Institut Deutsche Adelsforschung
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Objekte als historische Quellen der Adelsforschung

Theorie und praktische Ansätze aus dem Geist der materiellen Kulturforschung 

Zwei Meldungen, die unabhängig voneinander, zu unterschiedlichen Zeiten und Orten und auch mit vollständig verschiedenen Phänomen beschäftigt, erschienen, schienen auf den ersten Blick keinen Zusammenhang zu besitzen. So schrieb ein Romancier 1923 in einer österreichischen Zeitung: „Er dachte den Gedanken nicht zu Ende, steckte mit gespielter Gleichgültigkeit eine neue Zigarette in die lange, reich gezierte Spitze und zündete sie an. `Schande, Herzog´, zischte Miß Steven, die ihr  hämisches Beobachten nicht aufgeben wollte. `Schlimme Gewohnheiten haben Sie angenommen. Zigarettenrauch inhalieren? Das haben Sie früher nicht getan.´ Ein Lächeln übertünchte des Ungreifbaren Verwirrung. `Ich war einem Ort, wo man allerlei Schlimmes lernen kann.´ `Das sehe ich.´ Miß Stevens Augen visierten. `Sie haben dort auch die seltsame Kunst erlernt, ihre Zigarettenspitze zwischen Ringfinger und kleinem Finger einzuklemmen. Früher einmal leisteten ihnen Daumen und Zeigefinger diesen Dienst.´ Eine kurze Weile schwirrten des Ungreifbaren Gedanken in ungeordnetem Chaos. `Gewohnheiten wechseln´, sagte er und half sich mit einem Gemeinplatz. `Dort, wo ich leben mußte, nimmt man es nicht so genau.´" [1] 

Andererseits wurde in einer anderen österreichischen Zeitung 1856 folgende Meldung über ein tragbares Nahverkehrsmittel publiziert: „Was ist die rohe, ungebildete Droschke gegen die feine, zartfühlende Portechaise? Hier Menschenkraft, urtheilende, bedachtsame, aufmerkende Menschenkraft, und dort roher Naturtrieb, Peitschen-Effect, Abhängigkeit von Hafer und Heu und polternde, erschütternde Rückwirkung schlechten Pflasters auf mangelhaften Räder-Mechanismus. 

Hier liebevolles Wiegen und nur zeitweiliges Ausgleiten, wenn es Glatteis gibt, dort ewiges rohes Holpern und Stolpern über ungleiche Steinmassen. Und dann die Reinlichkeit im Innern des zierlichen tragbaren Boudoirs und der Schmutz in der Schenkstube und Tabagie der Droschke. Und dann zwingt die Portechaise widerstrebende und feurige Gemüther zur Sittsamkeit, die der Staat liebt und vorschreibt; es kann zur Zeit nur ein Wesen im Raume der Portechaise Platz finden, es ist durchaus kein tete-a-tete mögliche Und diese einsame Person, ihren Leidenschafen überlassen, wird lange nicht der öffentlichen, wie der Privatruhe in dem in dem Grade gefährlich werden, als ein Paar es wird, wenn es auch kein verlebtes, wenn es ein drohendes oder zankendes Paar ist, das in der Droschke den im Hause angefangenen ehelichen Zwist, fortfahrend und fortwüthend, weiter spinnt. In der Portechaise herrscht philosophisches Nachdenken. moralisches Insichgehen und lächelnde Selbstbeherrschung; denn wollte man, obgleich einsam, doch leidenschaftlich wüthen, so würde der Gang der Träger, von dem allem Glück und Gedeihen der Reise abhängt, ungleich werden und somit Gefahr bringen.“ [2]

