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Sommertour 2005 - Nach Pyhra im Weinviertel

Am Morgen war wieder einmal blauer Himmel im südlichen Bayrischen Wald. Nur diesmal sollte es den ganzen Tag so bleiben. Dabei wurde es so richtig schön warm. Bei jeder Pause zog ich die Jacke und die Schildkröte aus. Pausen machte ich grundsätzlich nur im Schatten, meist im Wald. Das Thermometer schwankte zwischen 20° C und 30° C. Es war eben Juni.

Über Neureichenau und Breitenberg kam ich nach einer guten halben Stunde Fahrzeit über die österreichische Grenze. Zwischen Ulrichsberg, Peilstein, Rohrbach, St. Peter am Wimberg und Zwettl an der Rodl hatte ich mir eine sehr abwechslungsreiche Strecke über kleine Landstraßen zusammengestellt. Teilweise waren das aber nur ganz schmale Wirtschaftswege und nicht so sehr zum Touren geeignet. Das wusste ich vorher nicht. Ich hatte doch nur die Vorschläge meines Navigationsgerätes befolgt. Ich glaube, ich habe an diesem Tag wieder so einiges gelernt über Streckenplanung mit meinem Navigerät. Für meinen weiteren Weg nach Osten wählte ich hauptsächlich die B 38. Wenn mir die Landstraße in der Nähe der B 38 besser zu sein schien, fuhr ich über die Landstraßen. Z. B. kann ich die Strecke von Freistadt über St. Oswald nach Sandl sehr empfehlen. In einer steilen Bergabkurve stand hier ein Motorradfahrer neben seiner Maschine. Das sah mir sehr nach Panne aus. Ich hielt an und fragte ob er Hilfe brauchte. Nein, es sei schon alles geregelt, sagte er. Er war in der Kurve gestürzt und dabei war an seiner Maschine einiges zu Bruch gegangen. Der Spiegel, Blinker, Windschild aber auch der Schalthebel waren gebrochen. Der Abschleppdienst war schon unterwegs. Nach noch ein paar aufmunternden Worten fuhr ich weiter.

Die Berge in den Ausläufern des Böhmerwaldes und des restl. Mühlviertels in Oberösterreich erreichen selten 1000 m Seehöhe. Die Straßen sind ähnlich abwechslungsreich mit vielen Kurven, die oft zügig zu durchfahren sind. Alles genauso schön wie am Tag vorher. Bei Karlstift kam ich in das Waldviertel, der nordwestliche Teil von Niederösterreich. Allmählich werden hier die Berge sanfter. Das erhöht zwangsläufig etwas die Kurvengeschwindigkeiten. Kurz nach Zwettl kam ich zum Ottensteiner Stausee mit der Burgruine Lichtenfels mitten im See. Sie ragt noch ein kleines Stückchen aus dem Wasser. Bevor das Tal geflutet wurde war sie hoch oben auf dem Berg. Heute ist sie ein sehr beliebtes Fotomotiv. Der künstliche See ist natürlich touristisch voll erschlossen. Direkt an den Ottensteiner Stausee schließt sich der Dobra-Stausee an. An seinen Ufern führt über 9 Kilometer eine Landstraße längs. Rechts tiefer Wald und Felsen, links unten der See. Die Straße passt sich in vielen Kurven dem Seeufer an. Das war ein weiteres Highlight des Tages.

Nach dieser wunderschönen Strecke fuhr ich nach Südosten und erreichte nach einiger Zeit Langenlois, den berühmten Weinort. Das kann man nicht übersehen. Die Weinberge erstrecken sich über die Hügel rund um die Stadt. Ab und zu sind auch Obstbäume dazwischen. Wahrscheinlich Aprikosen, wie in der nahen Wachau, oder Kirschbäume. Am Ortsbild von Langenlois kann man sehen, dass es sich um einen reichen Ort handelt. Für mich war der Ort der Einstieg in das Kamptal. Ich folgte dem Kamp ca. 30 Kilometer flussaufwärts. Er schlängelt sich in vielen Windungen durch die letzten höheren Berge und Felsen auf meinem Weg nach Osten. Das Tal ist teilweise sehr schmal, es muss den rauschenden Fluss, die Bahnlinie und die Kamptal-Bundesstraße aufnehmen. Am oberen Ende besuchte ich die Rosenburg. Eine voll erhaltene alte Ritterburg. In der Burg gibt es wechselnde Ausstellungen oder Konzerte. Kulturell ist hier neben der üblichen alten Waffenschau immer etwas los.

Ich fuhr weiter in das Weinviertel. Wenn ich vom Waldviertel geschrieben habe, die Berge werden sanfter, so kann es hier nur heißen, die Hügel werden sanfter. Die Landschaft öffnet sich immer mehr. Der Wald wird von vielen Feldern abgelöst. Die Straßen gehen mal um die Hügel herum, mal obendrüber. Langweilig wird es hier nicht beim Fahren. Man sieht viele Warnschilder mit der S-Kurve im Dreieck. Darunter ein Zusatzschild ‚Kurvenreiche Strecke'. Wer jetzt Kurven, wie ich sie an den Tagen zuvor genossen hatte, erwartet, wird arg enttäuscht werden. Es ist eben alles relativ. Über Maria Dreieichen, Eggenburg, Roseldorf und Wullersdorf fuhr ich bis Stronsdorf nach Osten, dann ein paar Kilometer nach Süden nach Pyhra. Hier machte ich auf dem ehemaligen Bauernhof bei meiner Mutter für den Rest der Woche Urlaub.

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Sommertour 2005 - Nach Admont im Gesäuse

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