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Sommertour 2009 - Nach Waldeck am Edersee

Auch an diesem Morgen sah der Himmel nach Regen aus und der Wetterbericht sagte Schauer und Gewitter vorher. Es war auch recht kühl geworden. Also gab es eigentlich nichts Neues auf meiner Tour.

Zunächst scarvte ich von Kronach nach Süden in den Naturpark Fränkische Schweiz. Auffällig viele Burgen und Ruinen krönen hier die Berggipfel, ansonsten halten sich Wald und Felder ziemlich die Waage. Nach einer guten Stunde erreichte ich Ebermannstadt, dass sich selber heimliche Hauptstadt der Fränkischen Schweiz nennt. Dabei lauschte ich immer wieder angestrengt auf die Geräusche meiner Maschine. So ein komisches Schleif- oder Schabgeräusch mischte sich ab und zu unter den Sound des Motors. So als ob ein Bremsbelag an der Bremsscheibe schleifen würde. Das war es aber nicht. Ich experimentierte etwas herum und fand folgendes heraus: Wenn ich die Kupplung zog war das Geräusch weg. Wenn ich mit Motorbremse fuhr war es auch nicht zu hören. Kündigte sich da ein Kupplungsproblem an? Die Leistung des Motors war aber ganz normal und Kupplung und Getriebe funktionierten einwandfrei. Ich entschied mich das Problem zu ignorieren und den Tag und die restliche Tour zu genießen. Soll sich doch meine Werkstatt zu Hause darum kümmern!

In Ebermannstadt schwenkte ich nach Westen und fuhr in einem Bogen südlich von Bamberg zum Naturpark Steigerwald. Neben Wald wachsen hier die guten Frankenweine. Weiter ging es nach Norden durch den Naturpark Haßberge. Dann nach Nordwesten, ab Münnerstadt war ich in der Rhön, zuerst in Bayern, dann ein langes Stück in Thüringen und zum Schluss ein kleines Stück in Hessen. Es schloss sich ein langes Stück ohne Mittelgebirge an. Von Geisa aus fuhr ich immer nach Nordwesten. Über Bad Hersfeld, dem Knüllwald, Homburg (Efze), Borken, vorbei an Bad Zwesten und Bad Wildungen nach Waldeck am Edersee.

Große Steigungen hatte ich in diesen Regionen nicht zu bezwingen. Die Schilder wiesen meist 8% bis 14% Steigungen oder Gefälle aus. Die zu überquerenden Höhenzüge und Berge sind auch nicht so hoch dass ich lange bergauf oder bergab fahren musste. Schon nach zwei bis drei Kilometer waren die Gipfel erreicht. Die Ausanahme war in der Rhön die Strecke von Sandberg über Bischofsheim, der Hochrhönstraße bergauf folgend, und dann wieder runter bis Fladungen. Das sind insgesamt ca. 33 Kilometer wobei mir die Auffahrt länger vorkam wie die Abfahrt nach Fladungen. Über den ganzen Tag verteilt hatte ich auch nur ein gutes Dutzend Kehren auf meinem Weg. Noch seltener waren gerade Straßenstücke, alles andere waren flotte Kurven in hügeligem Gelände. So ein kleiner Tourer wie die F 650 CS mit nur 50 PS verlangt normalerweise viele Gangwechsel beim Fahren. Auf dieser Strecke konnte ich oft für längere Zeit den 4. oder sogar den 5. Gang eingelegt lassen und brauchte nur mit dem Gas spielen in den Kurven. Sogar die Straßen sind in der Mitte von Deutschland ganz gut. Das Wetter blieb auch so wie es war, bewölkt, kühl aber trocken.

Zum Schluss kam das Beste: Die Fahrt längs des Ederseestausees nach Waldeck. Weil es so schön und noch nicht so spät war fuhr ich noch mal hinunter, vorbei an der Staumauer zum Ort Edersee und wieder nach oben nach Waldeck. Waldeck liegt nicht direkt am Seeufer sondern etwas oberhalb. Bis 1918 war das Waldecker Land ein eigenes kleines Fürstentum. Fürst Friedrich von Waldeck war der letzte adelige Landesherr, der 1918 abdanken musste. Aus dem nun ehemaligen Fürstentum wurde der Freistaat Waldeck-Pyrmont in der Weimarer Republik. Die Eder ist ein Fuldazufluss, der 1908 bis 1914 zum heutigen Staussee aufgestaut wurde, um unter anderem dem Mittellandkanal genug Wasser zuführen zu können.

Das leise komische Geräusch aus dem Kupplungs- oder Getriebebereich überhörte ich dabei so gut es ging.

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