Institut Deutsche Adelsforschung
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Mausefallen und Mausefallenhändler in der Geschichte

Rezension einer Neuerscheinung aus dem Zabernverlag

Seit Menschen leben,  haben Mäuse stets die Nähe zu ihnen gesucht, da sie die Erfahrung gemacht hatten, daß der Mensch Vorräte anhäufte, um überleben zu können. Bei diesem Verfahren fiel auch für die Mäuse stets etwas ab, die sich also durch die Nähe zum Menschen ein Überleben sichern konnten. Doch der Mensch sah häufig in der Geschichte wiederum seine Existenz durch Mäuse gefährdet, die ihn um seinen hart erarbeiteten Erntefleiß zu bringen drohten und gar bisweilen in regelrechten Mäuseplagen ganze Ernten und Existenzgrundlagen zu vernichten drohten. 

So hieß es im September 1623: "Die Gegend um Frankenstein und besonders die Grafschaft Glatz, wurde im Jahre 1623 von einer erschrecklichen Menge Mäuse heimgesucht. Die Äcker waren wie unterminirt und man fand ein Mausenest voll eingetragnen Vorraths neben dem andern. Gleich den Maulwürfen trugen sie die Erde aus den Höhlungen heraus, wie jene solche über sich werfen. Es waren keine gewöhnlichen Mäuse, sondern unterschieden sich durch röthliche Farbe und rothen Schwanz, so wie auch durch ihre Größe. An Gras, Flachs und Getreide auf den Feldern und in den Scheuern thaten sie unendlichen Schaden. Wo es an Erdfrüchten fehlte, kletterten sie auf die Bäume und fraßen das Obst ab. Selbst die Kleider wurden nicht verschont und wenn der Landmann zu Tische saß, konnte er sich dieser Gäste kaum erwehren. Sie fraßen ihm die Zippelpelze von hinten ab und durchbohrten den Brodschrank. Schuhe und Kleider fand man am Morgen beym Anziehen nicht selten zernaget. Alle Vorkehrungen, sie zu tilgen, waren vergebens. Es wurde viel Wasser auf die Acker geführt und in die Mäuselöcher gegoßen, theils um sie zu ersäufen, theils um sie dadurch herauszutreiben und zu erschlagen; auch machte man mit Hunden Jagd auf sie, aber diese Hülfsmittel waren vergebens. Die Noth dauerte fast ein ganzes Jahr bis der Winter von 1624 ihr ein Ende machte; worauf aber eine andre folgte, indem der Brach- oder Juniuskäfer fast alle Bäume entlaubte.“ [1]

Schon dieser Bericht macht deutlich, daß Mäuse den Menschen gefährden konnten, wenn das biolologische Gleichgewicht nicht intakt war, es durch Anbau in Monokulturen, ungünstigen Witterungsbedingungen wie lang anhaltende Trockenheit et cetera oder dem Fehlen natürlicher Feinde zu einem Übergewicht kommen konnte.

Mausefallen aller Art, mechanische, ballistische, chemische und biologische Fallen, wurden daher im Laufe der Zeit eingesetzt, um dem Mäusebefall Herr zu werden. Die Falle hat dabei entweder den unbarmherzigen Vergiftungstod zum Ziel, das Klebenbleiben an Mäuseleimpappen, das Erschießen der Maus oder deren Lebendfang. 

Doch Mausfallen mußten - aus systemtheoretischer Sicht - auch hergestellt, repariert und vertrieben werden. Darauf geht in einem eigenen Kapitel eines neuen Buches namens Maudestod! Die Kulturgeschichte der Mausefalle [2] auch der Verfasser Wolfhard Klein ein (Seite 109-119). Betrachtet man sich daher die Mausefalle nach dem semiotischen Kulturbegriffsmodell Laurenz Volkmanns [3] als materiale Dimension, lassen sich, worauf ebenso der Verfasser des erwähnten Buches hinweist, zusätzlich eine soziale und eine mentale Dimension eruieren. Mausefallen waren ein Kulturgegenstand einer vor allem argrarisch geprägten Gesellschaft mit eher unausgereifter Vorratsstechnik, die es Mäusen ermöglichte, leicht an Getreide und Körner zu gelangen. Die große Zeit der Mausfallen war, auch wenn sie selbst im XXI. Jahrhundert noch nicht beendet ist, die Zeit der landwirtschaftlichen Dezentralisierung und die, in der ein Großteil der europäischen Bevölkerung in der Landbewirtschaftung arbeitete. Infolgedessen war auch der Bedarf an Mausefallen hoch. 

Da es sich um mechanisch anspruchsvolle handwerkliche Konstruktionen aus Holz oder Draht oder einer Kombination aus beiden Materialien handelte, bedurfte es zur Herstellung ebenso wie zum Vertrieb des Einsatzes von Spezialisten. Auf diese Weise entstand der Beruf des Drahtbinders und wandernden Mausefallenhändlers, der häufig auf dem Wege des Kulturtransfers handwerkliches Wissen und Können in einem Spezialprodukt vereinigte und oft aus Italien stammte. In der deutschen Literatur wurde diese italienische Herkunft häufig sogar als Synonym verwendet; man benutzte vielfach die Bezeichnung Mausefallenhändler, wenn man Italiener meinte (Klein, Seite 112), ein Umstand der in Österreich adäquat it dem Begriff Slovaken anzutreffen war. [4] Dennoch kamen nicht zwangsläufig alle Mausefallenhändler aus Italien.

