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Sommertour 2007 - Nach Arendsee in der Altmark

Freitag der 13. machte seinem Namen alle Ehre. Er begann nebelig, grau, nieselig, die Straßen waren wieder mal nass, es war wieder mal kein Motorradwetter. Von Westen her sollten die letzten Regenwolken durchziehen bevor am Wochenende der Sommer kommen sollte. Egal, es hieß Motor an und los.

Das Stück Bundesstraße von Hardegsen nach Osten bis Ebergötzen war trotz nasser Straße schnell geschafft. Von hier rollte ich weiter nach Osten. Meist auf Landstraßen, wenig auf Bundesstraßen, auf kürzestem Weg nach Sondershausen und Bad Frankenhausen. Der Kyffhäuser war das Ziel, dass es schnellstmöglichst zu erreichen galt. Die Landstraßen waren durchweg in einem schrecklichen Zustand. Wie ein Rodeoreiter wurde ich durchgeschüttelt. Ohne dass die Fahrbahnen viele Flickstellen hätten sind sie sehr wellig und buckelig. Ein flottes Vorankommen war nicht möglich. Ein Straßenstück, dass besonders schlimm zu befahren ist, wurde einfach zum Land- und Forstwirtschaftlichen Weg erklärt und für die restlichen Fahrzeuge gesperrt. Das war bestimmt nicht immer so, sonst hätte mich mein Navigerät da nicht durchgelotst. Ich fuhr also trotz Fahrverbot durch den Wald, mehr wie 40 Km/h waren aber nicht drin. Was war ich froh als ich nach ca. 7 Kilometern wieder auf einer normalen Landstraße im Sinne der östlichen Bundesländer weiterfahren konnte. Mit 60 - 70 Km/h wohlgemerkt. Und die Bundesstraßen? Sie sind ganz gut ausgebaut, der Teerbelag ist in Ordnung, aber man sollte sie Autoschlangenstraßen nennen. Der Schlangenkopf ist ein LKW und dahinter kommen ca. 10 Pkws. Die Schlange bewegt sich mit 70 - 80 Km/h. Dann kam meine kleine Honda von hinten und naschte die Schlange der Reihe nach auf. Spaß macht das keinen, so gut schmeckt eine Straßenschlange auch wieder nicht. Klar, bei den Landstraßen fahren alle auf den Bundesstraßen. Dazu das Aprilwetter, mal Nieselregen mal nicht, aber immer bewarfen mich die Autos vor mir mit dem feuchten Dreck der Straße.

Ich war mir sicher, so tief wie die Wolken zogen würden sie am Kyffhäuser hängen bleiben und es schön regnen lassen. Darauf hatte ich überhaupt keine Lust. Das Rodeoreiten und das Schlangenfressen kosteten so schon viel Zeit, Kraft und Nerven. Ich programmierte wieder mal mein Navi um. Vorbei am Kyffhäuser fuhr ich von Sondershausen nach Kelbra/Berga und in den Harz. Erstaunlicherweise wurde in dem ansonsten so regenreichen Harz der Regen immer weniger und die Straßen trockneten ab. Dafür hatten sich die Straßenbauer eine andere Schikane für mich ausgedacht. Auf der Strecke Rotleberode - Stolberg - Güntersberge - Allrode - Treseburg - Altenbrake - B 81 war die Straße an vielen Stellen aufgefräst. Über viele Kilometer konnte ich nur mit 40 Km/h dahinschwimmen und durch die Kurven eiern. Bei Güntersberge war auf ca. 10 Kilometern Länge Split gestreut, richtig schön dick und über die gesamte Fahrbahnbreite. Ich überholte dann die Baumaschinen, die dabei waren das Mistzeug zu verteilen.

Von der gut gefüllten Rappbodetalsperre fuhr ich hinunter nach Rübeland, schwenkte nach rechts und brauste auf der B 27 nach Blankenburg. Es herrschte absolut kein Bundesstraßenverkehr, die Straße ist neu und hat wunderschön gezogene Kurven. Das haben viele Motorradfahrer vor mir auch schon entdeckt und es dabei etwas übertrieben. An den entscheidenden Stellen gibt es Geschwindigkeitsbeschränkungen nur für Motorräder auf 70 bzw. auf 50 Km/h. Ich habe das Streckenstück trotzdem sehr genossen. Dann kam Blankenburg. Es herrschte stop and go durch die ganze Stadt. Ich wollte doch nur auf der Bundesstraße gerade durch, dabei dachte ich an grüne Welle oder so etwas. In Halberstadt kurz darauf das gleiche Bild.

Die Landstraßen geeignet zum Rodeotraining oder aufgefräst, die Städte zugestaut, die Bundesstraßen meist LKW-verkehrsreich - in Zukunft werde ich die östlichen Bundesländer meiden.

Von Halberstadt bis Helmstedt quälte ich mich weiter auf der B 245. Das Wetter war ab dem Nordrand des Harzes sommerlich geworden. 24, ja 25C zeigte mein Thermometer bei blauem Himmel an. Mir war das zu warm. Der Fahrtwind brachte wenig Kühlung da ich meist nicht flott vorankam. Ab Helmstedt durfte ich wieder Rodeoreiten üben. Von Dorf zu Dorf ritt ich in der Altmark nach Nord-Osten. Über Klötze führte mein Weg bis zum Kurort Arendsee am gleichnamigen See. Mit Ausnahme von wenigen Kilometern musste mein Fahrwerk alles geben. Ein Anfänger schafft vielleicht 60 Km/h, ein Fortgeschrittener 70 Km/h und ein Rodeomeister 80 Km/h. Wer noch mehr will braucht ein anderes Pferd.

Hundemüde erreichte ich am Abend Arendsee. Eines steht fest: Diese Strecke werde ich nicht noch einmal fahren. Von Ebergötzen aus werde ich in Zukunft Herzberg ansteuern und die Straßen des Westharzes unter die Räder nehmen. Die anschließenden blöden 200 Kilometer geradeaus durch die Altmark oder die Lüneburger Heide bis zum Wendland und der Elbe lassen sich auch schöner bewältigen als auf der Route meiner Sommertour 2007.

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Sommertour 2007 - Nach Jarplund-Weding bei Flensburg

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