Die Zigarettenspitze von 1923 und der Tragsessel von 1856 hatten aber dennoch eine Gemeinsamkeit, die sich im Gebrauch beider Gegenstände offenbart: Der Umgang mit ihnen und ihre Aneignung durch den Menschen machten handwerkliche Kunst zu sozialen Gegenständen, luden sie mit symbolischen Bedeutungen auf. So wurden beispielsweise Zigarettenspitzen und Portechaisen nur von wohlhabenden Personen benützt, die sich den Gebrauch beider Objekte – zeitlich ebenso wie finanziell – leisten konnten. Objekte konnten so zu Distinktionswerkzeugen werden und diese soziale Aufwertung in Form des demonstrativ vorgeführten Statuskonsums war für den Adel in der historischen Ständegesellschaft überaus wichtig. [3] 

Doch wurden derlei Gegenstände vom Adel nicht nur benützt, zugleich präformierten die Gegenstände selbst durch ihre Beschaffenheit, ihren Objektcharakter und ihre Materialität den Umgang mit ihnen. Es wird dies besonders deutlich auch an den beiden erwähnten Beispielen. Die Objekte bestimmten in gewisser Weise den Gebrauch, provozierten einerseits bei der Zigarettenspitze (durch eine von der bloßen Zigarette abweichenden Länge und Schwere) eine bestimmte Haltung des gedrehten Rauchmittels in der Hand, ergaben bei der Portechaise andererseits eine bestimmte isolierte und entschleunigte Fortbewegungsart, der sogar politische Folgen zugeschrieben wurden: Individuell getragene Menschen in eng den Körper umschließenden Fortbewegungsmitteln, so das erwähnte Kalkül, könnten sich nicht zu Massenaufläufen, Tumulten und Revolutionen zusammenfinden.

Objekte besitzen damit einen Doppelcharakter. Sie bieten Benutzenden einerseits die Möglichkeit, die Objekte einzusetzen und sozial zu instrumentalisieren, andererseits werden die Benutzenden selbst auch in ihrem Verhalten durch das Objekt geformt. So könnte man für die Zigarrettenspitze formulieren, daß sie einerseits ein Objekt ist, daß als materielle Ausstattungsentität sozialen Umwelten kommunikativ Distinktion und Adeligkeit mit dem Ziel der Zuschreibung von Reputation und Prestige in einer ständisch geprägten Gesellschaft visibilisiert, andererseits aber die Benützenden auch zu bestimmten Behandlungsweisen und Verhaltensweisen zu und durch das Objekt zwingt. Der Umgang mit den Objekten schränkt also Bewegung ein, weil das materiell unveränderliche Objekt den mit ihm handelnden flexiblen Körper – oder zumindest Teile von ihm – an sich selbst anpaßt. 

Und dies gilt nicht nur für die Zigarettenspitze, auch für andere Objekte größerer Natur: Tabaksdosen, Kutschen, Herrenhäuser, Schlösser, Parks und Gärten, selbst für Tiere wie Pferde, Hunde, Jagdfalken.
Überlegungen dieser Art sind Gegenstand der „materiellen Kulturforschung“, die von Gegenständen und Objekten ausgehend, deren „Prisma“ untersucht, d.h. umfassende Bedingungen ihres Entstehens, ihrer Rohstoffe, ihrer Fertigung, ihres Vertriebs, ihres Gebrauchs, ihres sozialen Standortes, ihrer Symbolkraft, ihrer Modifikationen oder ihres Untergehen zu bestimmten Zeiten. Prismagerichtete Betrachtungen untersuchen Objekte ganzheitlich, sie können aber auch lediglich als Illustration, Argument, Thema oder Quelle genutzt werden. Diese Verwendungsweisen herausgearbeitet hat nun ein neuer Sammelband, der sowohl theoretische Texte als auch praktische Anwendungen anbietet. [4]