Vor allem auch ungarische [5] und slowakische Drahtbinder traten im XIX. Jahrhundert in Deutschland und der Schweiz vermehrt auf. [6] Ein Beispiel dafür ist die Gruppe um den Mausfallen-Krämer Joseph Hulana aus Csacza, 19 Jahre alt, der zusammen mit drei weiteren, jeweils 13, 18 und 28 Jahre alten Mithändlern, die allesamt aus dem südpolnisch-slowakischen und von Goralen bevölkerten Zakopane [7] und Rakowa stammten, 1868 in Mecklenburg hausierend auf dem Lande umherzog, um mitgeführte Mausefallen zu verkaufen. [8] 

Die Polizei argwöhnte Bettelei und der Gendarm Ratzeburg aus Wittenburg warnte im Februar 1869 seine Kollegen und Vorgesetzten: „Derartige Fremdlinge ziehen jetzt, zuweilen in Trupps von 8 bis 10 Köpfen, bettelnd auf dem Lande umher und berufen sich, wenn sie polizeilich betroffen werden, darauf, daß sie nach irgend einer Stadt, woselbst ihnen Hausirhandel gestattet wird, unterwegs seien. Nur selten ist Bettelei oder Hausircontravention festzustellen, da die Landbewohner aus Furcht vor diesen Leuten gerne schweigen.“ 

Tatsächlich mußten Hausierende zu dieser Zeit, wie in allen anderen deutschen Staaten des Norddeutschen Bundes auch, im Großherzogtum Mecklenburg eine Ministerial-Concession aufweisen, da sie ansonsten in Haft genommen werden konnten. [9] Ihnen drohte damit die Einlieferung in das im ehemaligen Residenzschloß Güstrow befindliche Landarbeitshaus und damit mehrmonatige Zwangsarbeit. [10] Tatsächlich läßt sich solch ein Aufenthalt nachweisen: Der 28jährige Drahtbinder Joseph Pesalka aus Rudinszka in Ungarn wurde 1878 vom Vereinigten Kriminalgericht Prützen zu 3 Wochen Zwangsarbeit und Strafhaft wegen Landstreicherei verurteilt, die er im Landarbeitshaus zu Güstrow abzuleisten hatte, bevor er von dort am 29. März 1878 entlassen worden war. [11]

Sein oben schon erwähnter Mithändler Hulana, der 1869 mit zwei Trupps von insgesamt 14 Köpfen unterwegs war, um auf dem Lande Geschäfte zu machen, von der Gutspolizeibehörde des ritterschaftlichen Gutes Appelhagen im Landkreis Rostock angehalten und verhört, gab an, daß er auf dem Wege nach Schwerin, um dort eben die erforderliche Concession zu beantragen. Daß die Trupps unterdessen bereits fleißig hausierten und ihre Fallen verkauft hatten, hatte Hulana, Sprecher und Inhaber der Gemeinschaftskasse, indes so weit als möglich verschwiegen. Doch dann hatte der Gendarm zu Appelhagen am 13.April 1869 drei Ungarn der Hulanaschen Truppe angehalten und hatte feststellen müssen: „Aus ihren Depositionen ergiebt sich, daß dieser Trupp schon seit mehreren Monaten im Lande ssich umhertriebt, Drathbinderwaaren anfertigt und damit hausirt, ohne bisher eine Regierungs-Concession erwirkt zu haben ... Die drei oben Genannten  sind wegen Hausir-Contraventionen bestraft, sodann aber mit nachdrücklicher Verwarnung für sie und ihre Genossen entlassen.“ [12] 

Auch die zweite erwähnte Truppe, deren Mitglieder alle männlich und zwischen 12 und 34 Jahren alt waren, aus Zakopane und unter der Führung des Johann Dreska (auch Dreschka, Drska geschrieben) als dem Ältesten standen, durchzog Mecklenburg im April 1869 ohne Concession mit Mausefallen. [13] Ebenso war im März 1872 die Dreska´sche Truppe wieder in Mecklenburg aufgefallen, [14] Dreska selbst war zudem im Februar 1872 von dem Gendarm Dahl der Gutspolizeibehörde Lanken bei Parchim kurzfristig wegen Concessionsmangel verhaftet worden. [15] Im März 1873 erfolgte die erneute Verhaftung der Dreska´schen Truppe. Wiederum behaupteten sie, sie wollten sich Concessionen beschaffen und seinen eben gerade auf dem Wege zur Erlangung derselben. Doch die sie aufgreifende Ortspolizeibehörde, diesmal bei Warin in Mecklenburg, vermutete wohl zu Recht, daß sie bereits Monate im Lande umhergezogen waren.16 Das Fehlen von Concessionen und Bewilligungen zum Hausieren war daher ganz allgemein ein häufiger Konfliktpunkt zwischen Behörden und Mausefallenhändlern, auch in Schlesien [17] oder Süddeutschland [18] und konnte bis zum Aufenthalt in Gefängnissen und zur Landesverweisung führen. [19]

Das von der mecklenburgischen Polizei erschaffene Feindbild ungarischer Mausefallenhändler ließ schließlich auch bei diversen Diebstählen vermuten, daß diese Gruppen von Fremden an Eigentumsdelikten beteiligt gewesen sein könnten; sie gerieten auf diese Weise leicht in Generalverdacht, wie beispielsweise im Mai 1877, als zwei Mausefallenhändler, die einer sich im Lauenburgischen aufhaltenden Truppe angehörten, bei Boissow im Ritterschaftlichen Amte Wittenburg in den Verdacht gerieten, Eisenblech aus einer Schmiede gestohlen zu haben. [20] Außerdem fürchte man sich vor ihnen, da sie bisweilen als Überträger von Slowakentyphus vermutet wurden, so beispielsweise 1868 in Frankfurt, Mainz und Ruppertsburg, wo den Medizinern auffiel, daß der Typhus immer dann unter der einheimischen Bevölkerung ausbrach, wenn Mausefallenhändler vor Ort gewesen waren. [21]

Mausefallenhändler wurden, das zeigen diese wenigen Beispiele, in der frühindustrialisierten Gesellschaft daher ambivalent wahrgenommen: Sie waren einerseits mit ihrem Wissen notwendig, um funktionierende Mausefallen herzustellen und die Mäuseplage auf dem Lande zu unterdrücken, andererseits sah man in ihnen auch den bedrohlichen Fremden, da man seine nomadisierende Lebensweise anormal fand, die nicht in das Moralempfinden einer nach stark von dem Wahlspruch ora et labora (bete und arbeite) geprägten Obrigkeit. 

