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Sommertour 2009 - Nach Kronach im Frankenwald

Der Tag begann so schön wie der vorige endete. Der Himmel war voller grauer Wolken, dabei war es schwül warm bei zunächst ca. 15C. Das steigerte sich schnell auf etwas über 20C. Vertrauen hatte ich zu den Wolken nicht. Aber es blieb den ganzen Tag trocken. Zumindest da wo ich gerade war. Das erste Stück Weg verbrachte ich im Wald aber der Höhenzug des Elm-Lappwaldes war schnell hinter mir. Es folgte ein hügeliges Stück von Schöppenstedt bis Wernigerode, dass ich schwungvoll unter die Räder nahm. Wernigerode an der Nord-Ostflanke des Harzes mit seinen 33.000 Einwohnern hielt mich verkehrsmäßig an diesem Sonntagvormittag nicht viel auf. Da habe ich auf früheren Touren schon viel längere Zeit im Stadtverkehr verbringen müssen. Dann begann der Kurventanz in den meist bewaldeten Bergen des Harzes. Auf einer wenig befahrenen Nebenstraße scarvte ich über Elend zur B 4 bei Braunlage. Ich genoss die Kurven auf der B 4 bis Ilfeld. Weiter auf der Landstraße mit locker leichtem Hüftschwung rauschte ich durch den Südharz bis nach Kelbra.

Hier legte ich eine Pause ein um neue Kräfte zu sammeln für das folgende Highlight des Tages: Die Nordauffahrt auf den Kyffhäuser. Auf der B 85 überwindet man 320 Höhenmeter auf nur 4,5 Kilometer Straßenlänge. Das geht nur weil sich 36 Kehren dicht aneinander reihen. Schnell fand ich meinen Rhythmus und jagte meine kleine BMW hinauf. Einmal hielt ich in einer Kehre an um ein paar schöne Fotos zu machen. Im Harz, im dunklen Tannenwald, kommt das Fotografieren doch zu kurz. Oben angekommen gab es kein Ausruhen, ich stürzte mich die Südabfahrt hinunter und erreichte nach 12 Kilometer Bad Frankenhausen. Ich war tatsächlich trocken über den Harz und den Kyffhäuser gekommen. Dass mir das mal gelingen würde hätte ich nicht gedacht. In Bad Frankenhausen lenkte ich meine Maschine zum Panoramamuseum auf den Schlachtberg. Hier baute man ein eigenes Museum nur für ein Gemälde. Es ist 14 Meter hoch und 123 Meter lang und bedeckt die Innenwand des 40 Meter im Durchmesser messenden turmartigen Gebäudes. Über 3000 Figuren aus der Bauernkriegszeit des 16. Jhdts. werden auf 1722 m² plastisch perfekt dargestellt.

So, genug geschwärmt von diesem beeindruckenden Kulturdenkmal. Ich startete den Motor und machte mich auf den Weg zum Thüringer Wald. Die Tankwarnleuchte leuchtete schon länger, also wollte ich die nächste Tankstelle nutzen um Benzin nachzufüllen. Vergebens hielt ich auf den nächsten 50 Kilometern Ausschau nach einer Tankstelle. So wollte ich mich von meinem Navi zur nächsten Tankstelle bringen lassen. Diese war in Gotha, 5 Kilometer seitlich von mir. Ich wollte eigentlich zwischen Gotha und Erfurt auf Nebenstraßen hindurch in den Thüringer Wald fahren. Es war gar nicht so einfach eine Tankstelle in Gotha zu erreichen. Mehrere Baustellenumleitungen am Rand von Gotha zwangen mich ständig auf neue Routen in die Stadt. Mein Navi war ständig am Meckern mit mir bis ich endlich eine Tankstelle fand die gar nicht in der Navikarte verzeichnet war. Ich trug sie in meine Navikarte ein und stellte sie nach der Sommertour ins Netz. Diese Kartenänderungen stehen dann anderen Navibesitzern der gleichen Marke zur Verfügung.

In Luisenthal begann die Kurvenhatz im Thüringer Wald. Auf einer breit ausgebauten Straße mit neuem Belag rollte ich nach Oberhof. Es hat schon seine Vorteile wenn man durch das Fernsehen bekannt ist, wie z.B. der Wintersportort Oberhof. Da ist vieles neu und schön gemacht. Wenige Kilometer weiter ist noch vieles Made in DDR - oder noch älter. So manche Straße könnte noch aus der Zeit des Vorwegebaus sein. Es macht keinen Spaß auf ihnen herumzuturnen, fahren oder gar scarven kann man das jedenfalls nicht nennen. Auf alle Fälle strengte es mächtig an und forderte auch dem Fahrwerk meiner BMW alles ab was in ihm steckt. Einige Orte auf meinem weiteren Weg tragen den Namenszusatz a. R. = am Rennsteig. Das ist ein 170 Kilometer langer Höhenwanderweg. So kam ich durch Schmiedefeld a. R., Neustadt a. R. oder auch Neuhaus a. R.. Auffällig ist im Thüringer Wald die Verkleidung der Hausfassaden mit grauem Schiefer. Auch die Dächer sind mit dunkelgrauem Schiefer gedeckt. Ganze Straßenzüge sind dunkelgrau. Die Strecke von Luisenthal über Oberhof und dem Rennsteig bis Probstzella ist ein einziges Kurvenparadies. Da sind die schlechten Straßenstücke dazwischen schnell vergessen. Über die Frankenwald-Hochstraße lenkte ich meine F 650 CS nach Süden auf die B 85 - die Bier- und Burgenstraße. Ich hatte völlig unbemerkt den Thüringer Wald verlassen und war nun im nächsten Mittelgebirge unterwegs.

Auf dieser Panoramastraße kann man den höchsten Gang einlegen, den Tempomat in der rechten Hand auf 100 stellen und lässt die Maschine durch viele meist lang gezogene Kurven hoch und runter rollen. Nach 9 Stunden anstrengender Fahrt machte eine halbe Stunde auf der Bundesstraße auch Spaß. So kam ich nach Kronach, ich war nun in Oberfranken, in Bayern angekommen.

Dieser Tag war ziemlich aufregend gewesen. Die Tankstellensuche und die ständige Sorge ob es trocken bleiben würde im Harz, auf dem Kyffhäuser, im Thüringer Wald und Frankenwald machten den Tag spannend. Zwei Motorradfahrer erzählten mir beim Panoramamuseum am Südhang des Kyffhäusers im Thüringer Wald würde es regnen. Sie waren wohl zum falschen Zeitpunkt da. Ich hingegen hatte den perfekten Tag erwischt. Badewetter möchte ich sowieso nicht haben wenn ich auf Tour bin.

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Sommertour 2009 - Nach Kasten an der Donau

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