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Jubiläumstour 2013 - Nach Schmiedefeld im Thüringer Wald

Vom Wetter her war es der perfekte Motorrad-Urlaubstag. Der Himmel war leicht zugezogen mit weißen und hellgrauen Wolken. Das Thermometer erreichte am Vormittag knapp 20°C und steigerte sich am Nachmittag auf vielleicht 23°C. Also hatte ich sehr gute Sicht auf meinem Navibildschirm, es war nicht zu heiß, dazu noch trocken den ganzen Tag, die Welt war in Ordnung. Auch ohne Begleitung war ich den ganzen Tag in Hochstimmung. Das war ein Urlaubstag! Gab es auch noch etwas anderes, als einen schönen Motorradurlaub?

Dazu die Strecke, von Zwiesel über den Arber nach Norden im Bayrischen Wald. Dann längs der tschechischen Grenze vom dunklen Bayrischen Wald in die lichtdurchflutete Landschaft des Oberpfälzer Waldes, weiter im romantischen Fichtelgebirge und auf den Landstraßen im Frankenwald. Zuletzt im aufregend schönen Thüringer Wald nach Schmiedefeld am Rennsteig. Es war eine perfekte Tour in diesen Mittelgebirgen Deutschlands. 1000 schwungvolle Kurven warteten auf mich, geradeaus gibt es auf den Land- und Nebenstraßen abseits der Hauptverkehrsströme in diesen Mittelgebirgen nicht. An Risiken und Nebenwirkungen hatte ich an diesem Tag nur die Umleitungen wegen Straßenbaustellen zu erwarten. Zwei Mal hatte ich das Vergnügen, öfters nicht. Einmal umfuhr ich das gesperrte Stück nach Navianweisungen und das zweite Mal folgte ich den Umleitungsschildern. Beide Male kamen schöne Strecken dabei heraus. Auch zeitmäßig war das alles noch in meiner Zeitreserve.

Die Auf- und Abfahrten über die Bergketten sind in den Mittelgebirgen natürlich nicht mehr so lang wie in den Alpen. Nach fünf bis acht Kilometern druckvollem Hochfahrens erreicht man schon den Bergkamm und schwingt sich drüben wieder in vielen Kurven und oft einigen Serpentinen hinunter in das Tal. Dabei schnurrt der Motor spritsparend leise vor sich hin. Von all diesen Mittelgebirgen hat der Thüringer Wald die steilsten Bergstraßen. Drei oder vier Mal überquerte ich den Rennsteig auf meinem Weg von Kronach im Frankenwald bis Schmiedefeld. Vom Mittellauf der Werra bis zum Oberlauf der Saale zieht sich der Rennsteig als Höhenweg über den Kamm des Thüringer Waldes und des angrenzenden Thüringer Schiefergebirges, bis in den nördlichen Frankenwald. Deshalb traf ich hier auf reichlich Wanderer und natürlich jede Menge Radfahrer. Die findet man überall in den Bergen. Denen ist kein Gipfel zu hoch und keine Bergstraße zu steil.

Der Thüringer Wald unterscheidet sich noch durch ein wesentliches Merkmal von den anderen Mittelgebirgen Mitteldeutschlands. Das vorherrschende Baumaterial an den Hauswänden und sogar den Dächern sind graue Schiefertafeln. Rote Dachziegel sind die Ausnahme. Sogar die Kirchtürme sind mit Schiefer gedeckt. Schmiedefeld ist ein kleines Bergdorf mitten im Thüringer Wald. In einem kleinen, urigen Restaurant ließ ich den Tag ausklingen. Die Sets auf den Tischdecken - waren Schiefertafeln mit einer eingravierten Sonne in der Ecke. Die Speisenkarte war eine Schiefertafel mit zwei Löchern auf der linken Seite. Schrauben hielten auf den Löchern die Blätter mit dem Speisen- und Getränkeangebot der Karte fest. Ich bestellte ein Thüringer Rostbrätl und dazu ein Köstritzer Schwarzbier. Es war oberlecker. In Zwiesel hatte ich noch einen bayrischen Wurstsalat aus Leberkäse als Abendessen. Aber Bayern mit der bayrischen Küche und den blau-weißen Tischdecken war nun hinter mir. Vor mir lag Norddeutschland.

Ich war schon eingeschlafen als ich von kräftigem Donner geweckt wurde. Dabei wurde es immer richtig hell im Zimmer. Aber in den unterschiedlichsten Farben, und das Zusammenspiel passte nicht zu einem Gewitterdonner. Es war auch kein Gewitter, es war ein prächtiges Feuerwerk, das über Schmiedefeld abgebrannt wurde. Am Morgen, beim guten Frühstück, das mir auf das Zimmer serviert wurde, erfuhr ich, dass Schmiedefeld das Feuerwerk beim MDR gewonnen hatte.

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Jubiläumstour 2013 - Nach Königslutter am Elm

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