Dieses Empfinden verurteilte Menschen, die nicht einer geregelten und ortsgebundenen Arbeit nachgingen, [22] worunter vor allem der Hausierer als Händler zu leiden hatte. Ihnen warf man Müßiggang vor, hielt gar bisweilen ihre Drahtbindekunst für eine höhere Form des Müßiggangs, [23] was von den Eliten der Gesellschaft als eines der schlimmsten Vergehen gehen die christliche Sozialordnung gewertet wurde. [24] 

Nicht ortsgebundene Händler machten daher leicht den Eindruck von Unstetigkeit und wurden häufig rasch kriminalisiert, wenn sich nur ein entsprechender Anlaß zur Fehlattribution - der Zuschreibung einer Ursache für ein erfolgtes Ereignis - bot; ihre Arbeitsleistungen und ihre Entbehrungen einer oft armseligen ökonomischen Existenz wurden dahingegen eher verdrängt. [25] 

Die Folgen dieser Kriminalisierungen war eine erhöhte sicherheitspolizeiliche Aufmerksamkeit, da die Behörden vermuteten, hinter der Larve eines Mausefallenhändlers könnte sich in Wirklichkeit ein Demagoge oder Defätist befinden. [26] Und diese Vermutung wurde genährt durch Fälle wie die des Jesuiten Schacht aus Schleswig, der im XVII. Jahrhundert unter der Maske eines Mausefallenhändlers im Königreich Schweden umhergereist war und der unter dem Schutze der Hausiererei unter den Protestanten etliche jesuitische Proselyten gemacht hatte. [27]

Auch die Leistungen der Händler, die Bevölkerung mit Fallen zu versehen, die in Deutschland offensichtlich nicht in genügender Anzahl bereitgestellt werden konnten, wurde eher negiert, auch die Leistungen des Kulturtransfers. Im Bewußtsein standen im Vordergrund der Wahrnehmung vielmehr die im ewigen Umherziehenden begriffene Mausefallenhändler, ihre Organisation in Trupps, [28] ihre gebrochenen deutschen Sprachkenntnisse [29] und dazu das Gegenteil der stillen Häuslichkeit der Bauern. Diese dichotomische Konstruktion wurde zur Stärkung der eigenen Identifikation der Landbewohner auch in der Kunst aufgenommen und über die Kunst und die Wissenschaft zu weiteren Rezipienten in einem ewigen circuit of culture [30] transportiert. [31] 

Sogar eine Abhandlung, die sich im Jahre 1858 mit der Verpuppung von Schmetterlingen aus biologischer Sicht befaßte, transportiert diese Axiome Fremdheit und daraus resultierende Angst vor dem Fremden und Unreinlichen [32] in Bezug auf Mausefallenhändler. Bei der Beschreibung der Verpuppungsfäden der Raupe heißt es dort: „Die Fäden sind hier durchaus trichterförmig angelegt und laufen wie die Drathspitzen der Eingangsöffnungen der bekannten runden Mausefallen, [33] womit ein blasser, magerer, schwarzbärtiger, braungekleideter Mausefallenhändler mit den stechenden schwarzen Augen von Thür zu Thür geht, um ihre Vortrefflichkeit mit einigen halb ungarischen oder meinetwegen polnischen halb deutschen Worten der erschrockenen Dienstmagd, welche die Thür öffnet, aber haftig ihm vor der Nase wieder zuschlägt, anzupreisen, ´s ist eigentlich höchst unbarmherzig von dem Mädchen, nun, es geht uns nicht[s, Ergänzung des Rezensenten] an.“ [34] 

Tatsächlich waren Mausefallenhändler im XIX. Jahrhundert zumeist ärmlich gekleidet, ein Umstand der ihnen durchaus Mißtrauen einbrachte. Daher gingen später Mausefallenhausierer auch dazu über, im XX. Centenarium Schlipse zu tragen, um seriöser zu wirken (Klein, Seite 117). Hierbei verwirklichte sich das sozialpsychologisch bekannte Antizipierungsprinzip der äußeren Attraktivitätsskala des beauty-is-good und ihrer Negation: Als schön und attraktiv empfundene Menschen wurden als erfolgreicher wahrgenommen, ihnen traute man auch eher Sachkompetenz zu. [35] Im Gegenzug bedeutete dies: Weniger attraktive oder gut gekleidete Menschen riefen eher die gegenteiligen Empfindungen hervor; ihnen traute man eher Gesetzwidrigkeiten, Unregelmäßigkeiten und Unstetigkeit zu. Das ärmliche Aussehen provozierte dabei eine abfällige Meinung und schuf Raum für Angst vor dem personifizierten Unbekannten. Hinzu kam die Lebensweise der hausiererenden Mausefallenhändler. Sie hatten zwar viele Sozialkontakte, diese waren jedoch höchst oberflächlich. Ihr umherziehender Lebenswandel tat ein Weiteres, um Händler in der Vorstellung derjenigen, die seßhaft waren, als unstet und damit anfällig für das kriminelle Milieu zu machen. Somit wurde häufig das ärmliche Aussehen zum zentralen Persönlichkeitsmerkmal, hinter dem andere periphere Persönlichkeitsmerkmale verschwanden. [36]

