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Sommertour 2007 - Nach Jarplund-Weding bei Flensburg

Um 8:00 Uhr morgens waren es bereits 21C. Ich rechnete damit, dass das Thermometer pro Stunde um 1C steigen würde. Da hatte ich mich verrechnet. Es stieg pro Stunde um 2C. Zu mittag waren es ca. 27C. Am Nachmittag pendelte sich das Thermometer bei ca. 29C ein. Soweit so gut. Oder, es das war eigentlich wieder zu viel des Guten. Vom Arendsee ritt ich nach Norden in das Wendland. Je näher ich der Ex-Grenze kam umso schlechter wurden die Straßen. Nach der Ex-Grenze, also im Ex-Westen, konnte ich endlich wieder Motorradfahren. Bei Dömitz überquerte ich die Elbe und schwenkte nach links auf die B195. Es folgten die bekannten 50 Kilometer feinster Motorradstrecke bis Boizenburg. Das kurze Stück auf der B5 bis Lauenburg war auch schnell überstanden. Dann ging es weiter nach Norden. Ich mied die kleinen und mittleren Städte Schleswig-Holsteins genauso wie die Bundestraßen die sie verbinden. Über die Dörfer schlengelte ich mich durch bis in die Holsteinische Schweiz. Die Strecke ist wunderbar abwechslungsreich. So weit das Auge reicht Hügel mit Wäldern, Wiesen und Feldern. Durchzogen von breiten Straßen, schmalen Straßen und ganz schmalen Wegen. Das heißt mal schnelle Kurven, mal langsame Kurven aber niemals gerade aus. So verging die Zeit recht schnell. Auf einmal war ich in Landwehr am Nord-Ostseekanal. Neben der Fähre ist ein Imbisstand, an dem ich mir gerade eine Wurst reinzog, als es anfing zu donnern. Ich blickte nach oben und sah wie es von Nordwesten her ganz schwarz wurde. Der Wind frischte richtig auf, das Thermometer sank auf 20C. Es sollte wohl ein Gewitter geben. Schnell sattelte ich auf und verließ die Kanalregion. Die nächsten 10 bis 15 Kilometer waren die Straßen richtig nass. Aber ich hatte Glück, von oben bekam ich nicht viel ab. Die Gewitterwolken zogen immer knapp an mir vorbei. Dann, bei Eckernförde, trockneten auch die Straßen ab. Nur die Temperatur erholte sich nicht mehr. Mehr wie 24C wurde es nicht mehr. Dafür blieb der Wind. Eine Brise konnte man das nicht mehr nennen. Heftige, unberechenbare Böen begleiteten mich auf meinem letzen Stück der Tour durch Schwansen und Angeln. In Lindaunis musste ich eine längere Pause einlegen, weil die Brücke über die Schlei gerade geöffnet wurde, als ich ankam. Eine Stunde später war ich zu Hause.


Von den 12 Reisetagen waren 9 Tage zu nass. Viel zu nass für den Sommer. Ganz trocken waren die anderen Tage auch nicht. Von da her war die Reise diesmal leider ein fast totaler Reinfall. Die Tour kann ich im nächsten Jahr noch einmal fahren. An mehreren Tagen habe ich die Strecke wetterbedingt ordentlich abgekürzt. Durch die Panne mit dem Lima-Regler habe ich von der Eifel, der Mosel und dem Hunsrück nichts gesehen. Meine kleine Honda schwächelte eben diesmal. Die neuen Gabelsimmeringe machten sich auch in der Reisekasse bemerkbar. Bis auf den vorletzten Tag war meine Streckenplanung perfekt. Für die nächste Tour brauche ich nicht viel ändern. Unendlich viele Hügel, Höhenzüge und Berge mit unendlich vielen Kurven aller Radien warteten darauf von mir schwungvoll genossen zu werden. Dabei ist es eigentlich egal wie die Mittelgebirge, Naturparks und Straßen heißen. Wichtig sind die 200 Meter direkt vor meinem Vorderrad. Ohne Planung am PC und GPS bei der Fahrt hätte ich die Strecke niemals so fahren können. Ich hätte viel mehr Bundesstraßen mit viel mehr Verkehr wählen müssen. Man kann ja nun bei allen Pannen von verschleißbedingten Ausfällen sprechen. Schließlich hat meine CB500 über 111.000 Km auf dem Tacho. Ich denke ich werde sie bald gegen eine andere Maschine ersetzen.

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