Institut Deutsche Adelsforschung
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Mitteldeutsche Salons und Musenhöfe 

Arenen erwachenden Bürgertums um 1800

In einer Wiener Zeitung konnte man im Jahre 1860 einen Augenzeugenbericht über den Musenhof zu Schloß Löbichau (Landkreis Altenburger Land in Thüringen) lesen, unterhalten von Dorothea Herzogin von Kurland (1761-1821), der auch, aufgrund der Versammlungen von Geistesgrößen der Zeit weit über die engen Grenzen Thüringens hinaus bekannt war: „Nicht so feenhaft war unser Leben zu Löbichau im Jahre 1820, aber nicht minder geistreich und gemüthvoll. Nicht mehr umgab uns die Wunderwelt der romantischen Vorzeit, nicht mehr hallte Dorotheens gastliches Schloß von Elfen-Feengesängen wieder, aber noch immer erfreuten uns sinnige Feste, noch immer schwebte der Frohsinn mit Rosenflügeln über unsern Häuptern, und schüttete sein reiches Füllhorn über uns aus. Nun kamen wir mehr zu uns selbst, drängten uns öfter in kleinen, engverbundenen Kreisen zusammen zu ernsteren Genüssen; öfter begegneten sich die Geister in Gesprächen über des Menschen höchste und wichtigste Angelegenheiten. Elisas [1] Wohnzimmer war der Tempel, wo Aug´ in Auge, Seel´ in Seele, das Reich der Gedanken sich aufthat; herrlicher als jemals sahen wir hier Dorothee. Hier war es, wo über die Weihe der Herrscherwürde, des Geistes Freiheit, der Menschen rechte Giltigkeit, die Hoheit der Vernunft, der Religion und des Christenglaubens Göttlichkeit der gediegenste Gedankenwechsel waltete, Meinung und Überzeugung sich unbeschränkt aussprachen und Aller Herzen sich erwärmten. In diesem Kreise war es, wo des hellen und standhaften Bekennens der Wahrheit, Cajetans von Weiller treffliche Reden über Religion und Christenthum [2] der Gegenstand einer geist- und sinnvollen Unterredung wurden; aus diesem Kreise empfing er zweier hohen Frauen, Dorotheens und Elisas Dank, der Anerkennung ehrende Zeugnisse von Gliedern der Protestantischen Kirche, das Bekenntniß gleicher Überzeugungen und Ansichten, ihren Bruderkuß und Handschlag. In diesem Kreise enthüllte die hehre Fürstin sich ganz als Gottergebene (Dorothea) in schönen Entwürfen des Lichtes, des Rechtes und der Wahrheit Beförderung, zur immer festeren Begründung des Gottesreiches auf Erden. Diesem engeren Lichtbunde schloß sich der weitere Kreis der geselligen Unterhaltung an. Der tiefe Kenner des Alterthums, Böttiger, gab anziehende und lehrreiche Vorlesungen über die Arabesken; ausgezeichneter Schriftsteller Geisteserzeugnisse wurden mitgetheilt; neue Dichterschöpfungen entstanden, und der offenste, reichste Schönheitssinn belohnte ihre Urheber.“ [3]

Was sich hier als subjektive, doch mannigfaltige und ereignisnahe Binnenschilderung eines beteiligten Gastes des herzoglich kurländischen Musenhofes darstellt, ist ein Zeugnis der sich formierenden Moderne und der Trägerschaft dieser Moderne, des Bürgertums. Im städtischen Salon wie im ländlichen Musenhof begegneten sich ab Ende des XVIII. Säkulums Männer und Frauen gleichberechtigt, Adelige wie Bürgerliche, Gelehrte und Künstler. Die Standesgrenzen waren zwar nicht aufgehoben, besaßen hier jedoch weit weniger Gewicht als in der Öffentlichkeit. Diese Öffentlichkeit war ebenfalls erst im Entstehen begriffen, fand in Salons und Musenhöfen - wie Löbichau - Keimzellen. 