Fünf große Sektionen werden dabei vorgestellt, die mit den Oberbegriffen „Geschichtswissenschaft und Objektforschung“ (1), „Objekt-Bild-Text“ (2), „Objekt-Norm-Praxis-Diskurs“ (3), „Objekte als Erkenntnisanlass und Erkenntnismedium“ (4) sowie „Integrierte Objektforschung“ (5) präsentiert werden. Die erste Sektion befaßt sich mit Objekten in der Frühneuzeit und der Globalisierung ihrer Verwendung durch den Columbian Exchange, aber auch mit Erlebnisweisen des Re-Enactments als Möglichkeit für Ethnolog*innen und Historiker*innen, Wirkungen der Objekte am eigenen (forschenden) Leib zu spüren, d.h. hier nicht im herkömmlichen Sinne eine performative Aufführung um des sozialen Beifalls halber zu inszenieren, [5] sondern die Präformierungen des Körperlichen durch Materialitäten erspüren. [6]

Die zweite Sektion dagegen betrifft Beispiele des Auftretens des Materiellen in Abbildungen, beispielsweise das Erfassen von Pflanzen und Tieren in Zeichnungen oder die imaginierten Vorstellungen von städtischen Märkten. In der dritten Sektion werden dann „Konsumartikel und Sozialtechniken“ vorgestellt, vor allem auch hier mit Adelsbezug in Hinsicht auf Tabaksdosen, Fächer und Lorgnetten. Als ein besonderes Anwendungsobjekt wird hier auf einen fein gearbeiteten Tabaksschnupflöffel rekurriert, der erhebliches Feingefühl beim Einführen von Schnupftabak in die Nasenlöcher erforderte und damit ein praktisches Beispiel der Körperanpassung an das Objekt bietet; hier wird am Rande explizit auch auf Distinktionsfragen des Adels eingegangen (Seite 174-177). 

So zeige der Löffel, daß es nicht ausreiche, sich allein ein Objekt anzueignen, auch die zugehörigen „typischen“ Verhaltensweisen waren zu erlernen und dies kostete Zeit und Geld – und brachte in den Augen sozialer Umwelten Ansehen und Ruhm. [7] Die Kenntnis der Umgangsweisen mit „ehrenvollen Gütern“ widersprach dabei praktischem Wissen, stellte so genanntes  „ästhetisches Wissen“ heraus. So genügte es im 18. Jahrhundert beispielsweise nicht mehr, als Frau das Luxusobjekt eines Fächers zu besitzen, soziale Distinktion vermochte nur mehr der bestimmte Umgang mit ihm zu erzeugen (Seite 178). 

Dies zeigt zugleich, daß sich aber auch Verhaltensweisen in ihrer Bedeutung über Zeit und Raum verändern konnten; jene Erkenntnis ist ein bislang in der Forschung, die Distinktion in der Annäherung eher monolithisch sah, noch wenig erforschtes Gebiet. [8] 

Andererseits konnten aber auch über einen „unstandesgemäßen“ Gebrauch von Objekten Temporaradelige (bislang gemeinhin im allgemeinen Sprachgebrauch „Hochstapler“*innen genannt) [9] als Nichtadelige überführt und deren „eigentliche“ (bei der Geburt durch die Eltern und Behörden zugeschriebene) Identität festgestellt werden. So hatte sich der Handlungskommis Josef Goldberger um 1888 „in verschiedenen Provinzstädten Ungarns und auch in Budapest bald für einen Grafen Wenckheim, bald für einen Grafen Degenfeld [10] ausgegeben und verschiedenen leichtgläubigen Personen Geld und Waaren [sic!] herauszuschwindeln gewußt. Der Hochstapler, der es verstand, sich ein Ansehen zu geben und der sich auch in aristokratische Kreise drängte, wurde in Erlau entlarvt. Bei einem Spazierritt, den er mit mehreren Kavalieren unternahm, stellte es sich nämlich heraus, daß er, `ein Graf Wenckheim´ gar nicht reiten könne. Dies bildete den ersten Verdachtsgrund gegen ihn, der dann nach und nach zur vollständigen Entdeckung seiner Schwindeleien führte. Am letzten Freitag fand die Schlußverhandlung gegen den Pseudo-Grafen vor dem Erlauer königlichen Gerichtshofe statt. Josef Goldberger wurde wegen mehrfacher Betrugsfakten und wegen Benützung falscher Namen zu drei Jahren Kerker und zu fünf Jahren Amtsverlust verurtheilt.“ [11]

