Institut Deutsche Adelsforschung
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Die Adelsgenossenschaft in den Reichslanden Elsaß-Lothringen

Zur Geschichte einer zweifachen Grenzlandesabteilung der Westmark von 1888 bis 1918

I. Einleitung

Die Forschungslandschaft bezüglich der Historie und der Stellung der Deutschen Adelsgenossenschaft in Deutschland hat in den letzten Jahren bedeutende Erkenntnisfortschritte erfahren und mancher Federstrich erhellte die Geschichte ihrer teils sehr unterschiedlichen Untergliederungen. [1] Trotzdem verlief die Geschichte einzelner Landesabteilungen immer noch höchst unterschiedlich, waren doch nicht nur die territorialen, wirtschaftlichen und politischen Gegebenheiten in jedem deutschen Lande anderer Natur, sondern auch auch die Zusammensetzung und Stellung der Nobilität war in Bayern beispielsweise anders als in Preußen gelagert. Diese Umstände und Differenzen im Adelsbild machen es daher immer wieder interessant, neue Konstellationen in der Geschichte der bedeutendsten Vereinigung des organisierten deutschen Adels zwischen 1874 und 1945 auszuloten und in Darstellung zu bringen.

Diesmal widmet sich der vorliegende Aufsatz daher der Geschichte einer Landesabteilung, die nicht im norddeutschen Raum lag, sondern vielmehr multikulturell geprägt war und zwischen Deutschland, Frankreich, Luxemburg und der Schweiz ihre Heimat hatte. [2] Der besondere Status der Reichslande Elsaß-Lothringen ließ dabei auch auf eine besondere deutsche Rolle der Adelsgenossenschaft in einem weltanschaulich umkämpften Territorium schließen. Dies soll hier anhand der Geschichte der Landesabteilung und ihrer Protagonisten nachvollzogen und untersucht werden.

II. Die Reichslande Elsaß-Lothringen von 1871 bis 1920

Zum besseren Verständnis und zur Einordnung von Motiven und Handlungsstrategien der Landesabteilung Elsaß-Lothringen der Deutschen Adelsgenossenschaft ist es vorab notwendig, auf die Lage, Verfassung und die Politik in den Reichslanden einzugehen, weil sie die besonderen in keinem anderen deutschen Land auftretenden Rahmenbedingungen lieferten, in denen die Adelsgenossenschaft überhaupt erst tätig werden konnte.

II.1. Verwaltungsgliederung und Staatsorganisation

In Elsaß-Lothringen besaß das noch sehr junge deutsche Reich nach der militärisch erzwungenen »Landesübernahme« [3] nach dem Jahre 1870 erstmals die Möglichkeit eine vollständig neue Verwaltung nach deutschem Vorbild einzurichten, womit die neue Staatsverwaltung als Vorbild für mögliche weitere Eroberungen territorialer Art einen besonderen Stellenwert einzunehmen prädestiniert war. Die Diskussion um die künftige staatsrechtliche Stellung Elsaß-Lothringens war dabei ausschlaggebend für die Art der Verwaltung und Ausübung der Hoheitsrechte und läßt sich daher auch gut an den Entwicklungen der Verfassungsrahmen ablesen, die drei markante Stufen durchlief.

In der ersten Stufe wurden nach den territorialen Eroberungen und den Schlachten des deutsch-französischen Krieges von 1870/71, der sich teils auf dem später reichsländischen Boden abgespielt hatte, im Frankfurter Frieden vom 10.Mai 1871 die größten Teile der beiden französischen Departements Ober- und Unterrhein an Deutschland abgetreten. Per Gesetz vom 9.Juni 1871 erfolgte dann die Eingliederung in das Deutsche Reich, am Neujahrstag des Jahres 1873 trat außerdem die Reichsverfassung in Elsaß-Lothringen in Kraft. Bis dahin unterstanden die neuen Territorien zwischen 1870 und 1871 dem Militärgouvernement des Generalleutnants Friedrich Alexander Graf v.Bismarck-Bohlen, zwischen 1871 und 1879 in einer zweiten Stufe dann dem nach preußischem Verwaltungsvorbild eingesetzten Oberpräsidenten Eduard v.Moeller (1814-1880), der als altdeutscher Repräsentant vorher Oberpräsident in Kassel gewesen war.

Im Jahre 1879 dann begann die dritte Stufe mit der Einrichtung der Kaiserlichen Statthalterschaft, dem obrigkeitlichen regionalen Vertreter des Kaisers, der die Regierungsgewalt in Elsaß-Lothringen ausübte. Die Kaiserlichen Statthalter waren durchweg bis auf den ersten Amtsinhaber Verwaltungsfachleute. Nur der Generalfeldmarschall Edwin v.Manteuffel (1809-1885) gehörte noch dem Militär an und zeigte die Bedeutung, welche die Altdeutschen der bewaffneten Macht auch in der Zivilverwaltung anfangs zugestanden. In den Jahren 1885 bis 1894 wurde Chlodwig Fürst zu Hohenlohe-Schillingsfürst (1819-1901) Statthalter. Sein Nachfolger war in den Jahren 1894 bis 1907 Hermann Fürst von Hohenlohe-Langenburg (1832-1913), gefolgt von in dem Zeitabschnitt von 1907 bis 1914 von Karl Graf v.Wedel (1842-1919). Unter ihm erhielten die Reichslande außerdem eine größere Machtfülle in der Selbstverwaltung mit der 1911 nach langen Diskussionen durch den Reichstag eingeführten eigenen Landesverfassung, die Elsaß-Lothringen zu einem nahezu gleichwertigen Gliedstaat des Deutschen Reiches erhob, wenngleich es immer und bis zum Schluß mit der altdeutschen Verwaltung ein staatsrechtliches Eigenleben führte, das sonst ohne Vorbild in Deutschland war.

Der letzte altdeutsche Statthalter, dessen Amtszeit sich fast mit dem Ersten Weltkrieg deckte, wurde schließlich 1914 bis 1918 der bisherige schlesische Oberpräsident Johann v.Dallwitz (1855-1919), bevor im Zuge der weiteren im Allgemeinen viel zu spät erteilten Zugeständnisse an die Einheimischen im Oktober 1918 für einen Monat noch der nichtadelige und altdeutsch gesinnte Altelsässer [4] Rudolf Schwander (1868-1950) zum Statthalter berufen wurde. [5] Am 10.November 1918, Kaiser Wilhelm II. war auf der Flucht nach den Niederlanden, wurden die französischen Waffenstillstandbedingungen angenommen, nach der die deutschen Truppen binnen 14 Tagen aus den Reichslanden abziehen müßten.

Am gleichen Tage bildete sich in Straßburg ein Arbeiter- und Soldatenrat, der sich mit den Altdeutschen um die Regierungsgewalt stritt, der Landtag hatte sich zudem am 11.November 1918 einberufen und unter den Umständen des Zusammenbruchs der altdeutschen Besatzung und Verwaltung zum Elsaß-Lothringischen Nationalrat erklärt. Am selben Tage legte schließlich auch Schwander sein Amt nieder und die Reichslande wurden erstmals relativ autonom, übernahm doch der Nationalrat aus Einheimischen unter der Führung von Eugen Ricklin unter notgedrungen erfolgter Billigung der Reichsregierung im fernen Berlin am 12.November die Geschäfte der Ministerien und riß damit die Regierungsgewalt an sich. [6]

Auf symbolischer Ebene wehte auf dem Rathausturm zu Straßburg noch bis zum 21.November 1918 die rote Fahne, dann aber wieder die französische Trikolore. [7] Französische Truppen blieben als Militärbesatzung in Elsaß-Lothringen und eine Französisierungpolitik setzte ein, die nach 1870 zugewanderten Altdeutschen wurde ausgewiesen und damit auch, sofern sie Grundbesitzer waren, enteignet. Damit endete verfassungsrechtlich besehen die deutsche Geschichte Elsaß-Lothringens zum zweiten Mal, nachdem es vor 1806 schon einmal Mitglied im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation gewesen war.

II.2. Das »altdeutsche« Adelselement in Besatzung und Verwaltung der Reichslande

Im Jahre 1894 lebten in den Reichslanden 1,3 Millionen eingeborene Elsaß-Lothringer, 207.000 Angehörige deutscher Staaten sowie 46.000 Ausländer außerdeutscher Herkunft. Die Mehrzahl der Deutschen gehörte dabei zur militärischen Besatzung. Denn außer den sich freiwillig zum Militärdienst meldenden Elsaß-Lothringern bestand die Militärbevölkerung der Reichslande im Jahre 1890 aus Deutschen. Zwar wurden auch in den bald schon neu eingerichteten Militärbezirken Rekruten zum Militärdienst ausgehoben (zum Beispiel im Jahre 1893 rund 7.000 Mann), diese aber preußischen und nicht einheimischen Garnisonen überwiesen, wohl, um die Verbindung mit Preußen auf informeller Ebene zu stärken.

Und unter den indes direkt in den Reichslanden tätigen Militärs bildeten die Preußen mit 115.000 Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften das größte Kontingent, gefolgt von rund 31.ooo Badenern, 30.000 Bayern sowie 13.000 Württembergern. Dabei kam es in den ersten zwanzig Jahren der Geschichte der Reichslande zu einer gewissen Konzentration der Preußen und Bayern auf Lothringen, während sich Badener und Württemberger hauptsächlich im Ober- und Unterelsaß wiederfanden. [8] Diese regionalen Bevorzugungen waren insofern im Themenkontext nicht unwichtig, als vor allem Lothringen und nicht das Elsaß zunächst als regionale Keimzelle der Adelsgenossenschaft angesehen werden muß. Diese lag außerdem im Militär und nicht in der Zivilverwaltung, so daß hier an dieser Stelle auch noch die Militärbesatzung näher beleuchtet werden soll.

Sie lag ganz in preußischer Hand, die in Elsaß-Lothringen Truppen aus drei Armeekorps stationiert hatte. Damit gehörte das Reichsland zu den größten deutschen Militärbasen. Dies geschah nicht von ungefähr, wollte man doch die westmärkischen Grenzlande zur Abschreckung und Zurückdrängung französischer Interessensphären mit einer außergewöhnlichen militärischen Präsenz unterstreichen. Der Bezirk Oberelsaß war militärisch im XIV.Armeekorps (Karlsruhe) zusammen mit den altdeutschen Ländern Baden und Hohenzollern zusammengefaßt. Der gesamte Bezirk Unterelsaß und zwei lothringische Kreise (Saarburg, Saargemünd) dahingegen unterstanden dem XV.Armeekorps (Straßburg). Das in Metz stationierte XVI.Armeekorps des Deutschen Heeres dahingegen umfaßte die übrigen lothringischen Stadt- und Landkreise. [9] Es gab außerdem die Festungen Straßburg, Metz, Diedenhofen, Bitsch und Neubreisach, ferner wurde eine Kriegsschule in Metz sowie eine Unteroffiziersschule in Neubreisach gegründet.

Um zusätzlich eine Aussage über die Stärke und das Auftreten der altdeutschen Nobilität in der Verwaltung der Reichslande zu gewinnen und daraus dann Ableitungen zur Bedeutung der Adelsgenossenschaft zu treffen, ist es notwendig, die zivile Untersuchungsgruppe in drei hierarchisch nach den Verwaltungsebenen getrennten Teile zu gliedern. Neben der ersten Ebene der obersten Verwaltung der Statthalter ist dies die zweite Ebene der drei Bezirkspräsidentenämter im Oberelsaß, im Unterelsaß und in Lothringen sowie letztlich die dritte Ebene der Kreisdirektoren mit Landratsfunktionen in den einzelnen Kreisen.

In den Jahren von 1870 bis 1918 war die oberste Ebene ausschließlich von adeligen Verwaltungsbeamten dominiert, nur am Schluß der Amtszeit von Oktober bis November 1918 berief der Kaiser einen elsässischen Bürgerlichen auf das Amt des Statthalters. Ansonsten hatte Kaiser Wilhelm II. stets Generäle, Diplomaten oder Oberpräsidenten berufen, die traditionell aus dem deutschen Adel stammten und von denen die Mehrheit aus Preußen kam und protestantisch war (siehe oben).
Auf der Ebene der Bezirkspräsidenten der drei Bezirke war das adelige Element schon nicht mehr so zahlreich vorhanden. Im Bezirk Unterelsaß gehörten zu den zwischen 1870 und 1918 amtierenden acht Herren nur noch 50 % dem Adel an (Graf v.Luxburg, Ernst v.Ernsthausen, v.Stichaner, Freiherr v.Freiberg-Eysenberg), im Bezirk Oberelsaß allerdings waren noch fünf von sechs Bezirkspräsidenten adeliger Herkunft (Freiherr v.der Heydt, Ernst v.Ernsthausen, v.Jordan, Prinz zu Hohenlohe-Schillingsfürst, v.Puttkamer). Der Bezirk Lothringen schließlich war noch zu 100 % von nobilitären Bezirkspräsidenten dominiert (v.Bonin, Graf zu Eulenburg, Graf v.Arnim, v.Puttkamer, Freiherr v.Reitzenstein, v.Flottwell, Freiherr v.Hammerstein-Loxten, Graf v.Zeppelin-Aschhausen, Freiherr v.Gemmingen-Hornberg). Auch sie kamen bis auf wenige Ausnahmen fast alle aus Preußen.

Es kann somit konstatiert werden, daß der altdeutsche Adel sich in den Führerstellen von Armee und Verwaltung behauptete und eine gesicherte Stütze des Kaisers in den Reichslanden bildete. Dem altdeutschen Adel eröffnete sich mit der Landesübernahme Elsaß-Lothringens ab 1871 und der Gründung zweier neuer Armeekorps freilich ein reiches vor allem militärisches Betätigungsfeld.

Dennoch bedeutete dieser Umstand auch, daß Militär und zivile Landesverwaltung an einer Integration jener elitären Kräfte krankten, die einheimischer Herkunft waren. Die sogenannten »Notablen« Elsaß-Lothringens in die Regierungsverantwortung zu ziehen oder ihnen wichtige Stellen im Militär zu überlassen, dazu fand sich Deutschland zunächst gar nicht, im Bereich der Zivilverwaltung schließlich, wie das Beispiel des letzten Statthalters Schwanders zeigte, nur in sehr kleinen Schritten und meist zu einem zu späten Zeitpunkt, bereit. [10] Die Kräfte des Beharrens und der obrigkeitlichen Oktroyierung von Staatsorganisationen, aber auch von Gesinnungen, waren bis zuletzt größer gewesen als die der Öffnung und dem Wunsch nach einem gleichberechtigten Miteinander von neuer Herrschaft und elsaß-lothringischen Einheimischen.

II.3. Der reichsländische Adel der Westmark und die Stellung der »Notablen«

Die Stellung der »Notablen«, die sämtlich nicht Mitglied der Landesabteilung Elsaß-Lothringen der Deutschen Adelsgenossenschaft geworden sind, war daher problematisch. Sie waren sich dieser Zwitterstellung durchaus bewußt und vereinigten unter sich eine reiche Bandbreite an Weltanschauungen. Zu jenen Familien zählten seit alters her bereits die Geschlechter Zorn v.Bulach, v.Wurmsee, v.Landsperg, v.Rathsamhausen, Böcklin v.Böcklinsau, v.Hässel, v.Wetzel, v.Andslau, v.Oberkirch, v.Müllenheim, v.Waldner et cetera, die sämtlich bereits im 16.Jahrhundert die Unterelsässische Ritterschaft bildeten und selbständig verwalteten. Und schon immer hatte es unter ihnen zwei Lager gegeben. Eines war in politischer Hinsicht mehr deutschorientiert, das andere mehr an Frankreich angelehnt. Diese Divergenz setzte sich auch im kulturellen Bereich fort, in dem hier französische Sprache und Mode tonangebend wurde, da aber die deutsche Sprache gepflegt wurde. [11]

Diese Divergenz in den Anschauungen und Vorlieben blieb auch weiterhin erhalten, besonders auch in der Zeit nach 1870.
Denn neben den französisch gesinnten »Notablen«, die die Landesübernahme ablehnten (Protestler), gab es solche, die eine große staatliche Eigenständigkeit Elsaß-Lothringens forderten (Autonomisten) oder solche, die deutschfreundlich gesinnt waren und allein im Deutschen Reich ein Aufgehen Elsaß-Lothringen sahen. So unterschiedlich die Gruppe der »Notablen« indes auch war: Ihren Gliedern war gemein, daß sie nach der Landesübernahme vor vollendete Tatsachen gestellt wurden und sich entscheiden mußten, in welches Lager sie eintraten. Einige wanderten nach Frankreich aus, andere blieben im Lande und suchten bei Protestlern und Autonomisten ihre politische Verwirklichung zu erreichen.

Um einen Einblick in die Vielfalt der Betätigungsmöglichkeiten des reichsländischen Adels der Westmark und ihre Zwitterstellung zu erhalten, soll hier ein besonderer »Notabler« beispielhaft vorgestellt werden: Hugo Freiherr Zorn v.Bulach (1851-1921). [12]

Diese Symbolfigur, die sich mal als Deutscher, mal als Franzose, immer aber in erster Linie als Elsaß-Lothringer verstanden hatte, gehörte zu den Granden der Westmark. [13] Er war zunächst aus einem alten elsässischen katholischen Adelsgeschlecht stammend französisch sozialisiert worden und hatte 1859 in Metz ein Jesuitenkolleg besucht, bevor er eine weitere allgemeinbildende Ausbildung auf dem bischöflichen Gymnasium zu Straßburg absolviert hatte. Nach Abbruch eines juristischen Studiums infolge seiner Meldung als Freiwilliger bei der französischen Armee gegen die Deutschen im Jahre 1870 kämpfte er aktiv gegen Preußen als Leutnant der Mobilgarde und kam schließlich nach Rastatt und Dresden als Kriegsgefangener. Anschließend widmete er sich seiner agrarischen Ausbildung und besuchte von 1871 bis 1873 die Landwirtschaftliche Hochschule in Hohenheim bei Stuttgart, bevor er nach der Errichtung des Reichslandes als Anhänger der Autonomisten in die Politik ging. Hier betätigte er sich zuerst auf regionaler Ebene von 1878 bis 1909 im Unterelsässischen Bezirkstag als Deputierter, dazwischen auch noch als Mitglied des Reichstages in Berlin in den Jahren 1881 bis 1887 sowie 1890 bis 1898.

Als erster einheimischer »Notabler« wurde Zorn v.Bulach zudem im Jahre 1895 zum Unterstaatssekretär für Landwirtschaft ins reichsländische Ministerium berufen, wo er sich um eine Zusammenarbeit mit den protestantischen altdeutschen Führungseliten bemühte, ohne aber die Autonomie Elsaß-Lothringens aus den Augen zu verlieren. Von Kaiser Wilhelm II. wurde er außerdem als Geste besonderer persönlicher Bindung an das deutsche Heimatland zum Burghauptmann der Hohkönigsburg ernannt. Im Kabinett Graf Wedel wurde Zorn v.Bulach schließlich 1908 Staatssekretär und avancierte damit in das zweithöchste Amt der altdeutschen Landesverwaltung der Reichslande. Nach der Zabernaffäre von 1913 wurde ihm wie dem gesamten Kabinett Wedel aber der Abschied erteilt und er betätigte sich fortan nur noch in der Ersten Kammer der elsaß-lothringischen Landesvertretung. Nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg wurde er als Kollaborateur mit der deutschen Besatzungsmacht aus Frankreich ausgewiesen und lebte nun im Badenschen bei Karlsruhe auf einem Gut seiner Familie. Allerdings kehrte er im November 1919 wieder nach Frankreich zurück und lebte bis zu seinem Tode auf seinem Stammschloß Osthausen, ohne sich weiter politisch zu betätigen.

Seine stets auf einen Ausgleich zwischen Deutschen und Franzosen bedachte Politik mit starker regionaler Betonung der Unabhängigkeit von Elsaß-Lothringen brachte ihn oft in Mißkredit bei der einen oder anderen Interessengruppe. Trotzdem gelang es ihm, die Zustimmung der Adelsgenossenschaft zu finden, [14] die ihn als Vorreiter des Germanentums, als ethisch-ideell streitenden Ritter, als nationaldeutschen Vorkämpfer verehrte und öffentlich als Vorbild gegen Mosaiker, gegen »Schlotjunker« und »zersetzenden Liberalismus« anpries und ihn feierte sowie umwarb. [15] Diesem Werben erlag Zorn v.Bulach indes nicht, denn als Mitglied der Adelsgenossenschaft läßt er sich nicht feststellen. [16]

II.3. Germanisierungsversuche des »altdeutschen« Adels im Reichsland

Daß Elsaß-Lothringen nach einer langen staatsrechtlichen Zugehörigkeit zu Frankreich und einer Französisierung wieder germanisiert werden müsse, daran bestand im altdeutschen Adel kein Zweifel. Die Mittel zur nationalen und weltanschaulichen Gewinnung des Grenzlandes und seiner durchaus national gespaltenen Bevölkerung wurde dabei in verschiedenen Formen vorangetrieben. Neben der Präsenz des altdeutschen Adels in der Verwaltung der Reichslande waren es auch Staatsbesuche höchster und hoher Repräsentanten des altdeutschen Adels und der Reichsregierung sowie öffentlichkeitswirksame Ankaufprojekte und sogar Nobilitierungen.

Der letzte Deutsche Kaiser Wilhelm II. (1859-1941) betätigte sich hierbei als höchste Integrationsfigur im Reichsland, vor allem mit seinen Reisen und dem Ankauf sowie der altdeutschen Rekonstruktion von Hohkönigsburg und von Schloß Urville. Mit diesen Reisen, die der Kaiser in Elsaß-Lothringen ausführte, wollte er die Bevölkerung von Angesicht zu Angesicht an Deutschland binden und die Germanisierung der Reichslande vorantreiben, auch sollte an die alte Kaiserherrlichkeit des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation angeknüpft werden, als habe es das französische Interregnum nicht gegeben. [17] Die Kaiserempfänge durch Verwaltung, Offizierkorps und Bevölkerung waren dabei streng nach einem Regelement und einer preußischen Besuchsanordnung mit Schmückungsvorschriften ausgearbeitet worden und daher nicht zufällig. Die inszenierte Selbstdarstellung der gesellschaftlichen ausländischen Eliten fiel allerdings mit der allgemeinen und nicht spezifisch an den Kaiser gebundenen Schaulust der Bevölkerung zusammen, die sich zu derlei Veranstaltungen gern aus Neugier, weniger aber aus Begeisterung, einfand. In jedem Fall fand der Kaiser und das altdeutsche Element in den Reichslanden stets einen entsprechenden neugierigen Volksteil als willigen Rezipienten und als schmückenden Rahmen der Besuche und Aufläufe und konnte daher seinen propagandistischen Zweck stets befriedigend erfüllt sehen.

Schon Kaiser Wilhelm I. war viermal ins Reichsland gereist. Erstmals im September 1876 sah ihn Elsaß-Lothringen als Staatsoberhaupt im Landesteil Elsaß, als er einige Schlachtfelder des deutsch-französischen Krieges, Gefallendenkmäler und ein Bauernrennen zu besichtigen sowie um einem einheimischen »Notablen«, Ferdinand Graf Eckbrecht v.Dürckheim-Montmartin auf Fröschweiler, einen Besuch abzustatten.