Sie waren Orte literarischer Öffentlichkeit, der Lese- und Debattierlust, Formierungsorte auch der politischen Öffentlichkeit, Arenen einer spezifisch „neuständischen Gesellschaft“ (Reinhard Blänkner), einer „entsicherten Ständegesellschaft“ (Ewald Frie), einer „Sattelzeit“ zwischen Alteuropa und Moderne (Reinhart Koselleck) oder einer „Übergangsgesellschaft“, die sich - grob besehen - für die Zeit von 1750 bis 1830 als geschichtswissenschaftlicher Methodenbegriff annehmen läßt. Jürgen Habermas hat sich diesen Geselligkeitsformen, die seiner Auffassung erst in der sich formierenden europäischen Moderne aufgekommen sein sollen, [4] viel Raum gewidmet; seine Habilitationsschrift „Strukturwandel der Öffentlichkeit“ von 1962 belegt dies mannigfaltig. Auch wenn Habermas manche Verkürzungen vorgeworfen werden können (er ist zudem Soziologie und Philosoph und nicht Historiker), so ist doch unbestreitbar, daß Salons und Musenhöfe eine offensichtlich große Bedeutung in der Herausbildung der intellektualistischen Artikulation bürgerlicher Meinungs- und Willensbildung innerhalb des entstehenden und sich seiner selbst bewußt werdenden „dritten Standes“ waren. Salons und Musenhöfe, städtische wie ländliche Zentren der Intelligenzia, sind daher stets auch Gegenstand der Forschung geworden, der Forschung über eine von Spannungen geladene Interimszeit, die aber doch einen ganz eigenen Wert beanspruchen darf. 

Reinhard Blänkner und Wolfgang de Bruyn widmeten sich als Herausgeber der Geschichte dieser Zentren in einer eigenen Publikation, einem hardcovergebundenen und 196 Seiten umfassenden Sammelband aus dem Jahre 2009, der im Hannoverschen Verlag Wehrhahn erschienen ist (unter der ISBN 978-3-86525-151-0 zum Preis von 25 Euro). Der Band mit dem Titel „Salons und Musenhöfe. Neuständische Geselligkeit in Berlin und in der Mark Brandenburg um 1800“ versammelt neun Aufsätze zum breiten Themenspektrum und konzentriert sich nicht auf den gesamten mitteldeutschen Raum, sondern nur auf Berlin und Brandenburg, klammert mithin Löbichau aus, auch wenn sicherlich Kongruenzen zu Thüringen und anderen Musenhofräumen anzunehmen sind.

Dennoch muß festgehalten werden, daß Salons und Musenhöfe so ausschließlich nicht nur Sozialisationspunkte für ein liberales und nationales Engagement sowie für die Formierung des Bürgertums im positiven Sinne gewesen sind. Gerade am Beispiel von Löbichau wird deutlich, daß hier auch ganz andere Sozialisationen stattfanden, die nicht über eine in geistigen Dingen übereinstimmende neuständische und räsonnierende Gesellschaft, sondern über Abwehrmechanismen entstanden. [5]

Dieses Phänomen läßt sich am frühen Werdegang des späteren Schriftsteller und Geschichtswissenschaftlers Friedrich Christoph Förster (1791-1868) ablesen. Der bürgerliche Pfarrerssohn wuchs in Altenburg auf, wo er ab 1805 das Gymnasium besuchte: „Wenn auch nicht für courfähig am Altenburger Hofe erklärt, so wurde doch Friedrich in Gesellschaft seiner hoch adeligen Freunde am Hofe der Herzogin von Kurland in Löbichau, ihrem nur zwei Stunden von Altenburg entlegenen Schlosse, eingeschmuggelt. In Thümmel´s Hause war er gehöriger Maßen eingeschult worden; man sprach dort nur französisch. Ein Emigrant, Marquis Cotlosquet, war Sprachlehrer und führte bei Tisch die Unterhaltung ... Bei weitem ungezwungener bewegte sich die Gesellschaft an dem kleinen Hofe der verwittweten Herzogin von Kurland, welche - la toilette fait tout - noch in vorgerückterem Alter den Rang der Schönheit ihren durch körperliche Reize und Liebenswürdigkeit ausgezeichneten Töchtern streitig machte." [6]

Als aber 1808 Zar Alexander von Rußland und zu anderer Zeit der als Eonist und Transvestit diskriminierte Herzog Emil August zu Gotha [7] auf Löbichau zu Besuch waren und sich nach Försters Empfinden durch umlaufende Anekdoten als Napoleoniden offenbart haben sollen, waren nicht zuletzt diese Eindrücke, die dem jungen Förster als Gymnasiast bei Besuchen in Löbichau zuströmten, Mitursache für sein politisches Entflammen für die deutsche Sache. Auch die 1809 stattgefundene Hochzeit der Herzogintochter Dorothea (1793-1862) mit Edmond de Talleyrand-Périgord (1787-1872), dem Neffen von Talleyrand, trug mit dazu bei, "sein warmes Gefühl für Vaterland und Freiheit zu wecken und in den Fürsten und ihrem Hofadel die Verräther Deutschlands zu sehen." [8] Förster wurde daraufhin Lützowscher Jäger und deutscher Freiheitsdichter, ebenso wie sein gefallener Freund Theodor Körner (1791-1813).

