Unser aktuelles Projekt
Without education, force remains blind. Ohne Bildung bleibt Kraft blind.
Wir unterstützen den Distrikt Mpanda durch den Bau einer Secondary-School in Mpanda. Das Bauvorhaben wird sich zunächst auf 2 Klassenräume erstrecken in denen die Schüler die weiterführenden Klassen 12-13 besuchen können. Die Schule wird zudem Schlafräume für die Kinder, eine Bibliothek, ein Labor, ein Lehrerzimmer, eine Küche, einen Speiseraum, ein Büro, eine Werkstatt und sanitäre Einrichtungen erhalten. All dies ist erforderlich, weil die Schulwege im Distrikt mit der dreifachen Größe Schleswig-Holsteins viel zu lang wären.
In jeder Klasse könnten bis zu 45 Kinder in den Fächern Englisch, Kisuaheli, Mathematik, Physik, Biologie, Geographie, Geschichte, Wirtschaft und Allgemeinwissen unterrichtet werden. Die Schule hätte damit eine Kapazität von zunächst 90 Schülern. Es müssten ca. 5 Lehrer eingestellt werden.
Ein Ausbau um vier Klassenräume in denen dann die vier Jahre bis zum erreichen der Highschool-Qualifikation absolviert werden können, wäre zu einem späteren Zeitpunkt möglich.
Die Schule soll sich in der Zukunft selber finanzieren können. Hierzu werden Schulgelder in vertretbarer und ortsüblicher Höhe verlangt (ca. 100 US$ pro Kind und Jahr), aber auch finanzielle Rücklagen für Stipendien an arme Schüler geschaffen.
Der Schule sollen zwei Wirtschaftszweige angegliedert werden. Zum einen werden landwirtschaftlich nutzbare Flächen in Schulnähe geschaffen, auf denen die Schüler außerhalb der Schulzeit Landwirtschaft betreiben können. Zum anderen ist geplant durch die Anschaffung eines geländegängigen Fahrzeuges der Schule zu ermöglichen, Touristen in die nahen Nationalparks Katavi und Mahale Mountains zu fahren (in Mpanda gibt es bis heute keinen Tour-Operator) und somit für die Schule eine weitere Einnahmequelle zu erschließen. Denkbar wäre auch der Anbau eines Dispensarys, das ist ein kleiner medizinischer "Kiosk", in dem elementare medizinische Versorgung betrieben und Arzneimittel ausgegeben werden. Dies wäre dann eine weitere Einkunftsquelle für die Schule und ein günstiger Gesundheitsdienst für die Schüler.
Für den Bau des Schulgebäudes werden große Lehmziegel verwendet, die in Mpanda zu einem Stückpreis von 5-10 Cent produziert werden. Das Gehalt für einen Handwerker auf der Baustelle beträgt ca. 3-5 EUR pro Arbeitstag. Hilfsarbeiter können für 1-2 EUR pro Tag rekrutiert werden. Das Monatsgehalt eines Secondary-School-Lehrers liegt je nach Qualifikation zwischen ca.120 US$ und 200 US$.
Zum Zwecke der Durchführung des Projektes haben wir bereits Kontakte zum Bildungsministerium in Dar es salaam geknüpft. Es steht uns dort jemand beratend zur Seite. Die Auflagen für die Genehmigung der Schule sind keine große Hürde, die meisten der erforderlichen Unterlagen liegen vor und können relativ problemlos eingereicht werden.
Das gesamte Projekt wird in einzelne Phasen aufgeteilt. In der ersten Phase, die im 3. Quartal 2004 abgeschlossen sein soll, wird das Bauland nebst landwirtschaflich nutzbarer Fläche in Mpanda erworben und erschlossen. Dies müssen mindestens 3,5 ha Land sein, um den Auflagen zu genügen und genügend Reserve für Landwirtschaft und Erweiterungsbauten zu haben. In der folgenden Phase soll das Schulgebäude selbst auf dem Bauland errichtet werden. In der dritten Phase des Projektes ist geplant, das Schulgebäude mit der notwendigen Ausrüstung und Lehrmaterialien auszustatten, um dann in der vorerst letzten Phase den Schulbetrieb aufnehmen zu können.
Warum eine Schule?
Vielleicht mag sich mancher fragen, warum wir gerade darauf kommen eine Schule zu bauen? Sicher gibt es gerade in Mpanda auch viele andere Bereiche, in denen Entwicklungshilfe nötig wäre. Man könnte darüber nachdenken, die medizinische Versorgung zu verbessern, Waisenhäuser zu errichten, Brunnen zu bohren oder durch andere Maßnahmen die Infrastruktur der Region auszubauen.
Wir haben uns dafür entschieden, der Stadt und der Region durch den Ausbau des schulischen Systems zu helfen, weil wir der Meinung sind, daß dies die nachhaltigste Form der Hilfe darstellt. Das Bestreben von Entwicklungshilfe sollte sein, den Menschen vor Ort die Möglichkeit zu schaffen, sich selbst zu helfen und die eigene Situation nach eigenen Bedürfnissen zu verbessern. Schwierig ist es Projekte aufzubauen, die über lange Zeiträume ständig der finanziellen Unterstützung der Gebenden bedürfen. Wer weiß, ob sich in 50 Jahren noch Menschen finden, die das Interesse und die Möglichkeiten haben, diese Projekte weiterhin mit Geld und Logistik zu versorgen. Es ist wichtig, den Menschen in Tansania auf die eigenen Beine zu helfen. Tansania ist reich an Bodenschätzen und natürlichen Ressourcen. Tansania hat mit einem Durchschnittsalter der Bevölkerung von knapp über 17 Jahren ein hohes Potential an motivierten Arbeitskräften.
Wir denken, daß es wichtig ist, durch eine Förderung der Bildung den Menschen einen hohen Kenntnisstand über ökonomische und ökologische Zusammenhänge zu vermitteln, das Erlernen von Fremdsprachen und Naturwissenschaften zu ermöglichen. Dadurch werden aus den Kindern Mpandas von heute, junge gebildete Erwachsene von morgen, die das Potential besitzen werden, die Dinge in ihrer Heimat zum Besseren zu verändern und vielleicht schon übermorgen aus eigener Kraft die medizinische Versorgung Mpandas verbessern, Waisenhäuser errichten, Brunnen bohren oder durch andere Maßnahmen die Infrastruktur der Region ausbauen. |