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Sommertour 2011 - Nach Bad Ems im Lahntal

Über die Dörfer im hügeligen Lipper Bergland nahmen wir die Fahrt nach Südwesten auf. Städte wie Bad Salzufeln, Herford, Bielefeld und Gütersloh blieben rechts von uns und Lemgo und Detmold ließen wir links liegen. Nach rund 40 Kilometern machten wir eine erste Pause bei den Externsteinen. Ich war schon mal hier gewesen, aber mein Freund und Begleiter nicht. Er staunte nicht wenig über die 13 bis zu 47,7 Meter hohen verwitterten Felsblöcke, die einfach so im Teutoburger Wald südlich von Detmold rumstehen. Die 1,50 € Eintritt ist der Besuch dieses Naturphänomens allemal wert.

Bei der Rückkehr zu unseren Maschinen musste ich leider feststellen, dass der Zahnriemen nicht mehr in der Mitte der hinteren Riemenscheibe war. Ich hatte eine der beiden Achsklemmschrauben verloren. Mir blieb nichts anderes übrig als weiterzufahren. Soweit es eben ging. Es ging bis zu meinem Tagesziel in Bad Ems. Der Zahnriemen lief vielleicht 2 mm neben der eigentlichen Spur. Beim Fahren merkte ich nichts davon. Aber die Stimmung war getrübt bei mir.

Nach einer Stunde erreichten wir die Möhnetalsperre. An den Ufern des Stausees und auf dem See selbst finden die Bewohner des nahe gelegenen Ballungsraumes aus dem Ruhrgebiet viele Erholungsmöglichkeiten aus dem Sport- und Feizeitbereich. An diesem Pfingstsonntag konnten wir die rege Ausflugstätigkeit gut beobachten. Hier verabschiedete sich mein Freund mit dem Gespann und trat die Rückreise in den Norden Schleswig-Holsteins an. Damit er vor Einbruch der Dunkelheit sein Heimatdorf erreichen konnte, nahm er die Autobahnen für den Rückweg.

Nun nahm ich alleine mit meiner Maschine die Landstraßen des Naturparks Arnsberger Wald unter die Räder. Dieser stark bewaldete Höhenzug im Hochsauerland wird von den Flusstälern der Möhne und der Ruhr begrenzt. Kaum hatte ich die Ruhr bei Arnsberg überquert tauchten die Ufer des Sorpesees im Naturpark Homert vor mir auf. Hier gönnte ich meiner Maschine eine Pause um eine Weile dem bunten Treiben am Ufer und auf dem See zuzusehen. Den Blick auf den lang gezogenen See konnten ich leider nicht auf meiner Weiterfahrt längs des westlichen Ufers genießen. Zwischen der Straße und dem Seeufer sind blickdichte Büsche.

Dann kurvte ich in den Tälern und über die Höhenzüge des Naturparks weiter nach Süden bis nach Plettenberg, einer Kleinstadt, die im Schnittpunkt von vier Tälern liegt. Plettenberg liegt im Norden des Ebbegebirges, das ich sofort unter die Räder nahm. Der Name ‚Gebirge' ist vielleicht etwas übertrieben. Der höchste Berg ist gerade mal 663 Meter hoch. Die Täler liegen so in etwa auf 250 Meter Meereshöhe. Aber die Landstraßen sind, wie überall im Sauerland, erstklassige Motorrad-Tourenstrecken. In vielen Kurven scarvt man die Berge hoch und schwingt sich drüben wieder runter. Ab und zu bremsen einen einige Spitzkehren etwas ein.

Im zumeist dünn besiedelten Sauerland verzieren eine Reihe von Seen und Stauseen die ohnehin schon recht reizvollen Landschaften. Auf meinem weiteren Weg lag der kleinere Ahauser Stausee und der große Biggesee. Der letzte See des Tages war schließlich die Wiehltalsperre, die schon am südlichen Rand des Sauerlandes liegt. Dadurch, dass für die Stauseen meist Täler geflutet werden mussten, entstanden an den Ufern häufig fjordartige Landschaften. Die Felswände und Waldhänge fallen steil ab, hinein in die Fluten der Seen. Nur nicht aus so großer Höhe wie im Nordatlantik in Norwegen. Schöne Postkartenmotive sind es aber allemal.

Südlich des Sauerlandes schließt fast nahtlos der schöne Westerwald an. Ich fuhr also weiter in einem Mittelgebirge, in dem es von erstklassigen Motorradstrecken nur so wimmelt. Dann ließ ich längs der Wied meine kleine BMW der Mosel und dem Rhein bei Koblenz entgegen laufen. Die Strecke von Altenkirchen über Neustadt an der Wied bis an den Ostrand von Koblenz hatte mir 2008 schon so gut gefallen, dass ich sie unbedingt wieder in eine meiner Touren einbauen musste. Wenn die Straße irgend wann mal in einem besseren Zustand ist und kein Audi gemütlich vor einem her fährt, ist die Fahrt längs der Wied unbezahlbar. Auch nicht mit der Master Card.

Das letzte Highlight des Tages war ein Besuch der Festung Ehrenbreitstein bei Koblenz. Von der großartigen preußischen Festungsanlage, 118 Meter über dem Rhein, hat man einen herrlichen Ausblick rüber zum deutschen Eck am Zusammenfluss von Mosel und Rhein. Eingerahmt werden das deutsche Eck und die Festung von der Bundesgartenschau 2011, von der ich erstaunlicher Weise nichts mitbekam.

Von Koblenz fuhr ich weiter in das Lahntal, nach Bad Ems. In einem kleinen Gasthof am Rande der Stadt, mitten im Wald, hatte ich ein Zimmer für die Nacht bestellt. Die Gaststätte ist so mitten im Wald, dass der letzte Teil der Zufahrtsstraße nicht einmal asphaltiert ist.

Ohne die verlorene Schraube wäre es der perfekte Urlaubstag gewesen. Die Landstraßen und Strecken der Mittelgebirge des Sauerlandes, längs der Wied und der Lahn sind unbezahlbar schön. Das sahen auch hunderte anderer Motorradfahrer genau so, die den ganzen Tag um mich herum schwirrten.

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