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Sommertour 2009 - Nach Mittelherwigsdorf in der Lausitz

Das Wochenende war fast wie immer wenn ich in meinem alten Heimatdorf im Weinviertel bin. Nur, dass am Samstagvormittag eine Beerdigung war. Das ganze Dorf begleitete den Verstorbenen auf seinem letzten Weg zum Friedhof. Mein Bruder lieh mir eine schwarze Hose und ein hellgelbes Hemd. Bloß meine braunen Sandalen waren nicht ganz dem Anlass entsprechend. An schwarzem Schuhwerk hätte ich nur meine schwarzen Motorradstiefel dabei gehabt. Beim Gang über den Friedhof stellte ich fest, dass in den nunmehr 31 Jahren, die ich nun schon nicht mehr in Pyhra bin, viele Bekannte verstorben sind. In so einem kleinen Dorf wie Pyhra kennt jeder jeden nicht nur vom Namen her. Ich kenne nur noch 1/3 der Dorfbewohner. Viele jüngere Unbekannte kann ich an Hand der Gesichter einer Familie zuordnen. Alle, die mich kannten, begrüßten mich und erkundigten sich nach meinem Wohlbefinden. Ich werde wohl immer ein Mitglied der Dorfgemeinschaft bleiben.

Am frühen Nachmittag kamen dann die ersten Gäste auf den ehemaligen Bauernhof meiner Eltern. Der Kaffee duftete, der selbstgebackene und mitgebrachte Kuchen wurde angeschnitten, verteilt und verzehrt. Es war wieder mal viel zu viel. Am Abend glühte auch noch der Grill. Alle Verwandten und Freunde, die gekommen waren, mussten essen bis sie nicht mehr konnten. Zu recht später Stunde löste sich die Party auf.

Am Sonntag fuhr ich mit meinem Bruder und seiner Frau zu meiner Lehrfirma, dem Marchfelderhof in Deutsch-Wagram. Es ist unglaublich, der Chef und Besitzer des Marchfelderhofes erkannte mich nach kurzem Zögern wieder und wusste sogar noch einiges von mir zu berichten. Natürlich erzählte er nur Gutes von mir. 1973, als ich meine Koch- und Kellnerlehre begann, waren wir insgesamt 16 Lehrlinge. Wenn ich so kurz überschlage wie viele Lehrlinge seit damals in diesem Spitzenrestaurant ihre Ausbildung machten . . . es ist unglaublich!

Am Sonntagnachmittag gab es ein heftiges Gewitter in Pyhra. Am Montag schauerte es zwei Mal kurz. Am Montag putzte ich meine Maschine und machte sie und mein Gepäck startklar für die Rückreise. Am Dienstag um kurz nach 8:00 Uhr begann meine Rückreise.

Bei Laa an der Thaya überquerte ich die Grenze zur Tschechischen Republik. In meinem Navi hatte ich eine Mischung aus Bundes- und Landstraßen genau nach Norden durch die ganze Republik gespeichert. Die Straßen in Tschechien sind in einem deutlich besseren Zustand als in den restlichen Ländern, die ich bereiste. Das gilt für die kleinen Nebenstraßen ebenso wie für die dicken Hauptstraßen. Viele Straßen in Deutschland, Österreich und Italien schreien geradezu nach einem Konjunkturpaket. Einmal wurde ich von einem Polizisten angehalten. Als er sah, dass ich ein Tourist war, wünschte er mir alles Gute für die Reise und ließ mich weiterfahren. Am Nachmittag kurz nach 15:00 Uhr erreichte ich das Riesengebirge. Ich war wieder im natürlichen Lebensraum meines Scarvers und meinen Lieblingsregionen zum Touren, den Mittelgebirgen. Viele Wälder, immer wieder Felswände, rauschende Gebirgsbäche und vor allem Eines: Kurven ohne Ende. Die Straßen im Riesengebirge stellen keine hohen Ansprüche an das Können des Motorradfahrers. Steil im Sinne der Alpenpässe der letzten Woche ist es hier nicht. Das macht gar nichts, der Spaß beim Scarven ist genau so groß. Kurz nach 18:00 Uhr war ich wieder in Deutschland. Ein kleines Stück hinter der Grenze, in Mittelherwigsdorf bei Zittau stieg ich vor einem Gasthof von der Maschine um in meinem bestellten Zimmer zu übernachten.

Auch für diesen Tag waren viele Schauer und Gewitter angekündigt worden. Ob die Wetterfrösche Recht hatten weiß ich nicht, jedenfalls da wo ich gerade war schien die Sonne. Das leichte Nieseln am Abend in diesem Teil der Lausitz konnte mich nicht mehr stören.

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