine Lage. Die Werkstatt war ab 8:00 Uhr geöffnet, um 8:35 Uhr war ich da, um 9:00 Uhr hatte ich eine neue Achsklemmschraube und der Zahnriemen war wieder korrekt gespannt. Mit nur einer der beiden Klemmschrauben hatte ich problemlos ca. 800 Kilometer zurückgelegt. Es konnte losgehen, der 4. Urlaubs- und Reisetag konnte kommen.

Wegen des Zeitverlustes am Morgen hatte ich die Strecke etwas umgeplant. Ein paar kurvige Landstraßen weniger und dafür ein paar schnellere Bundesstraßen mehr war meine Überlegung. Auch 11 Kilometer Autobahn hatte ich nun im Navi. Die brauche ich nicht wirklich wenn ich mit dem Motorrad unterwegs bin. Aber in der Not . . . Meine Rechnung ging nicht auf. Die Bundesstraßen waren fast durchgängig LKW-verseucht.

Nach ca. 60 Kilometern erreichte ich St. Georgen im Schwarzwald. Eine Touristenattraktion in St. Georgen ist der höchstgelegene Bahnhof der Schwarzwaldbahn. Die Schwarzwaldbahn wirbt mit ihren 39 Tunneln auf der ‚schönsten Mittelgebirgsbahn Europas'. Da fahre ich lieber in den Mittelgebirgen die Berge hoch und runter mit meinem Scarver. Wegen der Bahn war ich also nicht hier sondern ich suchte ein kleines Bächlein namens Brigach, dessen Lauf ich bis zur Quelle unweit der Stadt folgte.

Nach der Pause an der Brigach-Quelle setzte ich meine Fahrt im Südschwarzwald fort. Nach wenigen Minuten gesellte sich ein anderes Bächlein, Breg genannt, zu mir. Ich folgte ihm bis nach Donaueschingen. Die Stadt liegt am Rand des Südschwarzwaldes hin zur Schwäbischen Alb. Am Ostrand der Stadt vereinen sich Brigach und Breg, ab hier heißt das junge, kleine Flüsschen Donau. Bis heute halten sich unterschiedliche Auffassungen über die eigentliche Quelle der Donau. Der Spruch ‚Brigach und Breg bringen die Donau zuweg' nennt die beiden Flüsschen als Quellflüsse der Donau. Aber in Donaueschingen selbst ist eine in Stein gefasste Quelle neben dem Schloss des Fürsten von Fürstenberg, welche auch offiziell als Donauquelle bezeichnet wird. Dieser Donaubach fließt schon nach hundert Metern in die größere Brigach. Am weitesten entfernt von der Mündung der Donau im Schwarzen Meer ist aber die Quelle des Inns, eines Donauzuflusses, der bei Passau in die Donau mündet. Die Innquellen, auch da gibt es mehrere, sind am Malojapass im Schweizer Engadin. Die dortigen Schweizer Tourismusmanager werben also auch mit dem Prädikat ‚wahre Donauquelle'.

Ich folgte der Donau ein kleines Stück auf ihrem Weg zum Schwarzen Meer. Auf der Schwäbischen Alb bei Immendingen und dann nochmals bei Fridingen gibt es zwei Stellen, an denen die Donau im Sommer bei niedrigem Wasserstand komplett im porösen Gestein des Untergrundes verschwindet. Nach wenigen Kilometern kommt ein Teil des Wassers wieder an die Oberfläche und setzt seinen Weg nach Osten fort als ob nichts gewesen wäre. Der andere Teil des Donauwassers fließt unterirdisch nach Süden und kommt 14 Kilometer von der Donauversickerung als Aachquelle wieder an die Oberfläche. Die Aachquelle ist die größte Quelle Europas, die Aach fließt weiter in den Bodensee, also in den Rhein. Somit überwindet die Donau selbst unterirdisch die große europäische Rhein/Donau-Wasserscheide. Die Wasser des Rheins mit all seinen Nebenflüssen landen ja letztendlich in der Nordsee und die der Donau im Schwarzen Meer.

An der ersten Versickerungsstelle, die ich ansteuerte, war das Flussbett tatsächlich trocken. An der zweiten Stelle floss ein kleines Bächlein über der Erde.

Auf meiner Weiterfahrt nach Osten im Naturpark Obere Donau konnte ich noch so manchen Blick auf diesen noch kleinen Mittelgebirgsfluss werfen. Etwas östlich von Sigmaringen trennten sich dann unsere Wege. Ich sollte die Donau erst in der Wachau, im Herzen von Niederösterreich, als großen und mächtigen Strom wieder sehen. Von der Schwäbischen Alb fuhr ich nördlich von Ravensburg bei Bad Waldsee rüber in den Allgäu nach Oberbayern. Auf herrlich kurvigen Nebenstrecken scarvte ich den ganzen Nachmittag über Leutkirch und Kempten bis nach Kochel am gleichnamigen See im Vorland der Bayrischen Alpen.

In der Nähe von Bad Waldsee erwischte mich ein heftiger Regenschauer. Kurzzeitig war es eher ein Wolkenbruch, der die Straßen überflutete. Trotz Regenzeug suchte ich die nächste Tankstelle auf um mich unterzustellen. Nach einer halben Stunde hatte der Wettergott ein Einsehen und schob die schweren Wolken beiseite. Bei Sonnenschein näherte ich mich dann den hohen Bergen der Ammergauer- und Allgäuer Alpen. Um 19:00 Uhr, etwas später als geplant, erreichte ich einen Bauernhof in Kochel, der mir ein Zimmer für die Nacht angeboten hatte. Im Hotel Post gönnte ich mir dann einen deftigen Schweinebraten mit Knödel und ließ so diesen Tag zünftig ausklingen.

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Sommertour 2011 - Nach Diex in Südkärnten

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