zurück zur Startseite

Sommertour 2007 - Nach Bad Herrenalb im Schwarzwald

Ich hatte in der Nacht ganz schlecht geschlafen. Ständig hatte ich böse Vorahnungen, irgendetwas würde schief gehen, ich würde mein Ziel in Bad Herrenalb nicht erreichen. Am Liebsten wäre ich im Bett geblieben, so schlecht ging es mir. Ich hatte doch gar keinen Grund - oder doch?

So fuhr ich eben mal vorsichtig los. Zweimal winkte ich ein Auto vorbei. Ich fuhr schön langsam und vorsichtig auf den nassen Straßen. Nach 12 Kilometern Fahrt ging der Motor aus und sprang auch nicht mehr an. Da hatten sich doch tatsächlich meine bösen Träume bewahrheitet! Ich rief den ADAC zu Hilfe. Es dauerte so knapp 2 Stunden bis der Pannenwagen bei mir war. Er war nämlich noch bei einer anderen Panne im Einsatz und konnte sich daher nicht sofort um mich kümmern. In der Zwischenzeit versuchte ein anderer Motorradfahrer Erste Hilfe zu leisten - vergebens. Der Pannenhelfer des ADAC tippte auf einen kaputten Lima-Regler. Wir verluden die CB500 auf seinen LKW und fuhren damit zu einer Hondawerkstätte in Neuwied am Rhein. So gegen 12:00 Uhr trafen wir bei Honda Hellenbrand ein. Eigentlich begann gerade die Mittagspause für die Mechaniker. Ein Mechaniker überprüfte trotzdem fachkundig meine Maschine. Es war tatsächlich der Lima-Regler, der irgendwann den Geist aufgegeben hatte. Dadurch hatte ich nun auch noch eine leere Batterie. Einen neuen Regler zu bestellen wäre kein Problem gewesen, am Mittwoch wäre er da. Es war aber Montag und ich hatte eigentlich vor an diesem Tag bis Bad Herrenalb im Schwarzwald zu fahren. Meine ganze geplante Urlaubstour wäre dadurch versaut gewesen. Also ging der Mechaniker zu seinem Chef und bat um Hilfe für mich. Der Chef trommelte alle Mechaniker zusammen und gemeinsam suchten sie nach einer Lösung, die mir das Weiterfahren am selben Tag ermöglichen würde. Zunächst recherchierten sie, ob dieser Lima-Regler nicht auch in anderen Honda Modellen zu Einsatz kommen würde. Ja, und zwar in der 125er Varadero, war ihr Ergebnis. Leider stand so eine Maschine auch nicht auf dem Hof. Aber ein Mechaniker fuhr genau so eine Maschine privat. Es war genau das passende Modell. Jetzt passierte zweierlei. Erstens wurde ein neuer Regler bestellt. Zweitens fuhr der hilfsbereite Mechaniker mit einer neuen FMX-Sumo von Honda nach Hause, baute seinen Regler aus und brachte ihn in die Werkstatt zu meiner CB500. Die Mittagspause war mittlerweile zu Ende. Der gebrauchte Regler wurde durchgemessen, die Werte stimmten und so konnte der Regler in meine Honda eingebaut werden. In der Zwischenzeit hatte meine Batterie 1,5 Stunden am Ladegerät gehangen. Sie war natürlich nicht ganz geladen aber zum Starten reichte es. Den Rest würde meine Lichtmaschine auf dem Weg in den Schwarzwald schon machen. Ich bezahlte einen neuen Regler für den netten Mechaniker und 0,5 Stunden Arbeitszeit. Es war mit Sicherheit etwas mehr wie die abgerechneten 0,5 Stunden Arbeitszeit, von der Fahrt nach Hause und der vertanen Mittagspause für 2 Mechaniker ganz zu schweigen. Deshalb rundete ich den Betrag großzügig auf. Das machte ich gerne da mir auch sehr großzügig geholfen wurde. Noch mal, bei Honda Hellenbrand in Neuwied, da werden Sie wirklich geholfen.

Dann programmierte ich eine neue Navigation nach Bad Herrenalb. Mein Fahrzeug war auf einmal ein Auto und mit ‚Autobahn erlaubt' fuhr ich schnellstmöglichst nach Bad Herrenalb. Um 14:50 Uhr fuhr ich los. Die Fahrt sollte laut Navi 3 Stunden dauern. So lernte ich die A61 nach Süden kennen, dann die B271 durch eine badische Weinregion. Ich hatte aber keinen Blick dafür und auch keine Fotos gemacht. Dann näherte ich mich wieder auf der Autobahn dem Großraum Karlsruhe/Pforzheim. Auf einmal war ich im dicksten Stau, eine Baustelle auf der Autobahn sorgte dafür, dass nichts mehr voran ging. Ich schlängelte mich zwischen den Autoschlangen durch wo es ging. Nach vielen langsamen Kilometern fuhr ich runter von der Autobahn, hinein in den nächsten Ort - und stand schon wieder im Stau. Wegen einer Baustelle war Bad Herrenalb auf allen Wegweisern rot durchgestrichen. Eigentlich sollten es nur noch 30 Kilometer bis zu meinem Tagesziel sein. Die Umleitung machte etliche Kilometer mehr daraus und war zudem völlig verstopft. Um 19:00 Uhr erreichte ich mein Quartier auf teils recht nassen Straßen. Zu meinem Erstaunen hörte ich, dass vor einer Stunde ein dicker Wolkenbruch über Bad Herrenalb herunterkam. "Wo waren Sie denn da? Sie sind ja gar nicht nass?" "Da stand ich im Stau!", war meine Antwort.

Den Tag hatte ich mir anders vorgestellt. Die schönen Strecken an der Eifel, an der Mosel und im Hunsrück müssen eben warten bis ich wieder mal komme. Stattdessen hatte ich hunderte Lkws auf der Autobahn gesehen wie sie das Bruttosozialprodukt steigerten. Die armen Autofahrer, die sich täglich auf der Autobahn mit ihnen herumquälen müssen.

zurück zur Sommertour 2007

Sommertour 2007 - Nach Friedrichshafen am Bodensee

zurück zu den Touren