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Sommertour 2006 - Nach Mariazell in der Steiermark

Es war eine schaurige Nacht. Immer wieder prasselte der Regen so heftig auf den südlichen Bayrischen Wald, dass ich davon wach wurde. Am Morgen regnete es zwar nicht, aber es sah so aus, als ob es jeden Moment wieder anfangen würde. Viele graue Wolken, eine dunkler als die andere, jagten knapp über den Baumwipfeln auf den Bergen dahin. Mir war klar, ich sollte mit Regenzeug starten. Das Topcase und mein Navigerät bekamen ebenfalls ihre Regenhauben übergezogen. Nach wenigen Kilometern bergrunter durch den tropfnassen Wald erreichte ich Obernzell. Hier wollte ich mit der Fähre über die Donau übersetzen nach Österreich. Trotz GPS fand ich den Fähranleger nicht sofort. Die Donaufähre legt nämlich nicht im rechten Winkel zum Fluss an wie ich es von den Fähren an der Schlei und dem Nord-Ostseekanal her gewohnt bin sondern parallel zur Donau. So kam es, dass ich die Anlegerampe zwei Mal übersah. In Österreich angekommen zog ich als erstes meine Regenjacke und meine Motorradjacke aus um aus der Motorradjacke die Klimamembrane herauszunehmen. Es war mir zu warm mit dem vollen Kleidungsprogramm bei ca. 18C. Die Regenjacke zog ich dann doch wieder an. Vertrauen zum Himmel über mir hatte ich nicht. Ich folgte der Donau ca. 8 Km flussabwärts.

In Engelhardszell bog ich ab nach Süden hoch in den Sauwald. Wenn man sich mehr wie 50 Meter vom Flussufer wegbewegt geht es gleich steil berghoch. Am Himmel zeigten sich einige blaue Flecken, die Straßen trockneten ab. In Kopfing Im Innkreis zog ich mutigerweise mein Regenzeug aus. Die Region von der Donau hin zum Salzkammergut in Oberösterreich heißt Innviertel. Der Inn bildet hier die Grenze zu Bayern. Die Landschaft, die Berge, die Straßen, alles hat eine große Ähnlichkeit mit dem Bayrischen Wald im Norden davon. Die Steigungs- und Gefälle-Verkehrsschilder zeigen 9% - 16% an. Aber auch ohne Schilder gibt es keine waagrechten, geraden Straßenstücke. Auch die Kurven entsprechen dem Gelände. Von steilen Slalom- bis schnellen Abfahrtskurven ist alles dabei, immer schön abwechselnd. Ich möchte seit der Frankenwaldhochstraße keinen Kilometer missen. Ich komme bestimmt wieder, auch wenn ich öfters alleine, das heißt ohne andere Motorradfahrer unterwegs war. So mancher schöne Streckenabschnitt ist jetzt so mein Geheimtipp, den ich aber gerne weitererzähle. Also im Innviertel fuhr ich von Kopfing über Natternbach, Peuerbach, St. Willibald, Sigharting, Andorf, Ort Im Innkreis, St. Martin im Innkreis, Weilbach, Gurten, Kirchheim Im Innkreis, Ried Im Innkreis, Kobernaussen und Pöndorf nach Zell am Moos.

Damit hatte ich das Salzkammergut erreicht. Vom Zeller See ist es nur ein kurzes Stück zum Mondsee. An seiner Ostseite fuhr ich bis zur Südspitze und weiter rüber zum Attersee. Der begleitete mich auf der ganzen Länge nach Norden bis Seewalchen. Von Unterach im Süden des Attersees bis Seewalchen ganz im Norden sind es ca. 25 Km allerfeinste schön geschwungene Uferstraße mit herrlichen Ausblicken auf den See, die steilen Felshänge und bewaldeten Berge am anderen Ufer. Ich setzte die Fahrt nach Gmunden am Traunsee fort. Im letzten Jahr stand ich hier längere Zeit im Stau. Deshalb ließ ich den Traunsee diesmal links liegen und fuhr von Gmunden gleich weiter über den Ziehberg nach Micheldorf In Oberösterreich. Hier bog ich ab nach Süden und kam über den Pyhrnpass nach Liezen in der Steiermark. Seit Gmunden war jeder Kilometer ein Genuss zum Fahren. Zeitweise schien die Sonne, mal war die Straße etwas nass, aber getauft wurde ich wieder nicht. Das Regenzeug hatte ich schon längst ausgezogen.

Ab Liezen folgte ich der Enns nach Osten nach Admont, durch das Gesäuse nach Hieflau. Dann wechselte ich zur Salza und folgte diesem reißenden Gebirgsfluss bis Mariazell. Die 100 Km von Admont bis Mariazell sind jedes Mal ein Muss auf meiner Tour in meine alte Heimat. Die nähere Beschreibung schenke ich mir diesmal. Sonst müsste ich alles wiederholen was ich in den letzen beiden Jahren geschrieben hatte. Ja, es gibt doch etwas Neues zu berichten. Im Gesäuse sind vor den Tunneln jetzt Ampeln aufgestellt und die Tunnel selbst sind beleuchtet. Nach einem herrlichen Tag, der vom Wetter her schlecht begonnen hatte, erreichte ich gegen 18:00 Uhr nach 430 Km Fahrt Mariazell. Hier hatte ich noch nie übernachtet, hier war ich sonst immer nur durchgefahren. Die nächste Nacht würde ich schon in Pyhra, meinem Heimatdorf, auf dem elterlichen Bauernhof verbringen.



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Sommertour 2006 - Nach Pyhra im Weinviertel

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