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Sommertour 2006 - Nach Rackling an der Donau

An diesem Morgen war es deutlich frischer als an den beiden Tagen zuvor. Den Himmel bedeckten graue Wolken zwischen denen ab und zu blaue Stellen zu sehen waren. Die Straßen waren fast trocken. Der Regen, der in der Nacht auf den Frankenwald fiel, war doch schon ein paar Stunden her. Von Vogtendorf fuhr ich auf der Landstraße nach Osten. Bei Burgendorf bog ich auf die B 303 nach Süden ab. Über Stadtsteinach und Untersteinach folgte ich der Bundesstraße bis Wirsberg. Ab nun ging es auf der Landstraße weiter. Über Marktschongast und Gefrees erreichte ich Bischofsgrün im Fichtelgebirge. Die bewaldeten Berge sehen hier genauso aus, die Straßen und die Dörfer gleichen auch denen im Frankenwald. Bloß die Landkarte sagt einem, dass man im nächsten Mittelgebirge angelangt ist.

In Bischofsgrün hielt ich kurz bei einem Discounter um mir einen neuen Kamm zu kaufen. Meinen hatte ich zu Hause vergessen. Seit 3 Tagen fuhr ich ungekämmt durch Deutschland. Unter dem Helm sieht das sowieso keiner und bei meiner kaum noch vorhandenen Haarpracht fiel das bisher nicht weiter auf. Noch 12 Tage wollte ich es doch nicht so lassen. So kurbelte ich die Wirtschaft schnell mal mit 1,29 an. Dafür gab es den kleinsten Kamm den es in dem Geschäft zu kaufen gab.

Weiter ging es dann über Warmensteinach, Fichtelberg, Mehlmeisel, Brand und Ebnath nach Neusorg. Diese Strecke ist fast ausnahmslos im Wald. Weite Teile dieses 3. Tourtages kannte ich schon von meiner Tour im letzten Jahr. Da hatte mir diese Strecke so gut gefallen, dass ich sie wieder einplante. Von Neusorg bis Erbendorf fuhr ich durch den Steinwald. Dabei wurde der Waldanteil längs der Strecke immer weniger. Spätestens mit dem Erreichen des Oberpfälzer Waldes öffnete sich die Landschaft immer mehr. Die Waldstrecken wurden deutlich weniger. In Windischeschenbach fuhr ich wieder an der Kontinentalen Tiefenbohrstelle vorbei. Ab hier wie in der gesamten Oberpfalz und dem folgenden Bayrischen Wald waren viele Landstraßen mit kackbraunen Streifen und Flecken verziert. In anderen Regionen Deutschlands und Österreichs habe das noch nicht so extrem gesehen. Nachdem die braunen Verziehrungen immer auf ganz hellgrauem Asphalt sind, meine ich, dass es sich hierbei um recht alten Asphalt handelt. In Haidmühle bei Ludwigsreut waren aber auch die Bordsteine genauso braun.

An den Oberpfälzer Wald schließt sich der Bayrische Wald an. Das Gelände ist nicht mehr so steil wie z.B. im Thüringer Wald davor aber sehr abwechslungsreich. Auf viele schnelle und rasante Abfahrts- und Super-G Kurven folgen immer wieder schwungvolle Riesenslalomkurven. Dazwischen sind immer wieder Steilhänge mit 10 - 15 engen Slalomkurven. Buckelpisten, sprich schlechte Straßen, sind sehr selten. Nur dass es nicht wie beim Schifahren nur bergab geht sondern auf jede Abfahrt folgt eine ebenso schöne Auffahrt. Man fährt ständig in Schräglage zwischen 60 und 100 Km/h. Und das Kilometer um Kilometer, stundenlang. Bis ich zum Arber kam. Hier werden die Straßen steiler, es geht auf 1000 m Seehöhe. Die grauen Wolken waren nur knapp darüber. Auf einmal waren die Straßen nass. Mal mehr Mal weniger klatschnass mit Pfützen und kleinen Bächen am Rand. So blieb es für den Rest des Tages auf meiner Fahrt vom Arber bis Obernzell an der Donau in der Nähe von Passau. Von oben wurde ich nie nass. Ich kam immer ein paar Minuten zu spät zur Taufe. Nur die wenigen entgegenkommenden LKWs machten mich mit ihren Gischtwolken nass. Alles in allem hatte ich großes Glück an diesem Tag mit dem Wetter. Noch kurz zur Strecke: Ich fuhr so tief wie möglich im tiefsten Hinterland dicht an der tschechischen Grenze nach Süden. Ab Altreichenau fuhr ich weg von der hier schon österreichischen Grenze in Richtung Passau. Über Jandeslsbrunn und Hauzenberg erreichte ich in Löwmühle etwas östlich von Passau die Donau. Auf der B 388 folgte ich der Donau nach Osten. Immer am Ufer längs bis Erlau. Hier bog ich links ab und fuhr steil hoch in den Wald hinein bis Rackling. Dort bezog ich mein bestelltes Zimmer für die Nacht in einem Landgasthof.

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Sommertour 2006 - Nach Mariazell in der Steiermark

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