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Jubiläumstour 2013 - Nach Königslutter am Elm

Nach dem Frühstück, beim Aufsatteln um 8:15 Uhr, vernahm ich richtig flotte Blasmusik aus dem Dorf. Schmiedefeld feierte an diesem Wochenende sein Kirmesfest, ausgerichtet vom örtlichen Kirmesverein. Sobald ich den Helm auf und der Motor seine Arbeit aufgenommen hatte hörte ich leider nichts mehr von der Musikkapelle. Aber so bin ich noch nie aus einem Ort hinausgeleitet worden.

Nach einigen schwungvollen Minuten waren die Reifen und der Motor warm und ich in Suhl angekommen. Vom Ortsende Suhls zum Ortsanfang von Zella-Mehlis sind es keine 5 Minuten. Dann erfreute ich mich auf dem Weg nach Oberhof der angeblich schönsten Motorradkurven Thüringens. Ja, diese leider nur 6 Kilometer sind schon etwas besonderes, sie kommen auch bei mir in die engere Auswahl. Von Oberhof wollte ich weiter nach Schmalkalden, was aber eine Baustelle verhinderte. Die Umleitung führte mich über Zella-Mehlis. So scarvte ich an diesem Vormittag ein zweites Mal in den schönsten Kurven Thüringens herum. Das reichte dann auch erstmal.

In Hochstimmung war ich im folgenden Stück über Trusetal und Bad Liebenstein längs des Rennsteiges zum Nordrand des Thüringer Waldes unterwegs. Bei Tabarz, zwischen Gotha und Eisenach, verließ ich dieses herrliche Mittelgebirge und machte mich auf den Weg zum nächsten Highlight des Tages, dem Kyffhäuser. Ich schlängelte mich über die Dörfer nach Nordosten, stückweise benutze ich dafür auch schon mal einige flotte Bundesstraßen. An einer Stelle ist die B 4/176 autobahnmäßig ausgebaut. Da mein Navi auf ‚ohne Autobahn' eingestellt ist lotste es mich um diese Stelle herum. Zuerst kamen 950 Meter übelste Betonplattenstraße. In den Löchern konnte man die in den Beton eingegossenen Eisenstäbe sehen. So kam ich zu einigen schönen Slalomkurven auf meinem Scarver. Es folgten 2,5 Kilometer Kopfsteinpflaster. Eine Fahrspur für beide Richtungen. Die Fahrrinnen schön tief, zwischen den Fahrrinnen wuchs teilweise das Gras zwischen den oben runden Pflastersteinen. Mehr wie 25 Km/h waren auf dieser ‚Straße' einfach nicht drin. Ich weiß nicht, wann auf diesem fast unfahrbaren Stück Straße zuletzt jemand längsfuhr. Ich erreichte wohlbehalten und mit allen Teilen dann wieder die Bundesstraße.

Auf dem Kyffhäuser war der Bär los. Es war Samstag, trocken und heiß. Alle aus nah und fern, die Zeit und ein Motorrad hatten waren neben vielen anderen Touristen hier. Leider kamen nicht alle gesund nach Hause. Eine Unfallstelle mit mindestens zwei Motorradfahrern wurde gerade von der Polizei abgesichert als ich die 36 Kehren der Nordrampe des Kyffhäusers nach Kelbra hinunter fuhr.

Im Harz waren auch große Scharen von Motorradfahrern unterwegs. Bis auf einige Rollsplitkilometer bei Braunlage gaben alle mächtig Gas. Soviel Andrang am Motorradtreffpunkt im Bergdorf Torfhaus habe ich überhaupt noch nicht erlebt. Die Ausflugslokale rund um den Parkplatz machten wohl den Umsatz des Sommers. Es folgte eine letzte, lange Abfahrt. Über Altenau, Clausthal-Zellerfeld, Wildemann, Lauthental und dem Innerste Stausee verließ ich westlich von Goslar den Harz.

Für das Stück von Langelsheim bis zum Elm brauchte ich eine gute Stunde. Für den Elm nur ein paar Minuten. Der Elm ist ein bewaldeter Mittelgebirgszug im Südosten von Braunschweig und Teil des Naturparks Elm-Lappwald. Um 18:15 Uhr war ich in Königslutter angekommen. In einer kleinen Pension hatte ich ein Zimmer für eine Nacht bestellt. Es sollte mein letztes fremdes Bett sein ehe ich wieder zu Hause war.

Im Garten eines urigen, mittelalterlich angehauchten Restaurants stillte ich meinen Hunger. Ich kannte das Restaurant schon aus dem Vorjahr. Damals war ich der einzigste Gast gewesen. Es war Domfest an diesem Sonntag gewesen, da wäre das normal, sagte man mir. Ansonsten wäre das Restaurant immer sehr gut besucht. Diesmal war Samstagabend und ich war wieder der einzigste Gast im Restaurant mit zusätzlichen Tischen im schattigen Garten. "Heute ist Schützenfest", sagte der Kellner, "da sind alle auf der Festwiese". Ich hatte natürlich wieder gefragt wo die anderen Gäste wären. Wenn man nicht mal am Samstagabend bei schönem Sommerwetter das Restaurant füllen könne . . . Ich bräuchte mir aber keine Sorgen um den Umsatz machen. Das Catering auf dem Schützenfest käme aus dem Restaurant. Der Kellner hatte aber etwas Zeit für einen Schnack mit mir. Er hatte sofort erkannt, dass ich mit dem Motorrad hier war. Er erzählte mir, dass er am Sonntag mit ein paar Kumpels mit ihren Motorrädern zu den Externsteinen bei Detmold wollte. Sie hatten also eine Motorradtour im Harz und dem Weserbergland bis zum Teutoburger Wald vor sich. Schade, dass ich nach Norden weiter musste.

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Jubiläumstour 2013 - Nach Weding bei Flensburg

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