Fortgesetzt wurde der kaiserliche Tourismus mit einem offiziellen mehr als einwöchigen Besuch der Hauptstädte Straßburg und Metz im Mai 1877. In diesen Städten, die mit starker Garnison versehen waren, suchte der Altkaiser die Nähe von Bevölkerung und Offizierkorps, nahm Paraden ab und Auftritte der altdeutschen Verwaltungsspitzen in den Kreisen auf Bahnhöfen. Auch hier machte sich wieder eine Festkultur bemerkbar, die offiziell und von oben herab verordnet war. So sah es der Metzer Stadt- und Kreisdirektor Julius Freiherr v.Freyberg-Eisenberg allein als sein Verdienst an, mit Anordnungen zum Festschmuck eine gewisse Atmosphäre geschaffen zu haben, da die Bevölkerung sonst keine Initiativen zur Ausschmückung der Stadt anläßlich des allerhöchsten Besuches ergriffen habe. [18]

Im Jahre 1879 und 1886 schließlich folgten die beiden letzten Reisen des greisen Reichsgründers, zum Einen zum Kaisermanöver bei Straßburg zur Darstellung militärischer Stärke im Grenzland, wieder mit besonderer symbolischer Verbindung zum den altdeutschen Gedanken wesentlich repräsentierenden Militär und Offizierkorps, zum anderen zu einem persönlichen Erscheinen in Straßburg selbst.

Dahingegen reiste sein Nachfolger und Enkel Wilhelm II. in fast jedem Jahr seiner dreißigjährigen Regierungszeit nach Elsaß-Lothringen, namentlich nach dem Ankauf des lothringischen Schlosses Urville bei Metz im Juli 1890, das der Herrscher als zeitweilige Sommerresidenz seiner Familie zur Darstellung seiner angeblichen politischen Omnipräsenz als Kaiser aller Deutschen nutzte.

Urville lag bei bei Courcelles-Chaussy, war mit einem großen Park ausgestattet, lag rund 15 km von Metz entfernt und war ein durch drei Geschosse gebildeter Bau des 16. Jahrhunderts mit einem Walmdach und vier vorspringenden Ecktürmen sowie mit etlichen baulichen Ergänzungen, unter anderem einer neoklassizistische Front, versehen worden. 1890 wollte der französisch gesinnte Besitzer Urville verkaufen und nach Frankreich übersiedeln; auf diese Weise gelangte das Schloß mit Park im Juli 1890 in den Privatbesitz Kaiser Wilhelm II. Es folgten erneut bauliche Veränderungen und Ergänzungen, die Innenarchitektur wurde vorwiegend durch lothringische Möbelstücke gebildet. Wie auf den übrigen kaiserlichen Privatgütern wurde auch in Urville eine Musterlandwirtschaft angelegt, der Besitz jedoch im Zuge des verlorenen Ersten Weltkriegs enteignet; danach beherbergte Urville eine französische Landwirtschaftsschule.

Auch Ankäufe und lokale Festsetzungen von Deutschen auf eigener Scholle wurden seitens der Regierung in Berlin und seitens des Kaisers unterstützt. Als Mittel hierfür ist in erster Linie auch die Nobilitierungspolitik Wilhelm II. in seiner Eigenschaft als preußischer König zu nennen, der in der Grenzlandsituation in Posen wie auch in Elsaß-Lothringen eine besondere Bedeutung und Chance der Germanisierung der Reichslande sah. [19]

So wurde der aus einer rheinländischen Familie stammende Königlich Preußische Landrat außer Diensten John Haniel im Jahre 1899 preußischerseits untituliert geadelt. Dieser war bis 1913 Besitzer des Schloßparkes Moers im Rheinland gewesen, erwarb aber schon früher - im Jahre 1891 - das barocke Schloss Landonvillers in Lothringen mit Gutshof und eigenem Grund und Boden. Das ursprüngliche Châtelet aus dem späten 18.Jahrhundert ließ Haniel, der als Großindustrieller in den Montanwirtschaft über reichhaltige Geldmittel verfügte, 1903 durch Anfügung eines Flügels im Stil der Neorenaissance umgestalten und erweitern. Zwischen 1904 und 1906 beauftrage er außerdem den germanischen Burgenbauarchitekten Bodo Ebhardt, der auch Rekonstrukteur der Hohkönigburg war, mit der Ausführung und dem Bau eines rechteckig-gleichschenkeligen 35 Meter hohen neoromanischen germanischen Wohnturms, der mit bis zu drei Metern tiefen Fensternischen versehen war. [20] Haniels und Ebhardts Motivation zu diesem Konglomerat von Baustilen lag eindeutig auf der Schaffung eines "Denkmals des Deutschtums in Lothringen". [21] Der ganze Besitz wurde allerdings 1918 ebenfalls enteignet, die Haniels mußten wieder ins Rheinland zurückkehren und konnten sich wie alle anderen neuen altdeutschen Besitzer nicht dauerhaft in den Reichslanden heimatlich machen.

Auch andere in Elsaß-Lothringen diensthalber tätige Adelige, die allerdings in aller Regel - bis auf wenige Ausnahmen - ohne Grundbesitz waren, wurden zur Stärkung des Deutschtums untituliert von Preußen aus geadelt. [22] Als altdeutsche Dienstleute wurden der Generalleutnant zur Disposition und zuletzt Kommandant von Metz gewesene Rudolf Spankeren (1896), der Chef des Reichsamtes für die Verwaltung der Reichseisenbahnen in Elsaß-Lothringen Karl Thielen (1900), der Brigadier der Gendarmerie-Brigade in Elsaß-Lothringen Vollrad Schubka (1901), der Major im 2.Oberlesässichen Feldartillerie-Regiment Nr.51 Alfred Herrmann (1906), der Kolbsheimer Grundbesitzer und Besitzer des Eisenhüttenwerkes zu Niederbronn im Elsaß Moritz Grunelius (1908) sowie der Straßburger Polizeipräsident Wilhelm Lautz (1912) mit dem »v.« nobilitiert.
Die Einbindung der »Notablen« in den Reichslanden in die neue Herrscherschicht war mit der Nobilitierungspolitik nicht erwünscht und ist so gut wie nicht vorgekommen. Eine Ausnahme stellte lediglich der in Saargemünd wohnende Staatsrat und Landesausschußpräsident von Elsaß-Lothringen Eduard Jaunez (1904) dar, der kurz nach der Jahrhundertwende den preußischen Adel erhalten hatte.

Eduard v.Jaunez (1835-1916) war in Wallerfangen an der Saar geboren worden und als katholischer Industrieller in den Jahren 1877 bis 1890 für den Wahlkreis Saargemünd-Forbach als »Protestler« in den Reichstag gewählt worden. [23] Seine Erhebung in den preußischen Adelsstand war insofern interessant, weil Jaunez als Protestler ein strikter Gegner der Annexion Elsaß-Lothringens durch das Deutsche Reich gewesen ist, also ein weltanschaulicher Gegner Preußens. Wie die anderen Protestler wollte er als gewähltes Reichstagsmitglied lediglich einmal nach Berlin reisen, um dort einen förmlichen Prostest niederzuschreiben und dann wieder ohne weiter an den Verhandlungen des Gremiums teilzunehmen, ins elsaß-lothringische Heimatland zurückreisen. Jaunez wollte dabei eine Volksabstimmung erzwingen, um den Elsaß-Lothringen die freie Entscheidung über die staatsrechtliche Zugehörigkeit zu ermöglichen. [24]

III. Die Adelsgenossenschaft in der intellektuellen Auseinandersetzung mit den Reichslanden

Auch die Deutsche Adelsgenossenschaft hat sich mit den Reichslanden Elsaß-Lothringen befaßt und auseinandergesetzt. Sie erwies sich dabei als eine Protagonistin des ultrakonservativen »altdeutschen« Standpunktes und war sehr klar an einer Germanisierung [25] der Reichslande interessiert, stammten doch nicht zuletzt die Träger dieser Politik eben aus jenem preußischen und deutschen, überwiegend protestantisch orientierten Adel, dessen Klientel genau die Mitgliederschaft des Adelsgenossenschaft abdeckte. Die Position der Genossenschaft in Berlin wurde vor allem durch indirekte Stellungnahmen zur Elsaß-Lothringen-Frage im Deutschen Adelsblatt als dem Mitteilungsorgan für die Mitglieder deutlich.

III.1. Projektionen zur binnenkolonialen Ansiedlung überzähliger altdeutscher Adelssöhne

Hier kam es bereits im Februar 1888 zu einem interessanten Vorschlag des nichtadeligen Kaiserlich Deutschen Oberförsters außer Diensten Gerdolle und eines gewissen Doktors Müller aus Gütersloh [26] zur inneren Kolonisation der Reichslande durch Großgrundbesitzer des deutschen Adels. [27] An und für sich sei demnach vor allem Lothringen als agrarisch geprägter Teil des Reichslande -vor allem die Lothringische Hochebene bestand aus wenig Waldungen und viel Acker- und Weideland [28] - wegen der guten Infrastruktur und der niedrigen Güterpreise ein agrarwirtschaftliches Kolonisationsland per excellence. Trotz der großen Menge an freien Gütern fehlte es aber 1888 doch den meisten Interessenten an einem hinreichend großen disponiblen Vermögen in »Altdeutschland«, das für die Anfangsjahre, für Zinsen, Darlehen, Meliorationen, die Modernisierung der Wirtschaftsgebäude und andere Investitionsmaßnahmen nötig gewesen wäre.

Gerdolle und Müller schlugen vor, daß die Regierung in Lothringen eine Ansiedlungskommission wie in Posen zum Ankauf von heruntergewirtschafteten Gütern einrichten solle, um diese instand zusetzen und dann wiederum zu recht wohlfeilen Preisen an »altdeutsche« adelige Landwirte zu verkaufen, um auf diese Weise das Fundament für eine neue an den Grundbesitz gebundene Geburtsaristokratie in Lothringen zu schaffen. Bei der großen ideellen Bindung des Adels an die Topoi von »Boden« und »Scholle« war es erklärlich, daß diese Ideen im Adelsblatt abgedruckt wurden und einen reichen Widerhall in den Utopien der eben jener vom Grundbesitz schon meist gelösten Urbanadeligen - im Jahre 1889 waren 72 % der Mitglieder der Genossenschaft ohne Grundbesitz [29] - fanden, wollte man doch wieder zurück zum Bodenbesitz als einem der Grundlagen für nobilitäres Leben.

Da bereits 1889 abzusehen war, daß es nie zur Errichtung einer staatlichen lothringischen Ansiedelungskommission wie in Posen kommen würde, brachte Gerdolle den Vorschlag, daß die Genossenschaft eine Kreditorganisation ins Leben rufen solle, die diese Ansiedlungsaufgabe in privater Hand übernehmen könne, um so "in der nunmehr wieder eroberten Westmark" Privatinteressen, "patriotische Gefühle" und Standesbewußtsein miteinander zu vereinen. Lothringen benötige laut Gerdolle eine neue starke »altdeutsche« ländlich rückgebundene Führerschaft, die mit gutem Beispiel vorangehe, Traditionen mitbrächte, der »Scholle« eng verbunden sei und auf diese Weise dem kapitalistischen System entgegentrete. Seitenverwandte reicher Häuser oder Adelige, die keine andere Tätigkeit im Deutschen Reich finden würden, seien daher bevorzugt zu unterstützen für einen Neuaufbau des Großgrundbesitzes in Lothringen, der dann auch in Majoraten und Fideikomissen zu sichern sei. In diesem Entwurf schien dem deutschen Adel Elsaß-Lothringen eine Art zu besiedelter »Nullraum«, ein Vakuum zu sein, eine Art »Neue Welt«, die voller Verheißungen für nachgeborene Adelssöhne ohne große Aufgaben im Leben steckte.

III.2. Stärkung des historischen Autarkitätsgedankens für das Elsaß

Noch im gleichen Jahre, als Gerdolles Vorschläge im Adelsblatt abgedruckt wurden, kam es durch einen weiteren Verfasser nichtadeliger Herkunft namens Hermann Ludwig zu einem Abdruck geschichtlicher Erinnerungen über das Unterelsaß. [30] Er wollte damit a) eine Strärkung des Selbständigkeitsgedankens der Reichslande und b) zugleich dessen Bindung an die deutsche Reichsidee verkünden und intellektuell unterstützen. Ludwigs Mittel hierzu war die Bekanntmachung der Historie des Elsaß aus der Zeit, als dieser Landstrich noch zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation gehört hatte. Mithin berichtete er über die Geschichte der Reichsritterschaft Unterelsaß aus den Jahren der Begründung 872 bis zur Zerstörung durch Frankreich im Jahre 1789.

Als markant bezeichnet er das Jahr 1651, als sich - der oberalsässische Adel hatte sich nach Frankreich orientiert - die »Vereinigte Reichsritterschaft in Schwaben, Franken, am Rheinstrom und im Untern Elsaß« gebildet hatte. Dennoch war es immer wieder zu Konflikten mit dem französischen König gekommen, der zwar die Zugehörigkeit zur rechtsrheinischen deutschen Ritterschaft und auch die eigene Standesgerichtsbarkeit anerkannte, aber einige Privilegien der Elsässer Ritter einschränkte, ihre Versammlungen überwachen ließ und dafür Sorge trug, daß Umsturzgedanken gar nicht erst aufkeimen konnten. Wider Willen mußte die Unterelsässische Ritterschaft dann 1789 ihre Selbständigkeit aufgeben, sie nahmen umsonst Zuflucht zum Heiligen Römischen Reich.

Ludwig berichtet fernerhin über die Anziehungskraft, die Frankreich, der hof von Versailles und die französische Lebensart auf die Elsässer Adelsfamilien besessen habe, betonte aber gleich wohl, wofür er vor allem die Schriftstellerin Therese Baronin v.Oberkirch aus ihren Memoiren zitiert, deren stets Zurückhaltung in Bezug auf allzu überschwängliche Teilnahme an französischen Eskapaden. Insgesamt betonte Ludwig in seinem Aufsatz namentlich den Aspekt der Herausbildung eines elsässischen Adels- und Standesbewußtseins als »Fels in der Brandung«. Für den derzeitigen Adel des Jahres 1888 sollte diese Erinnerung eine tiefere Verbundenheit mit den historischen Standesgenossen, aber auch eine Intensivierung und Sensibilisierung für die Reichslandfrage bewirken.

III.3. Erinnerung an die deutschen historischen Erbherren im Elsaß

Der Schriftsteller Ludwig Clericus gab schließlich im Jahre 1889 in Tradition zu Hermann Ludwig stehend erneut historische Erinnerungen an das Elsaß heraus und bediente sich hierzu vor allem eines Verzeichnisses über Grundbesitzer in den 1789 neu begründeten beiden Départements Haut-Rhin und Bas-Rhin. [31] In seiner Untersuchung und Aufstellung kam er zu dem Ergebnis, daß sich zur Zeit der französischen Revolution der meiste Grundbesitz in den Händen deutscher Adelsfamilien befunden hatte, während nur ein Drittel in Händen fremder (französischer) Familien gelegen habe. Er schließt indes seine Untersuchung mit dem Hinweis und dem Appell an den deutschen Adel: "Der echte, der im Bewußtsein des Volkes wurzelnde, der dauernd einflußreiche Adel ist nur derjenige, welcher auf altererbten Landgütern angesessen ist!". Damit verfolgte Clericus freilich eher allgemeine Ziele der Adelsgenossenschaft, die ihre Mitglieder am liebsten an Latifundieneinkünfte und -eigentum gebunden sah, als Ziele zur »intellektuellen Annexion« der Reichslande. [32]

III.4. Empfehlung zur Ausgrenzung der deutschkritischen »Notablen«

Im Jahre 1892 dann, anläßlich des ersten Besuches Wilhelm II. auf seinem Privatbesitz Urville, machte sich dann Max Schön Gedanken über eine Intensivierung des »Germanisierungssystems« für die Reichslande, die trotz der 21jährigen Zugehörigkeit zum Deutschen Reich seiner Auffassung nach immer noch nicht weit genug vorangeschritten war. Als dringlichste Aufgabe der Zukunft sei es daher anzusehen, den ländlichen Grundbesitz in deutsche Hände zu bekommen und "einen großen Theil des Grundbesitzes den gegenwärtigen nicht deutschen Inhabern zu entäußern". [33] Enttäuscht äußerte sich Schön dabei über die Haltung des alteingesessenen Adels und er vermittelt demzufolge ein ganz anderes kritisches Bild des Deutschtums desselben als Clericus. Schön bemängelte die Durchdringung der »Notablen« durch den französischen Geist der letzten dreihundert Jahre und ihren Mangel an Integrationswillen in die deutsche Kultur und den deutschen Staat.

Dies sei nicht nur auf Frankreich zurückzuführen, sondern auch drauf, daß sich der Adel Elsaß-Lothringens aus Erfahrung auf seine Güter zurückgezogen habe und vielfach Anhänger der Autonomiebewegung hervorbringe, die jeder nationalstaatlichen Eingliederung kritisch gegenüber wären. Bei allen staatlichen Wechselfällen sah der eingesessene Adel, so Schön, sein Fortkommen nur in der Beharrung auf der Autarkie der Reichslande, die keine großartige Einmischung und Fremdbestimmung vertragen würde. So war für Schön dann folgerichtig die »Notablen« Schuld an der bisher mangelnden kulturellen und weltanschaulichen Integration der Reichslande in das Deutsche Reich.

Man solle dafür Sorge tragen, daß sich die Protestler, die in seinen Augen noch die Majorität des einheimischen Adels stellten, durch leichteren Verkauf ihrer Güter zum Abwandern nach Frankreich bewegt würden. Umso schneller könnte man dann die Reichslande kolonialisieren und umerziehen. Dazu wäre auch eine Zusammenlegung von Kleingütern in Großbetriebe empfehlenswert. Schön empfahl, ähnlich wie bereits Gerdolle, dazu die Einrichtung von deutschen Dependancen »altdeutscher« Fürstenhäuser, die über Sekundo- und Tertiogeniturverträge dort ihre nachgeborenen Söhne festsetzen sollten. Schön griff damit nach vier Jahren Gerdolles Uridee wieder auf, die Reichslande zu kolonisieren und eine »Re-Education« zu unterwerfen, um die bislang in zwei Jahrzehnten gescheiterten Bemühungen um eine wirkungsvolle Assimilierung zu befördern.

III.5. Die Kaisermanöver als politische Demonstration in den Reichslanden

Nicht nur das Kaisermanöver in seiner Gesamtkonstitution und Anlage war jedesmal ein militärisches Gepränge zur Demonstration von Kampfbereitschaft und Waffenverfügbarkeit, nicht nur ein kaiserliches Kriegsspiel der Militairs, sondern zugleich auch ein oft politisches Zeichen, besonders in Grenzlandterritorien. So ist auch das Kaisermanöver des Jahres 1893 zu werten und so wurde es auch gewertet vom deutschen organisierten Adel: Als Zurschaustellung der Bereitschaft, Elsaß-Lothringen notfalls mit Waffengewalt zu verteidigen. Dies hatte auch Kaiser Wilhelm II. in einer Ansprache an die deutschen Zivilbeamten geäußert, in dem er sagte, er sei bereit, das Deutschtum in den Reichslanden mit dem deutschen Schwert zu verteidigen. Dieser Satz stieß naturgemäß bei der französischen Presse auf Kritik. Entsprechend reagierte das Adelsblatt mit Ausfällen gegen jüdische Journalisten, die abträglich über das Manöver uns seine politische Bedeutung geschrieben hatten. [34] Somit nahm der deutsche organisierte Adel die »altdeutsche« Position auch hier ein, vermehrt allerdings um eine durchaus waffengeprägte Offenheit zur Verteidigung des mit Blut und Eisen errungenen Reichslandes Elsaß-Lothringen.

III.6. Die Hohköngisburg als baulicher Statthalter des Deutschtums

Kurz vor der Jahrhundertwende dann befaßte sich die Adelsgenossenschaft in einem längeren Aufsatz in ihrem Mitteilungsorgan mit der Geschichte der Hohkönigsburg im Wasgenwald bei Schlettstadt, einem Prestigeobjekt des deutschen Kaisers Wilhelm II., der im Mai des Jahres 1899 von der Stadt Schlettstadt die Ruine zum Geschenk erhalten hatte.35 Der deutsche Monarch hatte daraufhin die Burg rekonstruieren und wieder aufbauen lassen. Der Aufsatz im Adelsblatt von 1899 aber ist rein baugeschichtlicher Natur und nicht politisch gehalten, wohl auch deshalb, weil die politische Aufladung der Burgruine noch nicht durchgesetzt war, als die Burg gerade durch die Deutschen übernommen worden war. Erst später kommt im Adelsblatt diese Politisierung zur Sprache. [36] Dies ist unter anderem der Fall zwei Jahre später, im Jahre 1901, als nun bereits im Adelsblatt von der Burg als einer Hauptstätte mittelalterlicher »deutscher Wehrkraft« gesprochen wurde. Sie sollte wiederhergestellt werden und sicherlich dann auch - abgesehen vom kulturhistorischen Wert - als erneut deutsch aufgeladene Mahnburg im gefährdeten Grenzland gelten und dienlich sein. [37]

III.7. Die Straßburger Reichstagsersatzwahl als Wende zur Tagespolitik

Im Jahre 1904 dann begann sich der organisierte Adel vor allem der reichsländischen Tagespolitik zuzuwenden und verließ den historischen Pfad endgültig, der bislang im Bezug auf die Reichslande eingeschlagen worden war. Den Auftakt zur neuen Linie macht kurz nach der Jahrhundertwende ein Bericht über ein Ereignis, bei dem anhand des Beispiels Elsaß-Lothringens der Liberalismus der politischen Nähe zur Sozialdemokratie überführt werden sollte. So hatten sich 1904 bei der Wahl zum Reichstag im Bezirk Straßburg-Land der klerikale Abgeordnete der elsaß-lothringischen Landespartei und die Demokraten ein Kopf-an Kopf-Rennen geleistet, das schließlich durch die Optierung der Sozialdemokraten als Zünglein an der Waage in einem zweiten Wahlgang zugunsten der Demokraten entschieden worden war. Nach Meinung des Adels habe daher die liberale und antichristliche Landespartei hinlänglich bewiesen, daß sie zu einer Zusammenarbeit mit der »Umsturzpartei« der SPD bereit sei. Mit dieser Partei aber, die monarchiefeindlich sei, dürfe kein Kompromiß eingegangen werden. [38]

III.8. Der Zusammenschluß der Konfessionen

Einige Zeit später, im Jahre 1905, fühlte sich das Adelsblatt bemüßigt, auf die Konfessionskämpfe zwischen Prostestanten und Katholiken in den Reichlanden hinzuweisen. Doch die ökumenische Idee, vor allem vertreten vom derzeitigen Statthalter Fürst zu Hohenlohe-Langenburg, geäußert auf einem Festessen des Oberkonsistoriums in Straßburg, dienst nicht nur der Egalisierung des gesamtchristlichen Bekenntnisses, sondern auch einer Politisierung. Dies galt aus zwei Gründen. Zum Einen hatte sich zu dieser Frage nicht ein kirchlicher, sondern ein profaner Repräsentant geäußert, zum Anderen gab das Adelsblatt unumwunden zu, daß die Spaltung der Konfessionen "die Fortschritte der Germanisierung ernstlich bedrohen" würde. [39] Somit war nicht der rein gmeinschaftlich-überkonfessionelle Rahmen ausschlaggebend für den Aufsatz, sondern lediglich der Gebrauch der ökumenischen Idee für politische Zwecke.

