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Sommertour 2005 - Nach Kirnbach im Schwarzwald

Als erstes suchte ich an diesem Morgen eine Werkstatt für Autos, Motorräder und Fahrräder in Wallgau auf. Hier bekam ich die fehlende Mutter zur Schraube an meinem Windschild. Meister Holzer dachte gut mit und gab mir eine selbstsichernde Mutter mit Beilagscheibe. So konnte ich um 8:30 Uhr bei mittlerweile etwas über 20 C meine Tagestour mit einem guten Gefühl beginnen. Mein Gefühl sagte mir, es würde heiß werden. Und es wurde wieder heiß. Wieder so zwischen 28 C und 31 C. An diesem Tag machte mir die Hitze nicht so viel aus wie am Vortag. Warum weiß ich nicht, vielleicht hatte ich mich schon daran gewöhnt.

Rasch erreichte ich auf der B 2 Garmisch-Partenkirchen. Ich blieb auf der B 2 bis Oberau und wechselte dort auf die B 23 nach Ettal. Ein Stück nach dem berühmten Kloster Ettal bog ich ab auf die Landstraße nach Österreich, zum Plansee, nach Reute in Tirol. Dazwischen lag aber noch der Ammersattel. Ein Pass ohne richtige Spitzkehren, aber sehr schön zu fahren. Der Plansee kurz nach der Grenze ist ein sehr schön gelegener Hochgebirgssee. Auf der Straße fährt man über mehrere Kilometer direkt am Seeufer entlang. Zwischen dem See und der Straße sind kaum Bäume, Sträucher und auch kein Zaun wie bei den Seen, an denen ich am Vortag vorbeikam. Durch die freie Sicht auf das Wasser konnte ich den Badenden und Wassersportlern bei ihren Freizeitvergnügungen an diesem Sommertag zusehen. Jedem das Seine, ich gehe eben gerne mit dem Motorrad auf Tour. Nach Reute folgte ich dem Lech ein Stück nach Süden und bog dann ab nach Westen zur nahen deutschen Grenze. Vor der Grenze war der Gaichpass zu überqueren und kurz nach der Grenze der Oberjochpass. Dieser Pass in den Allgäuer Alpen hat richtig viele Spitzkehren. Leider ist auf dieser Strecke von Weißenbach am Lech über die Pässe und Hindelang ganz gut Verkehr. Von Sonthofen fuhr ich ein Stück in das Kleinwalsertal bis Fischen im Allgäu. Von hier steuerte ich den Riedbergpass an. Über den kompletten Pass ist Tempo 60 vorgeschrieben. Ich achtete ein wenig darauf nicht zu viel zu überziehen. Trotzdem, der Riedbergpass macht Spaß. Nach dem Pass kommt der Ort Balderschwang, wo ich im letzten Jahr den versehentlich mitgenommenen Zimmerschlüssel meiner Pension im Schwarzwald per Post zurückschickte. Dieses Jahr war ich in die andere Richtung unterwegs. Mein Ziel an diesem Tag war der Schwarzwald.

Zunächst ging es aber wieder über die Grenze nach Österreich, diesmal nach Vorarlberg. Über Hittisau und Krumbach erreichte ich wieder Deutschland. Vorher hatte ich noch einen letzten Tankstop eingelegt. Der Liter Benzin war hier ca. 20 Cent billiger als in Deutschland, wobei er in Grenznähe auch schon etwas teurer war als im Hinterland. Während einer Pause im Wald im Allgäu passierte folgendes: Ich stellte meine kleine Honda im Schatten auf den Seitenständer. Dann packte ich mein mitgebrachtes Brötchen aus und begann zu essen. Die Butter tropfte aus dem Brötchen auf meine Hose. Während ich den Fleck abwischte tropfte neue Butter aus dem Brötchen. Da knackte es auch noch aus der Richtung meines Motorrades. Ich legte sofort das Brötchen zurück in meine Brotdose und inspizierte meine Maschine etwas genauer. Was ich sah konnte ich gar nicht glauben. Der Seitenständer war dabei im Asphalt zu versinken! Und das im Wald im Schatten! Na ja, es war eben wirklich Sommer und der Asphalt war durch die Wärme weich geworden.