Dies zeigt, daß der Musenhof Löbichau auf verschiedene Netzwerke zurückgriff und sich durch sie auszeichnete. Gerade auf den in der Adoleszenzphase befindlichen Förster scheinen daher vor allem die abschreckenden Exempel von Franzosenfreundlichkeit und Napoleonverehrung für dessen starke Individuation gesorgt zu haben, nicht etwa die sonst auch in Löbichau verkehrenden bürgerlichen Kreise der Intelligenzia. Kulturelle Vergesellschaftung, wie Blänkner sie nennt (Seite 12), scheint daher auch auf sehr verschiedene Weise erfolgt zu sein. Der Löbichauer Musenhof war, nicht zuletzt eben auch aufgrund der verwandtschaftlichen Verflechtungen der Herzogin von Kurland, ein sehr mannigfaltiger Sozialisationsort von offensichtlich doch noch sehr verschiedenen gesellschaftlichen Schichten, die sich nicht zwangsläufig als Amalgamisierung der bisherigen ständischen Gesellschaft erwiesen haben, sondern Mischformen zwischen neuständischem und altständischen Zusammenkünften gewesen sind.

Worum es allerdings Blänkner in erster Linie geht, ist die bisher in der Forschung vernachlässigte Verbindung zwischen städtischen Salons und ländlichen Musenhöfen, ihre Konnektivität, aber auch ihre Unterschiede. Doch beide bezeichnet er als Foren der neuständischen Geselligkeit, die konstitutiv auf die neue Zeit gewirkt habe (Seite 27-28).

Nach diesem einleitenden Klärungsversuch, was Salons und Musenhöfe sein könnten, obgleich in dem Band eine Begriffsgeschichte nicht versucht wird, [9] befassen sich die übrigen Aufsätze auf wissenschaftlichem Niveau mit ländlichen wie städtischen Orten freier Geselligkeit, besonders auch ihren Wechselwirkungen. So geht beispielsweise Frank Göse, habilitierter Potsdamer Historiker, auf die angebliche Bildungsfeindlichkeit des „tumben“ märkischen Landadels ein und bestimmt ontoformativ angelegte Bilder, die über diesen Topos verbreitet wurden. In seinem Beitrag „Zwischen Hof und Land. Aspekte der politischen und kulturellen Kommunikation in der brandenburgischen Adelsgesellschaft um 1800“ (Seite 75-92) ruft er zur größeren Differenzierung des ehedem vorwiegend pejorativen Bildes auf, das nur schlecht mit der Existenz von gebildeten Musenhofbetreibern übereinstimmen könne (Seite 79-80). 

Insgesamt macht sich der Band auf, historische Salons und Musenhöfe, die gerade auch im XXI. Jahrhundert als einem Zeitalter der virtuellen Massenkommunikation wieder an Attraktivität gewinnen und von ihrer Idee her die Restauration einer Face-to-Face-Geselligkeit zu befördern scheinen, zu entmythologisieren. Nicht mehr das romantische Bild einer bürgerlichen Gesellschaftszusammenkunft, frei von Standesgrenzen, im Grünen oder im urbanen Raum, steht im Mittelpunkt, sondern die soziale Bedeutung des sich dort versammelnden „räsonnierenden Publikums“. [10]

Zugleich aber warnt beispielsweise die Agrarsoziologin Heide Inhetveen in ihrem Beitrag „`In höchster Eil´. Die Frauen von Friedland im Spiegel ihrer landwirtschaftlichen Korrespondenz“ (Seite 145-173) vor einer Vermusenhofisierung aller ländlichen Adelssitze in Brandenburg. Wie sie am Beispiel der Geselligkeiten auf Schloß Kunersdorf (Kreis Märkisch-Oderland) um die Gutsherrin Helene Charlotte von Friedland (1754-1803) zeigt, ist nicht gleich jede ländliche Gesellschaft ein Musenhof und damit auch nicht Arena neuständischer Geselligkeit. Vielmehr lehnt Inhetveen diese Bezeichnung für Kunersdorf, hauptsächlich ein Forum landwirtschaftlich Interessierter, ab. Nicht zuletzt dieses Beispiel zeigt, daß die Definition dessen, was man sich unter einem Musenhof vorzustellen hat, nicht ganz unproblematisch ist. Auch im Beitrag über „`Eine Menge umgänglicher Bekannte von meinem Gehege.´ Salongeselligkeit zwischen Berlin und Brandenburg um 1800“ (Seite 49-74) bezweifelt Hannah Lotte Lund, daß das v.Voss´sche Gutshaus von Groß-Giewitz ein Musenhof oder „bureaux d´esprit“ gewesen ist (Seite 69). 

