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Sommertour 2006 - Nach Königslutter am Elm

In der Nacht hatte es heftig geregnet. Morgens um 8:00 Uhr waren die Straßen noch nass. Die Sonne kämpfte sich durch den Frühnebel. Wo sie es schaffte fing die Straße an abzutrocknen. Die Menschen in Angeln, das ist die Region südöstlich von Flensburg zwischen der Ostseeküste und der Schlei, schienen noch zu schlafen an diesem Samstagmorgen im August. Eine einsame blaue Honda CB 500 fuhr nach Süden. Meine Sommertour 2006 hatte soeben begonnen.

Über Freienwill, Havetoft, Böklund, Tolk und Brodersby erreichte ich die Schlei. Der Fährmann setzte mich für 1,50 über nach Schwansen. Über Kosel, Hummelfeld und Groß Wittensee erreichte ich die Nord- Ostseekanalfähre in Sehestedt. Ich näherte mich dem Naturpark Westensee südwestlich von Kiel. Die Naturparks Hüttener Berge rund um Ascheffel und Wittensee rund um den Wittensee hatte ich bereits hinter mir. Meine gewählte Route war mir von vielen Touren wohlbekannt. Durch viele Kurven schwingend fährt man die Hügeln Angelns und Schwansens hoch und runter. Von Sehestedt fuhr ich über Bovenau, Klein Nordsee, Rumohr und Flintbeck zur B 404. Hier war es vorbei mit der Ruhe und dem schönen Landstraßenschwingen. Die B 404 von Kiel nach Süden ist viel befahren. Ich reihte mich für ca. 9 Km in den Verkehr ein. Dann verließ ich die Bundesstraße und fuhr nach Osten, nach Ascheberg am Plöner See. Ich war im 4. Nationalpark an diesem Samstagvormittag angelangt. Der Nationalpark Holsteinische Schweiz ist wohl der größte und bekannteste in Schleswig-Holstein. Zudem ist er eine herrliche Motorradregion. Von nun an fuhr ich nur noch nach Süden. Die Städte und Städtchen ließ ich alle links und rechts liegen. Mittlerweile hatte das Thermometer 20C überschritten. Nach der letztjährigen heißen Sommertour achtete ich beim Kauf meiner neuen Jacke darauf, dass man die Klimamembrane genau wie das Winterfutter extra in die Jacke einzippen kann. Bei einer kleinen Pause nahm ich die Klimamembrane heraus und verstaute sie im Topcase. Die Lüftungsreißverschlüsse öffnete ich alle und so konnte ich meine Fahrt mit angenehmer Fahrtwindkühlung fortsetzen.

Ab der Region südwestlich von Lübeck werden die Hügel immer flacher und die schönen Kurven dadurch immer weniger. Ich fuhr von Dorf zu Dorf, auf den Landstraßen auch mal quer nach links und rechts, aber in der Hauptrichtung doch immer nach Süden um alle schönen kurvigen Streckenabschnitte mitzunehmen. So erreichte ich gegen Mittag Lauenburg an der Elbe. Bis Boizenburg musste ich auf der B 5 fahren. Aber die 10 Km waren auch schnell vorbei. Die 50 Km auf der B 195 bis Dömitz entschädigten mich für die nicht ganz so prickelnden 1 bis 2 Stunden vorher. Viele Bikerkollegen waren mit mir in diesem Motorradrevier unterwegs und genossen die vielen schönen Kurven längs der Elbe. Aber dann bog ich in Dömitz rechts ab und überquerte die Elbe auf der B 191. Was dann folgte kannte ich zwar schon aber es ist jedes Jahr wieder das langweiligste Stück meiner gesamten Urlaubstour. Die ca. 200 Km von der Elbe bis zum Harz fährt man auf wunderschönen Autostraßen. Manchmal ist der Horizont näher als die nächste Kurve. Das eintönige Geradeausfahren strengt mich mehr an als das Arbeiten in den Kurven.

Ich wurde müde und sehnte mich nach einer Mittagsstunde. Zumal es immer wärmer wurde. Das Thermometer erreichte 27, 28, ja sogar knapp über 29C. Die Sonne schien, einige weiße Schönwetterwolken verzierten den Himmel. Na ja, da musste ich eben durch. Über Dannenberg, Lüchow, Salzwedel und Brome fuhr ich nach Königslutter. Das heißt, Brome musste ich wegen einer Baustelle auf der B 248 umfahren. Und dabei passierte es. Eine tiefgraue Wolke hatte sich unter die Schönwetterwolken geschoben und konnte sich nicht mehr beherrschen. Sie machte mich richtig schön nass von oben. Große schwere Regentropfen prasselten hernieder. Aber nach ca. 10 Minuten war es vorbei mit dem Regen. Die Sonne schien wieder und ein wunderschöner Regenbogen versöhnte mich wieder. Meine Kleidung wurde im Fahrtwind bei immer noch 25C schnell wieder trocken. So erreichte ich nach 460 Km Königslutter am Elm um mein Nachtquartier einzunehmen. Meine Gastgeber, Fam. Weber, warteten seit Langem auf Regen. Aber auch an diesem Tag zog er an Königslutter vorbei. Ich hatte jedenfalls nichts dagegen.

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Sommertour 2006 - Nach Vogtendorf im Frankenwald

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