Von Bad Oberstaufen fuhr ich in Richtung Lindau am Bodensee. Ganz kurz vor Lindau bog ich nach Norden ab in Richtung Pfohren und erreichte über einige kleine Landstraßen Ravensburg. Hier kommt man durch so Orte wie Grünkraut und Bodnegg. Von Ravensburg ging es weiter über einige Dörfer zum Höchsten und immer weiter über Pfullendorf bis nach Sigmaringen. Diese 90 bis 100 Kilometer Landstraße haben eines gemeinsam. Wenig Verkehr und viele Kurven in einer hügeligen Landschaft.

Rund um den Höchsten, so heißt der Berg wirklich, fing es plötzlich an leicht zu regnen. Dabei sank die Temperatur auf ca. 25 C. Von hier bis zum Schwarzwald hörte ich immer wieder mal Gewitterdonner. Die Straßen waren stellenweise ein wenig nass, geregnet hat es aber nur am Höchsten. Vor der Fahrt durch den Schwarzwald kam die Fahrt durch das Obere Donautal. Von Sigmaringen folgte ich der Donau flussaufwärts über Beuron bis Tuttlingen. Die Donau windet sich in vielen Biegungen durch die Felsen, die Straße macht jede Windung mit. An mehreren Stellen reichen die Felsen bis zum Donauufer. Hier hat man kurze, schmale Tunnel für die Straße in die Felsen gehauen. Meist sind diese einspurig zu befahren. Ampeln auf beiden Seiten regeln wer gerade durch den Tunnel darf.

Ab Tuttlingen steckte ich im dichten Feierabendverkehr. Auch danach bremsen viele Ampeln den Verkehrsfluss auf der Bundesstraße über Immendingen bis nach Zimmern. Nach den Auffahrten auf die nahe A 81 ging es etwas besser voran. Vor lauter Frust übersah ich zunächst meine Abfahrt von der B 31 auf die B 33 in Richtung Pfohren. Noch vor Donaueschingen konnte ich wenden und kam so schnell wieder auf meine gewünschte Route. Durch Donaueschingen musste ich trotzdem. Auch hier war viel zäher Verkehr. Die Tagestemperaturen hatten mittlerweile ihren Höhepunkt erreicht. Ich hielt kurz an und öffnete den Reißverschluss meiner Jacke. So bekam ich dann etwas Fahrtwind an meine Oberkörper.

Jetzt lag der Schwarzwald vor mir. Über Wolterdingen und Vöhrenbach kam ich in Furtwangen zur B 500. Ich fuhr auf ihr nach Norden. Bis hier war alles herrlich. Kurz nach Furtwangen kommt Schönwald im Schwarzwald. Hier war die Straße im ganzen Ort aufgefräst. Baustellenampeln regeln den abwechselnden Verkehrsfluss. Schnell bildete sich ein Stau vor einer Ampel. Ganz vorne war ein langer Lastzug mit Holzstämmen. Nach einigen Pkws und weiteren Kleinlastern kam ich. Nach dem Ort konnte ich so einen PKW nach dem anderen überholen. Als ich hinter dem Holzlastzug war, begannen die Spitzkehren steil bergab nach Triberg. Die Spitzkehren kommen sehr dicht aufeinander. Ich hatte keine vernünftige Chance zu überholen. So ging es mit 10 bis 20 Km/h den Berg hinunter nach Triberg. In Triberg sind ebenfalls viele Kurven, der Gegenverkehr dazu, ich kam wieder nicht vorbei. Dann sollte ich nach links abbiegen auf die B 33. Der Lastzug vor mir bog auch nach links ab. Kaum hatten wir den Ort verlassen ging es los mit Tempo 60 und Überholverboten. Noch immer steckten einige Pkws und ich hinter dem Laster fest. Da, links von mir kamen einige wunderschöne Schwarzwaldhäuser in Sicht. Ich hielt an um sie zu fotografieren und ließ den Holzlaster ziehen. Bis Hornberg hatte ich noch zwei Lastzüge mit Autoschlangen dahinter vor mir. Durch die ständigen Überholverbote und den Verkehr war es so sehr schwierig vorbeizukommen um mit Spaß durch die Kurven zu ziehen. In Hornberg verließ ich die Bundesstraße.Die Landstraße über Fohrenbühl nach Kirnbach ist teilweise sehr schmal im Wald und kann auch nur langsam befahren werden. So war ich letztendlich froh in Kirnbach meine Pension für die Nacht erreicht zu haben. Zum Abendessen in einem Gartenrestaurant in Kirnbach bestellte ich mir spaßeshalber einen Liter Apfelschorle - und bekam ihn auch in einem Maßkrug serviert. Ich habe ihn locker geschafft nach diesem Tag.

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