III.9. Die Tavernen-Drachensaat wider »Altdeutsche« in Straßburg

Auf neuerliche Germanisierungsprobleme kam das Adelsblatt dann im Jahre 1906 zu sprechen, obwohl die Reichslanden doch bereits 35 Jahre lang zum deutschen Reich gehörten. Deutlich wurde hierbei, daß es sich immer noch um ein Grenzland handelte, desen Identität noch sehr von der französischen Zeit bestimmt war. Aufgebracht war der organisierte deutsche Adel vor allem über das Benehmen eines Gastwirts, des Besitzers der »Taverne Alsacienne« in Straßburg, der Deutsche, die Zutritt zu seinem Lokal begehrten, verprügeln ließ. Außerdem fanden in der Gastwirtschaft französische Kundgebungen wider die »deutsche Besatzung« statt. Diese Kundmachungen gewannen rasch einen politischen Charakter, der über Straßburg hinaus, so das Adelsblatt, Bedeutung habe, gerade auch in der Zeit der »Marokkokrise« und dem dadurch ohnehin schon gespannten Verhältnis zwischen Deutschland und Frankreich.  Der deutsche Adel empfahl daraufhin, nicht nur die Taverne zu schließen, sondern darüber hinaus auch "die Rechte des Deutschtums in den Reichslanden unter allen Umständen energisch zu wahren und jeden als ihren Feind zu betrachten, der ihnen in dieser Hinsicht Schwierigkeiten in den Weg legt". [40] Blieb diese Drohung sprachlich noch im Unbestimmten stecken, so war dennoch klar ersichtlich, daß mit energischer Wahrung notfalls auch Verfolgungsmaßnahmen von sogenannten »Demagogen« zu erwarten waren.

III.10. Die reichsländische Verfassung als Zurücksetzung Preußens

Seit 1903 hatte die mehr oder minder gouvernemental orientierte Elsaß-Lothringische Landespartei vermehrt gefordert, die Reichslande zu einem selbständigen Gliedstatt des Deutschen Reichs zu erheben und ihnen eine eigene Verfassung zu geben. Entsprechende Entwürfe kamen auch seit 1904 im Landessausschuß von Elsaß-Lothringen zur Sprache. Seit 1909 dann schien die Verfassungsfrage unter neuen politischen Konstellationen - neuer Statthalter Graf v.Wedel und neuer Reichskanzler v.Bethmann-Hollweg - Wirklichkeit werden zu können.

Im Mai 1911 schließlich war nach zähen Verhandlungen die Verfassung Elsaß-Lothringens verabschiedet worden. Sie war für ale beteiligten Gruppen ein Kompromiß, da sich keine Seite uneingeschränkt mit ihren Vorstellungen hatte durchsetzen können. Insgesamt führte die Verfassung zu einer symbolischen und tatsächlichen Vermehrung der Autarkie der Reichslandes, zugleich aber auch zu einer intensiveren Bindung an das Deutsche Reich. [41] Man hielt damals ein Zweikammersystem, deren Mitglieder a) von Amtswegen und b) durch Wahl zusammenkamen, für modern. Dennoch stieß die Verfassung gerade beim organisierten deutschen Adel auf Kritik.

Diese manifestierte sich namentlich in der Problematik der Stimmenverteilung zum Bundesrat im Reich. Mit der Zulassung der Reichslande zum Bundesrat anerkannten die Gesetzgeber zunächst die Zugehörigkeit zum Reich als gleichberechtigtem Gliedstaat, vorgesehen waren drei Stimmen zum Bundesrat.

Schon damit war der Adel nicht einverstanden, denn die Reichslande sei politisch noch nicht so erwachsen, bereits als Gliedstaat zu fungieren, ihm wurde die Reife dafür abgesprochen, wie im Jahre 1911 der preußische Hausminister v.Wedel-Piesdorf in einer Rede vor dem preußischen Herrenhaus betont hatte. Dennoch hat der Adel die neue Stellung der Reichslande hinnehmen müssen. [42]

Stärkere Schwierigkeiten aber bereitete ihm nur eine von drei Klauseln, die sich mit den Abgabemodalitäten der drei Stimmen befaßte. Diese durften nicht frei optionierbar sein, sondern nur dann abgegeben werden, wenn Preußen nicht mit Hilfe dieser Stimmen die Mehrheit im Bundesrat erlangen würde. [43] Der konservative Parlamentarier v.Heydebrand und der Lasa griff diese Thematik im Reichstag auf und brachte die Perspektive des Adels auf den Punkt. Es sei schmählich, daß ausgerechnet Preußen durch die Klausel bestraft werde, da doch gerade dieses »altdeutsche« Stammland - mit Gewalt durch kriegerische Handlungen - dafür gesorgt habe, daß Elsaß-Lothringen ins Reich »heimgeholt« worden wäre. Er sah darin eine Undankbarkeit und eine Art von Selbstverleugnung, die Preußen nicht anstehe und im politischen Leben fehl am Platze sei.

Und der Reichstagsparlamentarier Freiherr v.Zedlitz sah gar staatstragende Gefahren in der Stimmklausel, denn seiner Auffassung nach träten "die Tendenz hervor, den demokratischen Einfluß zuungunsten Preußens zu steigern. Das sei aber gleichbedeutend mit der Schwächung des monarchischen Charakters des Deutschen Reichs. Der Grundsatz der Demokratie, der Herrschaft des Volkes, stehe in einem inneren unlösbaren Gegensatze zu dem monarchischen Gedanken, und mit dem Fortschreiten der Demokratie erscheine auf die Dauer eine lebenskräftige Monarchie nach preußischem und deutschem Muster unvereinbar." Der Preis für eine Verfassung Elsaß-Lothringens, von der man nicht wisse, wohin sie gehe, sei viel zu hoch. Die Staatsregierung habe in dem Falle nicht mit Weisheit gehandelt, die ihr sonst eigen sei. Preußen müsse die Vormacht haben." [44] Ähnlich beleidigt äußerte sich auch der konservative Deputierte v.Oldenburg-Januschau, der in der Thematik der Bundesratsstimmen einen "Schlag gegen die Ehre und das Ansehen Preußens" erkennen zu können glaubte. [45]

Diese Stellung vertrat indes nicht nur ein vereinzelter adeliger Reichstagsabgeordneter, sondern sie war symptomatisch für den deutschen organisierten Adel in der Adelsgenossenschaft: Die Bundesratssache Elsaß-Lothringens wurde als Staatsgedanken gefährdende demokratische Aktion gedeutet und noch einmal bewies der Adel sein Festhalten an alten Strukturen und Mustern obrigkeitlichen Denkens, das möglichst keinen Zugeständnissen unterliegen sollte. Diese verhärtete nicht flexibel auf politische Herausforderungen der Zeit reagierende Haltung hat schließlich zur Explosion der Revolution und des Totalumsturzes sieben Jahre später geführt, als 1918 die Demokratie gewaltsam eingeführt wurde.

Der Eintritt des Preußischen Herrenhauses in diese Diskussion mit der Position des konservativen Standpunktes der Veränderungsverweigerung wurde denn auch folgerichtig vom deutschen Adel als "politische Reife und nationales Verständnis" gefeiert.

Und auch in der Zeit nach dem Erlaß der Verfassung zeigte sich der deutschen Adel in der Genossenschaft unzufrieden mit der Verfassung. Sie sei prinzipiell nichts anderes als ein "Entgegenkommen den reichsfeindlichen Elementen gegenüber", und sie habe in Bezug auf die reichsländischen Autonomisten nicht die Hoffnung erfüllt, "der ganzen Protestbewegung endgültig den Lebensnerv durchschnitten zu haben". [46] Sie habe mit ihrem "radikalen Wahlrecht" zu ungewollten demokratischen Mehrheitsbildungen und dem Anwachsen des Protestlertums geführt und man sah sich in dieser Hypothese auch durch die Bildung neuer Partein in den Reichslanden und linker Wahlerfolge zum elsaß-lothringischen Landtag bestätigt. [47]

III.11. Die »Zabern-Affäre« und die Stellung des »altdeutschen« Offizierkorps

Nach der Diskussion und Ablehnung der Verfassung herrschte zunächst einmal zwei Jahre lang publizistische Ruhe im Adelsblatt, was Elsaß-Lothringen anging. Erst plötzlich rückte Ende des Jahres 1913 das Reichsland und seine politische Stimmung wieder in den Fokus der Genossenschaft. Und auch hier wurde ein konservativer und zugleich extrem militärischer Charakterzug des deutschen Adels erkennbar. Anlaß zur Äußerung dieser Standpunkte bot die sogenannte »Zabern-Affäre« das Reichsland, aber auch das Deutsche Reich selbst und führte zu einer weiteren Verstimmung zwischen Deutschland und Frankreich. Weil die Affäre das ganze Mißverhältnis von Offizierkorps, Militär und Bevölkerung Elsaß-Lothringens und auch des Deutschen Kaiserreichs auf eine sehr bizarre Weise beleuchtete und weil an ihr hauptsächlich adelige ausschließlich »altdeutsche« Offiziere beteiligt waren, sei an dieser Stelle darauf näher eingegangen. [48]

III.11.1. Ablauf der Affäre

Ursache dieser mit einer großen und plötzlichen Eigendynamik agierenden Angelegenheit war ein junger zur Tatzeit noch minderjähriger im 21.Lebensjahr stehender unreifer Leutnant vom Infanterie-Regiment Nummer 99 in Zabern, der sich seiner Verantwortung und seiner Stellung unbewußt, als Zündholz für eine schwelende politische Glut betätigt hatte. Ihren Ausgang nahm die Affäre am 28.Oktober 1913 in der Garnison des Infanterie-Regiments Nr.99 mit Garnison in Zabern. Dort hatte der Rekrutenausbilder und Leutnant Günther Freiherr v.Forstner (1893-1915)49 gegenüber seinen Untergebenen betont, sie mögen, sollte ihnen im Lande ein ziviler Unruhstifter entgegentreten, von der Waffe Gebrauch machen; dabei benutzte er zudem folgende Worte: "Wenn Sie dabei so einen »Wackes« niederstechen, dann bekommen Sie von mir noch zehn Mark!" Daraufhin hatten drei der angesprochenen elsässischen Rekruten die Presse informiert, woraufhin im Zaberner Anzeiger mit Datum vom 6.November 1913 ein entsprechender Artikel eines »altdeutschen« Redakteurs erschien, der die Bezeichnung »Wackes« als Angriff auf die elsässische Bevölkerung aufgriff, da sie seinerzeit in der Öffentlichkeit auch so verstanden wurde. Indes galt: Weil diese Eigenschaft des Wortes als Schimpfwort und abschätzige Definition der Elsässer im Offizierkorps bekannt war, war sie bereits vorher extra per Regimentsbefehl im Infanterie-Regiment Nr.99 untersagt worden, um Konflikte mit der Bevölkerung zu verhindern.

Nichtsdestotrotz hatte der sich seiner hohen pädagogischen Verantwortung nicht im Geringsten bewußte Leutnant Freiherr v.Forstner sie angewendet. Nach Bekanntwerden des Vorfalls und vor allem den nicht öffentlich bekannt gemachten Disziplinarmaßnahmen gegen den Beleidiger ergaben sich vom 7. bis 10.November erhebliche Unruhen in der Bevölkerung Zaberns, an der sich vor allem die städtische Jugend beteiligte. Es kam zu Straßenaufläufen und Demonstrationen, Beschimpfungen und Bedrohungen des Offizierkorps. Der altelsässische Kreisdirektor Mahl sah jedoch keinen Anlaß zum polizeilichen Einschreiten, so daß seitens des 99er Regimentskommandeurs, des Obersten Adolf v.Reuter (1857-1926), die Parole ausgegeben wurde, daß sich das Militär im Falle eine Angriffes selbst verteidigen müsse.

Reuter leitete nun Untersuchungen gegen Forstner ein, aber zugleich auch gegen die drei elsässische Rekruten wegen des Verrats von Dienstgeheimnissen. Die Nachricht von diesen beiden Verfahren entzündete erneute einen Konflikt in der Stadtjugend, die sich wiederum in öffentlichen Demonstrationen gegen das Militär Luft machte. Reuter reagierte schließlich, um der Lage vermeintlich Herr zu werden, mit der faktischen Erklärung des Belagerungszustandes und ließ vom 26. bis 30.November Patrouillen durch die Stadt schicken und einzelne Bewohner ohne Haftbefehl verhaften und einsperren.
Der auf Weisung des preußischen Kriegsministers Erich v.Falkenhayn (1861-1922) vom Generalkommando Straßburg aus nach Zabern entsandte General Viktor Kühne (1857-1945) bereitete diesem selbstherrlichen Verhalten des Zaberner Regimentskommandeurs allerdings ein rasches Ende und ließ alle Patrouillen aus der Stadt abziehen, um weitere Zusammenstöße zu vermeiden. Diese blieben jedoch auch in der Folgezeit nicht aus, weil Forstner am 2.Dezember zusätzlich auf offener Straße den ihn beleidigenden Schuhmachergesellen Blank mit der Waffe angriff und verletzte.

Begleitend neben den eigentlichen Vorfällen berichtete die Presse laufend über den Fall, der immer neue Auswüchse an den Tag zu bringen schien und der zeigte, wie vergiftet die Szenerie zwischen Besatzung und Bevölkerung war. Die Sache entwickelte sich geradezu zu einem Skandal, der diesen Konflikt sinnfällig symbolisierte und manifestierte.
Zuerst beschäftigte sich nur die Zaberner Presse damit, dann die elsässischen, bald auch die deutschen und europäischen Zeitungen. Vorwürfe wurden gegen die Offiziere Forstner und Reuter, aber auch gegen den Kriegsminister und das Militär im Allgemeinen erhoben, von der Ohnmacht der Zivilgewalt, der Überheblichkeit des »altdeutschen« Elements und der Besatzer gesprochen.

Am 3. und 4.Dezember 1913 beschäftigte sich schließlich auch der Deutsche Reichstag mit den Vorfällen in einer großen Zabern-Debatte. Darin kam es zwischen dem zivilen Reichskanzler Theobald v.Bethmann-Hollweg, dem Kriegsminister Erich v.Falkenhayn und einigen Abgeordneten des Reichstages zu einem Schlagabtausch, der sich auf den Konflikt zwischen Zivil- und Militärgewalt zuspitzte. Falkenhayn als Vertreter des von der Zivilbevölkerung angegriffenen Militärs erhielt dabei Unterstützung von dem konservativen Abgeordneten Ferdinand Rogalla v.Bieberstein, [50] der die Militärgewalt verurteilende Bethmann-Hollweg von dem freikonservativen Deputierten Karl Freiherr v.Gamp-Massaunen (1846-1918). [51]

Mittlerweile waren seitens des Generalkommandos des vorgesetzten XV.Armeekorps umgehend Untersuchungen zu diesem Fallkomplex eingeleitet worden und der verantwortliche kommandierende General Berthold v.Deimling (1853-1944) ließ am 13.November 1913 in Ignoranz der Wackes-Eigenschaft als Schimpfwort verlautbaren, daß sich Forstner bei seiner unbedachten Äußerung lediglich auf streitlustige Zivilpersonen bezogen habe, nicht auf die Elsässer an sich. Gleichwohl war Forstner für seine Worte zu einer Disziplinarstrafe von sechs Tagen Arrest verurteilt worden, auch wenn General v.Deimling die vom Statthalter Graf v.Wedel geforderte Versetzung des nun unmöglich gewordenen Forstners in eine andere Garnison schroff abgelehnt hatte, um keinen Gesichtsverlust des Militärs zu erleiden. Trotzdem aber kam es vom 11.Dezember 1913 bis zum 10.Januar 1914 zu drei kriegsgerichtlichen Verfahren gegen die Rekruten, gegen Forstner und gegen Reuter.

Wegen des Verrats militärischer Internas wurden die drei Rekruten mit Arreststrafen von je drei bis sechs Wochen bestraft. Forstner wurde wegen vorsätzlicher Körperverletzung und rechtswidrigen Waffengebrauchs gegen den Handwerker Blank zu 43 Tagen Gefängnis verurteilt. Forstner, der sich keiner Schuld bewußt war, hatte behauptet in Putativnotwehr gehandelt zu haben und ging daher in Berufung vor das Straßburger Oberkriegsgericht. In der Revision sprachen die Richter ihn deswegen schließlich frei. Auch Reuter, angeklagt wegen der Überschreitung seiner militärischen Befugnisse und der Verhaftung der Zivilpersonen, wurde vom Kriegsgericht aufgrund einer preußischen Kabinettsorder von 1820 freigesprochen, die dem Militär die Ausübung von Gewalt zur Unterdrückung innerer Unruhen gestattete, wenn die Zivilgewalt nicht eingriff. Auch diese Urteile waren Ursache für weitere öffentlich geführte Proteste, da für linke Politiker ersichtlich schien, daß die Übergriffe der Offiziere staatlich geduldet worden seien und keinerlei Sanktionen nach sich gezogen hätten, kurz: Das Militär habe über das Recht gesiegt.

III.11.2. Der »altdeutsche« Standpunkt der Adelsgenossenschaft zum Thema »Zabern«

Die Deutsche Adelsgenossenschaft stand bei diesem Konflikt, der von November 1913 bis Januar 1914 die internationale Presse und Öffentlichkeit beherrschte, fest hinter ihren angegriffenen Standesgenossen Forstner und Reuter. Namens der Genossenschaft ergriff vor allem der ehemalige livländische Hofgerichtsrat und nunmehrige Adelsblattredakteur Georg Friedrich Freiherr v.Saß, [52] der sich schon früher in der elsaß-lothringischen Verfassungsfrage kritisch im Adelsblatt zu Wort gemeldet hatte, Partei für die beiden Offiziere.

Forstner habe sich freilich einer Entgleisung schuldig gemacht, die aber nicht schwer wiege, weil man nicht jede im Diensteifer geäußerte Wortfolge eines militärischen jungen Ausbilders zum Skandal aufbauschen könne; [53] auch habe Forstner ja nur mit bestem Gewissen gehandelt und Blank mit der Waffe bedroht. [54] Desgleichen habe Reuter nur pflichtgemäß gehandelt und die Armee gegen intellektuelle Angriffe geschützt. [55] Wichtiger als die Kritik an den beiden Adeligen sei allzumal die Bestrafung der Pflichtvergessenheit der Rekruten, die sich des Verrats schuldig gemacht hätten. [56]

Als die reichsländische Regierung schließlich im April 1914 zurücktrat und Statthalter sowie Ministerium demissioniert worden waren, erkannte Freiherr v.Saß die Chance für eine straffere Führung der Politik in Elsaß-Lothringen. Er war in der - bei seinen Standesgenossen besonders verständlichen - altjunkerliche Sprachdiktion gegossenen  Überzeugung, daß es "im Reichsland einer starken Hand bedürfe, um die am Boden schleifenden Zügel zu ergreifen und endlich die Aufgabe zu erfüllen, aus dem Grenzgebiet ein deutsches Land, aus der Bevölkerung deutsch denkende, deutsch gesinnte Reichsangehörige zu machen". [57] Als dies der neue Statthalter v.Dallwitz tat, erntete er den uneingeschränkten Beifall des Adelsblattes, als er die Amtsbestätigung für einen elsässischen Bürgermeister ablehnte, um dessen antialtdeutsche Haltung nicht zum Zuge kommen zu lassen. [58]

III.12. Vorschläge zur Liquidation »feindlichen« Grundbesitzes

Ein letztes Aufbegehren wider die französischen Interessen griff das Adelsblatt noch einmal im Ersten Weltkrieg auf, im Jahre 1917. Dazu erlaubte es sich einen Rückgriff auf die schon im Jahre 1892 geäußerten Vorschläge von Max Schön (siehe oben Kapitel III.4.) zur Enteignung der französischen »Notablen« und ihrer Latifundien, die durch Zwangsverwaltung und anschließenden Verkauf endgültig in deutsche Hände übergehen sollten. Damit verbunden wäre dann auch eine Eliminierung beziehentlich Ausmerzung französischer Sympathien im Grundbesitz und damit in den führenden Kreisen der Reichslande. [59] Zu diesem Schritt ist es indes nicht mehr gekommen, da Elsaß-Lothringen bereits Kampfgebiet war und in rund einem weiteren Jahr als Reichsland aufhörte zu existieren.

III.13. Zusammenfassung der Publizitätsbezüge mit Elsaß-Lothringen

Das Thema Elsaß-Lothringen wurde in unregelmäßigen Abständen immer wieder einmal ins Bewußtsein der Deutschen Adelsgenossenschaft und ihres Mitteilungsorgans gerückt. Waren es zunächst mehr kulturelle und historische Traditionen, über die berichtet wurde, so wandte sich das Adelsblatt doch aber auch bald nach Festigung der legitimierten geistigen Zugehörigkeit der Tagespolitik zu. In dieser Phase vertrat der Adel konsequent den »altdeutschen« und militärischen Standpunkt der Konservativen, der letztlich im Ersten Weltkrieg wieder umschlug in eine militaristische Motivation, die nicht in der friedlichen Integration der Reichslande, sondern nur noch in der kriegerischen Auseinandersetzung eine Chance sah, Elsaß-Lothringen dem Reich erneut einzuverleiben. Diese Haltung ignorierte, daß der Gewaltweg nicht imstande war, eine Integration herbeizuführen, eine Lehre, die schon in der Zeit nach 1870/71 vergeblich darauf wartete, vom deutschen Adel entdeckt zu werden.

Als Resumée läßt sich für das Jahr 1918 und das Ende der Zugehörigkeit Elsaß-Lothringens zum Deutschen Reiche festhalten: "Es ist ein unbefriedigendes Bild, das der Rückblick auf 48 Jahre der Zugehörigkeit Elsaß und Lothringens zum Deutschen Reich ergibt. Es ist unbestreitbar, daß der Prozeß des Hineinwachsens der elaß-lothringischen Bevölkerung in das Reich trotz mancher Rückschläge stets Fortschritte gemacht hat und die Deutschgesinnung im Lande, namentlich in der jüngeren Generation, ständig zugenommen hat, ebenso wie das Gefühl der wirtschaftlichen Verbundenheit mit dem Reiche gewachsen war. Aber diese Gesinnung war nicht so stark verwurzelt, daß sie die Belastung der vier Kriegsjahre mit ihren allgemeinen Nöten und den für das Reichsland als Grenz- und Operationsgebiet besonderen Beschränkungen aushielt." [60]
Dies sah auch der deutsche organisierte Adel der Genossenschaft so, wie es beispielhaft gleichfalls der Berliner Polizeipräsident v.Jagow am Ende des Jahres 1913 aussprach, der bemerkte, man stehe als »Altdeutscher« in Elsaß-Lothringen immer noch "in Feindesland". [61]

IV. Die Adelsgenossenschaft vor Ort 1888 bis 1918

Entsprechend abgegrenzt und abgrenzend gestaltete sich auch die Politik und die Geschichte der Adelsgenossenschaft in den Reichslanden. Sie machte den Eindruck, als engagiere sie sich weniger um das Land, sondern um die Aufrechterhaltung eines hohen Statusgefälles, in dem selbstverständlich das altdeutsche Element den höchsten Status einzunehmen habe. In den folgenden Kapiteln soll nun auf die Historie der Adelsgenossenschaft auf regionale Ebene eingegangen werden.