Aus dem Rahmen der Untersuchungen des Sammelbandes fallen am Ende übrigens zwei Beiträge. Erstens ist dies der Aufsatz des viadrinischen Kunsttheoretikers Christoph Asendorf mit dem Titel „Die Kunersdorfer Grabkollonade im Kontext der preußischen Sepulkralkultur“ (Seite 175-184), der nicht nur am Ende bei der Vorstellung aller Autor*Innen des Bandes im Gegensatz zu allen anderen Beiträger*Innen nicht mit einem eigenem Lebenslauf erwähnt wird (Seite 195-196), sondern sich auch vielmehr ausschließlich memorialen Aspekten widmet, so daß hier Forschungen zu Salon oder Musenhof gar nicht enthalten sind. Zweitens fällt unter diese Rubrik leider auch der Beitrag des Bibliothekars Hans-Jürgen Rehfeld mit dem Titel „`Ich arbeite immer an meinen Pfanzen´. Adelbert von Chamisso in Kunersdorf“, der in geradezu schlichter chronikalischer Manier einen Werdegang Chamissos auf Kunersdorf darlegt, der sich sowohl jeder methodischen Fragestellung enthält als auch erneut keinen Bezug zur Salon- oder Musenhoffrage herstellt. 

Abgesehen von diesen beiden im Zusammenhang mit der Titelankündigung des Buches deplatzierten Artikeln ist aber der Sammelband ein gelungener Forschungsauftakt vor allem für die Musenhofforschung, kann er doch als Verdienst beanspruchen, den Blickwinkel auf ländliche Geselligkeitszentren geweitet, wenn nicht gar erst überhaupt eröffnet zu haben. Der Band ist 2009 erschienen und hat seitdem bei etlichen anderen erfreulichen und vertiefenden Untersuchungen Pate gestanden. [11] So ist das Sammelwerk insgesamt ein beredtes Zeugnis von der Bedeutung und dem Stellenwert der jüdischen und vorwiegend weiblich geführten Salons in Berlin ebenso wie den bisher bekannten adeligen brandenburgischen Musenhöfen in Nennhausen (Familie de la Motte-Fouqué), Reckahn (Familie v.Rochow), Madlitz und Ziebingen (Grafen Finck v.Finckenstein) [12] als Meilensteine und Entfaltungs- sowie Formierungsräume einer Entwicklung vom unmündigen Homo insciens zum durch Wissen gereiften Homo exclesior um die Jahrhundertwende zwischen Ancien Régime und Befreiungskriegen.

Diese Rezension, verfaßt von Claus Heinrich Bill (B.A.), erscheint zugleich in unserer instutseigenen Zeitschrift für deutsche Adelsforschung.

Annotationen:

