zurück zur Startseite

Sommertour 2005 - Nach Hause nach Jarplund-Weding

Zur letzten Etappe meiner Sommertour 2005 wurde ich recht früh geweckt. Die Kirchturmuhr von Talle schlägt alle Viertelstunde. Am Abend vorher war mir das gar nicht so bewusst aufgefallen. Ich war aber wie all die Tage vorher auch recht früh sehr müde zu Bett gegangen. Wenn man dann einmal geweckt wird schläft man nicht wieder richtig ein. Auch wenn man noch zwei Stunden schlafen könnte. Kaum war ich am einschlafen war die nächste Viertelstunde rum.

Nach dem Frühstück um acht Uhr zeigte das Thermometer bereits über 20 C. Aber irgendwie lag ein Gewitter in der Luft. Der Wind war so typisch Norddeutsch. Es wehte eine steife Brise von West-Nordwest. Ich beeilte mich, vielleicht konnte ich dem Gewitter ja davonfahren. Zunächst steuerte ich meine Honda nach Porta-Westfalica. Damit hatte ich das Weserbergland hinter mir gelassen. Von nun an bis zur Elbe über Nienburg an der Weser, Verden an der Aller, Rotenburg an der Wümme, Zeven und Bremerförde nach Wischhafen an der Elbe kommt man über Bundesstraßen flott voran. In diesem Teil von Norddeutschland gibt es auch kaum Kurven da die Berge fehlen. Die kleinen Erhebungen kann man nicht mal als Hügel bezeichnen. Dafür war so ab Zeven die Straße nass und ab Bremerförde kam ich in ein Gewitter. An einer Tankstelle stellte ich mich unter und wartete das Ärgste ab. Außerdem war die Hitze vorbei, es hatte auf ca. 16 C abgekühlt. Bei nur noch leichtem Regen fuhr ich weiter. Je näher ich der Elbe kam umso trockener wurde es.

Mit der Fähre setzte ich über nach Glücksstadt. Einige Kilometer weiter kam ich am Atomkraftwerk Brokdorf vorbei. Es war das erste mal, dass ich so ein Kraftwerk aus der Nähe sah. Auf meinem weiteren Weg nach Norden vermied ich alle größeren Hauptstraßen. Auf den Landstraßen sind auch auf dem flachen Land in Dithmarschen einige schöne kurvenreiche Strecken zu finden. Über Wilster, Wacken, die Grünetaler Hochbrücke über den Nord- Ostseekanal, Albersdorf, Tellingstedt und Hennstedt fuhr ich nach Friedrichstadt. Ab hier kenne ich mich aus und kenne die wirklich guten Strecken im zunehmend hügeliger werdenden Gelände. So allmählich wurde es wieder etwas wärmer. Bei strahlend blauem Himmel und ca. 21 C hatte ich wieder richtig Spaß am Motorradfahren. Gegen 18 Uhr war ich zu Hause. Obwohl ich an diesem Tag auch über 450 Kilometer gefahren war, hätte ich noch stundenlang weiterfahren können. Die Temperatur stimmte einfach. Das macht sehr viel aus, ob man richtig Spaß hat beim Fahren oder sich so dahinquält.

Alles in allem war es eine schöne Tour mit einigen wetterbedingten Schwächen. Die ersten Tage waren recht nass bei Tageshöchstwerten von ca. 14 C. Danach nur Sonnenschein, aber kaum unter 28 C. An den Nachmittagen hatte es auch in den Bergen über 30 C. Den Temperaturfühler meines Thermometers habe ich am Bremsschlauch zwischen der Gabel befestigt. Er misst die Temperatur im Fahrtwind, nicht in der Sonne. Bei Stillstand der Maschine kletterte die Temperatur schnell auf knapp 40 C und darüber. Es war zu heiß für große Touren mit dem Motorrad. Ich machte viele Pausen und war jeden Tag so von 8:30 Uhr bis nach 19:00 Uhr unterwegs. Eigentlich wollte ich so um 17:00 Uhr am jeweiligen Zielort sein und nicht erst zwei Stunden später fast total erschöpft ankommen. Tagesetappen von ca. 450 Kilometern Länge über Landstraßen sind bei 30 C zuviel. Ich hätte auf die genaue Vorplanung verzichten können und mir einfach eine Übernachtung nach einer kürzeren Strecke suchen können. Da mein Urlaub zeitlich begrenzt ist hätte das Auswirkungen auf den Streckenverlauf gehabt. Es fehlte komplett die goldene Mitte mit Temperaturen von 18 C bis 23 C wie es für den Juni eigentlich normal wäre. Die Strecke habe ich sehr schön ausgesucht. An ganz wenigen Stellen würde ich sie im Wiederholungsfalle anders wählen. Es müssen nicht immer die großen Alpenpässe Tirols, Südtirols oder der Schweiz sein. Je mehr Spitzkehren im steilen Gelände umso besser ist sowieso nicht mein Ding. Das GPS-Gerät von Medion hat sehr gut funktioniert. Die paar Fehler liegen wohl an mir und meiner Planung. Ich habe planungsmäßig doch noch so einiges dazugelernt für die nächsten Touren. Wenn man berücksichtigt was das Gerät kann und sich etwas darauf einstellt ist es eine wertvolle Hilfe auf Touren.

Und meine kleine Honda? Die CB 500 hat wie immer keine Schwächen gezeigt oder gar Ausfälle zu verzeichnen gehabt. Bis auf die eine kleine verloren gegangene Mutter am Windschild habe ich nichts Negatives zu Berichten. Sie war allen Anforderungen der Tour gut gewachsen und es macht mir nach wie vor riesigen Spaß mit ihr auf Reisen zu gehen. An 10 Tagen haben wir 4320 Kilometer zurückgelegt. Die nun fällige Inspektion mit einem Satz neuer Reifen hat sie für die nächste größere Reise fitgemacht.

zurück zur Sommertour 2005

zurück zu den Touren