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Jubiläumstour 2013 - Nach Kirchberg in Tirol

Der Regen war weg. Das Wetter zeigte sich wieder von seiner schönsten Sommerseite. Die Strecke, die vor uns lag, war zudem eine erstklassige Motorradstrecke in den Alpen. Die Mittelgebirge lagen größtenteils hinter uns, vor uns waren die ersten großen Alpenpässe. Unsere Motoren liefen sich langsam warm im gestern noch verschmähten Hinterland vom Bodensee. Uns wurde dabei richtig bewusst, was wir am Vortag verpassten. Im Nordwesten von Vorarlberg, am Rande des Bregenzer Waldes, umfuhren wir auf einer schmalen Nebenstraße die B 308 im Allgäu. Schnell waren wir wieder raus aus Österreich und kamen nach Scheidegg im Westallgäu. Wir wandten uns schnell wieder nach Süden, wir wollten nach Hittisau in Vorarlberg in den Bregenzer Wald.

Kurz nach der Grenze zu Österreich war Schluss mit der Tour in den Süden. Wir standen wieder mal vor einer Straßensperre wegen einer Baustelle. Ein freundlicher Bauarbeiter schickte uns zurück nach Deutschland. Erst kurz vor Lindenberg im Allgäu vollzogen wir wieder die Kurve nach Süden um nach Hittisau zu gelangen. Die Umleitungsstrecke war schön, langweilige Motorradstrecken gibt es hier ja auch nicht. Die Umleitung nahmen wir gerne in Kauf, denn wir wollten unbedingt von Hittisau aus über den Riedbergpass nach Sonthofen in den Allgäuer Alpen. Das war der erste Pass an diesem Tag. Auch am Zweiten, gleich nach Sonthofen, fanden wir schnell unseren Rhythmus. Auf der B 308 schraubten wir uns hoch auf den Oberjochpass. An der Kanzel, dem Aussichtspunkt am Jochpass, legten wir eine Pause ein um noch einmal unseren Blick über den Ostallgäu schweifen zu lassen. Mein Begleiter klagte über seinen rechten Handballen. Ein blödes Insekt hatte ihn dahin gestochen. Die Einstichstelle schmerzte zwar nicht besonders, aber sie störte ihn trotzdem.

Weiter wollten wir das Tannheimer Tal in Tirol von oben herab unter unsere Räder nehmen. Aber an der Abbiegestelle zur nahen Tiroler Grenze stand wieder mal so ein rundes Schild mit rotem Rand ohne Inhalt. Die Umleitung zum Tannheimer Tal war ausgeschildert. Dank der Umleitung kamen wir nach Nesselwang und Pfronten und etwas später dann doch noch zum Haldensee im Tannheimer Tal. Wieder war die Umleitungsstrecke sehr schön zu fahren aber doch zeitaufwändig.

Vom Tannheimer Tal rollten wir bergab zum Lechtal. Von Weißenbach am Lech bis Stanzach konnten wir unsere Maschinen ausnahmsweise mal schneller laufen lassen. In Stanzach bogen wir von der Lechtaler Straße ab in das Namloser Tal. Direkt nach dem Ort geht es richtig los, schon hatten uns die steilen Kurven der Alpen wieder. Auf den 27 Kilometern dieser erstklassigen Motorradstrecke gab es keine Straßensperre, nur eine Ampel, die den Verkehr einseitig an einer Baustelle vorbei leitete. Man muss auch mal Glück haben.

Viel zu schnell erreichten wir Bichlbach, die Reise ging weiter, vorbei an Reute in Tirol zum Plansee. Hier fahre ich gerne vorbei weil auf der ganzen Seelänge keine Büsche oder Bäume die Sicht auf den See verdecken. Es folgte fahrtechnisch ein leichter Pass, ganz entspannt nahmen wir den Ammersattel unter die Räder. Den Ammersattel als richtigen Pass zu bezeichnen wäre eine Beleidigung für manch andere Alpenübergänge. Egal, es ist eine sehr schöne Strecke nach Oberbayern, vorbei am Lindnerhof und am berühmten Kloster Ettal zwischen Oberammergau und Garmisch-Partenkirchen. Mein treuer Begleiter fuhr mittlerweile ohne rechten Handschuh. In Murnau am Staffelsee entschied er sich für den kürzesten Weg nach Hause. Eigentlich wollte er bis Wörgl in Tirol bei mir bleiben. Wenn man sich nicht richtig wohlfühlt macht das Motorradfahren aber keinen Spaß.

Deshalb war ich schon auf dem Kesselberg vom Kochelsee zum Walchensee alleine unterwegs. Diese Strecke ist eine meiner Lieblingsziele im Süden. Es sind genau die richtigen Kurven und Steigungen für meinen Geschmack. Das nächste Stück war die idyllische aber mautpflichte Straße vom Walchensee nach Lenggries. Dann wedelte ich weiter nach Süden zum Sylvensteinstausee. Man glaubt gar nicht, dass die hier recht kleine Isar so einen großen See bilden kann. Wenige Minuten später schnurrte meine CS zum Achenpass an der Grenze zu Tirol. Eine wunderschöne, gut ausgebaute Strecke längs des Achensees brachte mich vom Pass hinunter zum Inntal. Längs des Inns nach Osten kann man auf der Inntalautobahn fahren oder schöner auf der Bundesstraße. Jedenfalls im Verhältnis zueinander. Trotzdem gehörte das Stück von Strass im Zillertal bis Wörgl nicht zu den Highlights des Tages. Auch die Bundesstraße ist nicht das, was ich als Motorradfahrer brauche. Schon gar nicht die Fahrt durch Wörgl. Ich war in einem Stau gelandet. Erst in der Wildschönau im Süden von Wörgl kam wieder richtiges Motorradfeeling auf. Leider war nach einer halben Stunde das locker, leichte Hüftschwingen schon wieder vorbei. Um ca. 18:45 Uhr erreichte ich über das Brixental in Kirchberg in Tirol die kleine Pension, in der ich für eine Nacht ein Zimmer gebucht hatte.

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Jubiläumstour 2013 - Nach Hallstatt im Salzkammergut

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