  • [1] = Elisa v.der Recke (1754-1833), Schriftstellerin und Dichterin
  • [2] = Cajetan v.Weiller: Über die religiöse Aufgabe unserer Zeit, Frankfurt 1819
  • [3] = Ein deutscher Musenhof. Eine literar-historische Studie, in: Blätter für Musik, Theater und Kunst (Wien), Ausgabe Nr.34 vom 27. April 1860, Seite 136
  • [4] = Dem widerspricht Lucian Hölscher: Öffentlichkeit und Geheimnis. Eine begriffsgeschichtliche Untersuchung in der frühen Neuzeit, Stuttgart 1979, Seite 81-117 
  • [5] = Nach Raoul Schindler geht die Forschung „davon aus, dass eine Gruppe ein eigenes Ziel und eine eigene Identität immer in Auseinandersetzung mit einem Gegenüber oder einem Gegner ausbildet. Dieses Gegenüber (G) ist außerhalb der Gruppe angesiedelt, mit ihm muß die Gruppe sich auseinandersetzen, von ihm grenzt sie sich ab, und gerade daraus erwächst ihre Identität als Gruppe. Die Beziehung zu G ... ist nie feindlich oder freundlich, sie ist meistens ambivalent, immer aber intensiv.“ Abgedruckt bei Oliver König / Karl Schattenhofer: Einführung in die Gruppendynamik, Heidelberg 2.Auflage 2007, Seite 51. Die von Förster gezeigten Reaktionen waren allerdings keine pathologischen Abwehrmechanismen im psychoanalytischen Sinne (wie sie bei Peter Becker: Psychologie der seelischen Gesundheit, Band I., Göttingen 1982, Seite 58 beschrieben werden), sondern eher positiv gewendete allelopoietische Transformationen, die durch Negation des Gesehenen entstanden waren. Siehe dazu Hartmut Böhme / Lutz Bergemann / Martin Dönike / Albert Schirrmeister / Gorg Toepfer / Marco Walter / Julia Weitbrecht (Hg.): Transformation. Ein Konzept zur Erforschung kulturellen Wandels, in: Hartmut Böhme / Lutz Bergemann / Martin Dönike / Albert Schirrmeister / Gorg Toepfer / Marco Walter / Julia Weitbrecht (Hg.): Transformation. Ein Konzept zur Erforschung kulturellen Wandels, Paderborn 2011, Seite 52
  • [6] = Nomen Nescio: Aus Friedrich Försters Jugendzeit, in: Wiener Sonn- und Montags-Zeitung (Wien), Ausgabe Nr.22 vom 16. März 1873, Seite 2
  • [7] = Ernst Herzog von Sachsen-Gotha-Altenburg (1772-1822), ein bemerkenswerter Randseiter und vielfach im Hochadel als „Enfant terrible“ angesehen, weil er Grenzen der Manieren karikierte, indem er sie mit provokanten Aktionen übertrat.
  • [8] = Nomen Nescio: Aus Friedrich Försters Jugendzeit, in: Wiener Sonn- und Montags-Zeitung (Wien), Ausgabe Nr.22 vom 16. März 1873, Seite 3
  • [9] = Dazu siehe vielmehr und besser geeignet die Lemmata-Artikel „Salon“ bei Friedrich Jaeger (Hg.): Enzyklopädie der Neuzeit, Band XI., Stuttgart 2010, Spalte 549-561 sowie bei Heinz-Gerhard Haupt (Hg.): Orte des Alltags. Miniaturen aus der europäischen Kulturgeschichte, München 1994, Seite 96-104 und 281
  • [10] = Jürgen Habermas: Strukturwandel der Öffentlichkeit. Untersuchungen zu einer Kategorie der bürgerlichen Gesellschaft, Darmstadt / Neuwied 16.Auflage 1986, Seite  43
  • [11] = Peter Schönhoff: Impressionen aus dem Musenhof der Herzogin von Kurland. Der Dichter Jean Paul in Löbichau, Altenburg 2013 / Dirk Fuhrmann / Gustav Wolf: Es war einmal. Schloss Löbichau und sein Musenhof. Historischer Überblick und archäologische Untersuchungen, in: Archäologischen Gesellschaft in Thüringen (Hg.): Neue Ausgrabungen und Funde in Thüringen, Band VI., Langenweißbach 2010/11, Seite 145-157 /  Gerhard Wagner: Musenhof, Markt, Moderne. Durchblicke durch die ästhetische Kultur des Industriekapitalismus, Berlin 2011 / Barbara Bruderreck: Der Musenhof der Herzogin von Kurland, in: Klaus Hofmann (Hg.): Die Herzogin von Kurland im Spiegel ihrer Zeitgenossen: `Ihr äußeres ist sehr einnehmend und sie kleidet sich mit Geschmack´. Europäische Salonkultur um 1800 zum 250. Geburtstag der Herzogin von Kurland, Posterstein 2011, Seite 110-123
  • [12] = Möglicherweise muß dazu auch Boitzenburg (Kreis Uckermark) gezählt werden. Über den dort residierenden Friedrich Wilhelm Graf v.Arnim (1767-1812) heißt es in der Familiengeschichte (Werner Konstantin v.Arnswaldt / Ernst Devrient: Das Geschlecht v.Arnim, Prenzlau 1922, Seite 501) beispielsweise: „In seinen guten Jahren erfreute sich Boitzenburg eines Rufes als Mittelpunkt vornehmer und fröhlicher Geselligkeit in ländlicher Art.“ Dies wäre allerdings noch zu verifizieren.

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