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Sommertour 2007 - Nach Talle im Weserbergland

Es war Samstag, der 30. Juni 2007 um 7:30 Uhr. Ich hatte ein paar Wünsche für diesen Tag - und die nächsten 2 Wochen. Trockenes Wetter bei ca. 17C und ein allgemeines Autofahrverbot. Vielleicht noch, dass wenige Insekten meinen Weg kreuzen und dass die Spritpreise wieder sinken würden. An den Wünschen sieht man schon, dass meine alljährliche Sommertour auf dem Programm stand. Herrlich! Endlich Urlaub mit meiner CB500! Und die Realität? Die Benzinpreise waren tatsächlich am Tag vorher von 1,389 auf 1,329 gefallen. In der Nacht hatte es ziemlich heftig geregnet. Die Straßen waren daher teils nass, teils feucht, teils trocken. Es hatte etwas bescheidene 14C. Meine Honda hatte neue Reifen, das Öl war gewechselt, alles war kontrolliert, geschmiert und geputzt worden. Eigentlich konnte ich ganz ruhig starten.

Um 7:45 Uhr war es soweit. Tankrucksack, Topcase und das Navigerät waren an der Maschine. Die Navisoftware wartete darauf, dass sie mich zu meinem ersten Tagesziel in Talle im Weserbergland dirigieren konnte. Ich stieg auf, schloss das Kinnteil des Schuberth-C2-Klapphelmes und drückte auf den Startknopf. Der Motor nahm sofort seine Arbeit auf und ich rollte raus aus Weding, nach Südwesten, der Frühsonne entgegen, die sich immer mehr am blauen Himmel gegen die Wolken durchsetzte.

Nach einer halben Stunde änderte sich die Lage. War die Straße vorher trocken mit einigen feuchten Flecken so war sie nun nass mit einigen trockenen Stellen. Ich dachte an meine neuen, noch nicht so eingefahrenen Reifen und ging etwas vom Gas. In Lunden, etwas südlich von Friedrichstadt, kam ich in einen heftigen Platzregen. Kurz entschlossen fuhr ich in das nächste Buswartehäuschen. Ich entschied mich hier den Schauer abzuwarten. Das Regenzeug über die schon nassen Sachen wollte ich nicht anziehen. Der Schauer dauerte 40 Minuten, dann fuhr ich weiter. Die Straße nach Heide war jetzt so nass, dass ich von den wenigen Autos vor mir voll mit Schmutzwasser eingedeckt wurde. Das mit dem allgemeinen Autofahrverbot hatte leider nicht geklappt. An der Grünetaler Hochbrücke über den Nord-Ostseekanal machte ich oben beim alten Brückenkopf eine Pause. Der Platz ist mit einer Grillgelegenheit, einer Rundhütte und Tischen und Bänken versehen. Hier traf ich auf eine Motorradgruppe aus Heide, die ebenfalls eine Pause auf ihrer Tagestour machte. Von diesem ca. 45 Meter über dem Kanal gelegenen Platz hat man einen schönen Ausblick auf Dithmarschen und den Nord-Ostseekanal. Leider fuhr gerade kein Schiff auf dieser meistbefahrenen Wasserstraße der Welt. Da das Land nach Süden hin bis zur Elbe recht flach ist wählte ich für meinen weiteren Weg oft kleine Nebenstraßen die einigermaßen kurvig sind. So erreichte ich gegen Mittag in Glückstadt die Fähre über die Elbe. Es war trocken geblieben, nur der Wind wurde immer heftiger. Die vielen Windräder drehten sich um die Wette und versuchten den Stromproduktionsausfall, verursacht durch die Abschaltung der AKWs in Krümmel und Brunsbüttel wettzumachen. In beiden Atomkraftwerken hatte es 2 Tage zuvor gebrannt. Angeblich völlig gefahrlos für die Umwelt.

Die ersten 200 Kilometer der Tour ist die CB500 in ihrem natürlichen Lebensraum, den kurvigen Landstraßen. Die nächsten 200 Kilometer von der Elbe bei Wischhafen bis zum Wiehengebirge/Weserbergland fehlen einfach die Kurven. Man kann die Strecken noch so hin- und herschieben beim Planen der Tour. Hier gibt es fast nur gerade Straßen. Erst kommt der Horizont und dann doch wieder mal eine Kurve. Na ja, nach ca. 3 Stunden hatte ich es überstanden und war in Minden/Porta Westfalica angekommen. Hier besuchte ich das große Kaiser Wilhelm I Denkmal. Es liegt hoch oben auf einem Berg. Vom Denkmal aus hat man einen weiten Ausblick über die "Provinz Westfalen" wie eine große Steintafel bezeugt, und die Weser und das Weserbergland, dass am drüberen Weserufer beginnt. Ich verließ den alten Wilhelm und die vielen Touristen und Ausflügler zu seinen Füßen, überquerte die Weser und war wenige Kilometer weiter auf den kurvenreichen Anstiegen des Weserberglandes. Endlich! Nachdem ich einige Höhenzüge überquert hatte stoppte ich den Motor vor dem Alten Krug in Talle im Kalletal. Ich war seit 10 Stunden unterwegs und hatte mein Tagesziel ohne große Aufregung erreicht. Die Strecke kannte ich im großen und ganzen schon. Auf einigen Harz/Weserbergland-Touren war ich schon so ähnlich bis hier her gefahren.

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