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Sommertour 2005 - Nach Haidmühle im Bayrischen Wald

Bei 15 C und blauem Himmel startete ich in den Tag. In Rugendorf erreichte ich die B 303. Zügig ging es an Kulmbach vorbei. Dann bog ich links ab und über Marktschongast, Gefrees und Bischofsgrün kam ich vom Frankenwald in das Fichtelgebirge. Die grobe Richtung war Südost in Richtung Tschechischer Grenze. Nach Fichtelberg und Brand ging es weiter im Steinwald, aber nur ganz kurz, dann war ich schon im Oberpfälzer Wald.

Thüringer Wald, Frankenwald, Fichtelgebirge, Steinwald, irgendwie gehen diese Mittelgebirge nahtlos ineinander über und man merkt kaum Unterschiede. Auf meist lange, steile Bergauffahrten über viele oft enge Kurven folgen meist ebensolche Abfahrten. Ich wählte für meine Tour hauptsächlich Landstraßen, kaum Bundesstraßen, Autobahnen gar nicht. Zu 80% war ich im Wald. Kleine Städte wie Kronach waren die größten Orte auf meinem Weg. Wenn ich Stadtverkehr haben will kann ich auch in Flensburg bleiben. Im Oberpfälzer Wald änderte sich das Streckenprofil. Die engen Kurven wurden immer weniger. Es geht nicht mehr ganz so steil die Berge hoch und runter. Der Waldanteil an der Landschaft wird deutlich weniger. Es macht so richtig Spaß so mit 60 - 80 Km/h von einer Kurve in die nächste zu fallen. Und das den ganzen Tag. Im Bayrischen Wald ging es nämlich genauso weiter.

Aber zunächst war ich im Oberpfälzer Wald in der Nähe der Grenze zur Tschechischen Republik. Meine Kollegin wollte so gerne eine bayrische Flagge haben. Die sollte auf den Fahnenmast in ihrem Garten. In Flensburg bekommt man diese aber nicht. Ich dachte mir, auf den Märkten dicht hinter der Grenze könnte ich vielleicht so eine günstig bekommen. Der erste Grenzübergang, der dicht an meiner Route lag, war Waidhaus. Von hier sind es nur vier Kilometer bis zur Grenze. Auf dem Markt nach der Grenze wurde ich aber nicht fündig. Absteigen und in die Geschäfte hineingehen wollte ich nicht. Keine zwei Meter wollte ich mich wegbewegen von meiner kleinen Honda. Das ganze Gepäck abschnallen und mitnehmen war mir zu umständlich. Und bei der Maschine lassen wollte ich es auch nicht. Also fuhr ich wieder zurück und setzte meine Reise fort. Der nächste Versuch war in Waldmünchen. Hier klappte es. Ein Händler direkt neben der Straße verkaufte mir eine schöne große Flagge von Bayern. In weiß-blau, oder heißt das blau-weiß, mit dem Wappen von Bayern in der Mitte gehalten von zwei goldenen Löwen. Ich brauchte nur abzusteigen um die Flagge in meinem Topcase zu verstauen. Mehr wollte ich nicht kaufen, keine anderen Flaggen, nein, auch keine schicken Handtücher, usw. Auf der Weiterfahrt winkten einige Mädchen am Straßenrand. Ich winkte zurück im Vorbeifahren. So kam ich wieder nach Deutschland zurück.

Bei Furth Im Wald beginnt der Bayrische Wald. Wieder ist es ein ansatzloser Übergang vom Oberpfälzer Wald zum Bayrischen Wald. Jenseits der Grenze heißt er Böhmerwald. Die Landschaft ist die Gleiche wie im Oberpfälzer Wald. Nur die Dörfer werden mehr und mehr bayrischer. Die Häuser haben mehr und mehr große mit vielen Blumen geschmückte Holzbalkone. Die Kirchen haben meist Zwiebeltürme. Sogar die Brückengeländer über die Bäche sind mit Balkonkästen voller roter Geranien verziert. Die Straßen sind einmalig schön zu befahren. Über Furth, Neukirchen, Lam und Lohberg kam ich zum Arber. Immer im 4. oder 5. Gang, immer durch die Kurven die Berge hoch und wieder runter. Der Arber, sowohl der Berg mit 1456 m Höhe wie der See sind fest in touristischer Hand. Hier ist mit einigen Autobussen zu rechnen. Ich gönnte mir eine Pause am See. Er liegt sehr idyllisch im Wald, der bis an das Seeufer reicht. Von ganz kurz nach meiner Pause an wurde ich wieder nass. Es regnete nicht stark aber die Straße sollte nicht mehr trocken werden an diesem Tag. Über Zwiesel fuhr ich mitten durch den Nationalpark Bayrischer Wald bis Philipsreuth. Nur auf totalen Nebenstraßen über die Dörfer wie Spiegelau, Grafenau und Mauth. Diese Strecke ist sehr zu empfehlen. Von Philipsreuth ist es nicht mehr weit bis Haidmühle. Hier bezog ich mein nächstes Quartier für die Nacht.

Einmal hatte mich mein neues GPS-Gerät von Medion reingelegt. Ein paar Kilometer in einem Wald war keine Asphaltstraße. Nicht mal eine Schotterstraße. Nur zwei Spuren mit Gras in der Mitte. Mit der Varadero beispielsweise hätte ich mich da wohler gefühlt. Mit der CB 500 mit vollem Urlaubsgepäck war das nicht so schön. Umdrehen, zurückfahren zum letzten Dorf und eine andere Route suchen wollte ich aber auch nicht. Auf gut Glück fuhr ich in den Weg hinein. Ich wusste ja nicht, wie weit ich auf diesem Weg fahren musste. Dann kamen ein paar Kurven, und auf dem Bildschirm des GPS-Gerätes war ich plötzlich nur noch im Wald - ohne Straße! Ich fuhr einfach weiter. Jeder Weg führt irgendwann raus aus dem Wald und dann würde ich schon sehen wo ich war. Am Waldrand kam ich zu einer Asphaltstraße, und siehe da, mein GPS-Gerät sagte, dass ich auf dem richtigen Weg war. Ein andermal sollte ich rechts abbiegen. Direkt an der Abbiegestelle begann ein Baustellenbereich. Über die ganze Straßenbreite war die Straße aufgefräst. Mit so richtig schönen tiefen Längsrillen. Ich fasste den Lenker ziemlich locker an und schwamm so mit 30 Km/h dahin. Solche Längsrillen mag ich gar nicht. Nach ca. 1,5 Kilometern sehe ich auf meinem Display - und was sehe ich - ich war falsch abgebogen! Also wieder lange 1,5 Kilometer zurück. Sonst vergewisserte ich mich unmittelbar nach jedem Abbiegevorgang von der Richtigkeit meines Tuns. Nur dieses Mal tat ich das nicht. Ca. 70 - 100 Meter nach meiner falschen Abbiegestelle kam dann die für mich richtig vorgeschlagene Rechtsabbiegestelle. Grundsätzlich bin ich mit meinem neuen Navigationsgerät sehr zufrieden. Auch die Regenhaube und das Sönnenkäppi haben sich voll bewährt.

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Sommertour 2005 - Nach Pyhra im Weinviertel

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