IV.1. Der Zweigverein Metz (Lothringen) von 1888 bis 1891

Seit das Militär im Jahre 1870 Einzug in Elsaß-Lothringen gehalten hatte, zuerst als kriegführende Macht, dann als Besatzungsmacht und schließlich als dauerhafte Garnisonbelegung, waren viele adelige »Altdeutsche«, Offiziere und Verwaltungsbeamte, aus dem Reich in die Reichslande gekommen. Dies galt also auch bereits für die Zeit vor der Gründung der Landesabteilung, in der es immer schon vor allem preußische Herren aus dem Adel gab, die in den zurückgewonnenen Gebietsteilen beruflich aktiv wurden. Diese Gruppe blieb indes nicht immer konstant, sondern wechselte häufig in ihrer Zusammensetzung gemäß dem Rotationsprinzip und der üblichen Versetzungspolitik der bewaffneten und verwaltenden Macht.
Dennoch gehörten die Elsaß-Lothringer, namentlich zuerst die Lothringer, anfangs zum Ende der 1880er Jahre zu den aktivsten Mitgliedern der Deutschen Adelsgenossenschaft, die sich um einen Zusammenschluß organisatorischer Art bemühten. In den ersten Jahren des Bestehens von 1874 bis 1888 hatte sich die Genossenschaft zunächst ausschließlich um die eigene innere Erweiterung bemüht und mit Diskussionen zu ihren Leitlinien beschäftigt. Eine innere Ausgestaltung und die Einrichtung dezentraler Unterorgane mit eigenen relativ autark arbeitenden »Abtheilungen« geschah erst ab Februar 1888, als auf dem VII. Deutschen Adelstag der Genossenschaft zwei Anträge gestellt worden waren.

Einerseits hatte ein Herr Nomen Nescio v.Eberhardt (Berlin) [62] für die Gründung von »Arbeitsabtheilungen« "für die Aufrechterhaltung und Verbreitung der sittlichen Grundsätze, ... zur Erledigung von Unterstützungs- und Versorgungsangelegenheiten, ... für Erhaltung und Hebung des materiellen Wohlstandes, ... für Wappen-, Geschlechter- und Siegelkunde" plädiert. Dieser Antrag fand ebenso reichhaltigen Widerhall und Zustimmung wie das Begehren eines Nomen Nescio v.Niebelschütz, dem es zu verdanken war, daß die Gründung sogenannter regional begrenzter »Zweigvereine« der Genossenschaft in den Ländern und Provinzen des Deutschen Reiches in Angriff genommen wurde.

Niebelschütz wurde daher noch auf dem VII. Deutschen Adelstag vom Plenum beauftragt, die nötigen Schritte zu unternehmen, geeignete Persönlichkeiten in den territorialen Gliederungsteilen des Reiches anzuschreiben, zu einer Gründung anzuhalten und zu motivieren. [63]

In recht rascher Folge bildeten sich dann im Sommer des Dreikaiserjahres 1888 die ersten Zweigvereine, die nach den Städten benannt wurden, in denen sie ihren Hauptsitz hatten, ganz entsprechend dem Muster der Muttergenossenschaft, deren Ausgang auch in der Reichshauptstadt Berlin gelegen hatte und die dort bis zuletzt - bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges - ihren Hauptsitz besaß. Als Zweigvereinssitze kamen anfangs lediglich Provinzial- und Landeshauptstädte in Frage, deren Bezeichnungen man auch als Namen für die zuerst nur vorwiegend urban orientierten Untergliederungen zu wählen gedachte.
Der erste Zweigverein wurde daraufhin bereits am 11.April 1888 in Berlin gegründet und ging später in der »Landesabteilung Berlin« auf. [64] Es folgte nach Monatsfrist der zweite »Zweigverein Görlitz« am 29.Mai 1888, [65] der zur Keimzelle der späteren schlesischen Landesabteilung wurde. Ein dritter Zweigverein errichtete sich anschließend am 10.Juni in Frankfurt an der Oder und legte damit den Grundstock für die nachmalige »Landesabteilung Brandenburg«. [66] Sodann folgte zum 29.Juni 1888 Trier mit der Errichtung eines vierten Zweigvereins, der die Voraussetzungen für die zukünftige »Landesabteilung Rheinland« darstellte. [67]

Aber nicht nur nach Berlin, in die Rheinlande, nach Schlesien und Brandenburg hatte Niebelschütz seine Fühler nach geeigneten Persönlichkeiten ausgestreckt, auch in Richtung Lothringen wurde der aktiv und hatte dazu den Königlich Preußischen Hauptmann Freiherr v.Werthern aus Metz angeschrieben. Wie richtig diese Wahl war, zeigte sich bald, da Werthern nun seinerseits mit großem Engagement sieben in der Garnisonstadt wohnhafte Mitglieder - und drei eventuell neu aufzunehmende nobilitäre Gäste aus Metz - anschrieb und zum 21.Juli 1888 zur Gründungsversammlung des fünften Zweigvereins einlud.

Dort hielt dann Hauptmann v.Hugo als altes Mitglied der Genossenschaft und »spiritus rector« einen Vortrag über die Ziele der Vereinigung, nach dem die Begründung eines »Zweigvereins Metz« beschlossen und durchgeführt wurde. Man wolle sich nun einmal in jedem Monat treffen, um Anregungen für die Regionalarbeit in den Reichslanden auszuarbeiten, Anträge zu stellen für den Adelstag und sich über interessante Fragen austauschen. auch wsollte die Mitgliederwerbung institutionalisiert werden und nicht mehr nur von einzelnen Herren, sondern vom Zweigverein betrieben werden. Allerdings verzichtete man auf diesem »I. Lothringischen Adelstag« einen informatorischen Anschluß an die Muttergenossenschaft in Berlin, da von einem Abonnement des Adelsblattes, eigentlich ja Mitteilungsorgan der Genossenschaft, seitens des Zweigvereins abgesehen wurde. Nur einzelne Herren wollten das Adelsblatt privat allein oder zu zweit im Dauerbezug halten. [68]

Der personell relativ bescheidene Erfolg, den die Gründung des Zweigvereins hervorbrachte, wurde in der Muttergenossenschaft in Berlin höchst ambivalent bewertet. Es war eine Art von Animosität, die die Berliner Leitung mit dem neuesten Zweigverein fernab des Reiches als Grenzland verband. Zum einen war man seitens der Reichsleitung der Genossenschaft begeistert darüber, daß sich ausgerechnet in den neu erworbenen Reichslanden ein Zusammenschluß des Adels gebildet hatte, nicht aber in anderen stammdeutschen Ländern, deren Adel unter der als typisch deutsch empfundenen "Zweifel- und Mäkelsucht, die überall Gefahren und Bedenken wittert" leide, sich deswegen nicht zahlreich in die Reihen der Genossenschaft strömen würde und verhindere, daß der Adel sich organisiere, seine regionalen wie konfessionellen Gegensätze überwinden müsse, gleich "ob nun ihre Schlösser und Häuser am Fuß der Alpen oder am Strand des baltischen Meeres stehen, ob sie in die Wellen von Weichsel, Oder und Elbe, oder in des Vaters Rhein grüne Fluthen schauten". [69]

Dahingegen waren es ausgerechnet die lothringischen »Altdeutschen«, die zu den frühen Protagonisten einer Zusammenfassung des Adels in Genossenschaftsform zählten und das schufen, was andere Nobilitäre im Altreich versäumt hatten. Dabei verfügten diese Adeligen nicht einmal über Schlösser und Häuser, die in irgendeines Flusses oder gar Meeres Ufer schauten.

Dies mag auch damit zusammenhängen, daß das Reichsland eine besondere »Terra incognita« war, eine Art »Niemandsland«: Einerseits geliebt und als deutsch sowie als zurückgekehrte Heimat empfunden, andererseits mit einer zahlenmäßig starken Präsenz militärischer Besatzung und einer übergestülpten »altdeutschen« Verwaltung versehen, blieb Lothringen und mit ihm das Elsaß ein ständiges Grenzland, nicht nur territorial und geologisch, auch und vor allem in politischer Hinsicht. Dies hat die Auswertung der publizistischen Beschäftigung des Deutschen Adelsblattes mit dem Thema der Reichslande bereits oben (siehe hierzu Kapitel III.) deutlich genug aufzeigen können.

Das Verhältnis des »altdeutschen« Adels zur »Westmark« war gespalten, nicht umsonst sprach die Genossenschaft in Berlin sehr häufig von der vorgeblich nötigen »Germanisierung« der Reichslande. Allein diese Wortwahl zeigt, daß es sich um ein als fremd empfundenes Gebiet handelte, das erst wieder »eingedeutscht« werden müsse. Ein weiterer evidenter Fingerzeig für diese gespaltene Haltung dem Reichsland gegenüber ist auch die Bezeichnung einer »ultima Thule« für die Lothringer Standesgenossen, die nicht wie übrigen deutschen Adeligen im Reich einer lähmenden Lethargie anheim gefallen wären. "Unser »ultima Thule« Lothringen" wurde im Jahre 1890, also noch kurz vor dem Zusammenbruch des Zweigvereins als Anklage für den deutschen Restadel in Berlin in der Muttergenossenschaft hervorgehoben und zeigte zugleich, welchen Abstand man dort zu dem fernen Reichsland besaß, war doch im Sprachgebrauch der damaligen Zeit eine »ultima Thule« anfangs bei den Griechen wie Phyteas ein Synonym für den äußersten Norden, das nördlichste Stück der Erde, das zunächst nur unzureichend beschrieben werden konnte, sinnbildlich das unbekannte »Ende der Welt«. [70] Dies wird umso deutlicher, wenn man sich vergegenwärtigt, daß Elsaß-Lothringen keineswegs im Norden der Welt lag, so daß es lediglich in Berlin als leidlich »unbekannt« empfunden wurde - nicht geographisch, nicht politisch, nicht landeskundlich, nicht militärisch, wohl aber dem Wesen und der Seele nach.

Dennoch entfalteten der »Zweigverein Metz« nun eine rege Tätigkeit und traf sich zum »II. Lothringischen Adelstag« am 8.September 1888 in Metz mit neun Mitgliedern und sechs Gästen. [71] Der rührigen Werbetätigkeit des Vereins war es zu verdanken, wenn bereits erste Erfolge sichtbar waren, die sich im Beitritt von einem Dutzend neuer Herren durch die Metzer Leitung niederschlugen. Als Antrag wurden nun verabschiedet, die Muttergenossenschaft in Berlin zur Erstellung von Flugblättern aufzufordern, die als Werbemittel zu gebrauchen wären. Es gäbe, so die Metzer, im Adelsblatt der vergangenen Jahre eine größere Zahl "Aufsätze ethischen Inhalts", die bisher zu wenig im Adel gelesen worden wären und keine weite Verbreitung gefunden hätten. Dem könne man mit der Extradrucklegung entgegensteuern und so die Bildung und Erhaltung eines Standesethos befördern.

Ferner sollte der Bezug des Adelsblattes nun doch für Mitglieder der Genossenschaft obligatorisch sein. Da sich das Adelsblatt mehr und mehr von einem intellektuellen Blatte hin zu einer Vereinszeitschrift entwickele, sei der Bezug nötig und auch für das Blatt selbst von geschäftlichem Vorteil, so der Beantrager Nomen Nescio v.Graevenitz. Zum Anderen sei das Adelsblatt wichtig, weil es "das der Genossenschaft zu Grunde liegende Programm klar und bestimmt entwickelt, Vorurtheile und abweichende Ansichten bekämpft" sowie dafür Sorge trage, daß der Adel eine ihm standesgemäße anregende Lektüre empfange. [72]
Fernerhin wurden auf dem »II. Lothringischen Adelstag« die Beitragshöhen der Mitglieder festgelegt, allerdings lediglich für Offiziere je nach Rang, da der »Zweigverein Metz« offensichtlich nur aus Berufsmilitairs bestanden hatte. Zuletzt noch wurde ein Nomen Nescio Freiherr v.Maltzahn, eigentlich nur Gast des »II. Lothringischen Adelstages«, als Deputierter für den Deutschen Adelstag gewählt, der die Interessen des »Zweigvereins Metz« in Berlin vertreten sollte. [73]

Im Oktober 1888 dann, auf dem »III. Lothringischen Adelstag«, fand der »Zweigverein Metz« zu einer weiteren Konsolidierung. Es wurde eine Geschäftsordnung erlassen und die künftigen Adelstage wurden auf jeden ersten Sonnabend im Monat festgelegt, um eine größere Besucherkontinuität zu gewährleisten; dieses Ziel wurde jedoch in der Folgezeit verfehlt. Schließlich gelangt noch ein Vortrag zur Vorlesung, den Freiherr v.Durant auf dem Deutschen Adelstag vom 20.Februar 1888 über das Thema "Die sociale Frage mit besonderer Berücksichtigung ihrer Bedeutung für das eigene Lager" und der mit großem Beifall seitens der Metzer angenommen worden war. [74]

Der »IV. Lothringische Adelstag« vom 1.Dezember 1888 brachte dann eine Umbenennung vom »Zweigverein Metz« in »Bezirksabtheilung Metz«. Inhaltlich beriet man über den Mißstand, daß während militairischer Manöver die Sitte eingerissen sei, Offizieren freie Kost und Logis auf den Gütern zu bieten. Diese Unterkunftsangebote hätten solche Ausmaße angenommen, daß damit häufig bereits schon wirtschaftlicher Schaden für die Gutsbesitzer entstanden sei. Diese Diskussion war insofern bemerkenswert, als die meisten Mitglieder der Bezirksabteilung Offiziere waren, denn nur wenige Herren, so wie der Geheimrat Freiherr v.Broich, gehörten der reichsländischen Verwaltungselite an. Ferner, so beschloß der regionale Adelstag, wolle man sich aber an der Gründung einer »Vaterländischen Kreditbank« zugunsten des Adels beteiligen und auch eine engere Zusammenarbeit mit der Muttergenossenschaft anstreben. [75]

Daß die Förderung der Kreditbankidee indes nur ein ideelles und kein materielles Unternehmen der Metzer bleiben sollte, zeigte sich auf dem »V. Lothringischen Adelstag« vom 2.Februar 1889, denn die zehn anwesenden Mitglieder machten in ihrem einzigen Tagesordnungspunkt deutlich, "daß gerade ein Bezirksabtheilung wie Metz nicht in der Lage sei, das Unternehmen durch bedeutende Geldmittel zu unterstützen, daß es aber bei der von ihr rückhaltlos anerkannten Bedeutung desselben als aristokratische That als Pflicht angesehen werden müsse, zu dem Agitationsfonds in entsprechender Weise beizusteuern". [76]

Das Thema der »Vaterländischen Kreditbank« war daher erwartungsgemäß auf dem »VI. Lothringischen Adelstag« kein großes Thema mehr. Eher beschäftigten sich die zehn Mitglieder am 4.Mai 1889 mit dem Bezug des Adelsblattes, verschafften sich einen Überblick über standesgemäße Literatur zur sozialen Frage und heraldischen Wissenschaft, die Herr v.Hugo zur Ansicht im Metzer Versammlungslokal ausgelegt hatte. Außerdem beantrage man bei der Muttergenossenschaft in Berlin aus expansiven Gründen und damit sich künftige Mitglieder außerhalb der Stadt Metz beser angesprochen fühlten, die Umbenennung der »Bezirksabtheilung Metz« in »Bezirksabtheilung Lothringen«. [77]

Diese Erweiterung des Namens und auch der Bedeutung wurde seitens der Berliner Vorstände genehmigt und so firmierte die »Bezirksabtheilung Lothringen« erstmals am 12.September 1889 auf dem »VII. Lothringischen Adelstag« unter der neuen Regionalbezeichnung. Anläßlich dieser Zusammenkunft wurde auch der Wunsch der Muttergenossenschaft besprochen, möglichst Grundbesitzer aus dem Kreis der »Notablen« in die Bezirksabteilung zu ziehen. Seitens der Mitglieder vor Ort sah man hier aber keine Möglichkeit, da sie zu frankophil seien. [78]

Dieser Einschätzung war es zu verdanken, daß die bisherige Isolation der »Altdeutschen« zu den einheimischen Eliten beibehalten wurde und es zu einer Abschottung kam. Dieser Schritt sollte indes fatale folgen haben, die an die Existenz der Bezirksabteilung nagten und ihr Fundament zum Einsturz brachten, da sie im Lande keinerlei Rückhalt besaß und auch aufgrund von Vorurteilen nicht suchte. Wie dies bisherigen Tagesordnungspunkte der Adelstage zeigten, war die Herren der Bezirksabteilung auch viel zu sehr auf ihren eigenen Interna konzentriert, um an einem Ausgleich der nationalen Gegensätze zu arbeiten.

Dementsprechend wurde auch der »VIII. Lothringische Adelstag« vom 3.Dezember 1889 gestaltet. Man bemängelte die Lethargie der »Karteileichenmitglieder«, "welche glaubten, genug zu thun, wenn sie ihren Jahresbeitrag zahlten und das Protokoll des Adelstages entgegennähmen". Dahingegen sei nur "völliges Durchdrungensein von den übernommenen Pflichten, unausgesetzte Beschäftigung mit unserer Sache, nicht am wenigsten mit den Erzeugnissen unserer Presse" nötig und wünschenswert. Die Adelsgenossenschaft müsse zum Träger eine Standesreform werden und bedürftige Mitglieder über Kreditvergaben, Wohlfahrtspflege sowie durch die Gründung von Familienverbänden unterstützen, um so den Stand en bloc zu erhalten. [79]

Der »IX. Lothringische Adelstag« brachte dahingegen, abgesehen von einigen aussprachen über Geldfragen und Beitragshöhen, nur wenige neue Impulse in der deutlich nachlassenden Aktivität der Bezirksabteilung, die sich schon lange nicht mehr monatlich traf, sondern derzeit nur noch halbjährlich. Selbst der Termin für den im September anberaumten »X. Lothringischen Adelstag« konnte nicht eingehalten werden. [80] Man traf sich stattdessen erst im November 1890 in Metz für einige Besprechungen von Anträgen zum reichsweiten »X. Deutschen Adelstag«. [81]

Mit diesem Lebenszeichen endet indes abrupt die erste Geschichte der Lothringer in der Deutschen Adelsgenossenschaft. Denn mit dem Beginn des Jahres 1891 verlöschen die Meldungen im Adelsblatt über die »Bezirksabtheilung Lothringen« plötzlich gänzlich. Es muß daher vom faktischen Tod der Regionalvereinigung ausgegangen werden, der zwischen November 1890 und Februar 1891 eingetreten war. Schon die letzte Meldung über das Vorhandensein der Abteilung vom November 1890 war um Monate verspätet und auch nur ganz kurz gehalten. Besieht man sich die hohe Bedeutung des Adelsblattes als Mitteilungsorgan für die Mitglieder, so muß mit der ferneren Nichterwähnung auch eine erheblicher Bedeutungsverlust der Abteilung konstatiert werden. So liegt die Geschichte und auch das genaue Datum ihrer Auflösung im Dunkeln. Nach einer späteren offiziellen Angabe der Adelsgenossenschaft war die »Bezirksabtheilung Lothringen« im Februar 1891 in der neuen »Landesabtheilung Rheinland« aufgegangen. [82] In den Protokollberichten der rheinländischen Landesabteilung von eben jener Februar-Versammlung ist allerdings nicht einmal die Rede von dem Eintritt der lothringischen Mitglieder und es wurden auch keine Reichsländer mit in den neuen Vorstand gewählt.

Ein weiteres Indiz für das Verbleichen der lothringischen Selbständigkeit führte zudem anläßlich des »X. Deutschen Adelstages« vom März 1891 der reichsweite Schriftführer v.Mosch in seinem Bericht über die Zweigvereine an. Er berichtete über alle Regionalorganisationen und betonte namentlich die sehr gedeihliche und erfreuliche sowie engagierte Entwicklung in Sachsen, Berlin, in der Oberlausitz, in Ostpreußen und im Rheinland. Lothringen dahingegen wurde hier mit keinem Wort erwähnt, war daher weder "treue Arbeiterin im Sinne der Aufgaben" noch "lobend hervorgehoben". Schon zu diesem Zeitpunkt muß ein relativer Stillstand in der Tätigkeit oder gar die Auflösung der »Bezirksabtheilung Lothringen« eingetreten sein, die auf dem reichsweiten »X. Deutschen Adelstag« gar nicht mehr vertreten war. [83]

Auch bei einer Konferenz aller Delegierten der Bezirks- und Landesabteilungen der Deutschen Adelsgenossenschaft betreffend die Ausgestaltung der weiteren Organisation der Zweigvereine und Bezirksabteilungen vor Ort in den Ländern und Provinzen am 20.November 1891 waren lediglich Deputierte aus Frankfurt Oder, Görlitz, Oberschlesien, Thüringen, Magdeburg und den Rheinlanden vertreten; auch hier fanden die Adeligen in der Reichslande keinerlei Erwähnung mehr. [84] Die Monate November 1890 bis Februar 1891 können damit zusammenfassend als möglicher Auflösungszeitraum der »Bezirksabtheilung Lothringen« angenommen werden. Auf diese Weise fand ein zunächst engagiertes Vertreten adeliger gemeinschaftlicher Interessen aus unbekannten Gründen sein vorläufiges unrühmliches Ende.

IV.2. Interregnum in der Bezirksabteilung Rheinland 1891 bis 1908

Wie bereits erwähnt, wurde im Februar 1891 unter Zusammenlegung der bisher einzeln agierenden drei Abteilungen Metz, Trier und Cöln die gemeinsame »Bezirks-Abtheilung für die Rheinlande zu Köln am Rhein« gegründet. [85] Die alten Lothringer der Adelsgenossenschaft waren allerdings nicht mehr im Vorstand der Rheinländer vertreten und ein reiches offizielles Versammlungsleben wird es auch kaum gegeben haben, wurden doch in dieser Interimszeit ohne eigene regionale Abteilung für die Reichsländer große Reisewege ins Reich nötig, um überhaupt an Verhandlungen oder Treffen der Genossenschaft teilzunehmen. Zudem war einfach die Anzahl der Mitglieder zu gering und deren Fluktuation zu hoch, als daß sich die Gründung einer eigenen Abteilung gelohnt hätte. Entsprechend dieses Zustandes kann von einer Darlegung der Geschichte der Mitglieder in der Zeit von 1891 bis zur Neugründung im Jahre 1908 keine Rede sein. Man mag sich zwar inoffiziell getroffen haben, es bestand aber keine Verbindung mehr zur Muttergenossenschaft, und man war regional nicht mehr in deren Organisation vertreten.