Zudem wird an diesen Exempeln von Löffeln, Tabaksdosen und Pferden der Kommunikationscharakter des Materiellen deutlich, so wie er auch beim Konzept „Un/doing Nobility“ [12] hervortritt: Materielles formt nicht nur Körper, sondern hat auch einen performativen Charakter zum Zwecke der Kommunikation von ständischer Ordnung, zu denken ist hier nur Kleider, Accessoires, Beschaffenheiten oder sogar Farben. [13] Auch der Sammelband greift dieses Kommunikationsphänomen auf, leider jedoch nur anhand der – ohnehin recht offensichtlichen – Fächersprache (Seite 178). Weitere Aufsätze befassen sich indes mit Megalithen, Münzabdrücken, Nashornhörnern, Buddhafiguren und ihrer Darstellung, Verwendung und Verarbeitung. 

Für die Adelsforschung von Bedeutung ist schließlich noch ein Beitrag zur kreativen „konsumistischen Selbstschöpfung“ hervorzuheben, der den adeligen Renegaten August Herzog von Sachsen-Gotha-Altenburg (1772-1822) betrifft, der sich mithilfe von selbst gestalteten Konsumartikeln (Maßanfertigungen beim Schneider, Auftragsarbeiten von Modepuppen und Porzellan) einen bestimmten (auch Gendergrenzen überschreitenden) Selbstentwurf zuschrieb. Hier tritt besonders der modellierende Effekt von Kleidung für die Herstellung einer Ich-Identität – auch einer adeligen Identität – zutage (Seite 183-194). 

Verwiesen wird dabei auch auf Colin Campbells kultursoziologische Theorie des selbst-illusionistischen Hedonismus. [14] Demzufolge habe um 1800 ein Paradigmenwechsel von der ausschließlichen Befriedigung basaler Bedürfnisse hin zu einer zusätzlichen Befriedigung höherer Bedürfnisse (wie z.B. der Selbstverwirklichung) stattgefunden und diese neuen Bedürfnisse hätten sich auf den Konsumgütermarkt gerichtet. [15] Mit Objekten und Dingen – und damit mit Materiellem – modellierten Konsument*innen nicht nur ihren Körper, sondern auch ihr Selbst, sie machten die Objekte (z.B. Kleider, Orden, Pferde, Herrenhäuser, Wappen, Visitkarten mit Krone) zu Medien „der selbstkontrollierten Erzeugung von Fiktionen“ (Seite 186), [16] die dazu dienten sich „ein je eigenes Selbst in dieser Welt zu schaffen“ (Seite 186). 

Dieser Umstand war sowohl für gewöhnliche und anerkannte Adelige als auch für Temporaradelige von Bedeutung; Objekte besaßen erheblichen Referenz- und Verweischarakter auf Adeligkeit und Adelsqualität. In dieser Hinsicht bietet der Sammelband zahlreiche Anregungen für eine Erweiterung auch der materiellen Objektforschung zum Adel, die noch über die Analyse der nur beispielhaft erwähnten Zigarettenspitzen, Portechaisen und Pferden im täglichen sozialen Vollzug vergangener Welten erkenntnisreiche Perspektiven zu versprechen scheint.

Diese Rezension stammt von Dr. Claus Heinrich Bill, M.A., B.A., und erscheint ebenso gedruckt in der Zeitschrift für deutsche Adelsforschung.

