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Sommertour 2005 - Nach Fellen im Spessart

Die sommerliche Hitze forderte mich an diesem Tag mehr denn je. In den Vormittagstunden überschritt das Thermometer die 30C - Marke. Zwischen 31 C und 33 C, gemessen im Fahrtwind wohlgemerkt, hatte ich zu ertragen. Zunächst stellte ich fest, dass die Fahrt durch den Schwarzwald ohne Holzlaster richtig Spaß macht. Von Wolfach bis Freudenstadt fuhr ich auf Landstraßen, den weiteren Weg bestimmten die Bundesstraßen. So kam ich durch Altensteig, Nagold, Wildberg und Calw. In Nagold verwirrten einige großräumige Baustellen mit neuen Straßenverläufen mein GPS-Gerät. Also folgte ich den Wegweisern nach Calw und achtete nicht auf die Anzeigen des Gerätes. Zwei Kilometer vor Wildberg, bei der schönsten Bergabfahrt über viele Kurven, benahm sich mein Motor plötzlich so komisch. Er reagierte nicht auf den Gasgriff. Weil's so schön war, hatte ich ganz vergessen zu tanken. Ich stellte den Benzinhahn auf Reserve und erreichte schon zwei Kilometer weiter eine Zapfsäule in Wildberg. 419 Kilometer standen auf meinem Tageskilometerzähler, den ich als Benzinuhr verwende. Getankt habe ich knapp 17 Liter. Der geringe Spritverbrauch von ca. vier Liter auf 100 Kilometer kommt sicherlich von den vielen langen Abfahrten, die ja mit wenig Drehzahl und mehr Bremsen gemeistert werden.

Kurz vor Weil Der Stadt verließ ich die Bundesstraße nach Norden. Über einige kleinere Dörfer zwischen Pforzheim und Stuttgart und um Heilbronn herum fuhr ich bis nach Bad Wimpfen am Neckar. Großstädte umfahre ich grundsätzlich wenn ich auf Tour bin. Gerade bei der Wärme konnte ich Stadtverkehr überhaupt nicht gebrauchen. Von Bad Wimpfen bis Eberbach folgte ich dem Neckar. Aber nicht auf der Bundesstraße im Nordosten des Flusses sondern auf den Landstraßen im Südwesten des Neckars. In Eberbach überquerte ich den Neckar und begab mich auf den Weg durch den Odenwald. Mein Ziel war der Main, den ich über Amorbach bei Miltenberg erreichte. Genau wie im vorigen Jahr hatte ich im Odenwald kein einziges Foto gemacht. Die Landstraße führte mich in vielen Kurven ca. 40 Kilometer durch den Wald. Und nur Bäume fotografieren wollte ich auch nicht. Ist auch egal, es macht trotzdem richtig Spaß mit dem Motorrad im Odenwald unterwegs zu sein. Zumal sich nur wenige andere Verkehrsteilnehmer hierher verirren.

Von Wolfach im Schwarzwald bis Eberbach hatte ich doch ständig Verkehr um mich. Zwar keine Staus, aber über längere Zeit konnte ich die schönen, kurvenreichen Strecken nicht mit meinem Tempo fahren. Im Odenwald klappte das ganz gut. Von Miltenberg bis Wertheim war der Main mein Begleiter - genauso wie hunderte Autos aller Größen. Von Wertheim bis Hafenlohr nahmen mich wieder die Landstraßen etwas abseits des Mains auf. Hafenlohr war mein südöstliches Tor zum Spessart. Von hier bis Rothenbuch sind es ca. 25 Kilometer. Nur der Wald, eine schmale Straße, nur Kurven und ich. Auf dem Stück begegneten mir nur zwei Radfahrer und ein Auto. Auf einer kleinen Lichtung stehen zwei bis drei Häuschen, davor ein grünes Schild mit dem Ortsnamen Einsiedel. Wirklich schön gewählt. An zwei Stellen ist die Straße unterbrochen durch Wildgatter. Metallstäbe mit kleinen Zwischenräumen quer zur Fahrtrichtung ersetzen den Straßenbelag. Durch ein Tor kann die Straße geschlossen werden. Daneben stand jeweils ein kleines Häuschen, vermutlich ein Försterhaus.

Kurz nach Rothenbuch folgte ich der B 26 durch den Wald nach Lohr am Main. Aber auch hier war ganz wenig Verkehr. Ich habe es richtig genossen, mal eine Zeitlang alleine Fahren zu können. Von Lohr bis Gemünden folgte ich ein letztes Mal den Biegungen des Mains. Von Gemünden geht eine kleine Nebenstraße in die Wälder des Spessarts. Über Ruppertshütten und Rengersbrunn erreichte ich Fellen, mein Tagesziel. Und wieder blieb der Rest der Welt mit ihren Fahrzeugen außenvor. Endlich konnte ich aus meinen durchgeschwitzten Klamotten und unter die Dusche. Für den nächsten Tag sagte der Wetterbericht wieder sommerliche Temperaturen voraus. Dennoch freute ich mich schon auf den Edersee.

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