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Sommertour 2007 - Nach Pyhra im Weinviertel

Es war der 7. Tag meiner Reise. Die Straße war am Morgen schon gewohnt nass. Der Himmel war wie gewohnt grau in grau. Immer wieder tröpfelte es aus den Wolken. Wenn ich aus dem Fenster meiner Pension nach unten schaute, sah ich die Erlauf, die genau neben dem Haus vorbei fließt. Dieses Flüsschen bildet an dieser Stelle die Grenze zwischen Niederösterreich und der Steiermark. Die Grenze zwischen den beiden Bundesländern geht mitten durch Mitterbach. Eben genauso wie die Erlauf sich dahinschlängelt. Ich schlief also in der Steiermark und fuhr dann über eine schmale Holzbrücke direkt neben der Pension nach Niederösterreich.

Nach wenigen Kilometern Fahrt kam ich wieder in die Steiermark zum Wallfahrtsort Mariazell, wo ich einen kleinen Stop zum Tanken einlegte. Eine schöne, kurvige Gebirgsstraße längs der Mürz brachte mich über den Lahnsattel nach Mürzzuschlag. Hier wechselte ich die Richtung und fuhr weiter nach Norden, wieder nach Niederösterreich, auf den Semmering. In Spital am Semmering wartete bereits ein Motorradkollege mit seinem Sohn auf mich. Wir kennen uns aus dem CB500er Forum. Nach der Begrüßung setzten wir gemeinsam die Fahrt fort. Unser erstes gemeinsames Stück war der Pfaffensattel. Das Teerband darüber stammt wahrscheinlich aus der Zeit vor der Erfindung des Verkehrswegebaus, dann wurde es vergessen. Unsere Fahrwerke mussten alles geben um uns zunächst steil in die Höhe und dann wieder hinunter zu bringen. Unten schlugen wir einen Haken und rollten hinauf auf den Wechsel. Von der Passhöhe in St. Corona am Wechsel hat man einen weiten Blick über die Bucklige Welt, eine Gebirgslandschaft am Alpenostrand im Südosten von Niederösterreich. Beim Abwärtsfahren holten wir Schwung für den Feistritzsattel. Einige Kilometer weiter verließen wir die Bucklige Welt über das Rosaliengebirge, und damit Niederösterreich, und gelangten in das Burgenland.

Auf einmal waren die Straßen trocken, die Sonne kam heraus und die Temperatur stieg binnen weniger Minuten von 7C auf 20C. In einem Dorfgasthof im schattigen Garten aßen wir zu Mittag. Dann trennten sich unsere Wege. Mein Kollege fuhr zurück in das Wiener Becken und ich setzte meine Fahrt zum Neusiedler See im Burgenland fort. Auf meinem Weg lagen so bekannte Wein- und Fremdenverkehrsorte wie Rust, Oggau, Mörbisch, Neusiedl oder Donnerskirchen. Leider ist das eine sehr verkehrsreiche Gegend. Ich hatte etwas Vertrauen zum guten Wetter gefasst und gönnte meiner kleinen Honda eine kleine aber kräftige Dusche an einer Tankstelle. Nun sah man wieder ein blaues Motorrad mit goldenen Felgen. Man sah aber auch deutlich, dass der rechte Gabelsimmering nicht das ewige Leben hatte. Für den kommenden Montag hatte ich aber sowieso schon einen Termin in einer Werkstatt zum Wechseln der Simmeringe vereinbart.

Je näher ich im Nordburgenland der Donau kam umso stürmischer wurde es. Ich brauchte keine Angst zu haben mir am Rande der panonischen Ebene und im flachen Marchfeld nördlich der Donau die Reifen eckig zu fahren. Ich musste mit Schräglage fahren um den Weststurm auszugleichen. Allzu schnell war ich dabei nicht, ich ließ so manches Auto freiwillig vorbei. Das Marchfeld ist auch die Erdölförderregion von Österreich. Über die Landschaft verstreut stehen die wie große Pferdeköpfe aussehenden Pumpstationen, die das begehrte Öl aus der Tiefe holen.

Eine Stunde später war ich im Weinviertel, in meiner alten Heimatgemeinde, in Pyhra angekommen. Meine Mutter freute sich, dass ich gut angekommen war. Sie selbst hatte es an diesem Freitag nicht so gut erwischt. Sie war gestürzt und hatte sich dabei den Arm gebrochen. Am Abend traf auch noch mein Bruder aus Wien mit seiner Frau bei uns ein. Wir fuhren gemeinsam in das nächste Krankenhaus wo der Arm meiner Mutter geröntgt wurde. Er war tatsächlich gebrochen und bekam eine Gipsmanschette. Am Samstag Vormittag sollten wir damit zum Hausarzt. Der hatte natürlich Urlaub. Die Vertretung einige Dörfer weiter meinte, es wäre alles in Ordnung mit dem Gips. Gegen Mittag schwollen auf einmal die Finger an und sie bekam Schmerzen im Handgelenk. Der Gips hatte irgendwo eine Druckstelle gebildet, wir fuhren wieder in das Krankenhaus und ein neuer Gips kam auf den Unterarm meiner Mutter.

Am Abend sollte es eine größere Grillparty auf dem ehemaligen Bauernhof in Pyhra geben. Die Vorbereitungszeit hatten wir stark verkürzen müssen. Am Nachmittag kam der Rest der Verwandtschaft und einige Freunde auf den ehemaligen Bauernhof meiner Eltern. Alle packten mit an und es wurde ein schöner langer Abend. Am Sonntag ließen wir es uns beim Feuerwehrheurigen im Nachbardorf bei Musik und gutem Essen gut gehen. Am Montag organisierte ich das überleben' meiner Mutter und ihres kleinen Haus- und Hofhundes. Sie sollten schließlich versorgt sein wenn wir alle wieder weg waren. Mit einer Hand wäre das etwas schwierig geworden in ihrem doch schon etwas gesegneten Alter. Zumal ich am Montag Vormittag in einer Honda-Werkstätte vorfuhr um meine CB500 mit neuen Gabelstimmeringen auszustatten.

Das verlängerte Wochenende kam mir sehr kurz vor. Am Dienstag morgen startete ich meine Rückreise. Das ganze Wochenende war schönes Sommerwetter gewesen. Ab Dienstag sollte es wieder schlechter werden.

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Sommertour 2007 - Nach Zwiesel im Bayrischen Wald

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