Annotationen: 

  • [1] = Nomen Nescio: Der Unfgreifbare, Neue Folge (75. Fortsetzung), in: Sport-Tageblatt (Wien), Ausgabe Nr.238 vom 30. August 1923, Seite 7.
  • [2] = A. Baron von Sternberg: Dresdner Skizzen – Die Portechaise, in: Die Presse (Wien), Ausgabe Nr. 29 vom 5. Februar 1856, Seite 11.
  • [3] = Dazu siehe a) Renata Ago: Statuskonsum, in: Friedrich Jaeger (Hg.): Enzyklopädie der Neuzeit, Band XII, Stuttgart 2010, Spalte 941-944, b) Marcus Weidner: Finanzen und Konsum im Spannungsfeld von „Ehre“ und „Ruin“ – Eine Skizze zum Stiftsadel des Fürstbistums Münster (1650-1750), in: Michael Prinz (Hg.): Der lange Weg in den Überfluss – Anfänge und Entwicklung der Konsumgesellschaft seit der Vormoderne, Paderborn 2003, Seite 105-119, c) Alexander Lenger / Stefan Priebe: Demonstrativer Konsum und die Theorie der feinen Leute – Geschmack, Distinktion und Habitus bei Thorstein Veblen und Pierre Bourdieu, in:Alexander Lenger / Christian Schneickert / Florian Schumacher (Hg.): Pierre Bourdieus Konzeption des Habitus – Grundlagen, Zugänge, Forschungsperspektiven, Wiesbaden 2013, Seite 91-108.
  • [4] = Annette Caroline Cremer, Martin Mulsow (Hg.): Objekte als Quellen der historischen Kulturwissenschaften – Stand und Perspektiven der Forschung, Köln / Weimar / Wien 2017, 352 Seiten (Beiträge der Tagung "Materielle Kulturforschung – Eine Zwischenbilanz zum epistemischen Gewinn einer vermeintlich neuen Perspektive" und "Mediated Objects – Das unbedingte Objekt? Von der Mittelbarkeit und Mitteilbarkeit des Materiellen"), gebunden, ISBN: 978-3-412-50731-2, zugleich Band 2 der Reihe "Ding, Materialität, Geschichte", Preis: 50,00 Euro.
  • [5] = Siehe dazu exemplarisch a) Reenactment (Flüchtlingsdarstellungen in Festumzügen), in: Stefan Scholz / Maren Röger / Bill Niven (Hg.): Die Erinnerung an Flucht und Vertreibung. Ein Handbuch der Medien und Praktiken, Paderborn 2015, Seite 116-125, b) Stefanie Samida: Zwischen „Vatermörder“ und Feldgrau, in: Monika Fenn / Christiane Kuller (Hg.): Auf dem Weg zu einer transnationalen Erinnerungskultur? Konvergenzen, Interferenzen und Differenzen der Erinnerung an den Ersten Weltkrieg im Jubiläumsjahr 2014 , 2016, Seite 224-240, c) mit Adelsbezug auch Nomen Nescio: Wo der Adel von einst aufeinandertrifft – Der Barock lebte am Wochenende im Schlosspark Lichtenwalde auf. Besucher sahen prächtige Kostüme. Echt waren aber auch die Roben nicht, in: Freie Presse (Chemnitzer Zeitung), Ausgabe vom 7. August 2017, Seite 14, d) Richard H. Bulge: Abenteuer 1900 – Leben im Gutshaus, Köln 2004, 128 Seiten.
  • [6] = Siehe dazu beispielhaft Richard H. Bulge: Abenteuer 1900 – Leben im Gutshaus, Köln 2004, 128 Seiten (Begleitbuch zur Fernseh-Serie des Südwestdeutschen Rundfunks zur gleichnamigen Living-History-Serie).
  • [7] = Siehe dazu Thorstein Bundle Veblen: Theorie der feinen Leute, Köln 1958 Seite 63, 110-115, 155, 370-371 und 374.
  • [8] = Siehe dazu a) Oliver Berli: Distinktion, Bielefeld 2018, 120 Seiten, b) Katrin Bourrée: Dienst, Verdienst und Distinktion : Fürstliche Selbstbehauptungsstrategien der Hohenzollern im 15. Jahrhundert, Köln / Wien 2015, 731 Seiten.
