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Sommertour 2009 - Nach Kronach im Frankenwald

Der Tag begann wieder mal mit bestem Motorradwetter. Trotzdem startete ich nicht so voller Freude den Motor meiner kleinen BMW. Der Wetterbericht sagte so einiges an Regen aus den vielen grauen Wolken am Himmel vorher. Vielleicht blieb mir das Glück der letzten Tage ja treu und es regnete da wo ich gerade nicht war.

Meine Route führte mich von Zittau im Südosten der Oberlausitz auf der B 96 nach Nordwesten. Die ersten 35 Kilometer waren der reinste Stadtverkehr. Die einzelnen Ortsschilder stehen Rücken an Rücken. In den Orten wechseln sich Zebrastreifen mit Ampeln ab, dazu kam der dichte Verkehr. Ich glaube, durch eine mittlere Großstadt bin ich schneller durch. Dieses Stück der Route habe ich schlecht gewählt.

In Sebnitz ging es endlich runter von der Bundesstraße und hinein in das Kirnitzschtal. Ich war sofort begeistert. Das Tal ist mehr eine Schlucht. Es bietet nur Platz für das über Felsbrocken rauschende Flüsschen und die schmale Straße. Steile, bewaldete Hänge mit hohen Felswänden dazwischen rahmen die Kirnitzsch und die Straße ein. Ab und zu rauscht ein Wasserfall durch den Wald herunter. Soweit sieht die Landschaft aus wie in allen Mittelgebirgstälern. Als Besonderheit gibt es hier vom Lichtenhainer Wasserfall bis Bad Schandau eine Straßenbahn. In der Fahrbahnspur neben dem Fluss sind die Schienen verlegt. Die Strommasten für die Oberleitung stehen am Straßenrand. Ein Zug besteht aus drei Waggons. Den Touristen wird so einiges geboten in diesem Teil der Sächsischen Schweiz. Es muss ja nicht immer eine Schmalspurbahn mit Dampfloks sein wie beispielsweise im Harz und anderswo. In Bad Schandau überquerte ich die Elbe um nach Papstdorf und Kleingießhübel in die hintersten Winkel des Elbsandsteingebirges vorzustoßen. Die Festung Königsstein und die Bastei in der Sächsischen Schweiz ließ ich diesmal rechts liegen. Diese Top-Sehenswürdigkeiten hatte ich bei einer früheren Tour schon einmal bestaunt. Ich folgte der Landstraße dicht an der tschechischen Grenze. Statt des erhofften Scarvens war es oft nur ein Rodeoreiten und Herumholpern auf Straßen im Erzgebirge, deren Belag dringend mal erneuert werden müsste.

Ein Stück nach dem Besuch der Talsperre Rauschenbach, dessen Wasser bis nach Dresden als Trinkwasser geleitet wird, fuhr ich rüber nach Tschechien. Ich hatte die Schnauze voll von Schlaglöchern, Flickstellen und dem Schotter, der aus den Schlaglöchern zum Vorschein kommt. Ich erinnerte mich an die guten Straßen in Tschechien am Vortag. Und so war es auch hier, die Straßen sind nicht perfekt im tschechischen Teil des Erzgebirges aber deutlich besser. Aus meinem Navi hatte ich einen Teil der Zwischenziele gestrichen und folgte einfach dem neuen Routenvorschlag. Länger war die neue Strecke schon mal nicht. Genauer angesehen habe ich sie mir aber auch nicht. So stand ich vor Chomutov auf einmal in einem langen Stau. Nach knapp 15 Minuten passierte ich eine Unfallstelle. Ein kleiner blauer Wagen lag zerbeult in einem Meer aus Glassplittern und mehrere Polizisten führten den Verkehr abwechselnd an der Unfallstelle vorbei. Chomutov selbst entpuppte sich dem Verkehr nach als größere Stadt. Wenn ich das gewusst hätte . . . Mein Navi wollte mit mir weiter nach Cheb. Viele, viele andere Autos und LKWs wollten das auch. So fand ich mich in einer langen Schlange wieder, die sich mit 50 bis 70 Km/h dahinquälte. Links und rechts der Straße entsteht eine neue Straße, wahrscheinlich eine mehrspurige Autobahn.

Ca. 10 Kilometer vor Cheb fing es an zu regnen. Das konnte ich jetzt am Allerwenigsten gebrauchen. Da ich es nicht ändern konnte hielt ich unter einem Baum an und schlüpfte in meine Regenjacke. Es war das allererste Mal während meiner Sommertour 2009 dass ich die Regenjacke überzog. Immerhin war ich schon den 9. Tag unterwegs. Im Navi strich ich noch die Option ‚Autobahn vermeiden'. Bei Regen fahre ich ganz gerne auf den Autobahnen, wenn es denn schon sein muss. Mein Wunsch sollte sich erfüllen. Bei Selb kam ich über die deutsche Grenze und steuerte geradewegs auf die A 93 zu. Nur mittlerweile hatte es aufgehört zu regnen. Nun änderte ich meine Strecke aber nicht mehr. Was soll den mein Navi von mir denken? Die A 93 ertrug ich bis Hof Nord und im Anschluss daran die B 173 im Frankenwald bis Kronach.

Hier bezog ich auf dem gleichen Bauernhof mein Nachtquartier wie einige Tage zuvor auf dem Weg nach Süden. Der Bläserchor Kronachs übte gerade in der Scheune. Dabei legten alle ihre fränkischen Trachten an. So wurde mir noch einiges an bodenständiger Kultur geboten bevor ich mich auf den nächsten Reisetag vorbereitete.

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Sommertour 2009 - Nach Waldeck am Edersee

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