IV.3. Die Mitgliederschaft der Elsaß-Lothringer im Jahre 1900

Nichtsdestotrotz lebten auch in der Interimszeit nach dem Eingehen des »Bezirksabtheilung Lothringen« und vor dem Auferstehen der »Landesabteilung Elsaß-Lothringen« etliche Mitglieder in den Reichslanden. Unter anderem für das Stichjahr 1900 läßt sich die Zusammensetzung aufgrund einer der frühen allgemeinen Mitgliederlisten der Adelsgenossenschaft klären. Demnach waren folgende 43 Herren um die Jahrhundertwende in Elsaß-Lothringen Einzelmitglieder der Adelsgenossenschaft gewesen: [86]

Ernst v.Bassewitz, Hauptmann und Kompagniechef im Infanterie-Regiment Graf Werder (r.Rheinisches) Nummer 30 (Saarlouis) --- Erich v.der Becke-Klüchtzner, Oberleutnant im Infanterie-Regiment Nummer 172 (Straßburg) --- Friedrich v.Bodelschwingh, Hauptmann und Kompagniechef im Königs-Infanterie-Regiment Nummer 145 (Metz) --- Ludwig Freiherr Böcklin v.Böcklinsau, Generalleutnant außer Diensten (Straßburg) --- Friedrich Freiherr v.Boenigk, Hauptmann und Kompagniechef im Infanterie-Regiment Nummer 138 (Straßburg) --- Richard v.Conta, Major im Infanterie-Regiment Nummer  98 und Adjutant beim Generalkommando des XVI. Armeekorps (Metz) --- Erich v.Damnitz, Oberleutnant im 2.Brandenburgischen Ulanen-Regiment Nummer 11 (Saarburg) --- Konstantin Freiherr v.Eichthal, Leutnant im Königlich Bayerischen Chevauleger-Regiment Erzherzog Albrecht von Österreich (Saargemünd) --- Ernst v.Eickstedt, Oberleutnant im 8.Württembergischen Infanterie-Regiment Nummer 126 Großherzog Friedrich von Baden (Straßburg) --- Eldor v.Engelbrecht, Major außer Diensten (Straßburg) --- Curt v.Foelkersamb, Hauptmann und Kompagniechef im Infanterie-Regiment Nummer 98 (Metz) --- Carl Freiherr v.Gall, Generalmajor und Kommandeur der 60.Infanterie-Brigade (Straßburg) --- Friedrich v.Hertzberg, Major beim Stabe des 2.Rheinischen Husaren-Regiments Nummer 9 (Straßburg) --- Carl Graf v.Holnstein aus Bayern, aggregierter Major beim Infanterie-Regiment Nummer 172 (Straßburg) [87] --- Wilhelm v.Ihlenfeld (Oberleutnant im Infanterie-Regiment Markgraf Karl (7.Brandenburgisches) Nummer 60 (Weißenburg) --- Karl v.Kaufmann, Rittmeister und Eskadronchef im Schleswig-Holsteinischen Ulanen-Regiment Nummer 15 (Saarburg) --- Lionel v.dem Knesebeck, Oberstleutnant außer Diensten (Straßburg) --- Eugen v.Koblinski, Oberst und Kommandeur des Schleswig-Holsteinischen Ulanen-Regiments Nummer 15 (Saarburg) --- Sigmund Freiherr v.Kramer, Oberregierungsrat und Oberbürgermeister (Metz) [88] --- Georg Freiherr v.Larisch und Groß-Nimsdorff, Oberleutnant im 4.Niederschlesischen Infanterie-Regiment Nummer 51, kommandiert zum Festungsgefängnis Straßburg (Straßburg) --- Karl v.Lengerke, Hauptmann und Kompagniechef im Infanterie-Regiment Nummer 136 (Dieuze) --- Hans v.Lützow, Oberstleutnant zur Disposition und Kommandeur des Landwehrbezirks Straßburg (Straßburg) --- Hermann v.Mach, Hauptmann und Kompagniechef im 4.Magdeburgischen Infanterie-Regiment Nummer 67 (Metz) --- Hugo v.Meien, Hauptmann und Batteriechef im  Feld-Artillerie-Regiment Numer 15 (Straßburg) --- Paul Freiherr v.Nauendorf, Hauptmann und Kompagniechef im Infanterie-Regiment Nummer 138 (Straßburg) --- Walther v.Petersdorff, Hauptmann und Kompagniechef im Königs-Infanterie-Regiment Nummer 145 (Metz) --- Adolf v.Petersdorff, Hauptmann und Kompagniechef im Königs-Infanterie-Regiment Nummer  145 (Sablon, Kreis Metz) --- Friedrich v.Pilgrim, Hauptmann und Kompagniechef im Infanterie-Regiment Markgraf Carl (7.Brandenburgisches) Nummer 60 (Weißenburg) --- Gerhard v.Prittwitz und Gaffron, Oberleutnant im 4. Niederschlesischen Infanterie-Regiment Nummer 51, kommandiert zur Kriegsschule Metz (Metz) --- Günther Edler v.Querfurth, Oberleutnant im Königlich Sächsischen 6. Infanterie-Regiment Nummer 105 König Wilhelm II. von Württemberg (Straßburg) --- Hermann Edler und Ritter v.Rogister, Oberleutnant und Adjutant im Schleswig-Holsteinischen Ulanen-Regiment Nummer 15 (Saarburg) --- Kurt v.Sanden, Oberstleutnant und Kommandeur des Jäger-Bataillons Nummer 4 (Colmar) --- Paul Freiherr Schuler v.Senden (*1851), Oberstleutnant beim Stabe des 4.Magdeburgischen  Infanterie-Regiment Nummer 67 (Metz) [89] --- Wilhelm Freiherr v.Steinaecker, Oberleutnant und Adjutant im Magdeburgischen Jäger-Bataillon Nummer 4 (Colmar) --- Erich v.Trott zu Solz, Hauptmann und Batteriechef im Feld-Artillerie-Regiment Nummer 34 (Montigny, Kreis Metz) --- Horst v.Tümpling, Oberleutnant im Königlich Sächsichen 6. Infanterie-Regiment Nummer 105 König Wilhelm II. von Württemberg (Straßburg) --- Albert v.Voß, Major und Eskadronchef im Schleswig-Holsteinischen Dragoner-Regiment Nummer 13 (Metz) --- Bernhard v.Wedel, Hauptmann und Kompagnieführer bei der Unteroffiziervorschule Neubreisach (Neubreisach) --- Hermann v.Westhoven, Oberleutnant im Feld-Artillerie-Regiment Nummer 70 (Metz) --- Alexander v.Wilm, aggregierter Major im Infanterie-Regiment Nummer 131 (Metz) --- Max v.Witzleben, Rittmeister und Eskadronchef im Hannoverschen Dragoner-Regiment Nummer 9 (Metz) --- Georg v.Zitzewitz, Kaiserlich Deutscher Ober-Postkassen-Buchhalter (Straßburg) --- Georg v.Zobel, Major und Bataillonskommandeur im Fuß-Artillerie-Regiment Nummer 12 (Metz).

Allen diesen 43 Herren gemeinsam war, daß es sich um landfremde adelige Elemente handelte, die lediglich aufgrund ihrer meist und fast ausschließlich militärischen aktiven Laufbahn einen vorübergehenden Aufenthalt in den Reichslanden genommen hatten. Von der Gesamtheit der Mitglieder waren 95 % aktive Offiziere und nur 5 % kamen aus dem zivilen Berufsbereich (Kramer und Zitzewitz). Von den Offizieren in ihrer Gesamtheit dahingegen waren wiederum rund 95 % aktiv, und nur 5 % von ihnen standen bereits im Jahre 1900 außer Diensten. Unter den aktiven Militärs befanden sich in der Mehrzahl mit 36 % Hauptleute und Rittmeister (als Kompagnie- und Eskadronchefs), dann als weitere personalstarke Gruppe fand sich die der subalternen Offiziere (29 %) an, schließlich gefolgt von der Gruppierung der Stabsoffiziere (24 %).

Für eine Landesabteilung vor dem Kriege wäre dies durchaus eine gewöhnliche Zusammensetzung, wenngleich hier aufgrund des Nichtvorhandenseins des einheimischen westmärkischen beziehentlich »notablen« Adels das grundbesitzende und kontinuitätsstiftende Element vollständig fehlte, das in anderen Landesabteilungen zur selben Zeit, wie beispielsweise in Hinterpommern, durchaus reichhaltig vertreten war und in nicht unerheblichem Maße einen weltanschaulichen und auch in organisatorischer Hinsicht in jedem Falle stark kontinuitätserhaltenden Faktor darstellte. Dementsprechend konzentrierten sich die Lebensräume der Mitglieder auch nicht im ländlichen, sondern fast ausschließlich im urbanen Raum der Garnisonstädte: In Straßburg lebten im Jahre 1900 rund 39 % der Mitglieder, in Metz hatten rund 30 % ihren Wohnsitz genommen, in Saarburg wohnten rund 9 %, aber in den übrigen Städten oder gar auf dem Land ließen sich jeweils nur verschwindend geringe Zahlen anführen und feststellen. Die Bevorzugung von Straßburg und Metz war nicht verwunderlich. Straßburg war die Hauptstadt und Metz die größte Garnison des gesamten Deutschen Reiches (sic!) mit überproportional hohem Anteil an Militärangehörigen. 1875 machten die eingewanderten Deutschen in Metz rund 15 %, im Jahre 1890 bereits 50 % der städtischen Bevölkerung aus und "das Verhältnis der zivilen zur militärischen Bevölkerung betrug [in Metz] auf 100 Einwohner knapp fünf Militärangehörige, im übrigen Deutschen Reich war das Verhältnis 100 zu 1." [90]

Zwei typische Mitgliederprofile seien hier noch abschließend vorgestellt: Ferdinand Waenker v.Dankenschweil (1851-1914) sowie Rudolf v.Bercken (1859-). An ihnen wird einmal mehr exemplarisch deutlich, durch welches Klientel die Mitgliederschaft im Allgemeinen über die ganze Zeit der Existenz der Landesabteilung gespeist wurde: Es war »altdeutsch«, meist überaltert, in mittleren bis hohen Rangstellungen des Militärs befindlich und es war beruflich und dadurch auch örtlich flexibel sowie, aus Sicht einer kontinuierlichen Arbeit vor Ort betrachtet, höchst unstet.

Ferdinand Waenker v.Dankenschweil war 1851 in Meßkirch in Baden als Sohn eines badischen Oberamtmannes geboren worden. Nach dem Besuch des Lyceums in Freiburg im Breisgau widmete sich der Katholik schon früh der militairischen Laufbahn und war 1869 ins 1.Badische Leib-Grenadier-Regiment eingetreten, wo er 1870 den Rang eines Lieutnants erreichte. Im gleichen Jahre wurde er auch bei Dijon verwundet im Deutsch-Französischen Kriege. 1871 dann trat er als Sekondelieutnant in preußische Diensten über, war hier zuerst im 1.Badischen Grenadier-Regiment Nummer 109 in Karlsruhe tätig. Als seine Vorgesetzten auf seine besonderen organisatorischen und taktischen Fähigkeiten aufmerksam geworden waren, wurde er 1876 bis 1879 auf die Kriegsakademie geschickt und 1880 bis 1881 zum Generalstab kommandiert.

Der 1878 zum Lieutnant beförderte Süddeutsche wurde 1885 Hauptmann und war 1890 als Major im Generalstab der 12.Division in Neiße aktiv. 1898 dann bekleidete er die Stellung eines Chefes der 5.Abteilung des Großen Generalstabes zu Berlin. 1899 mit dem Rang eines Obersten begnadet, wurde er 1900 Regimentskommandeur des 5.Badischen Infanterie-Regiments Nummer 113 in Freiburg im Breisgau und 1902 zum Generalmajor und in die Stelle eines Kommandeurs der 11.Infanterie-Brigade in Brandenburg an der Havel befördert. Im Jahre 1907 schließlich wurde er zum Kommandeur der 31.Division in Straßburg im Elsaß ernannt und kehrte damit wieder in die Nähe seiner bisherigen Dienstorte zurück. [91]
Im Jahre 1909 gehörte er der Adelsgenossenschaft noch nicht, [92] im Jahre 1911 dann der Landesabteilung Elsaß-Lothringen als einfaches Mitglied an. [93] Er wurde noch vor dem Beginn des Ersten Weltkrieges zur Disposition gestellt, dann aber doch noch im großen Völkerringen reaktiviert und als Kommandeur der 49.Reserve-Division verwendet. Bei Borowo in Rußland fiel er schließlich im Osten noch im Alter von 63 Jahren Ende November 1914. [94]

Als zweites typisches Mitglied der »Altdeutschen« - und in Bezug auf die protestantische Konfession und die ostelbische Herkunft auch typischere - Mitglied sei zudem noch Rudolf v.Bercken vergestellt. Anders als Ferdinand Waenker v.Dankenschweil gehörte er keineswegs dem badischen oder überhaupt süddeutschen Dienstadel an, sondern führte seine Voreltern ins Baltikum zurück. Die Familie war erst im Jahre 1766 mit Wilhelm Ludwig v.Bercken (1748-1798) in Preußen eingewandert, dort aber sehr rasch im Militairdienst heimisch geworden. Der gleichnamige Sohn Rudolf (1794-1857) war zuletzt Königlich Preußischer Major, der ebenfalls gleichgerufene Enkel Rudolf (*1824) sogar General der Infanterie. Der Urenkel Rudolf (*1859) schließlich, zuletzt Generalmajor außer Diensten, gehörte im Jahre 1911 als Oberst in Neubreisach der Landesabteilung Elsaß-Lothringen an. [95]

IV.4. Kooperation mit den Badenern 1908 bis 1910

Zu einer neuen festeren eigenen Organisation der »altdeutschen« Adeligen in den Reichslanden kam es erst wieder im Jahre 1908. Es hatte sich bis dahin spürbar gemacht, daß die Verwaltung der vereinzelten Mitglieder in Baden und Elsaß-Lothringen, die bisher von der Bezirks-Abteilung Rheinland von Köln am Rhein aus mitbetreut wurden, vollkommen unzureichend war und wegen der räumlichen Distanz von Vorstand und Basis keine gedeihliche Entwicklung mehr hervorbringen konnte. [96]
In Baden befanden sich im Jahre 1900 insgesamt 32, in Elsaß-Lothringen angeblich 36 Herren als einzelne Mitglieder ohne Anschluß an eine eigene vor Ort befindliche Landesabteilung. [97] Diese Zahl an Mitglieder blieb weitestgehend konstant auch in den kommenden Jahren bestehen, da im Januar 1908 die Anzahl von 67 Mitgliedern in Baden und Elsaß-Lothringen festgestellt werden konnte.

Entsprechend den Vorbildern anderer schon länger existenter Landesabteilungen in Sachsen (1888 gegründet) Schlesien (1892 gegründet), Bayern (1897 gegründet) oder Thüringen (1890 gegründet) beschloß man schließlich auch in Baden und Elsaß-Lothringen eine gemeinsame neue Landesabteilung ins Leben zu rufen. Zu einer ganz eigenen Neugründung ohne die Badener ließ man sich - vielleicht mit Bezug auf die schlechten Erfahrungen der abrupt erloschenen »Bezirksabtheilung Lothringen« nicht bewegen, aber die Neugründung ging diesmal dennoch von Elsaß-Lothringen aus, wo der Kommandant der Festung Neubreisach, Generalmajor Ernst v.Sommerfeld (1850-1917) eine neue Initiative ergriff, die Mitglieder fester an die Muttergenossenschaft zu binden und ein regionales Eigenleben zu fördern. Er lud alle 67 genannten Mitglieder im Januar 1908 zu einer anderthalbstündigen konstituierenden Versammlung nach Straßburg ein, die schließlich am 15.Januar 1908 im Hotel »Rotes Haus«, das künftig zum wichtigsten und am häufigsten genutzten Treffpunkt des reichsländisch organisierten Adels wurde, stattfinden konnte. [98]

Es kamen zwar zum konstituierenden »I. Baden-Elsaß-Lothringischen Adelstag« nur zehn Herren von den 67 persönlich nach Straßburg, aber die übrigen Mitglieder, die am Erscheinen verhindert waren, hatten ihre lebhafte Zustimmung zur Gründung schriftlich mitgeteilt. Die zehn männlichen Anwesenden, von denen 40 % aus Baden und 60 % aus den Reichslanden stammten, beschlossen nach kurzer Diskussion die Gründung einer neuen »Landesabteilung Baden und Elsaß-Lothringen« und schritten auch sogleich zu erfolgreich verlaufenden Vorstandswahlen. Eine Reminiszenz an die einst untergegangene »Bezirksabtheilung Lothringen« wurde nicht vorgenommen, deren ehemalige Existenz nach 17 Jahren verschwiegen und verdrängt. Bei aller Verbundenheit zur Tradition ist dies ein bemerkenswertes Zeichen der Negation der Geschichte der Vereinigung. Dies mag auch damit zusammenhängen, daß keiner der Herren, die einst zwischen 1888 und 1891 der »Bezirksabtheilung Lothringen« angehörten, in der neuen Landesabteilung mehr vertreten war, es also einen kompletten Personalaustausch gegeben hatte.

Eine neue Mitgliederversammlung der frisch gegründeten Landesabteilung wurde für den Zeitraum zwischen Ostern und Pfingsten 1908 mit dem Zielort Baden-Baden projektiert, außerdem die Errichtung einer eigenen regionalen Hilfskasse für bedürftige Adelige angedacht, die zu diesem Zeitpunkt nur in Bayern, Sachsen, Thüringen, im Rheinland, in Schlesien und Pommern, nicht aber in Ostpreußen, in der Oberlausitz, in Berlin, Frankfurt Oder, Westfalen sowie Posen bestand. [99]

Der Vorstand hatte dann auch im Frühjahr 1908 zu einer Mitgliederversammlung eingeladen, hatte aber schon jetzt mit ernsten Schwierigkeiten zu kämpfen, die hier erstmals auftraten und sich schließlich wie ein roter Faden durch die letztlich gescheiterte Geschichte der Landesabteilung ziehen sollten: Das mangelnde Interesse der Herren Mitglieder ließ eine nicht genügende Anzahl zusammenkommen, so daß es in Baden-Baden im ganzen Jahre 1908 und auch im Frühjahr und Sommer 1909 keine Versammlung geben konnte. [100]

Erst zum Ende des Jahres 1909 wagte man einen neuen Versuch, um die Mitglieder nach Baden-Baden einzuladen. Im dortigen Restaurant »Goldenes Kreuz« fand schließlich am 6.November 1909 der »II. Baden-Elsaß-Lothringischen Adelstag« statt. Diesmal waren allerdings auch nur 14 Herren anwesend, darunter sieben Elsaß-Lothringer, sechs Badener sowie ein Gast aus Hessen. [101] Der Vorstand bedauerte dabei die mangelnde Beteiligung der Mitglieder und gab seiner Enttäuschung darüber Raum, "daß das Interesse innerhalb der Abteilung ein so wenig reges sei und die Werbung neuer Mitglieder mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen habe. Im vorigen Jahre mußte daher leider die geplante Sitzung im letzten Augenblick abgesagt werden, da die Beteiligung eine so überaus geringe war, so daß eine Zusammenkunft der wenigen Herren, die zugesagt hatten, zwecklos erschien ... die Gründe für diese betrübende Erscheinung sind mannigfaltig und finden zum Teil in den besonderen Verhältnissen der ... Landesabteilung ihre Erklärung. Es scheint sich aber neuerdings die Aussicht zu eröffnen, eine größere Anzahl Mitglieder zu gewinnen und damit hoffentlich in der Landesabteilung ein regeres Leben und größere Teilnahme wachzurufen." [102]

IV.5. Die Zeit vom Abfall der Badener 1910 bis zur Auflösung 1918

Schon wenige Jahre nach dem Zusammenschluß der Badener mit den Reichsländern machte sich auch in Baden die Entfernung zwischen Vorstand und Mitgliederwohnorten negativ bemerkbar, so daß sich die Badener im Frühling des Jahres 1910 selbständig machen wollten. Sie traten aus der bisherigen »Landesabteilung Baden und Elsaß-Lothringen« aus, gründeten am 8.Mai 1910 in Baden-Baden die »Landesabteilung Großherzogtum Baden«. Die verbliebenden Reichsländer formierten sich daher auf dem »I. Elsaß-Lothringischen Adelstag« vom 2.Juli 1910 in die »Landesabteilung Elsaß-Lothringen« um. [103]
Mit den Autarkiebestrebungen der Badener verlor die Landesabteilung Elsaß-Lothringen einen Teil ihrer Mitglieder und war nun - im Jahre 1911 - die zahlenmäßig kleinste Landesabteilung der gesamten Adelsgenossenschaft mit 35 Herren. Gegenüber den großen Abteilungen in Schlesien (432 Herren), Berlin (297 Mitglieder) und Sachsen (265 Nobilitäre) nahmen sich die Reichsländer gering aus und selbst die Badener brachten es im gleichen Jahre bereits wieder auf 69 organisierte Adelige. Vergleichbar waren die Elsaß-Lothringen von der Anzahl her nur noch von der Landesabteilung Frankfurt an der Oder mit 59 Mitgliedern.

Besehen für das Jahr 1911 ergab sich außerdem wie bereits gehabt eine große Mitgliederfluktuation, aber keine eklatante Verschiebung der Mitgliederstruktur: [104] Von den alten im Jahre 1900 zugehörigen Männern waren 1911 nur noch acht Herren oder mithin 18 % der alten Mitglieder in den Reichslanden ansässig. Die Offiziere unter ihnen waren zudem inzwischen fast sämtlich zum nächsthöheren Rang befördert worden: Erich v.der Becke-Klüchtzner (jetzt Hauptmann zu Straßburg), Curt v.Foelkersamb (jetzt Oberstleutnant zu Metz), Carl Graf v.Holnstein aus Bayern (jetzt Oberstleutnant zur Disposition zu Fröschweiler), Wilhelm v.Ihlenfeld (jetzt Hauptmann zu Weißenburg), Friedrich v.Pilgrim (jetzt Major zu Straßburg), Paul Freiherr Schuler v.Senden (jetzt Generalleutnant zu Straßburg), Max v.Witzleben (jetzt Major zu Sankt Avold) und der von beruflicher Versetzung verschont gebliebene Georg v.Zitzewitz (immer noch Kaiserlich Deutscher Ober-Postkassen-Buchhalter zu Straßburg).

Die Zusammensetzung der beruflichen Betätigung der Mitglieder dahingegen zeigte dasselbe Bild wie bereits im Jahre 1900, so daß konstatiert werden kann, daß eine Erweiterung des Mitgliederkreises auf andere Berufs- oder Lebensbereiche in diesen vielen Jahren nicht möglich und die Werbearbeit der Rheinländer auf keinen fruchtbaren Boden gefallen war. Die Zahl der Mitglieder hatte absolut sogar von 43 auf 35 abgenommen.

Von der Gesamtheit der nunmehrigen organisierten Herren waren wiederum etwas mehr als 92 % aktive, zur Disposition oder außer Dienst gestellte Offiziere, die meisten davon jedoch aktiv. Nur 8 % kamen aus dem zivilen Berufsbereich (Lang v.Langen, Graf Mörner, v.Zitzewitz). Unter den aktiven Militärs befanden sich in der Mehrzahl zu gleichen Antielen von je 17 % Hauptleute, Majore und Oberstleutnante, dann als weitere personalstarke Gruppe fanden sich mit je 14 % Oberleutnante, Rittmeister und solche im Generalsrang.

Auch im Jahre 1911 fehlten die »Notablen« und die »altdeutschen« Verwaltungsspitzen der Reichslande fast völlig. [105] Und wieder wie schon im Jahre 1900 zeigte sich eine besondere Konzentration der Mitglieder auf die Lebensform der Stadt, weil im urbanen Raum zusammen etwa 92 %, im ländlichen Gebiet aber insgesamt nur rund 8 % wohnten (Schlösser Fröschweiler und Cuvry). Die größten elsaß-lothringischen Garnisonen Straßburg und Metz waren dabei die beiden Zentren, wo etwa fast genau je 25 % der Herren lebten. Ansonsten waren die Mitglieder über die übrigen Städte und Kleinstädte hoffnungslos vereinzelt verteilt in Weißenburg, Altkirch, Bitsch, Hagenau, Sankt Avold, Montigny, Mörchingen, Diedenhofen, Forbach, Neubreisach, Nieder-Jeutz und Colmar.

In eben jenem genannten Jahre 1911 und auch 1912 trat die Landesabteilung Elsaß-Lothringen nicht mehr im Adelsblatt auf und versandte auf diesem Wege auch keinerlei Einladungen mehr an ihre Mitglieder. Dies kann als Zeichen des Niederganges gedeutet werden. Der sich nach und nach verflüchtigende Enthusisamus flackerte allerdings noch einmal auf dem letzten und »II. Elsaß-Lothringischen Adelstag« am 13.Dezember 1913 auf, als der Vorstand auf die dauernden Mängel der eigenen Arbeit aufmerksam machte und die Charakteristika der Westmark abschließend darlegte.

