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Sommertour 2009 - Nach Kasten an der Donau

Am Morgen dieses Tages zeigte sich der Himmel freundlich. Die Sonne strahlte und der Himmel wurde von einigen weißen Quellwolken verziert. Das gute Frühstück steigerte meinen Optimismus noch. Voller Vorfreude startete ich den Einzylinder meiner Maschine und fuhr los. Schnell ließ ich den montäglichen Frühverkehr Kronachs hinter mir. Der Motor hatte sich schön warm gelaufen als ich die ersten Höhenzüge des Frankenwaldes erklomm. Von Stadtsteinach an der B 303 bis Helmbrechts haben die Straßenbaumeister ein neues Teerband aufgelegt. Da macht die Kurvenhatz doppelten Spaß. Dann schlug ich einen Haken nach Süden und kam so bei Gefrees in das Fichtelgebirge. Den Übergang vom Frankenwald merkte ich nicht. Nach einer kilometerlangen Auffahrt auf einen Höhenzug folgt eine ebenso lange Abfahrt. In den Kurven und Kehren werden die Gänge regelrecht durchgeladen. Die beiden Mittelgebirge und der folgende Steinwald sind sehr waldreich. Meine Sinne waren voll geöffnet um die würzigen Düfte, die Mutter Natur an meine Nase schickte, aufzunehmen. Bei Windischeschenbach kam ich in die Oberpfalz. Das Mittelgebirge des Oberpfälzer Waldes hat aber deutlich weniger Waldanteile wie die Regionen in denen ich zuvor unterwegs war. Die Landschaft öffnete sich und die Sonne durchflutete die Täler und Berge, die vor mir lagen.

Kurz vor Waidhaus erreichte ich die Nähe der tschechischen Grenze. Diese Nähe behielt ich bei bis die tschechische Grenze durch die österreichische Grenze abgelöst wurde. In der unmittelbaren Grenzregion ist nur geringer Verkehr. Die parallel zur Grenze verlaufenden Bundesstraßen 22 und 85 saugen den restlichen Verkehr auch noch auf. Ich hatte also die Landstraßen fast für mich alleine und konnte die Kurvenkombinationen nach Herzenslust genießen. Bei Furth im Wald geht der Oberpfälzer Wald ansatzlos über in den Bayrischen Wald. Ab Lohberg war ich wieder fast ausschließlich im Wald unterwegs. Es folgte der Anstieg auf den großen Arber. Voller Schwung dirigierte ich meinen Scarver auf die über 1000 Meter hohe Passhöhe. Beim großen Arbersee etwas unterhalb der Passhöhe stoppte ich den Motor und ließ die BMW auf den Seitenständer absinken. Wir hatten uns beide eine Pause verdient. Während ich eine zünftige bayrische Brezn aß beobachtete ich das touristisch geschäftige Treiben rund um mich herum. Der vom Urwald eingekesselte See lag ganz ruhig da. Kein Lüftchen erzeugte Wellen auf der Wasseroberfläche. 500.000 Besucher kommen jedes Jahr zu diesem Bergsee um die Ruhe und Schönheit dieses Panoramas zu erleben. Eine Motorradgruppe aus Rotenburg an der Wümme war auch gerade da. Als ich wieder weiterfuhr verwechselte ich die Richtungen. Mein Navi meinte ständig, dass ich wenden sollte. Ich war mir aber ganz sicher, dass ich auf dem richtigen Weg war. Dann musste ich doch einsehen, dass das Navi Recht hatte. Also wendete ich und fuhr zurück zum See und weiter nach Süden.

In Zwiesel war auf einmal die Straße nass. Während ich auf dem Arber war hatte es wohl etwas südlich davon geregnet. Jetzt schien wieder die Sonne. Ich war trocken über den Arber gekommen. Ich glaube, dass ist mir noch nie passiert. So viel Spaß hatte ich noch nie in dieser Region des Bayrischen Waldes. Ab dem Grenzübergang Philippsreut lichtet sich der Wald stellenweise etwas. Ab und zu konnte ich wieder anhalten um ein Foto von der Landschaft zu machen. Über Jandelsbrunn und Wegscheid fuhr ich zur österreichischen Grenze bei Oberkappl. Nach einem Dutzend Kehren in steilem Gelände kam ich bei Niederranna zur Donau.

In den letzten Tagen hatte es im ganzen süddeutschen Raum und in Österreich heftige Gewitter und Dauerregen gegeben. Das Wasser der Donau war deshalb ganz braun von der vielen Erde, die im Einzugsgebiet der Donau in die Nebenflüsse gespült wurde. Bei Niederranna überquerte ich die Donau und fuhr auf der B 130, der Nibelungenstraße, in Richtung Passau. Bei Engelhardszell kam ich am Donaukraftwerk Jochenstein vorbei. Es wurde von Bayern und Österreich 1952 - 1956 zusammen erbaut. Die Staatsgrenze verläuft nämlich genau in der Mitte des Flusses. Die Schiffschleusen sind am Nordufer, der bayrischen Seite. Das Kraftwerk mit den Turbinen ist auf österreichischer Seite. Seit 1956 liefert das Kraftwerk pro Jahr 850 Mio. KWh Strom, den die beiden Länder sich teilen. Wie zuverlässig sind dagegen die deutschen Kernkraftwerke? Krümel ist seit 2 Jahren abgeschaltet. Es produziert nur Fehler und Kosten aber keinen Strom.

In dem kleinen Dorf Kasten wenige Kilometer Flussaufwärts parkte ich meine F 650 CS auf einem Bauernhof. Wir hatten unser Tagesziel erreicht und wir hatten es wieder trocken erreicht. Dass am späten Abend dann ein Gewitter heraufzog störte mich nicht wirklich. Der Tag zählte, er war von der Strecke, von der Landschaft und vom Wetter ein ganz toller Urlaubstag gewesen.

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Sommertour 2009 - Nach Tristach in Osttirol

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