zurück zur Startseite

Sommertour 2009 - Nach Weißenbach im Ennstal

Der Himmel war grau am Morgen. Das unbeständige Wetter mit der Neigung zu Schauern hatte sich seit Tagen in Mitteleuropa stabilisiert. Vorher hatte es tagelang heftige Gewitter mit vielen Überschwemmungen gegeben. Das nur Schauerwetter war doch schon mal ein Schritt in Richtung Sommerwetter. Aber zunächst war es trocken im Lesachtal. Ich folgte dem Tal nach Osten bis Kötschach-Mauthen wo ich einen fälligen Tankstopp einlegte. Die Richtung beibehaltend fuhr ich auf der Landstraße durch das Gailtal. Das Tal ist wesentlich breiter als das Lesachtal. Die hohen Berge der Lienzer Dolomiten und Gailtaler Alpen im Norden und der Karnischen Alpen und Karawanken im Süden lassen in der Mitte vernünftig Platz für Mensch und Tier. Die Dörfer kleben nicht so an den Steilhängen und die Straßen kommen ohne steile Bergfahrten und enge Kehren aus. Die Landstraße kommt natürlich nicht ohne Kurven aus. Es gibt jede Menge davon, aber sie sind eben nicht in die Steilhänge hineingebaut.

Ich genoss das leichte Rollen im Tal bis Hermagor. Dann fuhr ich weiter nach Nordosten in das Drautal. Das bedeutete, ich musste über einen Sattel. Nach ca. 15 Kilometer Bergfahren war ich in Paternion südlich des Milstädter Sees im Drautal angekommen. Ich dirigierte meine kleine BMW in Richtung Villach. Keineswegs wollte ich in den Stadtverkehr von Villach eintauchen. Vor der Stadt bog ich ab nach Nordosten. Nach nur ca. 6 Kilometer Bergfahren kam ich zur B 98 auf der ich bis zum Ossiacher See rollte. Am Nordufer des Sees ist eine Bundesstraße, am weniger dicht besiedelten Südufer eine Landstraße. Ich wollte natürlich auf der Landstraße dahinrollen. Weit kam ich nicht. Eine Baustellenumleitung hätte mich was weiß ich wohin geführt. Da kehrte ich lieber um und fuhr am Nordufer längs. Vom See habe ich kaum was gesehen. Ständig waren Bäume zwischen der Straße und dem See. Oder die Bahngleise oder sonstige Bebauung. Nicht mal ein Foto war mir gegönnt.

Die Bundesstraße führte mich vorbei an Feldkirchen in das Gurktal. In Gurk schwenkte ich nach Südosten, auf die Landstraße, hinauf in die Berge. Meine Absicht war, St. Veit an der Glan zu umfahren. Auf teils ganz schmalen Bergstraßen kam ich am Längssee vorbei fahrend zur B 82 unweit der Burg Hochosterwitz. Wenige Minuten später erreichte ich Brückl.

Um 13:00 Uhr war ich hier auf einem Supermarktparkplatz mit einem Bikerkollegen aus einem Motorradforum verabredet. Um 12:57 Uhr stoppte ich den Motor und ließ meine Maschine neben seine auf den Seitenständer sinken. Trotz dreier Baustellenampeln und der ‚falschen' Umfahrung des Ossiachersees war meine Zeitplanung perfekt aufgegangen. Für die nächsten Stunden übernahm mein ortskundiger Kollege die Führung. Die 12 Kilometer hoch in das Bergdörfchen Diex machten nur meinen Ohren etwas zu schaffen. Auf ein paar Kehren mehr oder weniger kam es mir wirklich nicht an. In Diex suchten wir einen Gasthof auf um zu Mittag zu essen, aber hauptsächlich um uns etwas näher kennen zu lernen. Die Abfahrt auf der anderen Seite von Diex hat mir sehr gut gefallen. Keine langsamen steilen Kehren sondern schwungvolle Kurven meist im Wald bei 12% Gefälle waren der richtige Einstieg in den Nachmittag. Wir steuerten wieder Brückl an und fuhren aber diesmal weiter nach Norden weil das einfach in Richtung meines Tageszieles war. Es war etwas schade, dass ich nicht mehr von seinen Hausstrecken, die alle im Osten von Brückl und Diex sind, ‚erfahren' konnte. In Hüttenberg setzten wir uns noch mal zu einem Getränk zusammen. Dann baten wir drei fesche Madln an unsere Seite; wir wollten ja noch ein Foto von uns mit unseren Motorrädern haben, dazu brauchten wir deren Hilfe. Um 16:30 Uhr kam endgültig der Abschied. Mein Kollege fuhr nach Süden und ich weiter nach Norden.

Schnell hatte ich die Landesgrenze von Kärnten zur Steiermark erreicht und eine Stunde später den Sölkpass. Diese rund 50 Kilometer lange Passstrasse über die Niederen Tauern ist mit das Beste was ich auf meiner Tour unter die Räder bekam. Es beginnt mit einigen Kehren, dann folgen nur noch Traumkurven in einer Traumlandschaft. Vom Gas gehen, runterschalten und sogar anhalten musste ich nur noch weil Kühe auf der Fahrbahn waren. An drei Stellen stehen Schilder, die auf Weidegitter in der Fahrbahn hinweisen. Oder um das eine oder andere Foto zu machen. Diese Strecke vom Murtal im Süden der Steiermark zum Ennstal im Norden der Steiermark kann ich jedem Motorradfahrer empfehlen. Sie heißt auch Erzherzog-Johann-Panoramastraße. Es war mal wieder so richtig schön scarven angesagt.

Im Ennstal angekommen fuhr ich auf der Landtrasse weiter nach Osten bis kurz vor Liezen. Der Himmel über den Ennstaler Alpen wurde immer dunkler. Es sah sehr nach einem Gewitter aus vor mir. Ich fuhr der schwarzen Front genau entgegen, hatte aber auch nur noch wenige Kilometer bis nach Weißenbach bei Liezen. Den ganzen Tag über war, da wo ich war, die Sonne. So blieb es auch den Rest des Tages. Die Gewitterfront verzog sich wieder.

Dieser Tourtag war nicht nur wegen des Wetters ein schöner Tourtag.

zurück zur Sommertour 2009

Sommertour 2009 - Nach Pyhra im Weinviertel

zurück zu den Touren