Es wurden "die großen Schwierigkeiten hervorgehoben, die in den Reichslanden einer gedeihlichen Entwicklung der D.A.G. entgegenstehen. Einen landgesessenen »deutschen« Adel gibt es kaum, nur wenige Familien können hierzu gerechnet werden; Offiziere und Beamte wechseln zu häufig und finden hier nicht den Mittelpunkt, den, wie in den preußischen Provinzen und übrigen deutschen Staaten, die Provinz- oder Landeshauptstadt mit ihren mancherlei persönlichen Beziehungen ihnen gewährt. Die lebhaft betriebene Werbung der L.A. hat daher nur einen sehr geringen Erfolg gehabt." [106]

Zuletzt setzt man sich noch für den Abdruck einiger Aufsätze über elsässische Schlösser und Herrensitze im Kalender der Deutschen Adelsgenossenschaft für das Jahr 1915 ein und beschloß eine bessere Zusammenarbeit mit den altdeutschen Landesabteilungen in Bezug auf beim Deutschen Adelstag zu stellende Anträge. Dies war dann allerdings auch die letzte Verlautbarung der elsaß-lothringischen Landesabteilung. Gut acht Monate später zogen die Offiziere in den Krieg und die Arbeit der Genossenschaft verwaiste in den Reichslanden. Sie starb endgültig mit der Besetzung und späteren Abtretung Elsaß-Lothringens an Frankreich ab dem Jahre 1918. Und so vermerkte auch das Adelsblatt im Jahre 1920 nur noch nebenbei das Erlöschen der Landesabteilungen Posen und Elsaß-Lothringen, die beide "durch die politische Entwicklung verlustig gegangen" seien. [107]

IV.6. Vorstandsmitglieder und Protagonisten

Nach der Betrachtung des Mitgliederstandes und seiner Zusammensetzung muß auch noch ein Blick geworfen werden auf die maßgeblichen und treibenden Perösnlichkeiten, welche in Elsaß-Lothringen die Federführung der Adelsgenossenschaft in den drei Jahrzehnten zwischen 1888 und 1918 in die Hand nahmen.

Erster Vorsitzender des neubegründeten »Zweigvereins Metz« wurde auf der konstituierenden Versammlung vom 21.Juli 1888 in Metz der Generalmajor v.Rosenberg mit Garnison in Metz. [108] Außer ihm wurde nur noch ein weiteres Vorstandsmitglied gewählt und so fungierte als Schriftführer der Hauptmann Hugo Freiherr v.Werthern (1846-1899) vom Infanterie-Regiment Nummer 98 in Metz. [109]

Erst einige Monate später wurde der Vorstand von zwei auf vier Herren erweitert. Nach Abgang von Generalmajor v.Rosenberg rückte dann Freiherr v.Werthern, zuletzt königlich Preußischer Major außer Diensten, schließlich auf dem »IV. Lothringischen Adelstag« vom 1.Dezember 1888 selbst zum Ersten Vorsitzenden auf. [110] Zeitgleich wurde v.Hugo sein Substitut, als Schriftführer arbeitete von nun ab v.Graevenitz aus der Garnison Diedenhofen, dessen Stellvertreter Nomen Nescio v.Besser aus Metz. [111]

Infolge dienstlicher Versetzung blieb aber Freiherr v.Werthern ebenfalls nicht lange im Vorstand, sondern schied auf dem »VII. Lothringischen Adelstag« am 12.September 1889 aus. Neuer vorsitzender nunmehr »Bezirksabtheilung Lothringen« heißenden Organisation wurde Hauptmann v.Hugo in Metz. Als neuer Zweiter Vorsitzender und Substitut wurde dahingegen Richard v.der Lancken (1867-1947) aus Diedenhofen gewählt. [112]

Lancken entstammte einem uradeligen vorpommerschen Geschlecht des deutschen Adels und wurde als Sohn eines kleineren Gutsbesitzers geboren, der jedoch das Gut seiner Frau, Tochter eines grundbesitzenden Kammermusikers, bald wieder durch einen Verkauf verlor. Dem Sohn Richard stand damit nur noch die Laufbahn als Militär oder Verwaltungsbeamter bevor. Richard trat daher in die preußische Armee ein, wo er 1889 Leutnant im Brandenburgischen Jäger-Bataillon Nummer 3 wurde. In den Jäger-Bataillonen Nummer 8 und 4 verbrachte er als Oberleutnant seine folgenden Dienstjahre, bis er als Gouvernements-Adjutant drei Jahre lang in Straßburg tätig war. Im Range eines Majors nahm er den selbsterbetenen Abschied und zog mit seiner nichtadelig geborenen Frau, Tochter des Inhabers einer Möbeltischlerei in die Provinz Posen, wo er sich das Gut Roschinow im Kreis Wongrowitz im Wartheland erwarb. Im Ersten Weltkrieg reaktiviert führte er zunächst das Ersatz-Jäger-Bataillon Nummer 14 und war zum Kriegsende Adjutant der 13.Landwehrdivision. Als Königlich Preußischer Oberstleutnant außer Diensten entlassen, verlor er durch die Abtretung von Posen an Polen sein Gut und verdingte sich fortan von 1919 bis 1931 als Personalchef bei der chemischen Firma Riedel in Berlin-Britz. Danach ging er ins Coburgische in den Ruhestand und lebte zuletzt seit 1935 in einem Zweifamilienhaus in Bad Pyrmont, wo er auch einige Jahre nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges verblich. [113]

Richard v.der Lancken sollte - wie schon seine Vorgänger auch - zum Amt des Ersten Vorsitzenden der »Bezirksabtheilung Lothringen« aufrücken, als Herr v.Hugo vor Juli 1890 nach Hannover verzogen war. Die Einsetzung Lanckens erfolgte daher erst auf dem »IX. Lothringischen Adelstag« vom 5.Juli 1890. Als neuer Zweiter Vorsitzender wurde am gleichen Tage Nomen Nescio v.Voß aus Metz berufen. [114] Als dann auf dem  »X. Lothringischen Adelstag« im November 1890 der Schriftführer, Premierlieutnant v.Graevenitz aufgrund einer Kommandierung zur Berliner Kriegsakademie aus den Reichslanden verzog, konnte an seine Stelle der Premierlieutnant v.Besser aus Metz vorrücken.

Der gesamte Vorstand trat dann wegen der plötzlichen Eliminierung und Liquidation der Bezirksabteilung im Februar 1891 zurück, als die Lothringer in die neue oben bereits erwähnte »Bezirks-Abtheilung für die Rheinlande zu Köln am Rhein« eintraten. [115] In deren Vorstand war kein Reichsländer vertreten, bis erst wieder mit der Gründung der »Landesabteilung Baden und Elsaß-Lothringen« am 15.Januar 1908 die »Altdeutschen« vor Ort Führungsaufgaben übernahmen: Auf dem »I. Baden-Elsaß-Lothringischen Adelstag« wurden gleich vier Elsaß-Lothringer und kein einziger Badener als Vorstand gewählt. Dabei wurde der Königlich Preußische Generalmajor Ernst v.Sommerfeld (1850-1917), derzeit Kommandant von Neubreisach, zum Ersten Vorsitzenden ernannt; der überalterte 68jährige Offizier stammte aus einer 1676 in Böhmen geadelten Familie. [116]

Sein Stellvertreter wurde mit dem Kreisdirektor Michel Lang v.Langen einer der wenigen Angehörigen der protestantischen und »altdeutschen« Verwaltungselite des Reichslandes, die in der Adelsgenossenschaft mitarbeiteten. Der promovierte Jurist war in den Jahren 1908 bis 1916 zunächst Kreisdirektor im oberelsässischen Kreis Altkirch und anschließend noch von 1916 bis 1918 in derselben Funktion im unterelsässischen Kreis Erstein. [117] Zudem war er ein Vertreter radikaler Germanisierungspolitik der elsaß-lothringischen »Untertanen«, da er sich noch im Ersten Weltkrieg mit Fragen der lokalen Widerständigkeit der Bevölkerung gegen die oktroyhaft verordnete deutsche Volksidentität befaßte. So bemerkte er Ende April 1915 gegenüber der deutschen Militärbesatzung, er setzte sich für ein Verbot der häufig an den Häusern seines Kreises sichtbaren inoffiziellen Landesfarben Elsaß-Lothringens ein, "da sich die rot-weiße Flagge völlig ungerechtfertigt als Landesflagge eingebürgert hat, teils aus Opposition, weil man nicht die schwarz-weiß-rote Fahnen führen und auf das fehlende blau [118] hindeuten will, teils und mindestens aus Eigenbrödelei, die im Reichsland keine Berechtigung hat und beseitigt werden sollte." [119]

Und in das Amt des Schatzmeister wurde der Hauptmann Erich v.der Becke-Klüchtzner (1862) eingesetzt, der allerdings wegen seiner Ehe mit einer Angehörigen des jüdischen Glaubens nicht unumstritten gewesen ist. [120] Als Schriftführer konstituierte sich neben v.Sommerfeld, Lang v.Langen und v.der Becke-Klüchtzner im Januar 1908 auf dem »I. Baden-Elsaß-Lothringischen Adelstag« noch der Hauptmann Werner v.Eschwege (1865-1911) vom Infanterie-Regiment Nummer 172, der allerdings schon kurze Zeit später nach Straßburg versetzt wurde und dann als Kompaniechef verstarb. [121] Sein Sukzesseur wurde Adolf v.Schütz, der auf dem  »II. Baden-Elsaß-Lothringischen Adelstag« vom 6.November 1909 als Königlich Preußischer Hauptmann und Batteriechef aus dem 4.Badischen Feldartillerie-Regiment Nummer 66 mit Garnison in Neubreisach neu zum Schriftführer gewählt worden war. [122]

Infolge des Wegzuges von Erich v.Sommerfeld nach Eberswalde gab es schließlich auf dem »I. Elsaß-Lothringischen Adelstag« - die Landesabteilung war inzwischen wegen des Abgangs der Badener neu gegliedert worden - am 2.Juli 1910 eine bedeutende Vorstandsveränderung dahingehend, daß der Königlich Preußische Generalleutnant zur Disposition Georg Conrad Freiherr v.der Goltz (1852-1930) zum neuen Ersten Vorsitzenden erwählt wurde. Unter den Vorsitzenden der neuen rein reichsländischen Landesabteilung war er außergewöhnlich, ein schriftstellerisch militärisch-taktisch tätiger, aber auch ein musischer Offizier, der sogar zu Anfang des 20.Jahrhunderts Libretten für zwei Opern nach literarischen Vorlagen geschrieben hatte. [123]

Dabei hatte er das Militair bereits seit Kindesbeinen an eingeimpft bekommen, hatte als Sohn eines preußischen Generals das Kadettenkorps besucht und stand als Leutnant 1879 im Ersten Garde-Regiment zu Fuß in Potsdam. [124] Später war er Hauptmann im im Infanterie-Regiment Prinz Friedrich der Niederlande und Adjutant der Großherzoglich Hessischen (25.) Division. [125] Als Major diente er im Großherzoglich Mecklenburgischen Grenadier-Regiment Nummer 89 und als Oberstleutnant im Infanterie-Regiment Graf Bose. 1908 war er als Generalmajor Kommandeur der 9.Infanterie-Brigade zu Frankfurt an der Oder, [126] 1910 dann in Straßburg tätig und 1912 Kommandeur der 30.Division. [127]

Nach seinem plötzlichen Weggang aus den Reichslanden um 1912 blieb die Stelle des Ersten Vorsitzenden der »Landesabteilung Elsaß-Lothringischen« einige Zeit verwaist und wurde interimistisch von dem Zweiten Vorsitzenden Lang v.Langen geführt. Erst auf dem »II. Elsaß-Lothringischen Adelstag« vom 8.Juni 1913 wurde der Vorstand ergänzt und neu gewählt. Anstelle des verzogenen Freiherrn v.der Goltz trat jetzt als Erster Vorsitzender der 58jährige Königlich Preußische Generalleutnant Magnus v.Eberhardt (1855-1939), bisheriger Zweiter Vorsitzender der Landesabteilung Hannover-Oldenburg-Braunschweig, nunmehr aber Gouverneur von Straßburg, der aus Niedersachsen in die Reichslande versetzt worden war. [128] Der neue Vorsitzende war ein reiner Friedensoffizier, der bisher vor allem in Generalstabsstellen Karriere gemacht hatte. [129] Dieser Mann war der letzte Vorsitzende der Landesabteilung vor ihrem Niedergang infolge des Krieges und dem Übertritt der Reichslande in den französischen Staatsverband im Jahre 1918.

Neben dem Vorstand fungierte in Elsaß-Lothringen außerdem noch ein Ehrenrat der Landesabteilung, der ab dem 1910 aus den folgenden Herren gebildet wurde: Georg Conrad Freiherr v.der Goltz als Präses, Michel Lang v.Langen als Präsessubstitut, Adolf v.Schütz als Schriftführer), Ludwig v.Dawans als weiteres Vorstandsmitglied ohne Portefeuille sowie Friedrich v.Pilgrim in seiner Eigenschaft als Schriftführersubstitut. Fast alle huer genannten Ehrenratsherren waren Offiziere, darunter auch Friedrich v.Pilgrim (1862-1943). Der erst im Jahre 1875 zusammen mit seinem Vater geadelte Berufsmilitair war im Jahre 1907 als Königlich Preußischer Major dem Infanterie-Regiment Nummer 60 in Weißenburg aggregiert. [130] Er war zuletzt Oberst außer Dienst und starb im zweiten Weltkrieg in Karlsruhe in Baden. [131]

IV.7. Zusammensetzung des Mitgliederbestandes 1915

Das letzte öffentliche Verzeichnis der Mitlieder der Landesabteilung Elsaß-Lothringen vor der Auflösung wurde im Jahre 1915 publiziert. Demnach blieb der Bestand von insgesamt 37 Herren in seinem berufsbezogenen Zusammensetzung nahezu unverändert vom altdeutschen Militär geprägt. Ausnahmen in beruflicher Hinsicht war nur Eduard Freiherr v.Berchem-Königsfeld, seinerzeit Student der Rechte an der Universität zu Straßburg. [132] Er entstammt einem rheinischen Stadtadelsgeschlecht aus Köln, das 1860 in einer Linie eine Namens- und Wappenvereinigung in Bayern erhalten hatte. Der 1887 geborene Student lebte zuletzt nach dem zweiten Weltkrieg als Dr. jur. und deutscher Konsul außer Diensten in Lenggries in Bayern. [133] Von seiner Herkunft her ungewöhnlich dahingegen war der Major außer Diensten Franz de Dumas de L´ Espinol, [134] dessen Familie ursprünglich aus Frankreich stammte, aber bereits 1813 Offiziere in der Königlich Preußischen Armee gestellt hatte [135] und zu den Geschlechtern der Französischen Kolonie zu Berlin zählte. [136]

Neu hinzugekommen war zwischen 1911 und 1915 außerdem als Mitglied der altpreußische Straßburger Generalleutnant Ernst v.Heydebreck (1857-1935) aus pommerscher Adelsfamilie. [137] Er gehörte wiederum zu den typischen durchreisenden Edelleuten in Elsaß-Lothringen. Seine erste Schulbildung empfing er auf dem Kösliner Gymnasium, um sich anschließend dem Offiziersberuf zu widmen. [138] Nach seiner Matura trat er ins Kadettenkorps und wurde nach erfolgreich bestandenem Examen Anfang Oktober 1876 als 19jähriger zum Husaren-Regiment Fürst Blücher (Pommersches) Nr.2 nach Stolp überwiesen, in dem er Mitte Mai 1877 seine Ernennung zum Portepee-Fähnrich entgegennehmen konnte. [139] Zum 14.Februar 1878 wurde er Sekonde-Leutnant und machte als solcher bereits im September 1882 die Kavallerie-Übungsreise des II. Armeekorps mit. [140]

Den Garnisondienst vertauschte er von Anfang Oktober 1882 bis Ende Februar 1883 mit einem Kommando zur Militär-Turnanstalt, bevor er Mitte September 1887 zum Premierleutnant befördert wurde. Kurz zuvor hatte er in Bornzin 1885 noch als Blücherscher Husar und Adjutant Hedwig v.Zitzewitz (1865-1939), die Tochter des Rittergutsbesitzers Wilhelm Theophil v.Zitzewitz (1817-1892) und seiner Frau Hedwig v.Puttkamer (*1823) zur Frau genommen.
Als Adjutant der 6. Kavallerie-Brigade wurde der junge Ehemann schließlich ab Ende April 1889 à la suite der Blücherhusaren gestellt, bevor er im Juli 1890 Teilnehmer der großen Generalstabsreise des III. Armeekorps war.

Erst gegen Ende März kehrte er von dieser übergeordneten Kommandierung in sein Regiment nach Stolp zurück, wurde aber genau ein Jahr später zum Hauptmann ernannt und erneut dem General-Stab der Armee aggregiert. Zu Kaisers Geburtstag Ende Januar 1895 wechselte er die Waffenart und erhielt von König Wilhelm II. seine Ernennung zum Rittmeister und Chef der 5.Eskadron des Kürassier-Regiments Königin (Pommersches) Nr.2 in Pasewalk. Hier nahm er auch an der 150-Jahrfeier der Schlacht von Hohenfriedberg am 3.Juni 1895 teil und war einer der Offiziere, die an der Festtafel mit dem Kaiserpaar in Pasewalk saßen. [141] Seine Tätigkeit im Regiment währte aber nur zwei Jahre; er ist dann erneut am 20.Mai 1897 in den Generalstab überwiesen und zurückversetzt worden, wo er zunächst für die 20.Division, dann für das IV.Armeekorps tätig war. [142]
Auch seine kommenden Dienststellungen waren hauptsächlich im übergeordneten Bereich angesiedelt. 1901 sehen wir ihn als Major im Großen General-Stab; er wohnte dabei mit seiner Frau im Westend bei Berlin.

1904 war er in seiner Behörde mit der Wahrnehmung der Geschäfte eines Abteilungschefs beauftragt worden und auch zum Oberstleutnant befördert worden. Ende April 1905 kehrte er aber wieder in die Front der Pasewalker Kürassiere zurück, wo er bis bis zum 16.Oktober 1910 verblieb. Seine Stellung war hier die des Regimentskommandeurs. Er wechselte dann am 16.Juni 1910 als Kommandeur zur 18.Kavallerie-Brigade nach Altona und erhielt 1911 seine Beförderung zum Generalmajor. Als Generalleutnant (seit Kaisers Geburtstag 1914) diente er anschließend vom 1.März 1914 bis zum Kriegsausbruch im August 1914 als Inspekteur der 3.Kavallerie-Division in Straßburg im Elsaß. Bis zum 15.Dezember 1915 fungierte er dann als Kommandeur der 5.mobilen Kavallerie-Division, war zeitweise zugleich vom 2.August 1914 bis hin zum 26.Dezember diesen Jahres auch Kommandeur der 7.mobilen Kavallerie-Division. Somit hatte er über drei Kavallerie-Brigaden, eine Reitende Feldartillerie-Abteilung, eine MG-Abteilung und eine Kavallerie-Pionier-Abteilung zu befinden. [143]

Seine höchste Dienststellung im ersten Weltkrieg war die eines Generals der Kavallerie zur Disposition im Felde als Inspekteur der Etappen-Inspektion der 1.Armee. [144] Danach aus dem Heeresdienst entlassen, zog er sich ganz ins Privatleben zurück. Mit seiner kleinen Familie - zwei Söhne waren hinzugekommen - wohnte er nun ab Kriegsende in Groß Krien bei Rathsdamnitz im Kreis Stolp. Etwa 1930 dann war er nach Nippoglense, ebenfalls im Kreis Stolp, umgezogen. Reichhaltig war sein familiäres und karitatives Engagement: Seit mindestens 1898 war er Mitglied der Deutschen Adelsgenossenschaft. [145]

1926 war unter seiner Führung der Familienverband der Deutschen Adelsgenossenschaft korporativ beigetreten, daher war er 1930 Ehrenvorsitzender der Familienstiftung sowie zuletzt auch Ehrenritter des Johanniterordens. Schon 1914  war Ernst Inhaber der folgenden Orden und Ehrenzeichen: Roter Adler-Orden 2.Klasse mit Eichenlaub, Roter Adler-Orden 4.Klasse mit Krone, Kronen-Orden 2.Klasse mit dem Stern, Dienstauszeichnungskreuz, Centenarmedaille, Ritterkreuz 1.Klasse des Herzogl. Braunschweigischen Ordens Heinrichs des Löwen, Ehrenkreuz des Großherz. Mecklenburgischen Greifen-Ordens, Ritterkreuz 2.Klasse des Königlich Sächsischen Albrecht-Ordens mit Krone, Komturkreuz des Großherzoglich Sächsischen Ordens der Wachsamkeit oder vom Weißen Falken, Offizierkreuz des Königlich Italienischen Sankt Mauritius- und Lazarus-Ordens. [146] Gestorben ist Ernst v.Heydebreck wenige Tage vor Vollendung seines 78. Lebensjahres; seine Beisetzung erfolgte in Bornzin am 12.Mai 1935, nachmittags 4 Uhr unter Beteiligung einer großen Trauergemeinde. [147]

IV.8. Verbleib der Mitglieder nach 1918

Im Jahre 1920 waren die ehemaligen Elsaß-Lothringer weit im Reiche verteilt und gehörten in den meisten Fällen und nach der Auflösung der Landesabteilung schon wieder anderen Landesabteilungen an. Dennoch befanden sich auch trotz der Gebietsveränderung, der Auflösung traditioneller adeliger Berufsfelder, den Folgen des Ersten Weltkrieges und zahlreichen Umzügen der Offiziere immerhin noch 74 % des ehemaligen Mitgliederbestandes vom Jahre 1911 auch im Jahre 1920 noch in der Adelsgenossenschaft - und erwies sich als erstaunlich territorialtreu insofern, als sich viele Herren in Baden und im Rheinland in unmittelbarer Grenzlage zu ihrem ehemaligen Wirkungsgebiet ansässig machten.

In der den Reichslanden nahegelegenen Landesabteilung Baden lebten zu diesem Zeitpunkt der Weimarer Republik noch die meisten der ehemaligen Elsaß-Lothringer, so der Generalleutnant zur Disposition Curt v.Fölkersamb in Konstanz, der Regierungsrat außer Diensten Hjalmar Graf v.Mörner in Freiburg im Breisgau, der Oberst außer Diensten Friedrich v.Pilgrim in Karlsruhe sowie der Generalleutnant zur Disposition Franz v.Trotta genannt Treyden in Freiburg im Breisgau.
Die Landesabteilung Rheinland dahingegen nahm den Major Erich v.der Beck-Klüchtzner in Köln, Oberst v.Dawans in Frankfurt am Main, Generalmajor Hans v.Heuduck in Düsseldorf, Generalmajor zur Disposition Christian Freiherr v.Ompteda in Wiesbaden und den Oberstleutnant Adolf v.Schütz in Düren auf.

Eine kleinere weitere Gruppe von ehemaligen Offizieren fand außerdem nach dem Ersten Weltkrieg in der Bezirksabteilung Berlin ein neues Zuhause, so der Major außer Diensten Bodo v.Dewitz, der General der Infanterie zur Disposition Georg Conrad Freiherr v.der Goltz und der Generalmajor zur Disposition Carl Freiherr v.Poellnitz. Immerhin noch zwei Angehörige der ehemaligen Reichsländer gehörten im Jahre 1920 der Landesabteilung Hannover-Olbenburg-Braunschweig an; dies waren der Oberleutnant Viktor v.Garnier in Hannover und der Hauptmann Albert Freiherr v.Wangenheim in Goslar.