Lucian Herbert, ein Romancier, hat dieses Stereotyp des Mausefallenhändlers aus Ungarn im Jahre 1868 für das beginnende XIX. Jahrhundert in einem seiner fiktionalen Erzählungen recht ausführlich geschildert: „Wenn man ihm einen Steckbrief hätte nachschicken wollen, würde das Signalement dann haben lauten müssen: Ein schlanker Geselle mit vollen, schwellenden Gliedern, tief gebräuntem Gesichte, schwarzem, wallenden Lockenhaar; die Bekleidung ein brauner, kotzenartiger Mantel, unter welchem das von Schweiß, Staub und langer Benützung dunkel glänzende Hemd und die breite, grobe Gattie hervorsteht. Den Kopf deckt ein breitkrämpiger, runder Hut mit niedrigem Mittelaufsatze, wie er bei den Hanaken [37] üblich. Um die rechte Hand ist ein Ring ziemlich feinen Eisendrahtes geschlungen, an welchem der Schweiß der Arbeit klebt.“ [38] 

Mit der Zeit entwickelte sich daher das Bild des Drahtbinders, so daß Lucian Herbert schließlich dahingehend resümierte: „Wer einen Drahtbinder gesehen hat, der kennt Alle. Es gibt kaum ein anderes unterscheidendes Merkmal zwischen dem Einen und dem Anderen, als daß dieser etwa um einen Zoll höher ist als jener. In Tracht, Wesen und Gewohnheiten gleichen sie einander Alle, wie ein Ei dem andern.“ [39] Auch der Zeitzeuge Ludwig Tieck hat die Drahtbinder des XIX. Jahrhunderts als Kulturphänomen betrachtet und detailliert beschrieben: „Die Drahtbinder bilden eine sowohl durch Tracht als durch Lebensweise von den übrigen Slowaken ganz verschiedene Classe (Droták, Drotar, Dratenjk). Sie bewohnen einige Dorfschaften des Trentschiner und Zipser-Comitates, und treiben so viel Ackerbau und Viehzucht, als zur Deckung ihrer Lebensbedürfnisse ausreicht. Mit besonderer Geschicklichkeit verstehen sie aus Eisen- und Messingdraht verschiedene, mitunter recht nette Geräthchen, zu verfertigen. Ihre dreifüßigen Drahtgestelle, ihre mit buntem Glasschmelz verzierten Pfeifenstürer, ihre Schnürstiftchen, ihre Messingkettchen finden in allen Theilen des Staates Absatz. Dieser Handel wird jedoch nicht durch Vermittlung betrieben, sondern sie wandern selbst zu Hunderten aus, um ihre Drahtwaaren zu verbreiten. In Böhmen, Mähren, überhaupt mehr in den slavischen als deutschen Provinzen ziehen sie schaarenweise zu 20 oder 30 umher, und durchkreuzen Städte, Märkte, Dörfer und Maiereien, um für ein Geringes in den Küchen die alten Scherben zu neuen, oft recht brauchbaren Geschirren zu restauriren. 

Der Anzug eines Drahtbinders hat viel Eigenthümliches. Knapp anliegende weiße Hosen mit sandalenartig geschnürten Schuhen, ein in Fett braun gesottenes Hemd, ein kurzer Mantel aus dem gröbsten Ziegenhaartuche, dessen Ärmel zur Reisetasche und zum Felleisen dienen, machen die wesentlichsten Stücke seiner Tracht aus. Um die Schulter trägt er an einem breiten Riemen eine kleine Ledertasche, in der er seine Zänglein und Hämmerchen nebst sonstigen Kleinigkeiten aufbewahrt. Am Riemen trägt er seine kleinen Waaren an Häkchen zur Schau. Ein breitkrämpiger Hut nebst einem langen Stocke, der mit einer kleinen eisernen Axt statt eines Handgriffes versehen ist, dürfen nicht fehlen ... Überhaupt halten die Drahtbinder in der Fremde sehr zusammen. Sie wählen einen aus ihrer Mitte, gewöhnlich den Ältesten und Verständigsten zum Hauptmann, den sie Mjstr (sprich Mister) nennen. Er bewahrt die kleinen Ersparnisse jedes Einzelnen aus seiner Truppe, und legt die Streitigkeiten derselben bei, Widerspruch und Auflehnung gegen ihn werden mit Stockschlägen bestraft; jedoch geschieht es nicht selten, daß sich die ganze Schaar gegen den Hauptmann zusammenrottet und ihn elend zugerichtet davonjagt.“ [40]

Entsprach indes dieses Bild jedoch der Realität? Historische Personenbeschreinungen (Signalements) von Mausefallenhändlern scheinen dies weitgehend zu bestätigen. So beschrieb die mecklenburgische Polizei im Jahre 1877 zwei Mausefallenhändler, „welche am 11. sich am Boissower See gelagert hatten, von welchen der eine ein ziemlich großer Mann mit Vollbart, hellem Schnurrbart“ gewesen sei. Weiters heißt es dort zum „Anzug: 2 Röcke, wovon der untere eine Art Militairrock, über der Schulter ein mantelartiges Kleidungsstück geworfen, der andere kleiner und etwas dick, wahrscheinlich barfuß.“ [41] Zumindest schwarzes Haar wurde auch an anderer Stelle als Kennzeichen der Mausefallenhändler bestätigt. [42]

