Homosexualität



Die Menschen aus meinem persönlichen Umfeld wissen es und alle anderen können es auch ruhig wissen:

Ich bin schwul!

Entweder einige Leute aus meinem weiteren Umfeld wissen nicht, daß ich schwul bin oder sie trauen sich nicht, mit mir darüber zu reden. In erstem Fall muß ich dazu sagen, man sieht es mir ja auch nicht an. Nun, Schwulsein hat auch nicht unbedingt etwas mit dem Äußeren zu tun. Es ist nur so, daß ich im Gegensatz zu Heterosexuellen eben nur Männer lieben kann. Wer nicht darüber reden will, muß es auch nicht, ich rede ja auch nicht mit jedem über seine Beziehungen.

Anbei möchte ich Euch ein paar Fragen im Vorwege beantworten:


 

Wie bist du schwul geworden?

Hierzu muß ich Euch sagen, daß man nicht so einfach schwul werden kann. Endweder man ist homosexuell, bisexuell oder eben, wie die breite Masse, heterosexuell veranlagt. Vielleicht verdeutlicht euch das, wenn ihr euch die Frage, wie ihr heterosexuell geworden seid, beantwortet. Ihr könntet mich genauso fragen, warum ich Grünkohl mag. Ich mag es, weil es mir schmeckt ;-))

Hast Du ein Problem mit deinem Schwulsein?

Nein, mit meinem Schwulsein habe ich überhaupt kein Problem, im Gegenteil ich liebe es schwul zu sein. Ein Problem entsteht nur, wenn ich es mit Menschen zu tun habe, die mich diskriminieren wollen. Solange ich keine Nachteile aus der Situation erleide, gehe ich diesen Menschen aus dem Wege, ansonsten weiß ich schon meine Rechte durchzusetzen

Wie war Dein Coming -Out?

Mein Coming-Out hatte ich erst sehr spät mit 32 Jahren. Zwar weiß ich, daß ich schon seit meiner Jugend mich zum männlichen Geschlecht hingezogen fühle, doch habe ich es immer verdrängt. In meiner Jugend hatte ich es auch mit Mädchen probiert, aber es klappte einfach nicht. Es war mir peinlich, wenn ich mich sexuell zu jungs hingezogen fühlte. Verliebt habe ich mich eigentlich nur in Jungs und meine große Liebe wurde mein bester Freund. Doch ich traute mich nicht, ihm zu gestehen, ihm zu sagen "Du ich liebe Dich!" Trotzdem, wir gingen durch dick und dünn und ich versuchte so gut es ging meine Gefühle zu unterdrücken. Ja, ich verdrängte sie. Er verliebte sich das erste mal in ein Mädchen ... und ich litt. Ich unterdrückte meine Gefühle so weit, daß ich es verdrängte, doch ab und wann kam es immer wieder durch.
Ich ging zur Bundeswehr und unterdrückte meine Gefühle weiterhin, ging in der Arbeit und im Hobby auf. Unterschwellig war die Sehnsucht nach Liebe immer mit dabei und erst während meiner Ausbildung zum Erzieher wurde mir wieder bewußt, was ich eigentlich schon lange wußte.
Nun, ich begab mich dann irgendwie in die Aidshilfe in Flensburg, wo ich durch Ingo damals Coming-Out Beratung bekam und so kam ich dann auch in die FL-ITS (das war die damalige Flensburger Schwulengruppe) wo ich Andrè meinen ersten Mann kennenlernte. Ich outete mich vor meinen Freunden und in der Familie, die es alle akzeptierten.


 

Bist du immer noch in der Schwulengruppe tätig?

Nein, die Flensburger Initative und Treffpunkt für Schwule (FL-ITS) hat sich seit längerem mangels Beteiligung aufgelöst. Da ich für die FL-ITS u.a. jedoch häufig mit an der Ausrichtung der Schwulen- und Lesbendisco im Flensburger Volksbad mit beiteiligt war, habe ich diesen Part auch weiterhin ehrenamtlich übernommen. Auch heute sitze ich noch regelmäßig an der Kasse der SL-Disco.

(Wer mehr über die SL-Disco erfahren möchte kann dies unter http://www.sl-disco.info tun. Bilder und mehr gibt es unter http://www.sl-disco.de)

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