Die übrigen Herren verteilten sich einzeln auf verschiedene andere Landesabteilungen. Generalmajor zur Disposition Rudolf v.Bercken lebte in Breslau (Landesabteilung Schlesien), der Major Emil v.Buch wohnte in Gardelegen (Landesabteilung Thüringen) und der Oberstleutnant zur Disposition Carl Graf v.Holnstein aus Bayern hatte nunmehr auf Schloß Milkel bei Bautzen (Landesabteilung Sachsen) sein Domizil aufgeschlagen.

Eine quantitativ nicht unerhebliche Anzahl von ehemaligen Reichsländern gehörte außerdem zwar weiterhin der Adelsgenossenschaft an, war aber keiner Landesabteilung mehr zugeteilt, weil sie in den abgetreten Gebieten wohnten. Dazu zählten neben den in Posen lebenden Mitgliedern Generalleutnant Curt v.Gallwitz genannt Dreyling und Generalleutnant Oskar Freiherr v.Watter ganze 20 % des ehemaligen Bestandes von 1911, die weiterhin in Elsaß-Lothringen privat verblieben waren und sich trotz der antideutschen Propaganda, der deutschfeindlichen Maßnahmen, der Ausweisungen und Enteignungen für ein Leben im nunmehr französischen Ausland entschieden hatten. Zu ihnen zählten im Jahre 1920 die ehemaligen Rittmeister Carl v.Westrell (Metz-Sablon), Oberstleutnant Max v.Witzleben (Saint Avold), der Kreisdirektor außer Diensten Georg Michel Lang v.Langen (Altkirch), Rittmeister Hans v.Boyneburgk (Straßburg), Rittmeister außer Diensten Walter v.Braumüller (Diedenhofen), Major Ernst v.Braumüller (Metz) und Rittmeister Arthur v.Strempel (Straßburg).

V. Resumée

Die Geschichte des »Zweigvereins Metz« (1888), der »Bezirksabteilung Metz« (1888), der »Bezirksabtheilung Lothringen« (1889-1891), der »Landesabteilung Baden und Elsaß-Lothringen« (1908-1910) sowie letztlich die der »Landesabteilung Elsaß-Lothringen« (1910-1918), hier nun abschließend zusammenfassend unter der Bezeichnung »Landesabteilung Elsaß-Lothringen« behandelt, kann im Gegensatz zu den übrigen bisher untersuchten Landesabteilungen der Adelsgenossenschaft als gescheitert bezeichnet werden. Dies hatte mehrere Gründe. Zum einen war die Muttergenossenschaft in den neuen Reichslanden zu wenig verwurzelt und konnte auf nicht auf die lokalen eingeborenen grundsässigen Eliten der »Notablen« zurückgreifen oder sich unter ihnen bekannt machen und ausbreiten. Der ständige Wechsel der Wohnorte der Mitglieder, die hautsächlich aus Offizieren bestanden und so gut wie keinerlei Spitzen der Verwaltung in ihren Reihen zählten, machte zum anderen eine kontinuierliche Arbeit unmöglich. Darüber hinaus repräsentierten die Mitglieder häufig und bis auf Ausnahmen - wie den badischen Katholiken Ferdinand Waenker v.Dankenschweil - den norddeutschen Protestantismus, mit dem man im katholisch geprägten Elsaß-Lothringen keinen Anklang fand. [148]

Daß die Landesabteilung Elsaß-Lothringen in der einheimischen Bevölkerung und besonders im einheimischen Adel keine Mitglieder trotz ihrer nahezu 20jährigen Existenz gefunden haben mag, dürfte vermutlich mit der Stellung, dem Verhältnis und der Einstellung des »altdeutschen« Offizierkorps zum Elsaß zu tun gehabt haben. Es "litt darunter, daß der schnelle Wechsel der Stellung den Offizieren ein ruhiges Einleben in das Land und das Verständnis für seine Schwierigkeiten erschwerte; nicht alle Offiziere besaßen dazu den Takt, mit der soldatischen Haltung die Achtung der übrigen Gesellschaftsschichten zu verbinden, denen sie sich durch Geburt und Beruf überlegen fühlten. Andererseits hat das vorlaute Treiben mancher elsässischer Kreise das Empfinden bei den Offizieren geweckt, als sei das Elsaß mehr Feindes- als Freundesland, so daß ein Mißtrauen gegen die Bevölkerung wach wurde, welches diese Kreise ins »altdeutsche« Lager hinübertrugen, wodurch sich dort die unfreundlichen Gefühle für das Reichsland verstärkten. Die Absonderung weiter einheimischer Kreise wiederum dem Militär gegenüber vermehrte in Offizierskreisen das Gefühl, nur geduldete Besatzung zu sein, während jene wieder das Offizierkorps nur als »Störenfried« empfanden." [149]

Zum Teil fehlte es auch in den elementarsten Bereichen wie in der Mitgliederwerbung an Werbematerialien und Papieren, so daß der Vorstand nicht einmal in der Lage war, zukünftigen designierten Mitgliedern Broschüren und Unterlagen zukommen zu lassen. Die Adelsgenossenschaft in den Rheinlanden ist immer eine fast reine Versammlung und ein Zusammenschluß der Offiziere gewesen.

Das bedeutete auch, daß mit Ausbruch des Krieges im August 1914 die Arbeit der Landesabteilung zusammenbrach, da der Großteil der Mitglieder als aktive Offiziere ins Feld zog. Doch nicht nur dies hinderte eine gelungene Arbeitsgestaltung der Reichsländer, sondern auch der Umstand, daß Elsaß-Lothringen selbst zum Kriegsgebiet wurde, verschlechterte zusätzlich die Situation. Im Prinzip besehen und faktisch betrachtet hat die Landesabteilung daher nur in den Jahren 1908 bis 1914 existiert, ihre Blütezeit besaß sie 1909 und 1910, konnte aber nie Massen unter den »altdeutschen«, geschweige denn unter den einheimischen Adeligen mobilisieren. Schließlich ist ihr jede Wirkungsmöglichkeit im November 1918 genommen worden, als Elsaß-Lothringen von Frankreich besetzt worden war. Die anschließende Ausweisung aller nach 1871 eingewanderten und in Elsaß-Lothringen wohnhaften Deutschen machte zudem ein Wiedererstarken der Landesabteilung gänzlich unmöglich.
Am 1.Juli 1940 wurde durch Hitlers Führerentscheidung nach dem siegreichen Blitzfeldzug der deutschen Wehrmacht gegen Frankreich erneut eine deutsche Verwaltung in Elsaß-Lothringen eingeführt, das ab September 1940 in den »Reichsgau Oberrhein« (Elsaß) und den »Reichsgau Westmark« (Lothringen) eingeteilt wurde, die von den Reichsstatthaltern Josef Bürckel und Robert Wagner verwaltet wurden. Sie regierten dort jedoch lediglich bis zum November 1944 und verließen dann ihre Dienststellen vor den vorrückenden amerikanischen Truppen. [150]

In diesen vier Jahren ist es zur Gründung einer neuen elsaß-lothringischen Landesabteilung nicht mehr gekommen, da es - im Gegensatz zum »Warthegau« - vermutlich nicht mehr zu einer Ansiedlung von Mitgliedern der Deutschen Adelsgenossenschaft in den beiden Reichsgauen gekommen ist. [151] Auch unter den »Landkommissaren« der Jahre 1940 bis 1944, den Nachfolgern der ehemaligen reichsländischen Kreisdirektoren (Landräte), befanden sich keine Adeligen mehr. [152]