Bisweilen jedoch, dies dürfte indes seltener vorgekommen sein, wurden Mausefallenhändler von Kritikern der deutschen Gesellschaft jedoch positiv konnotiert und sogar als Vorbild bezeichnet, etwa, wenn es darum ging, den Deutschen zu mehr innerer Haltung zu erziehen: „Seht einmal den elenden Mausfallenhändler an,“ resümierte beispielsweise im Jahre 1845 ein Angehöriger der deutschen Turnerbewegung um Friedrich Ludwig Jahn, „den Slawaken [sic!], der dort mit dem breiten Schlapphut, dem braunen Mantel, den Sandalen über die Straße geht! Bemerkt ihr etwas in dieser Haltung, diesem Gang von einem gewissen Naturschwung, einem freyen Gebrauch der Gelenke, einem Tonus des ganzen Wesens, was wir nicht haben? Seht, das ist ein Anflug von dem, was die Künstler Styl nennen; wollt ihr es aber recht sehen, so schaut euch einen Griechen, einen italienischen Bauern an, stellt euch dann vor Leopold Roberts Schnitter und die Fischer von Chioggia, und wenn ihr eine Spur von Auge und Formgefühl habt, so überzeugt euch, daß der deutsche Bauer eine unbehilfliche Maschine ist, die ein paar schwere Stiefel mühsam fortschiebt, daß am deutschen Beamten und Gelehrten sein Körper wie ein alter Lumpen herunterhängt.“ [43]

Abgesehen von dieser Ausnahme unterstellten Behörden Mausefallenhändlern jedoch zumeist Faulheit, weil sie anscheinend keine Bereitschaft zeigten, einer geregelten und damit zumeist abhängig beschäftigten Arbeit als Vermieter ihrer Arbeitskraft eines kapitalistischen Unternehmers nachzugehen. 1715 hatte der Kurfürst von Köln sich in einem Edikt wider die Unterstützung von Bettlern gewandt, die in Gestalt von Hechlern, Mausefallenhändlern, Kesselflickern, Rosenkranz-, Nadel-, Brillenhändlern umherziehend Waren feilboten. [44] Dieses Denken beruhte auf einer Verknüpfung von Hausierhändlern mit der als staatsfeindlich empfundenen Bettelei als einer Form der Staatskassenbelastung und der Drückung des Bruttoinlandsproduktes. Erst jene kognitiv vollzogene Ineinssetzung von Mausefallenhandel und Bettelei konnte indes in den Köpfen eine entsprechende Freisetzung von Vorurteilen bewirken und verschlechterte daraufhin die Erfolgschancen der Händler zusätzlich.

Die rassistische Stereotypisierung als Verbrecher konnte Mausefallenhändlern sogar das Leben kosten: 1628 war in Brühl ein wandernder Mausefallenhändler als Zauberer verbrannt worden, da es als erwiesen galt, daß er einigen Menschen einen Atzmann [45] unter der Hausschwelle vergraben hätte, um diese zu schädigen. [46] Auch hier wurde wieder über eine sozialpsychologsiche Fehlattribution von einem Ereignis (Schaden und Krankheit) auf eine Ursache geschlossen, die man im Fremden zu erblicken können glaubte. Seine Verbrennung wurde daher von der Gesellschaft genutzt, um den inneren psychischen Spannungszustand, sich Ereignisse nicht hinreichend erklären zu können, abzubauen; dies war indes ein sehr teurer Preis, ohne daß die Ursache hätte ermittelt oder beseitigt werden können. Auch die Schimpfworte aus der Gaunersprache Walsch oder Medinegeier (für Landhausierer) und Ponatschke (für Mausefallenhändler) waren nicht sehr schmeichelhaft und betonten die exkludierenden Momente von Sprache. [47]

Kleins informatives Buch, Ergebnis einer rund 30jährigen Beschäftigung mit dem kulturellen Phänomen der Mausefallen, bietet aber nicht nur einen Einblick in die Wirklichkeit der Mausefallenhändler, sondern hat auch wesentlich mehr Absätze zu bieten, die schließlich die Bezeichnung Kulturgeschichte der Mausefalle rechtfertigen. Dazu gehört insbesondere neben der Beschreibung der materialen Dimension und der diversen Fallenarten auch die Vorstellung vieler deutscher Firmen, die Mausefallen produziert haben. Auch auf die Ortsgeschichte von Neroth in der Eifel geht Klein an, einem Mausefallen- und Drahtbinderdorf, in dem ein nicht unerheblicher Teil der Bevölkerung infolge handwerklicher Spezialisierung vom produzierenden Mausefallenhandel lebte (Seite 66-71).

Ein großer Abschnitt ist dann aber auch der mentalen Dimension gewidmet, der Dimension der kulturellen Nähe von Mausefalle und Sexualität (Seite 166-190). [48] Klein hat zahlreiche Beispiele in der Literatur, im Film und damit im Speicher des deutschen kulturellen Gedächtnisses gefunden, die auf diese innere Verbindung hinweisen. Er hat diese Nähe teils mit originellen Methoden festgestellt; so gab er beispielsweise sich selbst als partnerschaftssuchend aus, schaltete in einer Zeitung als Köder Bekanntschaftsanzeigen mit dem Text Suche Maus für Mausefalle gesucht und veröffentlichte dann anonym die Zuschriften (Seite 168-170). 

Dabei geht er auch ein auf das wohl bekannteste (hetero-) sexuelle Beispiel: Der Mann als Maus steht vor der Wahl, ob er einer Frau in die Mausefalle gehen soll oder nicht. Die Mausefalle ist dabei der Hingabe und dem Kontrollverlust in der Sexualität zuzuweisen, welche über das Bild der Mausefalle als negativ konnotiert klassifiziert wird: Der sich der Sexualität Hingebende verliert zeitweise seinen rationalen und vernünftigen Blick für die Dinge und kann nun seinerseits kontrolliert werden. Vor allem in der Moralphilosophie konservativer Kreise, die die Kontrolle der Triebkräfte als wichtig erachtete, erregte daher die Mausefalle in diesem Zusammenhang eine tiefe Abneigung als Negativmodell entfesselter Sexualität. So hieß es 1843 aus Sicht zweier Leipziger über die ihnen unsympathische Lebensform Großstadt, die sie mit ausschweifender Sexualität gleichsetzten: „Es gab früher in Paris einen Ort, der die Mausefalle hieß, er lag zwischen den Hallen. Dies war die berüchtigtste Kneipe von ganz Paris, das gewöhnliche Rendezvous von Dieben, Spitzbübinnen, Spionen, Freudenmädchen, verfolgten Verbrechern und Allem, was es Ehrloses in der Stadt gab. Die Mausefalle hatte einen solchen Ruf erlangt, daß die Fremden und Männer von Auszeichnung sich nicht fürchteten, sie hin und wieder zu betreten, um sich von diesem gräßlichen Bilde einen Begriff machen zu können.“ [49]