  • [9] = Dazu siehe Claus Heinrich Bill: Historische Bedingungen der Produktion temporärer Adeligkeit, in: Institut Deutsche Adelsforschung (Hg.): Bildatlas zur deutschen Adelsgeschichte 4 – Adelsgrafiken als Beitrag zur komplexreduzierten Aufbereitung von für die Adelsforschung dienlichen Theorien und Modellen, Sønderborg på øen Als 2018, Seite 4-5.
  • [10] = Die Wahl der Namen für seine Adeligkeits-Performance waren wohlüberlegt und mit Kenntnis der österreichisch-ungarischen Adelslandschaften gewählt. Goldberger berief sich dabei auf den „splendor familiae“ zweier seinerzeit real existierender Familien, deren Tradition auf eine aus Franken stammende und 1802  in Ungarn gegrafte Beamtenfamilie (Wanckheim) sowie auf eine 1716 in Österreich gegrafte schwäbische Uradelsfamilie (Degenfeld) zurückzuführen war. Von ihrer beider Reputation profitierte Goldberger anfänglich; allerdings eben nur bis zu seinem Fauxpas mit der „falschen“ Objekt-Bedienung. Siehe dazu Adelslexikon des Genealogischen Handbuches des Adels, Band XVI, Limburg an der Lahn 2005, Seite 70 (Wenckheim) und ibidem, jedoch Band II, Limburg an der Lahn 1974, Seite 438 (Degenfeld).
  • [11] = Neuigkeits-Welt-Blatt (Wien), Ausgabe Nr. 32 vom 9. Februar 1888, Seite 29 (Rubrik „Gerichtsverhandlungen“).
  • [12] = Dazu siehe Claus Heinrich Bill: Handlungsformen des Konzeptes „Un/doing Nobility“, in: Institut Deutsche Adelsforschung (Hg.): Bildatlas zur deutschen Adelsgeschichte 4 – Adelsgrafiken als Beitrag zur komplexreduzierten Aufbereitung von für die Adelsforschung dienlichen Theorien und Modellen, Sønderborg på øen Als 2018, Seite 10-11.
  • [13] = Dazu siehe beispielhaft a) Barbara Kink: „Die Bauern tragen seiden Kleid“ – Überlegungen zum Verhältnis Landadel und „Bauernadel“ im 18. Jahrhundert, in: Walter Demel / Ferdinand Kramer (Hg.): Adel und Adelskultur in Bayern, München 2008, Seite 161-187, b) Hans Peter Thurn: Soziale Welt in Farben, in: Sociologia Internationalis. Europäsche Zeitschrift für Kulturforschung, Jahrgang 50, Berlin 2012, Heft Nr. 1/2 (Themenheft Kunstsoziologie), Seite 167-184. c) Sascha Groos / Monika Gussone: Sachkultur, in: Gudrun Gersmann / Hans-Werner Langbrandtner (Hg.): Adlige Lebenswelten im Rheinland. Kommentierte Quellen der Frühen Neuzeit, Köln / Weimar / Wien 2009, Seite 130-135, d) Christof Krauskopf: Tric-Trac, Trense, Treichel – Untersuchungen zur Sachkultur des Adels im 13. und 14. Jahrhundert, Braubach 2005, 232 Seiten.
  • [14] = Colin Campbell: The romantic ethic and the spirit of modern consumerism, Cham 2018 (new extended edition), XII und 384 Seiten.
  • [15] = Hier bliebe kritisch einzuwenden, daß es Konsumgüter und Prestigegüter bereits vor 1800 gegeben hat, da sonst Adelige und Fürsten sich kaum hätten dinglich vermittelte Distinktion verschaffen können.
  • [16] = Siehe dazu auch die Habilitationsschrift von Dominik Schrage: Die Verfügbarkeit der Dinge – Eine historische Soziologie des Konsums, Frankfurt am Main 2009, 286 Seiten.
 

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