VI. Annotationen und Quellenvermerke =

  • [1] = Claus Heinrich Bill: Die Landesabteilung Mecklenburg der Deutschen Adelsgenossenschaft in den Jahren 1920 bis 1945, in: Claus Heinrich Bill: Mecklenburgische Adelskunde 1700 bis 1997, Owschlag 1997, Seite 107-118 --- Thomas Freiherr v.Fritsch-Seerhausen: Die Landesabteilungen Magdeburg-Anhalt, Sachsen, Thüringen der Deutschen Adelsgenossenschaft, ohne Ort (Schwäbisch Gmünd) 1998, 55 Seiten --- Claus Heinrich Bill: Korporationen des Pommerschen Adels 1903 bis 2003. Hundert Jahre landsmannschaftlich organisierte pommersche Adelsvereinigungen [Geschichte der Landesabteilungen Pommern und Hinterpommern der Deutschen Adelsgenossenschaft und der Vereinigung Pommerscher Adelsfamilien], in: Nobilitas. Zeitschrift für deutsche Adelsforschung, Jahrgang VI. (2003), Seiten 1328-1336, 1348-1387, 1391-1440, 1445-1483 sowie Jahrgang VII. (2004), Seite 1-41 --- Claus Heinrich Bill: Die Adelsgenossenschaft in der Nordmark 1920 bis 1952. Zur Geschichte der beiden Landesabteilungen Schleswig-Holstein und Hamburg, in: Nobilitas. Zeitschrift für deutsche Adelsforschung, Jahrgang IX. (2006), Seite 166-260 sowie Jahrgang X. (2007), Seite 1-43
  • [2] = Mit vielem Dank für die Anregung zu dieser Arbeit an die ehemals in Kiel ihr Studium absolvierende Dipl.-Geographin Nadine Dobslaff
  • [3] = Oftmals wird auch das Wort »Annektion« benutzt. In der Forschung ist der Begriff nicht unumstritten und wird ja nach nationalem Standpunkt der Historiker auch durchaus als »Wiedervereinigung« betrachtet. Zur Forschungslage und zum Erkenntnisinteresse der bisherigen elsaß-lothringischen reichsländischen Landesforschung bis ins 21.Jahrhundert siehe Günter Riederer: Feiern im Reichsland. Politische Symbolik, öffentliche Festkultur und die Erfindung kollektiver Zugehörigkeiten in Elsaß-Lothringen 1871 bis 1918 (Schriftenreihe der Trierer Historische Forschungen, Band LVII.), Trier 2004, Seite 44-45. Das Deutsche Adelsblatt als Repräsentant der Altdeutschen vertrat bis 1945 in der Elsaß-Lothringen-Problematik naturgemäß den Standpunkt der »Wiedervereinigung«, was vor allem deutlich wird in den folgenden Aufsätzen von L. Clericus: Der Grundbesitz im Elsaß im Jahre 1789 (unter Nennung der Besitzungen und der Adelsfamilien, die dort saßen), in: Deutsches Adelsblatt, Jahrgang VII., Berlin 1889, Seite 489-492 / C. Lambert: Die Tragödie des Elsaß [politische Entwicklung, Kampf um Autonomie], in: Deutsches Adelsblatt, Jahrgang XLVII. (1929), Seite 24-26 / C. Lambert: Vom Deutschtum Elsaß-Lothringens, in: Deutsches Adelsblatt, Jahrgang XLVII. (1929), Seite 721-723 und 748-749 / Max Hildebert Boehm: Das Herzland der Westmark. Anderthalb Jahrtausende Kampf um den lothringischen Raum [Lothringen], in: Deutsches Adelsblatt, Jahrgang LVIII. (1940), Seite 776-778 / Elisabeth v.Glasenapp: Lothringen zwischen den Reichen, in: Deutsches Adelsblatt, Jahrgang LIX. (1941), Seite 8-10. Verträglicher im Europagedanken und der Völkerfreundschaft zwischen Deutschland und Frankreich gewidmet ist erst der viel später in der Bundesrepublik erschienene Aufsatz von Roland v.Rohr aus dem Ende des 20.Jahrunderts im gleichen Periodikum: Die wechselvolle Geschichte des Elsaß, in: Deutsches Adelsblatt, Jahrgang XXVIII. (1989), Seite 232-234 und 258-262
  • [4] = Max Rehm: Reichsland Elsaß-Lothringen. Regirung und Verwaltung 1871 bis 1918, Bad Neustadt an der Saale 1991 (Schriften der Erwin-v.-Steinbach-Stiftung Frankfurt am Main, Band IX.), Seite 82-83
  • [5] = Walther Hubatsch (Hg.): Grundriß zur deutschen Verwaltungsgeschichte, Band XXII., Marburg 1983, Seite 264-265 sowie Brockhaus Konversationslexikon, Band VI., Berlin / Wien 141894, Seite 53
  • [6] = Georg Wolfram (Herausgeber): Verfassung und Verwaltung von Elsaß-Lothringen 1871-1918, Band I., Berlin 1936, Seite 123-124
  • [7] = Günter Riederer: Feiern im Reichsland. Politische Symbolik, öffentliche Festkultur und die Erfindung kollektiver Zugehörigkeiten in Elsaß-Lothringen 1871 bis 1918 (Schriftenreihe der Trierer Historische Forschungen, Band LVII.), Trier 2004, Seite 443
  • [8] = Brockhaus Konversationslexikon, Band VI., Berlin / Wien 1894, Seite 49
  • [9] = Brockhaus Konversationslexikon, Band V., Berlin / Wien 1894, Seite 67
  • [10] = Die Definition der Umschreibung der Notablen in Elsaß-Lothringen ist in der Forschung nicht deutlich. Die einen bezeichnen damit Angehörige der bürgerlichen Oberschicht wie Theologen, Juristen, Mediziner, Wirtschaftsführer, Händler, Industrielle (Ernst Rudolf Huber: Deutsche Verfassungsgeschichte seit 1789, Band IV., Struktur und Krisen des Kaiserreichs, Stuttgart 21969, Seite 442). Die anderen subsumieren darunter zusätzlich auch Politiker aus dem einheimischen Adel (Günter Riederer: Feiern im Reichsland. Politische Symbolik, öffentliche Festkultur und die Erfindung kollektiver Zugehörigkeiten in Elsaß-Lothringen 1871 bis 1918 [Schriftenreihe der Trierer Historische Forschungen, Band LVII.], Trier 2004, Seite 21). Wir schließen uns hier der Definition des Begriffes von Riederer an.
  • [11] = Hermann Ludwig: Der unterelsässische Adel vor hundert Jahren, in: Deutsches Adelsblatt 1888, Seite 452
  • [12] = Weiter eignen würden sich hierzu auch noch Franz Xavier Baron de Smid, Ferdinand Eckbrecht v.Dürckheim-Montmartin sowie Maximilian Baron v.Schauenburg
  • [13] = Sein Lebenslauf nach Hermann Hiery: Reichstagswahlen im Reichsland. Ein Beitrag zur Landesgeschichte von Elsaß-Lothringen und zur Wahlgeschichte des Deutschen Reiches 1871-1918, Düsseldorf 1986, Seite 470-471
  • [14] = Überholt ist damit die These Hermann Hierys vom Jahre 1986, der, ohne die Quelle des Deutschen Adelsblattes benutzt zu haben, konstatiert: "Als wichtigster Vertreter der wenigen katholischen Autonomisten sah er [gemeint ist Zorn v.Bulach] sich in die schwierige Aufgabe versetzt, einen Zugang zu der evangelisch-preußisch geprägten neuen Führungsschicht des Landes zu finden, ohne den Kontakt zur katholisch-elsässischen Basis zu verlieren. dies ist ihm angesichts der Mißgunst der altdeutschen Beamten und der nationalen Verdächtigungen der einheimischen Bourgeoisie wohl weder auf der einen noch auf der anderen Seite gelungen ..." (Hermann Hiery: Reichstagswahlen im Reichsland. Ein Beitrag zur Landesgeschichte von Elsaß-Lothringen und zur Wahlgeschichte des Deutschen Reiches 1871-1918, Düsseldorf 1986, Seite 470)
  • [15] = Nomen Nescio: Freiherr Zorn v.Bulach, in: Deutsches Adelsblatt 1891, Seite 71-73
  • [16] = Sein Name fehlt im Kalender der Deutschen Adelsgenossenschaft 1900, Berlin 1900, Seite 240 sowie im Kalender der Deutschen Adelsgenossenschaft 1920, Berlin 1920, Seite 83
  • [17] = Aufschlußreiche Gedanken hierzu siehe bei Günter Riederer: Feiern im Reichsland. Politische Symbolik, öffentliche Festkultur und die Erfindung kollektiver Zugehörigkeiten in Elsaß-Lothringen 1871 bis 1918 [Schriftenreihe der Trierer Historische Forschungen, Band LVII.], Trier 2004, Seite 80-95
  • [18] = Günter Riederer: Feiern im Reichsland. Politische Symbolik, öffentliche Festkultur und die Erfindung kollektiver Zugehörigkeiten in Elsaß-Lothringen 1871 bis 1918 [Schriftenreihe der Trierer Historische Forschungen, Band LVII.], Trier 2004, Seite 89
  • [19] = Harlad v.Kalm: Das preußische Heroldsamt (1855-1920). Adelsbehörde und Adelsrecht in der preußischen Verfassungsentwicklung (Band V. der Schriftenreihe der Quellen und Forschungen zur Brandenburgischen und Preußischen Geschichte), Berlin 1994, Seite 85
  • [20] = Niels Wilcken: Architektur und Stadtplanung im Grenzraum. Das öffentliche Bauwesen in Elsaß-Lothringen im Kaiserreich (1871-1918), Kiel 1998, Band II., Seite 331
  • [21] = Ernst Müsebeck / Bodo Ebhardt: Schloß und Dorf Landonvillers, Berlin 1908, Seite 23
  • [22] = Die Zusammenstellung der folgenden Angaben erfolgte mittels der Durchsicht der territorial nicht durch Register erschließbaren Einzeleinträge in der Quelle von Albrecht Freiherr v.Houwald: Brandenburg-Preußische Standeserhöhungen und Gnadenakte für die Zeit 1873-1918 nach amtlichen Quellen des vormaligen Königlich Preußischen Heroldsamtes zusammengestellt, Görlitz 1939, Seiten 94-224. Insbesondere die Seiten 101 (Spankeren),  118 (Thielen), 126 (Schubka), 141 (Jaunez), 149 (Herrmann), 167 (Grunelius), 195 (Lautz).
  • [23] = Hermann Hiery: Reichstagswahlen im Reichsland. Ein Beitrag zur Landesgeschichte von Elsaß-Lothringen und zur Wahlgeschichte des Deutschen Reiches 1871-1918, Düsseldorf 1986, Seite 458
  • [24] = Hermann Hiery: Reichstagswahlen im Reichsland. Ein Beitrag zur Landesgeschichte von Elsaß-Lothringen und zur Wahlgeschichte des Deutschen Reiches 1871-1918, Düsseldorf 1986, Seite 144-147
  • [25] = Der Begriff ist heute vielfach negativ konnotiert. Es sei jedoch darauf hingewiesen, daß diese Definition zeitgenössisch und bereits vom Deutschen Adelsblatt im 19.Jahrhundert im Zusammenhang mit der französischen Frage benutzt worden ist (Deutsches Adelsblatt 1892, Seite 765).
  • [26] = Verfasser der Schrift »Soll Lothringen unser Irland werden?« (Heft 23 der Schriftenreihe »Sociale Zeitfragen«), Minden
  • [27] = Nomen Nescio (H.) Gerdolle: Zur Frage der deutschen Colonisation in Lothringen, in: Deutsches Adelsblatt 1888, Seite 214-215
  • [28] = Walther Hubatsch (Hg.): Grundriß zur deutschen Verwaltungsgeschichte, Band XXII., Marburg 1983, Seite 230-236
  • [29] = Statistik der Deutschen Adelsgenossenschaft, in: Deutsches Adelsblatt, Ausgabe vom 02.Juni 1889 (Titelseite)
  • [30] = Hermann Ludwig: Der unterelsässische Adel vor hundert Jahren, in: Deutsches Adelsblatt 1888, Seite 452-453 und 471-472
  • [31] = Ludwig August Clericus (1827-1892) war Privatgelehrter. Nach einem abgebrochenen Jurastudium widmete er sich dem Kunststudium in Königsberg in Preußen und zog im Jahre 1855 nach Berlin, wo er als freiberuflicher Schriftsteller, Redakteur und Illustrator tätig war. Durch seine freizeitliche ausdauernde Beschäftigung mit Heraldik und Genealogie kam er in Kontakt mit dem deutschen Adel. Er wurde später auch in den Jahren 1874 bis 1880 Schriftleiter der Monatszeitschrift "Der Deutsche Herold" (1874–80). Seit 1880 arbeitete Clericus in Magdeburg als bezahlter Sekretär des Kunstgewerbevereins. Infolge dieses Kontaktes institutionalisierte er seine Forschungen und gelangte zu einigem Einfluß auf die neue Museumsgattung des Bereiches Kunstgewerbe. Außerdem war er Schriftleiter der monatlich erscheinenden Kunstgewerbezeitschrift "Pallas", in der er die meisten Inhalte selbst anfertigte. Hier befaßte er sich vor allem mit der Kommunalen Wappenkunde des magdeburgischen Raumes (Zu seiner Biographie siehe den Eintrag in der Neuen Deutschen Biographie, Band III., Seite 287)
  • [32] = L. Clericus: Der Grundbesitz im Elsaß im Jahre 1789, in: Deutsches Adelsblatt 1889, Seite 489-492
  • [33] = Max Schön: Die Germanisierung von Elsaß-Lothringen, in: Deutsches Adelsblatt 1892, Seite 765-767
  • [34] = v.P.: Frankreich und die Kaisermanöver ind en Reichslanden (Eingesandt), in: Deutsches Adelsblatt 1893, Seite 690-691
  • [35] = Heinrich v.Wedel: Die Hohkönigsburg bei Schlettstadt, in: Deutsches Adelsblatt 1899, Seite 617-619
  • [36] = Nomen Nescio: Hohkönigsburg. Zu dem Bild auf der Titelseite [Bau- und Familiengeschichte, Wiedereinweihung 1908], Aufsatz, Deutsches Adelsblatt, Jahrgang LI. (1933), Seite 541-542 sowie Lossow, Irene v.: Bodo Ebhardt (1865-1945). Ein deutscher Architekt [Hohkönigsburg, Burgenkunde, Friedersdorf, Veste Coburg, Gröditzberg, Heiligenberg, Schwanenburg, Fürstliches Theater in Detmold, Neuenstein, et cetera], Aufsatz, Deutsches Adelsblatt, Jahrgang XII. (1973), Seite 131-132
  • [37] = A. Serbin: Die Hohkönigsburg, in: Deutsches Adelsblatt 1901, Seite 346-348
  • [38] = Nomen Nescio: Politik und Presse. Die Straßburger Reichstagsersatzwahl, in: Deutsches Adelsblatt 1904, Seite 392-394
  • [39] = Freiherr v.Saß: Der Statthalter der Reichslande und der kirchliche Friede, in: Deutsches Adelsblatt 1905, Seite 398
  • [40] = Nomen Nesio: Franzosenfreundliche Strömungen in den Reichslanden, in: Deutsches Adelsblatt 1906, Seite 161-162
  • [41] = Zu den Auswirkungen der Verfassung und ihren Inhalten siehe Ernst Rudolf Huber: Deutsche Verfassungsgeschichte seit 1789, Band IV., Struktur und Krisen des Kaiserreichs, Stuttgart 21969, Seite 471-476
  • [42] = Nomen Nescio: Das preußische Herrenhaus und die elsaß-lothringische Verfassungsfrage, in: Deutsches Adelsblatt 1911, Seite 218-220
  • [43] = Ibidem, Seite 476
  • [44] = Nomen Nescio: Die elsaß-lothringische Verfassungsfrage und die nationalen Interessen, in: Deutsches Adelsblatt 1911, Seite 196-198
  • [45] = Nomen Nescio: Die Entscheidung der elsaß-lothringischen Verfassungsfrage, in: Deutsches Adelsblatt 1911, Seite 313-314
  • [46] = Freiherr v.Saß: Die Nationalpartei Elsaß-Lothringens, in: Deutsches Adelsblatt 1911, Seite 338
  • [47] = Freiherr v.Saß: Die Niederlage des liberalen Großblocks in Elsaß-Lothringen, in: Deutsches Adelsblatt 1911, Seite 619
  • [48] = Diese Darlegung nach Ernst Rudolf Huber: Deutsche Verfassungsgeschichte seit 1789, Band IV., Stuttgart 1969, Seite 582-596 sowie ausführlicher bei Erwin Schenk: Der Fall Zabern (Schriftenreihe der Beiträge zur Geschichte der nachbismarckischen Zeit und des Weltkriegs, herausgegeben von Fritz Kern und Hans Hallmann, Heft 2), Stuttgart 1927, 137 Seiten
  • [49] = Im Jahre 1914 schließlich wegen seiner Auslassungen und Überschreitungen versetzt in das Infanterie-Regiment Graf Schwerin (3.Pommersches) Nr.14 nach Bromberg und gefallen als Leutnant bei Kobryn im Osten im August 1915 (Deutscher Offizier-Bund [Hg.]: Ehrenrangliste des ehemaligen deutschen Heeres 1914-1918, Berlin 1926, Seite 150)
  • [50] = Zu Ferdinand Rogalla v.Bieberstein siehe seine Kurzbiographie mit Bildnis in: Hermann Hillger (Hg.): Kürschners Deutscher Reichstag. Biographisch-statistisches Handbuch 1907-1912, XII.Legislatur-Periode, II.Auflage, Berlin und Leipzig 1907, Seite 17
  • [51] = Zu ihm siehe die hier nicht benutzte Sammelakte mit Presseausschnitten des Reichslandbundes betreffend den Reichstagsabgeordneten Karl Freiherr v.Gamp (1908-1918), im Bundesarchiv zu Berlin-Lichterfelde, Akte mit der Signatur R  8034 III. Nr.141
  • [52] = War im April 1908 durch König Wilhelm II. von Preußen unter die preußischen Freiherren aufgenommen worden (Albrecht Freiherr v.Houwald: Brandenburg-Preußische Standeserhöhungen und Gnadenakte für die Zeit 1873-1918 nach amtlichen Quellen des vormaligen Königlich Preußischen Heroldsamtes zusammengestellt, Görlitz 1939, Seite 163)
  • [53] = Nomen Nescio: Der Wiederzusammentritt des Reichstages, in: Deutsches Adelsblatt 1913, Seite 790 (darin Ersterwähnung der Zabern-Affäre im Deutschen Adelsblatt)
  • [54] = Freiherr v.Saß: Das Urteil gegen Leutnant Freiherrn v.Forstner, in: Deutsches Adelsblatt 1913, Seite 840
  • [55] = Freiherr v.Saß: Der Urteilsspruch gegen die Zaberner Offiziere, in: Deutsches Adelsblatt 1914, Seite 42-43
  • [56] = Freiherr v.Saß: Der Reichstag und die Vorgänge in Zabern, in: Deutsches Adelsblatt 1913, Seite 805
  • [57] = Nomen Nescio: Der Wechsel der Regierung in Elsaß-Lothringen, in: Deutsches Adelsblatt 1914, Seite 93-95
  • [58] = Nomen Nescio: Der Statthalter v.Dallwitz und der Zaberner Bürgermeister, in: Deutsches Adelsblatt 1914, Seite 526
  • [59] = Nomen Nescio: Die in Angriff genommene Liquidation des feindlichen Grundbesitzes in Elsaß-Lothringen, in: Deutsches Adelsblatt 1917, Seite 298
  • [60] = Otto Meißner: Elsaß und Lothringen. Deutsches Land, Berlin 1941, Seite 127
  • [61] = Nomen Nescio: Der Polizeipräsident v.Jagow und die Demokratie, in: Deutsches Adelsblatt 1914, Seite 6-8
  • [62] = Möglicherweise war dies Magnus v.Eberhardt (1855-1939), der sich damals im Jahre 1888 gerade als Königlich Preußischer Oberleutnant sowie Adjutant der 4.Garde-Infanterie-Brigade in Berlin aufhielt und später noch als Vorsitzender der Elsaß-Lothringischen Landesabteilung der Deutschen Adelsgenossenschaft eine bedeutende Rolle spielen sollte (siehe unten)
  • [63] = Deutsches Adelsblatt 1888, Seite 147
  • [64] = Deutsches Adelsblatt 1888, Seite 241
  • [65] = Deutsches Adelsblatt 1888, Seite 370
  • [66] = Deutsches Adelsblatt 1888, Seite 395
  • [67] = Deutsches Adelsblatt 1888, Seite 428
  • [68] = Nomen Nescio: Deutsche Adelsgenossenschaft. Bericht über die 1. Sitzung des »Zweigvereins Metz« der Deutschen Adelsgenossenschaft vom 21.Juli 1888, in: Deutsches Adelsblatt 1888, Seite 493
  • [69] = Deutsches Adelsblatt 1890, Seite 572
  • [70] = Brockhaus Konversations-Lexikon, Band XV., Berlin / Wien 1895, Seite 807
  • [71] = Die anwesenden Mitglieder waren die Herren v.Besser, v.Carlshausen, v.Graeve, v.Graevenitz, v.Hugo, v.Jastrzembski, Freiherr v.Werthern, v.Wilm. Als Gäste nahmen am »II. Lothringischen Adelstag« dahingegen Freiherr v.Maltzahn, v.Treskow, Freiherr v.Nauendorf, v.Happe, Freiherr v.Eichendorff und v.Fölkersamb teil. Vornamen oder Rangstellung in der Armee wurden in der Quelle des Deutschen Adelsblattes bedauerlicherweise jedoch nicht erwähnt
  • [72] = Nomen Nescio Graf v.der Schulenburg-Beetzendorf / Nomen Nescio Freiherr v.Broich / Nomen Nescio Graf v.Bothmer-Bothmer / Nomen Nescio v.Zieten: Einladung, in: Deutsches Adelsblatt 1888, Seite 689-690 (darin Abdruck von drei Anträgen des Zweigvereins Metz zur Tagesordnung)
  • [73] = Nomen Nescio v.Rosenberg / Nomen Nescio Freiherr v.Werthern: Protokoll über die zweite Versammlung des Zweig-Vereins Metz am 8.September 1888, in: Deutsches Adelsblatt 1888, Seite 642-643
  • [74] = Nomen Nescio: Bericht über die 3.Versammlung des Zweig-Vereins Metz am 8.Oktober 1888, in: Deutsches Adelsblatt 1888, Seite 658
  • [75] = Nomen Nescio Freiherr v.Werthern / Nomen Nescio v.Graevenitz: Bericht  über die Versammlung der Bezirks-Abtheilung Metz am 1.Dezember 1888, in: Deutsches Adelsblatt 1888, Seite 809-810
  • [76] = Nomen Nescio v.Hugo / Nomen Nescio v.Graevenitz: Bericht über die Sitzung der Bezirksabtheilung Metz am 2.Februar 1889, in: Deutsches Adelsblatt 1889, Seite 98
  • [77] = Nomen Nescio v.Hugo / Nomen Nescio v.Graevenitz: Bericht über die 6.Versammlung der Bezirksabtheilung Metz vom 4.Mai 1889, in: Deutsches Adelsblatt 1889, Seite 331
  • [78] = Nomen Nescio v.Hugo / Nomen Nescio v.Graevenitz: Bericht über die Sitzung der Bezirks-Abtheilung Lothringen am 12.Sptember 1889, in: Deutsches Adelsblatt 1889, Seite 668
  • [79] = Nomen Nescio v.Hugo / Nomen Nescio v.Graevenitz: Bericht über dieam 3.Dezember 18889 zu Metz abgehaltene Sitzung der Bezirks-Abtheilung Lothringen, in: Deutsches Adelsblatt 1889, Seite 861-862
  • [80] = Nomen Nescio v.der Lancken / Nomen Nescio v.Graevenitz: Die Landesabtheilung Lothringen, in: Deutsches Adelsblatt 1890, Seite 471
  • [81] = Nomen Nescio: Verspätet, in: Deutsches Adelsblatt 1891, Seite 33
  • [82] = Kalender der Deutschen Adelsgenossenschaft 1920, Berlin 1920, Seite 98
  • [83] = Deutsches Adelsblatt 1891, Seite 177
  • [84] = Deutsches Adelsblatt 1891, Seite 855
  • [85] = Kalender der Deutschen Adelsgenossenschaft 1920, Berlin 1920, Seite 98
  • [86] = Extrahiert durch Einzeldurchsicht aller nicht nach Landeszugehörigkeit abgedruckten Mitgliedseinträge der Nummern 1 bis 1893 im Kalender der Deutschen Adelsgenossenschaft 1900, Berlin 1900, Seite 161-240
  • [87] = War 1914 Oberstleutnant zur Disposition, Königlich Bayerischer Kämmerer sowie Rittergutsbesitzer auf Schloß Neilkel in der Lausitz sowie auf Schloß Fröschweiler im Elsaß (Nomen Nescio: Kaiserlicher Automobil-Club Berlin W 9. Mitglieder-Verzeichnis 1914. Abgeschlossen am 7.Mai 1914, Berlin 1914, Seite 77)
  • [88] = Er wurde allerdings bereits im Jahre 1909 nicht mehr als Mitglied der Landesabteilung Baden und Elsaß-Lothringen geführt (Kalender der Deutschen Adelsgenossenschaft 1909, Berlin 1909, Seite 240)
  • [89] = Im Jahre 1911 war er bereits Königlich Preußischer Generalmajor und Komandeur der 6.Infanterie-Brigade (Deutsches Biographisches Archiv, Neue Folge, Fiche 1193, Aufnahme 35)
  • [90] = Annette Maas: Kriegerdenkmäler einer Grenzregion, in: Angelo Ara / Eberhard Kolb (Hg.): Grenzregionen im Zeitalter der Nationalismen, Berlin  1998, Seite 290
  • [91] = Seine Biographie nach dem Deutschen Biographischen Archiv, Neue Folge, Fiche 1354, Aufnahme 45
  • [92] = Sein Name fehlt im Kalender der Deutschen Adelsgenossenschaft 1909, Berlin 1909, Seite 171
  • [93] = Kalender der Deutschen Adelsgenossenschaft 1911, Berlin 1911, Seite 266, Eintragsnummer 30
  • [94] = Ehren-Rangliste des ehemaligen deutschen Heeres 1914-1918, Berlin 1926, Seite 693 linksspaltig
  • [95] = Kalender der Deutschen Adelsgenossenschaft 1911, Berlin 1911, Seite 265, Eintragsnummer 02
  • [96] = Kalender der Deutschen Adelsgenossenschaft 1909, Berlin 1909, Seite 238
  • [97] = Kalender der Deutschen Adelsgenossenschaft 1900, Berlin 1900, Seite 135. »Angeblich«, weil in der Mitgliederliste der gleichen Quelle 43 Edelleute mit einem Wohnsitz in den Reichslanden genannt wurden.
  • [98] = Zur Versammlung siehe den Bericht im Deutschen Adelsblatt 1908, Seite 134
  • [99] = Kalender der Deutschen Adelsgenossenschaft 1909, Berlin 1909
  • [100] = Deutsches Adelsblatt 1909, Seite 510
  • [101] = Deutsches Adelsblatt 1909, Seite 629-630
  • [102] = Deutsches Adelsblatt 1909, Seite 630
  • [103] = Kalender der Deutschen Adelsgenossenschaft 1911, Berlin 1911, Seite 264-266 sowie Deutsches Adelsblatt 1910, Seite 362
  • [104] = Das folgende nach statistischer Auswertung der Mitgliederliste im Kalender der Deutschen Adelsgenossenschaft 1911, Berlin 1911, Seite 264-266
  • [105] = Eine Ausnahme war der Kreisdirektor Dr. jur. Michel Lang v.Langen in Altkirch
  • [106] = Nomen Nescio v.Eberhardt: Landesabteilung Elsaß-Lothringen, in: Deutsches Adelsblatt 1913, Seite 833-834
  • [107] = Deutsches Adelsblatt 1920, Seite 223 (Bericht über den XXXIV. Deutschen Adelstag vom 22.Juni 1920)
  • [108] = Vermutlich Heinrich v.Rosenberg (diplomgemäß Rosarius v.Rosenberg), zuletzt Königlich Preußischer General der Kavallerie zur Disposition, lebte von 1833 bis 1900 (Genealogisches Handbuch des Adels, Adelige Häuser B, Band VII. [1965], Seite 359 mit seinem Portrait nach Seite 360)
  • [109] = Nomen Nescio: Deutsche Adelsgenossenschaft. Bericht über die 1. Sitzung des »Zweigvereins Metz« der Deutschen Adelsgenossenschaft vom 21.Juli 1888, in: Deutsches Adelsblatt 1888, Seite 493
  • [110] = Zu Freiherr v.Werthern siehe Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der freiherrlichen Häuser, Band 38 (1888), Seite 950 sowie Genealogisches Handbuch des Adels, Freiherrliche Häuser, Band XV. (1989), Seite 497
  • [111] = Nomen Nescio Freiherr v.Werthern / Nomen Nescio v.Graevenitz: Bericht  über die Versammlung der Bezirks-Abtheilung Metz am 1.Dezember 1888, in: Deutsches Adelsblatt 1888, Seite 809-810
  • [112] = Nomen Nescio v.Hugo / Nomen Nescio v.Graevenitz: Bericht über die Sitzung der Bezirks-Abtheilung Lothringen am 12.September 1889, Seite 668
  • [113] = Axel v.der Lancken: Geschichte des Geschlechts v.der Lancken, Band II., Hannover 1960, Seite 193-194
  • [114] = Nomen Nescio v.der Lancken / Nomen Nescio v.Graevenitz: Die Landesabtheilung Lothringen, in: Deutsches Adelsblatt 1890, Seite 471
  • [115] = Kalender der Deutschen Adelsgenossenschaft 1920, Berlin 1920, Seite 98
  • [116] = Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der adeligen Häuser, Band II. (1908), Seite 863
  • [117] = Walther Hubatsch (Hg.): Grundriß zur deutschen Verwaltungsgeschichte, Band XXII., Marburg 1983, Seite 274-277 und 295
  • [118] = Gemeint ist das das fehlende Blau der französischen Nationalflagge
  • [119] = Günter Riederer: Feiern im Reichsland. Politische Symbolik, öffentliche Festkultur und die Erfindung kollektiver Zugehörigkeiten in Elsaß-Lothringen 1871bis 1918 (Schriftenreihe der Trierer Historische Forschungen, Band LVII.), Trier 2004, Seite 300
  • [120] = Deutsches Biographisches Archiv, Neue Folge, Fiche 85, Aufnahme 406 (aus der Sigilla veri)
  • [121] = Genealogisches Handbuch des Adels, Adelige Häuser A, Band IV. (1960), Seite 338
  • [122] = Nomen Nescio v.Eschwege / Nomen Nescio v.Sommerfeld: Landesabteilung Baden und Elsaß-Lothringen, in: Deutsches Adelsblatt 1909, Seite 629-630
  • [123] = Unter seinem Namen erschienen chronologisch aufsteigend folgende Werke in gedruckter Form: »Für meinen König!« Ein dramatisches Gedicht, Berlin 1884, 32 Seiten --- Militärische Paradoxen, Berlin 1888, 97 Seiten --- Selbständige Patrouillen. Eine Forderung der Taktik der neuen Waffen und des rauchschwachen Pulvers, Berlin 1890, 52 Seiten [der Verfasser nannte sich hier Georg Freiherr v.der Goltz und war seinerzeit Hauptmann im Infanterie Regiment Nr.15] --- Witichis. Musikalisches Drama in 4 Akten nach dem »Kampf um Rom« von Felix Dahn bearbeitet von Georg Freiherr von der Goltz [Textbuch], Dresden 189?, 28 Seiten --- Bilden wir unsere Infanterie aus zur Schlachteninfanterie?, in: Militär-Wochenblatt 1901, Berlin 1902, Beiheft 12, 38 Seiten --- Zur Gefechtsausbildung. Versuche und Vorschläge, Berlin 1903, 47 Seiten --- Was muss ich für die Schlacht wissen und können? Für den deutschen Infanteristen zusammengestellt, Berlin 1903 [Umfang unbekannt] --- Die Ausbildung der Infanterie für den Angriff. Vorschläge und Erfahrungen, Berlin 1904, 70 Seiten --- Myrrah. Oper in einem Akt nach dem dramatischen Gedicht »Das Opfer« von Wilhelm Walloth, bearbeitet und in Musik gesetzt von Georg Freiherr v.der Goltz [Libretto], Celle 1905, 14 Blatt
  • [124] = Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der freiherrlichen Häuser, Band 29 (1879), Seite 264
  • [125] = Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der freiherrlichen Häuser, Band 44 (1894), Seite 302
  • [126] = Deutsches Biographisches Archiv, Neue Folge, Fiche 464 Aufnahme 336
  • [127] = Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der uradeligen Häuser, Band 13 (1912), Seite 308. Sein Auftauchen in der Abteilung Uradel erklärt sich dadurch, daß der erst am 5.November 1913 vom Königliche Preußischen Heroldsamt infolge einer Allerhöchsten Kabinettsorder (AKO) vom 18.März 1912 eine Bescheinigung über die Führung des Freiherrentitels erhalten hatte, dessen Führung bislang strittig gewesen war (Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der freiherrlichen Häuser, Band 82 [1932], Seite 225)
  • [128] = Nomen Nescio v.Eberhardt: Landesabteilung Elsaß-Lothringen, in: Deutsches Adelsblatt 1913, Seite 409
  • [129] = Zu seiner Dienstlaufbahn und Biographie siehe Deutsches Biographisches Archiv, Neue Folge, Fiche 304, Aufnahmen 123-124
  • [130] = Gothaisches Genealogisches Taschenbuch, Briefadel, Band I., Gotha 1907, Seite 615
  • [131] = Genealogisches Handbuch des Adels, Adelige Häuser B, Band II., Glücksburg 1956, Seite 305
  • [132] = Kalender der Deutschen Adelsgenossenschaft 1915, Berlin 1915, Seite 273, Eintrag Nr.1
  • [133] = Genealogisches Handbuch des Adels, Freiherrliche Häuser B, Band IV. (1967), Seite 62
  • [134] = Kalender der Deutschen Adelsgenossenschaft 1915, Berlin 1915, Seite 273, Eintrag Nr.6
  • [135] = Rang- und Quartierliste der Königlich Preußischen Armee [nach dem] Stand vom 1.Janaur 1813. Geschriebenes Original im Geheimarchiv des Kriegsministeriums, Beilage 22 zum Werk "Urkundliche Beiträge zur Geschichte des Preußischen Heeres", herausgegeben vom Großen Generalstab, Band V., Heft 21-25. Das preußische Heer der Befreiungskriege. Erster Band: Das Preußische Heer 1812, Berlin 1912, Seite 598-599
  • [136] = R. Béringuier (Herausgeber): Die Stammbäume der Mitglieder der Fr. Colonie in Berlin, Berln 1885/86 in zwei Lieferungen (gebunden in einem Band), Seite 189
  • [137] = Kalender der Deutschen Adelsgenossenschaft 1915, Berlin 1915, Seite 274, Eintrag Nr.14
  • [138] = Seine militärische Laufbahn bis 1897 folgt Georg v.Albedyll: Geschichte des Kürassier-Regiments Königin (Pomm.) Nr.2, II. Teil 1806-1903, Berlin 1904, Seite 133 des Bandteiles II. (Personalien), Nr.744 und Seite 796, 803 sowie 816
  • [139] = Deutsches Adelsblatt, Jg.XXXII, Berlin 1914, S.277, Ausgabe vom 19.4.1914
  • [140] = Die Angabe im Genealogischen Taschenbuch der Ritter- und Adelsgeschlechter, Jg.VI, Brünn 1881, S.252, er sei 1881 Fähnrich gewesen, kann also nicht stimmen.
  • [141] = Abbildung der Tischgesellschaft in Georg v.Albedyll: Geschichte des Kürassier-Regiments Königin (Pomm.) Nr.2, II. Teil 1806-1903, Berlin 1904, Seite 800
  • [142] = Dabei wohnhaft in Hannover, Taubenfeld 17 (Deutsche Adelsgenossenschaft [Hg.]: Kalender der Dt. Adelsgenossenschaft 1898, Berlin 1898, S.186, Nr.617)
  • [143] = Günter Wegner: Die Stellenbesetzung der aktiven Regimenter, Bataillone und Abteilungen von der Stiftung bzw. Aufstellung bis zum 26.August 1939, Bd.I, Osnabrück 1990, S.411,420f,450 und ebd., Bd.III, S.14 und Hermann Stegemann: Geschichte des Krieges, 3.Bd., Stuttgart 1919, S.332, 255-256 und 264
  • [144] = Ehrenrangliste 1926, S.85 sowie Deutsches Adelsblatt, Jg.XXXII, Berlin 1914, S.277, Ausgabe vom 19.4.1914
  • [145] = Deutsche Adelsgenossenschaft (Hg.): Kalender der Dt. Adelsgenossenschaft 1898, Berlin 1898, S.186, Nr.617
  • [146] = Rangliste 1914, S.115 und Deutsche Ordens-Almanach-Gesellschaft (Hg.): Deutscher Ordensalmanach 1908/1909, Berlin o.D., S.609, der abweichend von der ersten Quelle beim Kgl. Pr. KronenO. nur die 3.Kl. erwähnt.
  • [147] = Traueranzeige seiner Witwe in: Preuß. Zeitung (Kreuzztg.) Nr. A 110 v. 11.5.1935 und desgl. vom Offizierkorps des Kür.-Regiments Königin und des Familienverbandes ebd. in Nr. A 117 v. 19.5.1935 sowie Die Toten der Alten Armee in: Preuß. Zeitung (Kreuzztg.) Nr. 169 v. 21.7.1935 (Ernst v.Heydebreck)
  • [148] = Hermann Hiery: Wahlen und Wahlverhalten im Reichsland Elsaß-Lothringen 1871-1914, in: Angelo Ara / Eberhard Kolb (Hg.): Grenzregionen im Zeitalter der Nationalismen, Berlin  1998, Seite 73
  • [149] = Erwin Schenk: Der Fall Zabern (Schriftenreihe der Beiträge zur Geschichte der nachbismarckischen Zeit und des Weltkriegs, herausgegeben von Fritz Kern und Hans Hallmann, Heft 2), Stuttgart 1927, Seite 5-6
  • [150] = Walther Hubatsch (Hg.): Grundriß zur deutschen Verwaltungsgeschichte, Band XXII., Marburg 1983, Seite 244-245
  • [151] = Die letzte veröffentlichte Mitgliederliste der Adelsgenossenschaft von 1940 führt keine Elsaß-Lothringer in ihrem Verzeichnis "der Angehörigen, die keiner Landesabteilung angehören" und in denen normalerweise die im Ausland wohnhaften Mitglieder verzeichnet waren, darunter zahlreiche Adelige, die sich im »Warthegau»« niedergelassen hatten (Anschriftenbuch der Deutschen Adelsgenossenschaft 1940, Berlin 1940, Seite 345-349)
  • [152] = Walther Hubatsch (Hg.): Grundriß zur deutschen Verwaltungsgeschichte, Band XXII., Marburg 1983, Seite 268-351
Der vorstehende Aufsatz (Verfasser: C.H.Bill) erschien zuerst gedruckt in der Zeitschrift Nobilitas, Jahrgang X., Sonderburg 2007, Folgen 48 und 49, Seiten 195-236

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