Ein anderes Beispiel entstammt der Pädagogik für Schulkinder des XIX. Jahrhundert, die bereits über anthropomorph gestaltete Geschichten vor der Lüsternheit warnten - und damit vor jeder Art emotionaler Maßloßigkeit und Süchten vorbeugen wollten. Dazu zählte die Geschichte Die kluge Maus: „Eine Maus kam aus ihrem Loche und sah eine Falle stehen. Aha, sagte sie, da steht eine Falle! Die klugen Menschen wollen uns damit fangen. Ja, wenn wir Mäuschen nicht klüger wären! Wir wissen wohl, wenn man den Speck in der Falle fressen will, so fällt die Falle zu und schlägt den Näscher todt. Nein, nein! Ich kenne diese List und weiß mich davor zu hüten. Aber, fuhr das Mäuschen fort, riechen darf man schon daran. Vom bloßen Riechen kann die Falle nicht zufallen. Und ich rieche den Speck für mein Leben gern. Es lief sodann an die Falle und roch an dem Specke; die Falle war aber ganz lose gestellt, und kaum berührte es mit dem Näschen den Speck: Tapps! So fiel sie zusammen und das lüsterne Mäuschen war zerquetscht. Wenn du deine Lüsternheit nicht ganz und gar zu bekämpfen verstehst, so bringt sie dich doch immer noch in Gefahr.“ [50] 

Klein hat insgesamt einer sehr lehrreiche, informative und unterhaltsame Lektüre geschaffen. Der Verlag hat das Buch gediegen ausgestattet, so daß es den Lesenden Freude bereitet, das Werk zur Hand zunehmen; auch haptisch ist es ein Erlebnis durch hervorgehoben geprägte Schriftzüge auf dem Buchdeckel. Die starke und größtenteils farbige Bebilderung trägt zur weiteren Anschaulichkeit des Themas zusätzlich in hervorragendem Maße bei. Ursprünglich war diese Arbeit zwar wissenschaftlich konzipiert und alle Quellen in Fußnoten dokumentiert (Bemerkung Seite 192). 

Leider hat der Verfasser diese Fußnoten jedoch wieder aufgelöst, weil dadurch - auch hier wird leider ein altes Stereotyp wieder kolportiert - angeblich die Lesbarkeit gefährdet worden sei. Das ist freilich schade, da die Quellenauffindung nun schwieriger zu bewerkstelligen ist. Es mag aber einigermaßen deswegen verzeihlich sein, weil sich Klein auch in seiner Art der Darstellung wissenschaftliche Methoden und Theorien zur Untersuchung seines Gegenstandes ausklammert. Kleins Werk ist mehr ein Plauderbuch denn eine wissenschaftliche Untersuchung, bietet aber Wissenschaftlern durchaus wichtige Anhaltspunkte. Wer dies berücksichtigt, wird Kleins Buch mit Gewinn lesen dürfen - zu einem geradezu lächerlichen Preis von 19,90 Euro bietet sich dort manch vergnügte und erschütternde Lesestunde. 

Erschütternd auch deswegen, weil deutlich wird, mit welchen ambivalenten Motiven der Mensch die Maus bekämpft hat und noch bekämpft: Mit List und Mord, der auch, wie beim Gifttod, das qualvolle Verenden der Tiere in absentia des menschlichen Blicks in Kauf nimmt. Der Mäusefang ist daher fast immer auch ein Zeugnis der Hybris des Menschen, die ihn einerseits als integralen Bestandteil der Natur und andererseits als unerbitterlichen und grausamen Feind des Lebens der Mäuse erscheinen läßt.

Diese Besprechung stammt von Claus Heinrich Bill und erschien zuerst in der Zeitschrift Nobilitas für deutsche Adelaforschung (2012).

Annotationen:

  • [1] = Nomen Nescio: Die denkwürdigsten Jahrstage Schlesiens, Band III., Glatz 1803, Seite 337
  • [2] = Verlag Philipp von Zabern, 220 Seiten, mit rund 80 Farbabbildungen, Flexicoverbindung mit blauem Lesebändchen und erhabenen Buchdeckelprägungen, Darmstadt & Mainz 2011, ISBN: 978-3-8053-4319-0
  • [3] = Dazu siehe Laurenz Volkmann: Die Vermittlung kulturwissenschaftlicher Inhalte und Methoden, in: Klaus Sierstorfer & Laurenz Volkmann (Herausgebende): Kulturwissenschaft interdisziplinär, Tübingen 2005, Seite 279
  • [4] = Bolko: Einige Grundbedingungen der heutigen Jahrmärkte, in: Theodor Oelsner (Herausgebender): Schlesische Provinzialblätter, Neue Folge, Band IV., Breslau 1865, Seite 10
  • [5] = Ein Beispiel dafür ist Andreas Budschek. Siehe dazu Münchener Bote für Stadt und Land, Ausgabe Nro.177 vom 28. Juli 1870, Seite 775 (Meldung über dessen Körperverletzung mit bleibenden Folgeschäden)
  • [6] = Ein Beispiel dafür ist Rudolf Eduard Ulmer: Die staatsrechtliche Praxis der schweizerischen Bundesbehörden aus den Jahren 1848 bis 1863, Band II., Zürich 1866, Seite 102
  • [7] = Früher Zakopisko oder Zakopese geschrieben
  • [8] = Nomen Nescio: Ungarische Mausefallenhändler, in: Der Wächter, Jahrgang XXXII., Ausgabe Nro.14 vom 20. Februar, Schwerin 1869, Seite 53-54
  • [9] = Nomen Nescio: Ungarische Mausefallenhändler, in: Der Wächter, Jahrgang XXXI., Ausgabe Nro.86 vom 03. Oktober, Schwerin 1868, Seite 354
  • [10] = Zur Geschichte des Landarbeitshauses siehe aus sozialistischer Perspektive Bärbel Kowalski: Das Landarbeitshaus Güstrow, in: Schweriner Blätter. Beiträge zur Heimatgeschichte des Bezirkes Schwerin, Heft 4, Schwerin 1984, Seite 16-21, und aus nachwendezeitlicher Sicht Gisela Scheithauer: Ein festes Haus (Schriftenreihe Güstrower Stadtsachen, Band 3), Plau am See 2008 
  • [11] = Der Wächter, Jahrgang XLI., Ausgabe Nro.67 vom 24. August 1878, Schwerin 1878, Seite 280
  • [12] = Nomen Nescio: Ungarische Mausefallenhändler, in: Der Wächter, Jahrgang XXXII., Ausgabe Nro.31 vom 17. April, Schwerin 1869, Seite 124
  • [13] = Nomen Nescio: Ungarische Mausefallenhändler, in: Der Wächter, Jahrgang XXXII., Ausgabe Nro.32 vom 21. April, Schwerin 1869, Seite 129
  • [14] = Nomen Nescio: Unbekannter Mausefallenhändler, in: Der Wächter, Jahrgang XXXV., Ausgabe Nro.19 vom 02. März, Schwerin 1872, Seite 80
  • [15] = Nomen Nescio: Auszug aus den Arrestanten-Verzeichnissen der Großherzoglich Mecklenburg-Schwerinischen Gendarmerie, in: Der Wächter, Jahrgang XXXV., Ausgabe Nro.26 vom 27. März, Schwerin 1872, Seite 120
  • [16] = Nomen Nescio: Ungarische Mausefallenhändler, in: Der Wächter, Jahrgang XXXVI., Ausgabe Nro.25 vom 22. März, Schwerin 1873, Seite 102
  • [17] = Zum Konflikt des Mausefallenhändlers Emrich Kamasz aus Rowne in Ungarn mit den schlesischen Provinzialbehörden siehe Nomen Nescio: Ein gesuchter Mausefallenhändler, in: Conversations-Blatt. Beilage zum Regensburger Tagblatt, Ausgabe Nro.17 vom 8. Februar 1865, Seite 4 
  • [18] = Graf Fugger: Den Hausirhandel [sic!] und den Betrieb der Wandergewerbe, hier die ungarischen Drahtwaarenhändler [sic!] betreffend, in: Neuburger Wochenblatt, Jahrgang LXIV., Ausgabe Nro.68 vom 6. Juni, Neuburg 1867, Seite 363
  • [19] = Mehrere Beispiele für die Relegatio ungarischer Drahtbinder aus findet sich im anonym veröffentlichten amtlichen „Verzeichniß der Landesverwiesenen pro 1866/67“, in: Amts-Blatt für das königliche Bezirksamt Aichach, Ausgabe Nro.44 vom 27. Oktober 1867, Aichach 1867, Seite 183
  • [20] = Nomen Nescio: Unbekannte Mausefallenhändler, in: Der Wächter, Jahrgang XL., Ausgabe Nro.39 vom 16. Mai, Schwerin 1877, Seite 165
  • [21] = Obermedizinalrat Küchler: Erfahrungen über den Typhus, in: Memorabilien. Monatsblätter für praktische und wissenschaftliche Mittheilungen rationeller Ärzte, Jahrgang XII., Lieferung 5 vom 24. August, Heilbronn 1868, Seite 109
  • [22] = Zur Arbeitsethik siehe Maximilian Forschner: Arbeit, in: Otfried Höffe (Herausgebender): Lexikon der Ethik, München 7.Auflage 2008, Seite 23-24
  • [23] = So bei Lucian Herbert: Julius Gundling. Zwischen Krieg und Frieden oder nach Custozza und Königgrätz. Historisch-Romantisches Zeitgemälde aus Österreichs neuester Ära, Band II., Pest & Wien & Leipzig 1868, Seite 98
  • [24] = Beispielhaft dafür kann die Predigt über das Schlaraffenland gelten, welche der Kurbayerische Provinzprediger Ignatio Ertl im XVII. Jahrhundert gehalten hatte. Siehe dazu den Predigtwortlaut in: Sonn- und Feyer-Tägliches Tolle Lege, Nürnberg 1700, Seite 123-124 (besonders zum Müßiggang)
  • [25] = Bernd Roeck: Außenseiter, Randgruppen, Minderheiten, Göttingen 1993, Seite 82
  • [26] = Ein Beispiel dafür sind die Warnungen der Königlichen Regierung von Oberbayern in München vom 3. April 1869 betreffend den Gewerbebetrieb im Umherziehen, in: Königlich Bayerisches Kreis-Amtsblatt von Oberbayern, Ausgabe Nro.31 vom 9. April 1869, Spalte 648
  • [27] = Paul Hoffmann: Die Jesuiten. Geschichte und System des Jesuiten-Ordens, Band II., Mannheim 1870, Seite 29-30
  • [28] = Dazu beispielsweise typisch eine Zeitungsmeldung über eine Versammlung slowakischer Mäusefallenhändler in Berlin im Lipkeschen Gartenlokal, in: Schweinfurter Tageblatt, Jahrgang XV., Ausgabe Nro.137 vom 11. Juni, Schweinfurt 1870, Seite 802
  • [29] = Dazu die künstlerische Verarbeitung in dem Gedicht von M. Elsner v.Gronow: „General Gillhausen“, in: Theodor Oelsner (Herausgebender): Schlesische Provinzialblätter, Neue Folge, Band V., Breslau 1866, Seite 456 
  • [30] = Zum „circuit of culture“ als ein von komplexen und wechselseitigen Einflüssen geprägtes Modell der Kulturentwicklung siehe ausführlich Jürgen Kramer: Kulturwissenschaft. Anglistik und Amerikanistik, in: Klaus Sierstorfer & Laurenz Volkmann (Herausgebende): Kulturwissenschaft interdisziplinär, Tübingen 2005, Seite 185-187
  • [31] = So in einem Gemälde von Karl Schulz. In einer Besprechung dieses Bildes heißt es: „Der Slavonier, der in Morgenfrühe vor die Bauerhütte kommt, wo die junge Frau emsig die kupfernen Kessel fegt, während das dickbäckige Kind sich scheu hinter den Hofhund stellt. In diesem Bild ist Heiterkeit und Frische des Tons, Wahrheit der Auffassung und einfache Schönheit des Vortrags, und mehr als allen andern muß man ihm den Vorzug des Styls einräumen, den die älteren Genremaler behaupten. Es fehlt der Scene an Handlung, aber der Contrast zwischen dem in ewigem Umherziehen grau geworbenen Mausefallenhändler und der frischen, stillen, zufriedenen Häuslichkeit der Bauersfrau ist an sich ein poetisches Moment.“ (Nomen Nescio: Ausstellung des Großherzoglichen Kunst-Instituts in Weimar, in: Kunst-Blatt, Ausgabe Nro.93 vom 22. März 1836 als Beilage zum Morgenblatt für gebildete Leser, Jahrgang XXX., Seite 389-390)
  • [32] = Zu den sozialen Dimensionen von körperlicher Unreinheit als gesellschaftliches Exklusionsmittel siehe Peter Burschel & Christoph Marx (Herausgebende): Reinheit, Wien & Köln & Weimar 2011
  • [33] = Gemeint waren Reusenlebendfallen
  • [34] = Doktor Altum: Die Schmetterlinge, in: Natur und Offenbarung. Organ zur Vermittlung zwischen Naturforschung und Glauben für Gebildete aller Stände, Münster 1858, Seite 31
  • [35] = Lioba Werth & Jennifer Mayer (Herausgebende): Sozialpsychologie, Heidelberg 2008, Seite 124-125
  • [36] = Zu den Persönlichkeitsmerkmalen in unterschiedlicher Gewichtung siehe Brian Parkinson: Soziale Wahrnehmung und Attribution, in: Klaus Jonas & Wolfgang Stroebe & Miles Hewstone (Herausgebende): Sozialpsychologie, Heidelberg 5.Auflage 2007, Seite 72
  • [37] = Eine tschechische Ethnie aus der mährischen Hannagegend
  • [38] = Lucian Herbert: Julius Gundling. Zwischen Krieg und Frieden oder nach Custozza und Königgrätz. Historisch-Romantisches Zeitgemälde aus Österreichs neuester Ära, Band II., Pest & Wien & Leipzig 1868, Seite 100
  • [39] = Lucian Herbert: Julius Gundling. Zwischen Krieg und Frieden oder nach Custozza und Königgrätz. Historisch-Romantisches Zeitgemälde aus Österreichs neuester Ära, Band II., Pest & Wien & Leipzig 1868, Seite 101
  • [40] = Anton Köhler: Curiositäten- und Memorabilien-Lexicon von Wien, Band I., Wien 1846, Seite 384-385
  • [41] = Nomen Nescio: Unbekannte Mausefallenhändler, in: Der Wächter, Jahrgang XL., Ausgabe Nro.39 vom 16. Mai, Schwerin 1877, Seite 165
  • [42] = Kaiserlich-Königliches Polizeiministerium (Herausgeber): Central-Polizei-Blatt, Ausgabe Nro.36 vom 19. Mai 1864, Wien 1864, Seite 152
  • [43] = Fr [iedrich?] Vischer: Das akademische Leben und die Gymnastik, in: Jahrbücher der Gegenwart, Juli-Ausgabe, Tübingen 1845, Seite 650-651
  • [44] = Karl Biedermann: Deutschland im achtzehnten Jahrhundert, Band I., Leipzig 1854, Seite 402
  • [45] = Europäische Rache- oder Zauberpuppen aus Wachs, Ton oder Holz (ähnlich der Voodoopuppenpraxis)
  • [46] = Carl Spindler: Vergiß mein nicht. Taschenbuch für das Jahr 1837, Jahrgang VIII., Stuttgart 1837, Seite 259
  • [47] = Heinrich Klenz: Die deutsche Druckersprache. Scheltenwörterbuch, Berlin & New York 1991, Seite 64
  • [48] = Siehe dazu auch die Maus in der deutschen Literatur als Konnotation des Sexuellen bei Laura Neagu [sic!]: Maus, in: Güter Butzer & Joachim Jacob (Herausgebende): Metzler Lexikon literarischer Symbole, Stuttgart & Weimar 2008, Seite 226-227
  • [49] = Christian Paul de Kock & Oscar v.Birkeneck: Die große Stadt. Neue Bilder aus Paris, Band I., Leipzig 1843, Seite 113
  • [50] = Raimund Jakob Wurst´s sämmtliche Schulschriften für die Hand des Lehrers, Band III., Stuttgart (3.Auflage 1865), Seite 357

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